Orchideen Pflege

So pflegen Sie Ihre Orchideen richgtig!

Auch für Anfänger sind Orchideen in der Haltung zu bewältigen. Die wunderschönen Zimmerpflanzen mit den exotischen Blütenformen fühlen sich lange und schnell wohl, wenn die Pflegeanleitung für die Orchidee einige wenige Grundregeln beachtet werden.

Wichtig sind für die gelungene Pflege der Orchidee:​

  • Richtiges Pflanzgefäß oder Orchideen richtig aufbinden
  • Orchideen richtig gießen
  • Heller aber nicht vollsonniger Standort zur Vermeidung von Verbrennungen
  • Orchideen-Substrat
  • Luftfeuchtigkeit
  • Licht
  • Orchideen richtig schneiden
  • Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten

Muss man Orchideen umtopfen?

Je nach Wachstum kommt bei den meisten Orchideen irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie nur weiter ihre Schönheit behalten, wenn man sie umtopft. Es ist sogar sinnvoll, die Orchidee direkt nach dem Kauf aus dem Pflanzgefäß zu nehmen, in dem sie geliefert wurde. Gerade die Exemplare aus dem Massenangebot des Supermarkts werden gelegentlich auf Mooskerne gesetzt und dann rundherum mit Rindensubstrat bedeckt. Das macht es schwer, die richtige Feuchtigkeit im Pflanztopf zu erkennen und führt womöglich dazu, dass die Orchidee zu nass gehalten wird.

Orchideen umtopfen

Dazu eignet sich ein einfacher durchsichtiger Plastikpflanztopf. Er sollte nicht zu groß sein, denn Orchideen benötigen im Gegensatz zu vielen anderen Zimmerpflanzen weniger Raum für ihre Wurzeln im Substrat. Die Pflanze wird vorsichtig aus dem alten Topf entfernt und in das neue Pflanzgefäß eingesetzt. Dann ist auch die Gelegenheit, beschädigte oder verfaulte Wurzeln von Orchideen abzuschneiden. Wurzeln und Substrat sollten sich das den Orchideentopf locker teilen und nicht gepresst werden.

Orchideenerde

Normale Blumenerde ist für Orchideen nicht geeignet. Neben besonderen Formen von Substrat aus Ton oder anderem Material sind Rindenstücke am weitesten verbreitet und erfüllen auch sehr gut ihren Zweck. Sie sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei jungen Orchideen mit noch kleinen und zerbrechlichen Wurzeln sollten die Rindenstücke entsprechend kleiner sein als bei kräftigen Wurzeln.

Orchideen umtopfen mit Luftwurzeln

Am häufigsten kommen inzwischen die Orchideen der Gattung Phalaenopsis als Zimmerpflanze vor. Diese bilden gerne und viele Luftwurzeln aus. Gesunde Luftwurzeln bei Orchideen abschneiden ist nicht unumstritten. Man kann versuchen, einige davon beim Umtopfen umzuleiten in das Substrat. Allerdings sollte man immer dann die Luftwurzeln der Orchideen entfernen, wenn sie kümmern, Zeichen von Krankheiten oder Schäden zeigen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen?

Rindenstücke zersetzen sich und irgendwann kommt einfach der Zeitpunkt, wenn der Orchideenliebhaber die Pflanze umtopfen muss. Allerdings sollten man keinesfalls die Orchideen umtopfen, wenn sie blühen. In dieser Hinsicht gleicht die Pflege der Orchideen anderen Zimmerpflanzen, die erst nach Ende oder deutlich vor der neuen Blüte umgetopft werden, um die Blühphase nicht zu stören. Für Orchideen umtopfen während der Blüte gilt diese Regel natürlich auch.

Orchideen wässern durch Gießen oder Orchideen tauchen?

Orchideen benötigen natürlich genug Wasser, doch dies sollte am besten der natürlichen Bewässerung nachempfunden sein. Neben dem Einsprühen der Blätter und Blüten für die richtige Luftfeuchtigkeit wird die richtige Versorgung am sinnvollsten durch Tauchen sichergestellt.

  • Ist das Substrat ausgetrocknet, wird die Orchidee gewässert. Dies ist bei durchsichtigen Pflanztöpfen besonders gut erkennbar. An diesem Punkt macht sich auch Umtopfen bezahlt, bei dem die Mooskugel entfernt wurde. So sammelt sich darin nicht unentdeckt Wasser, das beim Tauchen dazu führt, dass die Orchidee überwässert wird.
  • Der Pflanztopf wird in ein größeres Gefäß mit Wasser gestellt, das wenig kalkhaltig sein sollte. Dabei taucht man den Topf soweit und solange unter, dass sich die Wurzeln gut vollsaugen und wieder ihre frische Farbe annehmen können.
  • Nach dem Tauchen wird die Orchidee auf einem Gitter abgestellt und das überschüssige Wasser sollte gründlich ablaufen können.
  • Wie oft man Orchideen gießen muss, hängt von den individuellen Umständen ab. Je eher das Substrat wieder ausgetrocknet ist, desto eher wird der Tauchvorgang wiederholt. Im Allgemeinen kann eine Orchidee 2 Wochen ohne Wasser auskommen, solange die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist und sie vorher auch genug Wasser aufnehmen konnte.

Die Pflege der Orchideen im Topf und ihre Versorgung erfordert in diesem Punkt etwas Fingerspitzengefühl und die regelmäßige Kontrolle, wie es mit der Feuchtigkeit des Substrats aussieht.

Darf man Orchideen schneiden und verblühte Orchideen zurückschneiden?

Es gibt keinen Grund, Orchideen überhaupt nicht zu schneiden. Der Rückschnitt und die Entfernung von abgestorbenen Blättern oder vertrockneten Luftwurzeln und Rispen ist Teil der richtigen Pflege.

​Wichtigster Punkt der Anleitung, um verblühte Orchideen zu schneiden, ist die Vorbereitung des Schneidewerkzeugs. Dieses sollte immer sauber und keimfrei sein, damit an den Schnittstellen keine Pilze und Krankheiten eindringen können. Alkohol aus der Apotheke oder auch gründliches Auskochen reicht dafür.

  • Gelbe oder verdorrte Blätter werden vorsichtig entfernt. Dies gilt auch für abgestorbene Luftwurzeln.
  • Beim Rückschnitt von Orchideen nach der Blüte ist keine Eile geboten. Handelt es sich um die Phalaenopsis mit mehreren Trieben, fallen die Blüten zunächst alleine ab und die Triebe bleiben grün, um erst langsam auszutrocknen. Es besteht die Chance, dass sich an den Stängeln der Orchideen neue Triebe bilden, die wiederum blühen. Zur Pflege der Orchideen nach der Blüte gehört also, nicht sofort mit dem Ausputzen zu beginnen. Solange die Stängel noch grün sind, empfiehlt sich etwas Geduld, damit sich ein neuer Trieb an der Orchidee zeigen kann.
  • Orchideen kürzen besteht also mehr in der Aufgabe, das einzelne Exemplar von den abgestorbenen und kranken Pflanzenteilen zu befreien. Ein Rückschnitt der Orchidee ist also vorsichtig und besonders nicht in der Blütezeit oder unmittelbar im Anschluss durchzuführen.

Düngen von Orchideen

Orchideen düngen hilft der Pflanze dabei, die anstrengende Blühphase zu bewältigen. Trotzdem sollte bei Orchideen Düngen mit Zurückhaltung erfolgen. In der Ruhephase ist es nicht erforderlich, denn an ihrem ursprünglichen Standort sind Nährstoffe auch nicht im Übermaß vorhanden. Selbst wenn ein Urwald genau den gegenteiligen Eindruck macht, so herrscht dort ein harter Überlebenskampf um relativ wenige Ressourcen. Zu viele Düngergaben zum falschen Zeitpunkt schaden der Orchidee eher.

Tipps und Besonderheiten

  • Die Pflege im Winter: Die weitverbreitete Phalaenopsis ist auch deswegen so beliebt, weil sie ausgerechnet zu den Zimmerpflanzen gehört, die im Winter blühen. Es ist also erforderlich, für diese Orchideen die Pflege im Winter anzupassen. Die Orchideen muss man im Winter gießen und auch düngen.
  • Steht die Orchidee am Fenster, sollte dieses im Winter nicht auf Kipp gestellt werden, denn die winterlichen Minusgrade setzen ihr besonders zu. Dies gilt übrigens schon beim winterlichen Transport aus der Gärtnerei, dem Baumarkt oder dem Discounter.
  • Die Pflege der Frauenschuh Orchidee unterscheidet sich danach, ob diese aus Südamerika stammende Orchideenart im Garten oder als Zimmerpflanze lebt. Sie ist nicht so gut für die Fensterbank geeignet wie die Phalaenopsis und blüht auch nur einmal im Jahr. Frauenschuh-Orchideen werden nicht eingenebelt und benötigen ein anderes Substrat für ihre deutlich feineren Wurzeln. Im Garten sind sie winterhart und im Sommer eher unproblematisch, solange sie einen halbschattigen bis schattigen Standort haben.
  • Neben anderen Schädlingen wie Blattläusen fallen besonders Fliegen in Orchideen auf. Diese Trauerfliegen fühlen sich in zu feuchtem Substrat besonders wohl und werden oft schon beim Kauf eingeschleppt. Umtopfen und neues schädlingsfreies Substrat schaffen hier von Anfang an und bei Befall erste Abhilfe.

Bildquellen:

Orchideen einpflanzen

So pflanzen Sie Ihre Orchideen richtig ein!

Am Anfang steht oft die fertige Orchidee aus dem Blumenhandel oder inzwischen sogar dem Supermarkt. Als Geschenk kommen die schönen Exoten mit einem Orchideentopf oder als Orchideen im Glas ins Haus. Wer allerdings seine Leidenschaft für diese abwechslungsreichen und faszinierenden Zimmerpflanzen entdeckt, dem ist diese fertige Kombination bald nicht mehr genug.

Das richtige Pflanzgefäß

Es gibt verschiedene Gründe, sich auf die Suche nach dem richtigen Pflanzgefäß für Orchideen zu machen

  • Die Orchidee ist so gut gewachsen, dass sie ihr ursprüngliches Pflanzgefäß beinahe sprengt.
  • Man will einen Orchideen Ableger einpflanzen.
  • Neue Orchideen Übertöpfe sollen die Wohnung verschönern und neue etwas größere Orchideen Pflanztöpfe sind gleich mit eingeplant.

Voraussetzung für ein Pflanzgefäß ist natürlich, dass diese spezielle Orchideenart überhaupt eines benötigt. Es gibt viele Arten, die besser als Orchidee auf einer Wurzel zurechtkommen. Einige Arten benötigen gar kein Gefäß oder Orchideensubstrat und ihre Wurzeln hängen frei in der Luft.

​Da sich Orchideen eigentlich nur an Wurzeln klammern, kann dies auch sehr dekorativ übernommen werden. Vorsichtig auf einer geeigneten Wurzel befestigt, kommt diese Kombination dann in eine Orchideen Pflanzschale. Das erfreut das Auge und die Pflanze hat einen natürlichen Standplatz.

Wichtig: Bei der Größe des Topfes gilt – anders als bei den meisten übrigen Zimmerpflanzen – die Regel, dass der Topf eher klein gehalten sein sollte. Ein durchsichtiger Pflanztopf, in dem sich Wurzeln und Substrat den Platz teilen, reicht völlig aus. Außerdem hat man so noch die Möglichkeit, die Feuchtigkeit im Substrat von außen besser kontrollieren zu können.

Orchideenerde ist keine Blumenerde

Stehen für die Orchideenknolle oder den Ableger die passenden Pflanzgefäße bereit, müssen diese noch befüllt werden. Ein Sack Blumenerde aus dem Baumarkt ist leider eine sichere Methode, dass die Pflanze diesen Umzug nicht überlebt.

Erde für Orchideen besteht tatsächlich und fast immer aus Rindenstückchen. Die Größe dieser Rindenchips orientiert sich an der Größe der Wurzeln. Kleine feine Wurzeln sollten in ebenso kleine Rindenstückchen gepflanzt werden und umgekehrt.

​Nur wenige Erdorchideen benötigen eine andere Zusammensetzung ihres Nährbodens. Allerdings können die Rindenteilchen mit Beimischungen zu einem besseren Orchideen Nährboden gemacht werden. Jedoch ist etwas Erfahrung und genaue Informationen zu den Bedürfnissen der Orchideenart notwendig, wenn man den Nährboden für die Orchideen selber machen will.

​Orchideenerde gleich welcher Art eignet sich auch nicht, um aus Orchideensamen neue Pflanzen zu züchten. Dafür ist viel Erfahrung und insbesondere ein Starter in Form eines Pilzes erforderlich, der es den Samen erst ermöglicht, den Wachstumsprozess zu beginnen.

Der richtige Standort für Orchideen

Orchideen brauchen Licht und davon eine ganze Menge. Sind die Blätter schön dunkelgrün, dann haben sie ganz entgegen der allgemeinen Erwartung zu wenig Licht. Wie üppig und wie oft Orchideen blühen, hängt also ganz entscheidend von der Standortwahl ab.

Orchideen auf der Fensterbank

Natürlich können die Exoten auf der Fensterbank stehen. Voraussetzung ist, dass auch genug Sonnenlicht dort hinkommt und gleichzeitig nicht zu stark ist, um Verbrennungen zu vermeiden. Während die Ausrichtung nach Norden oft zu wenig Licht gibt, muss bei einem Südfenster wiederum zeitweise ein Schattenspender angebracht werden. Freie Ostfenster oder solche, die nach Westen ausgerichtet sein, eignen sich besonders gut.

Künstliches Licht für die Orchidee

Ist keines der Fenster für die Orchidee geeignet, kann diese auch problemlos im Zimmer wachsen. Dann benötigt sie aber eine spezielle Lichtquelle, die ihr die notwendigen Lichtstunden schenkt. Eine solche Orchideenlampe kann einen Raum sehr attraktiv indirekt beleuchten und erfüllt damit einen doppelten Zweck.

Immer neue Blüten von ungewöhnlicher Schönheit

Neben dem richtigen Standort und einem passenden Pflanzgefäß mit gutem Nährboden verlangt eine Orchidee noch andere Dinge, um sich wirklich wohlzufühlen, und dies durch gesundes Wachstum und viele schöne Blüten zu zeigen.

  • Orchideen und Luftfeuchtigkeit müssen zusammenpassen. Die Pflanzen stammen nicht aus der Wüste und auch nicht aus nordischen Gegenden. Sie benötigen warme und zugleich feuchte Luft.
  • Orchideen an der Heizung gedeihen dann, wenn die Heizungswärme die Luft nicht austrocknet. Entweder handelt es sich also um eine breite Fensterbank oder die Luftfeuchtigkeit wird durch künstliche Sättigung nach den individuellen Anforderungen der Orchideenart hergestellt. Gemessen wird diese Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer, mit dem das ebenso wichtige Thermometer sinnvoll ergänzt wird.
  • Wer Orchideen eine Temperatur im Wechsel von warmen Tagzeiten und kühlen Nachtzeiten bieten kann, wird in der Regel die Orchideen auch zum Blühen bringen. Gerade im Winter bilden Orchideen die Knospen aus, wenn sie diesen Temperaturwechsel haben. So können Orchideen in der Blütezeit besonders reichlich an ihren Rispen neue Blüten zeigen.

Solange die Bedingungen für Temperatur, Licht und Feuchtigkeit stimmen, fühlen sich Orchideen in jedem Raum wohl. Es ist also durchaus möglich, Orchideen im Bad (viel Feuchtigkeit) und auch Orchideen im Schlafzimmer zu platzieren. Alles zusammen verlängert die Lebensdauer der Orchidee, die mit arttypischen Ruhephasen immer wieder blüht. Eignet sich überhaupt kein Zimmer im Haus, kann für Orchideen im Terrarium der richtige Lebensraum geschaffen werden.

Tipps und Infos

Antworten auf Fragen, die häufig im Zusammenhang mit dem Einpflanzen von Orchideen auftauchen, nun in der Kurzfassung:

Kann man Orchideen zusammenpflanzen?

Dies ist möglich, aber nicht unbedingt ratsam. Gerade verschiedene Arten haben auch unterschiedliche Bedürfnisse. Diese lassen sich besser erfüllen, wenn die Orchideen zumindest einzeln in einem Pflanztopf stehen. Außerdem verringert dies die Gefahr, dass sich Orchideenerkrankungen über die verflochtenen Wurzeln ausbreiten.

Passen zwei Orchideen in einen Topf?

Natürlich passen zwei Einzelpflanzen in einen Topf, aber das Umtopfen wird später wegen der Wurzeln schwierig. Außerdem gilt auch hier, dass sich die einzelnen Exemplare mit Pflanzenkrankheiten anstecken können. Viel sinnvoller ist es, die Orchideen einzeln zu pflanzen und diese dann in einen großen Übertopf oder eine Pflanzschale für Orchideen zu setzen.

Kann man Orchideen mit anderen Zimmerpflanzen vergesellschaften?

Das ist gut möglich, sofern diese Begleitpflanzen die gleichen oder zumindest ähnlichen Ansprüche an die Pflege und Standortvoraussetzungen wie die Orchideen haben. Besonders gelungen wirken Orchideen im Terrarium, die von den richtigen Begleitpflanzen umgeben sind.

Sind Orchideen giftig für Katzen?

Wenn die Katze oder ein anderes Haustier dazu neigt, die Zimmerpflanzen anzuknabbern, dann sind ungeschützt stehende Orchideen zumindest nicht völlig ungefährlich. Die Pflanze selbst ist dabei nicht das eigentliche Problem, aber in den dicken Blättern speichert sie die Nährstoffe und Mittel, mit dem sie gepflegt wird. Dies kann insbesondere bei jungen Katzen, alten oder kranken Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Orchideen sind allerdings lange nicht die giftigsten Zimmerpflanzen, vor denen Haustiere geschützt werden sollten.

Bildquellen: