Rasentypen

Die wichtigsten Rasentypen im Überblick

Ob Zierrasen, Gebrauchsrasen oder Schattenrasen, bei der Vielfalt der Rasentypen ist es nicht immer leicht, sich für den richtigen Rasen bzw. die geeignete Samenmischung zu entscheiden. Vor dem Neuanlegen eines Rasens sollte man deshalb klare Vorstellungen haben, was man sich von der späteren Rasenfläche wünscht. Soll der Rasen dekorativ sein und eine Zierde für den Garten oder eher als Spielfläche für die Kinder genutzt werden? Je nachdem richtet sich die Auswahl der Gräser. Zudem müssen noch die Standortbedingungen wie z.B. Schattenlage bedacht werden.

Meist soll der Rasen am Haus belastbar, unkompliziert und nicht allzu pflegeintensiv sein. Allgemein wird solch ein Rasen als Gebrauchsrasen bzw. Spielrasen bezeichnet. Die Regel-Saatgut-Mischung für diesen Rasentyp umfasst drei Grasarten: Ausdauerndes Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. Die enthaltenen Gräser bestimmen darüber, wie der Rasen aussieht, wie schnell er wächst, wie viel Pflege er benötigt und wie lange er zur Erholung braucht.


Gebrauchsrasen / Spielrasen

In privaten Gärten wird er gerne verwendet. Er ist strapazierfähig, eignet sich ideal für die Kinder zum Spielen und auch Grillfeste und Feiern sind auf diesem Rasen problemlos möglich.

Er muss regelmäßig gemäht, gewässert und mit Nährstoffen versorgt werden.

  • Verwendung: Für Hausgärten, zum Spielen
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: Mittel bis hoch
  • Pflegeansprüche: Mittel bis hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 1 Schnitt pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 3-4 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel

Schattenrasen

Schattenrasen ist speziell für schattige Flächen geeignet, wächst aber auch an sonnigen Standorten. Beim Kauf von Rasenmischungen sollte man darauf achten, dass die Grasart Lägerrispe enthalten ist. Sie ist schattengeeignet und verträgt auch einen regelmäßigen Schnitt.

Allgemein braucht das Gras im Schatten besonders gute Pflege. Der Rasen muss regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Die Schnitthöhe sollte nicht über 5 cm liegen.

  • Verwendung: Für schattige Flächen
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: Im Schatten geringer, in der Sonne höher
  • Pflegeansprüche: hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 1 Schnitt pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 4-5 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel, Lägerrispe

Zierrasen

Er ist auch unter dem Namen „Englischer Rasen“ oder „Golfrasen“ bekannt. Der Zierrasen eignet sich nicht zum täglichen Betreten und ist auch nicht zum Spielen geeignet. Er wird dort verwendet, wo man sich an einer schönen, sattgrünen Rasenfläche erfreuen möchte. Damit er gut aussieht, braucht er intensive Pflege und muss in der Regel zweimal pro Woche gemäht werden.

  • Verwendung: Als repräsentative Rasenfläche, als Gestaltungs- und Zierelement im Garten
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: gering
  • Pflegeansprüche: Hoch bis sehr hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 2 Schnitte pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 1,5-2,5 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Rotschwingel, Wiesenrispe (Straußgräser)

Weitere Rasentypen

Zu den Rasentypen zählen auch Kräuterrasen und Blumenwiesen. Sie werden gerne in größeren Gärten als Gestaltungselemente genutzt. Zudem bieten sie einen wertvollen Lebensraum für viele Nützlinge im Garten wie Schmetterlinge, Käfer, Wild- oder Honigbienen.

Wer in seinem Garten auch Obst und Gemüse anbaut, sollte eine kleine Ecke als Kräuterrasen bzw. Blumenwiese anlegen, um die Nützlinge zu fördern. Kleeblüten, Brennnesseln oder Löwenzahn können hier ungestört gedeihen und bieten Marienkäfern, Wildbienen und Co. ein reichhaltiges Futterangebot, für das sie sich gerne revanchieren. Sie vernichten Pflanzenschädlinge wie beispielsweise Blattläuse, die dann den Obst- und Gemüsepflanzen weniger anhaben können. Mit wenig Aufwand lässt sich so das gesunde Pflanzenwachstum im Garten positiv beeinflussen.

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Rasen anlegen

So legen Sie Ihren Rasen richtig an!

Viele Hobbygärtner fragen sich sicher, wie man seinen Rasen richtig anlegen kann, damit er schön gleichmäßig wächst. Wenn man einige Dinge beachtet ist das aber nicht so schwer. Zunächst sollte man sich fragen, ob es ein reiner Zierrasen werden soll, oder ob er später von Kindern als Spielrasen stark beansprucht wird. Ein weiterer Punkt sind Rasenflächen unter Bäumen und Büschen, denn an Schattenrasen werden besondere Ansprüche gestellt. Nicht jede Rasensorte wächst überall gleich gut.

Themen:

Die wichtigsten Rasenarten:

  • Sport- und Spielrasen
  • Zierrasen
  • Schattenrasen
  • Blumenwiese

Darüber hinaus gibt es noch hochwertige Regel-Saatgutmischungen für besondere Ansprüche an den Standort. Diese sind mit einem grünen Etikett deklariert, das nur streng kontrollierte Saatgutmischungen tragen dürfen. Davon gibt es wieder unterschiedliche Mischungen für verschiedene Einsatzzwecke: Der Zierrasen RSM 1.1 ist ein ganz besonders feinblättriger Rasen, der besonders für Ziergärten geeignet ist.

Der RSM 2.2 verträgt auch große Hitze, indem er sehr tiefe Wurzeln bildet. Dafür sind seine Blätter etwas grobblättriger als bei den meisten anderen Rasensorten. Er ist der ideale Rasen für Trockenlagen. Der beste Samen für den Rasen anlegen als Neubau bei Spiel- und Liegewiesen oder stark beanspruchten Hausgärten ist der Gebrauchsrasen – Spielrasen RSM 2.3.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Rasensorten für öffentliche Flächen mit Kräutern und zur Parkplatzbegrünung. Wer seine Dachflächen begrünen möchte, dem sei der RSM 6.1 empfohlen. Dieser hat mit 38 Prozent einen sehr hohen Kräuteranteil.

Rasen anlegen aber wann?

Rasen anlegen im Herbst oder im zeitigen Frühjahr ist die beste Zeit, dann ist die Sonne nicht so intensiv, denn die jungen Gräser sind noch sehr empfindlich gegen Vertrocknen. Ideal sind deshalb die Monate April, Mai oder September, denn dann wächst der Rasen in der Regel auch am schnellsten an, da diese Zeit seiner natürlichen Wachstumsperiode entspricht. Rasen anlegen im Frühjahr hat den Vorteil, dass er etwas schneller wächst, aber dennoch braucht der Rasen seine Wachstumszeit, bis er dicht gewachen und begehbar ist.

Wie schnell wächst Rasen?

Beim Rasen neu anlegen soll Dauer und Aufwand nicht unterschätzt werden. Wenngleich ein bis zwei Wochen nach Aussaat die ersten Hälmchen sprießen, so dauert es doch ein bis eineinhalb Jahre, bis der Rasen einen dichten Teppich gebildet hat, je nach Boden, Klima und Rasensorte.

Rasen neu anlegen unsere Anleitung

1. Vorbereitung des Bodens

Rasen neu anlegen mit Anleitung klappt auch für Ungeübte. Ganz wichtig ist es, den Boden ein bis zwei Spaten tief aufzulockern, damit die kleinen Wurzeln später leichter in den Boden eindringen. Extrem lehmige und schwere Böden müssen mit etwas Sand, Mutterboden oder je nach Größe der Fläche Gartenerde aus dem Baumarkt verbessert werden. Nachdem kleine Steine und Wurzeln aus dem Boden entfernt worden sind, sollte man die Fläche eine Woche vor der Aussaat mit Rasendünger oder bei besonders sauren Böden auch mit Kalk düngen. Dann wird der Boden planiert. Das geschieht am besten mit einer Rasenwalze.

2. Das Einsäen des Rasens

Damit der Rasen später schön gleichmäßig wächst, sollte man sich bei der Aussaat etwas Mühe und Zeit geben und einen windstillen Tag abwarten. Denn der leichte Rasensamen wird sonst schnell vom Winde verweht und landet gerne mal dort, wo er nicht hin soll, in den Gartenbeeten. Vor der Aussaat lockert man schnell noch einmal den Boden mit den Rechen auf und dann kann es losgehen. Am effektivsten gelingt die Aussaat mit einem Streuwagen, indem man einmal längs und einmal quer über die Fläche fährt. Einen Handstreuer funktioniert in der gleichen Weise. Danach sollte die Fläche noch einmal gewalzt werden.

3. Nachbearbeitung der Fläche

Anschließend muss man die Flächen möglichst feucht halten, damit der Samen aufgehen kann. Wenn es nicht gerade regnet, behilft man sich am besten eines Rasensprengers oder eines Zusatzgerätes, welches auf den Gartenschlauch gesteckt wird und das Wasser fein über der zukünftigen Rasenfläche verteilt. Für kleinere Areale genügt eine Gießkanne, aber die Fläche sollte danach vorerst nicht mehr betreten werden. Wenn die Halme circa sechs bis acht Zentimeter erreicht haben, muss die Rasenfläche erstmalig mit einem Rasenmäher um die Hälfte der Wuchshöhe gemäht werden. Dieser sollte ein scharfes Messer haben, damit die zarten Wurzeln nicht aus dem Boden gerissen werden.

Rasen Anlegen im Video

Rasen anlegen Tipps:

Neuen Rasen anlegen oder alten Rasen neu anlegen ist recht aufwendig und nicht jedermanns Sache. Bei den Rasen neu anlegen ohne umzugraben geht, indem man Rollrasen beziehungsweise Fertigrasen über dem Boden oder den raspelkurz geschnittenen vorhandenen Rasen legt und gut wässert. Dadurch kann man den Rasen schneller nutzen.

Man kann den Rasen auch anlegen lassen. Kosten für Gärtner sind aufwandsabhängig. Das kann leicht einige Hundert bis tausend Euros kosten. Der Vorteil ist, dass Landschaftsgärtner die entsprechende Erfahrung und die benötigten Geräte besitzen.

Checkliste der benötigten Geräte und Materialien:

  • Rasensamen, Bodentester
  • Langzeit-Rasendünger, Kalk, Sand oder Gartenerde
  • Rasenwalze
  • Streuwagen oder Handstreuer
  • Rechen, Spaten, eventuell eine Spitzhacke
  • Rasenmäher mit scharfem Messer
  • Wasser, Schlauch und Zubehör

Wer selber Rasen anlegt, kann Kosten sparen und kommt normalerweise mit 100 bis maximal 200 Euro aus, es sei denn, er benötigt einen teuren Benzinrasenmäher.

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Bodenbeschaffenheit

Der richtige Boden für den perfekten Rasen!

Eine gut gepflegte Rasenfläche bildet in vielen Hausgärten das zentrale gestalterische Element, wobei das satte Grün des Rasens einen wirkungsvollen optischen Kontrast zu den blühenden Pflanzen darstellt; zusätzlich dient die freie Fläche als beliebter Spiel- und Erholungsbereich. Damit der Rasen seine Funktion dauerhaft erfüllen kann, sind bereits bei der Neuanlage einige wichtige Punkte zu beachten; eine sorgfältige Planung wirkt sich später positiv auf die Rasenqualität aus, denn das Anlegen des Rasens ist ein Arbeitsschritt mit Langzeitwirkung.

Obwohl Rasenpflanzen keine sehr hohen Anforderungen an den Untergrund stellen, muss der Boden frei von Fremdstoffen aus der Bautätigkeit sein (z. B. Ziegel- und Glasreste, Isoliermaterial, Betonbrocken, Werkzeugteile, Plastik- und Papiermüll); Bauherren sollten deshalb besonders bei den letzten Maßnahmen im Zuge eines Neubaus die Bodenarbeiten überwachen, denn Unebenheiten werden oftmals mit Bauschutt oder anderen ungeeigneten Materialien ausgeglichen bzw. verfüllt und nur oberflächlich mit Erde überdeckt.

Keinen Einfluss dagegen haben Gartenbesitzer auf die folgenden Standortfaktoren, die ebenfalls sehr wichtig für das Rasenwachstum sind:

  • Hangneigung
  • Exposition
  • Licht-/Schattenverhältnisse
  • Staunässe

Neben diesen geografischen Verhältnissen und der geplanten Nutzung (Sport-/Spielrasen, Gebrauchsrasen, Zierrasen) spielt die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle für die Auswahl des richtigen Saatgutes. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten (u. a. Straußgras, Rotschwingel, Riedgras, Weidelgras, Rispengras), die sich hinsichtlich Trittfestigkeit, Regeneration, Färbung und Wuchs unterscheiden; daneben werden spezielle Samenmischungen für Schatten-, Trocken- oder Schotterrasen angeboten. Um sich für die richtige Saatmischung entscheiden zu können, sind zunächst jedoch Kenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften des vorhandenen Bodens notwendig.

Leicht, mittel oder schwer – die Bodenbeschaffenheit

Der natürlich vorhandene Boden entsteht als Verwitterungsprodukt aus den anstehenden Gesteinen im Untergrund. Das Ausgangsgestein bestimmt mit seinen festen Mineralbestandteilen die Korngrößenverteilung im Boden und damit auch die Bodenart sowie den Bodenchemismus; dadurch reagieren Böden über Granitgestein zumeist leicht sauer, während Kalksteinböden im basischen (alkalischen) Bereich liegen. Anordnung und Größe der Bodenpartikel sind verantwortlich für die physikalischen Bodeneigenschaften wie Verdichtungsgrad, Speicherfähigkeit und Luftgehalt.

Sandboden

Mit einer Körnung von 0,06-2 mm stellt Sand das größte Bodenteilchen dar; aufgrund der Grobkörnigkeit bilden sich im Bodenaufbau größere Hohlräume, die viel Wasser aufnehmen können und die Wurzeln ausreichend mit Luft versorgen. Staunässe ist bei sandigen Böden nicht zu befürchten, da das Bodenwasser schnell in den Untergrund abgeleitet wird. Die gute Versickerungsfähigkeit bewirkt jedoch auch eine erhöhte Auswaschung von Nährstoffen und die Gefahr der Austrocknung mit nachfolgender Erosion. Aufgrund der geringen Dichte werden Böden mit einem hohen Sandanteil als „leichte“ Böden bezeichnet.

Die Vor- und Nachteile eines Sandbodens zeigt die folgende Aufstellung:

  • Leichte Bearbeitung
  • Keine Probleme mit Staunässe
  • Gute Luftversorgung der Pflanzen
  • Niedrige Speicherfähigkeit von Wasser
  • Nährstoffarm
  • Erhöhter Aufwand bei Düngung und Wässerung

Schluffboden

Die Bodenkomponente Schluff (Silt) weist eine Korngröße von 0,002-0,06 mm auf, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Luft und Wasser im Boden entsteht. In dem Porenraum ist einerseits ausreichend Wasser für die Pflanzen verfügbar, während gleichzeitig das überflüssige Bodenwasser zügig ablaufen kann. Die Bodenstruktur ermöglicht zudem eine hohe Speicherfähigkeit für Nährstoffe und schafft gute Lebensbedingungen für Mikroorganismen.

Ein schluffiger Boden stellt eine optimale Grundlage zur Aussaat der meisten Pflanzen dar, weshalb diese Bodenart auch als „normal“ oder „mittel“ bezeichnet wird. Bei einem extrem hohen Schluffanteil im Boden kann die Zugabe von Sand eine deutliche Verbesserung bei der Nährstoffversorgung bewirken.

Die Eigenschaften von Schluffböden sind stichpunktartig nachfolgend aufgeführt:

  • Gute mechanische Eigenschaften
  • Ausgewogene Bodenstruktur
  • Ausreichender Luftgehalt
  • Hohe Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen
  • Große Anzahl an Mikroorganismen
  • Sehr gute Eignung für die meisten Pflanzen
  • Evtl. Zugabe von Sand notwendig

Tonboden

Mit einer Korngröße unter 0,002 mm sind Tonteilchen die kleinsten festen Bestandteile im Boden. Die feinen Poren können sehr viel Wasser aufnehmen und speichern, bei einem Wasserüberschuss neigen Tonböden jedoch schnell zu Staunässe und Versauerung; dies zeigt sich im Bewuchs durch das Auftreten von Moosen und Sauergräsern wie Seggen und Binsen.

Tonhaltige Böden weisen eine schlechte Durchlüftung auf, was zu Luftmangel an den Pflanzenwurzeln führen kann. Aufgrund der hohen Verdichtbarkeit werden stark ton- und lehmhaltige Böden zu den „schweren“ Bodentypen gezählt. Diese Bodenarten speichern die Feuchtigkeit sehr lange, weshalb im Frühjahr die kalten Bodentemperaturen des Winters über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben; dementsprechend verzögert sich auch der Beginn des Pflanzenwachstums.

Nach der Abtrocknung bilden Lehm- und Tonböden eine sehr harte, rissige Struktur aus, wodurch die Bearbeitung erschwert wird. Bei den meisten „schweren“ Böden ist eine Zugabe von Sand und organischem Material (Humus, Kompost, Rindenmulch) notwendig.

Die wichtigsten Eigenschaften von stark lehm- bzw. tonhaltigen Bodentypen sind in der folgenden Zusammenstellung aufgeführt:

  • Hohe Verdichtbarkeit
  • Großes Speichervermögen von Wasser und Nährstoffen
  • Probleme mit Staunässe
  • Erschwerte Bearbeitung
  • Schlechte Durchlüftung
  • Gefahr der Versauerung
  • Starke Moosbildung

Jede Korngröße besitzt spezifische Eigenschaften, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind. Der ideale Gartenboden weist demnach eine nährstoffreiche, krümelige Struktur mit guter Belüftung und ausreichendem Speichervermögen für Wasser auf. Dies wird erreicht durch eine ausgewogene Mischung aus Sand, Schluff, Humus und Kompost, wobei der organische und der mineralische Anteil ungefähr gleich groß sein sollte. Um die genaue Zusammensetzung des vorhandenen Gartenbodens festzustellen, ist eine Bodenanalyse mit Korngrößenverteilung zu empfehlen; diese Untersuchungen zur Bestimmung der Bodenart werden von Landwirtschaftsämtern, Prüfinstituten oder Privatfirmen angeboten.

Eine erste grobe Einschätzung ergibt das Zerreiben einer Bodenprobe zwischen den Fingern. Fühlt sich dabei die Erde glatt und schmierig an, ist ein hoher Schluff- und Tonanteil vorhanden; bei einem erhöhten Sandgehalt dagegen sind die rauen Körner deutlich zu spüren. Wenn sich die angefeuchtete Erde gut zu einer dünnen Wurst ausrollen lässt, deutet dies auf einen höheren Lehmanteil hin.

Das Pflanzenwachstum – auch die Chemie muss stimmen

Die entscheidenden Faktoren für ein gutes Pflanzen- und Wurzelwachstum sind Belüftung, Wasser und Nährstoffe sowie Spurenelemente, die dem Boden z. B. durch Dünger oder Kompost zugeführt werden können. Als Hauptnährstoffe werden Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Calcium (Ca) bezeichnet, zu den Spurenelementen gehören u. a. Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Magnesium, Schwefel und Chlorid; das optimale Mengenverhältnis von N:P:K liegt ungefähr bei 3:1:2,5.

Die Pflanzen benötigen diese Stoffe für verschiedene Zwecke, die Wirkungen der einzelnen Elemente zeigt die folgende Aufstellung:

  • Stickstoff: Wachstum, Grünfärbung
  • Phosphor: Wurzelwachstum
  • Kalium: Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen (z. B. Frost)
  • Calcium: Bodenlockerung, Aktivierung des Bodenlebens
  • Spurenelemente: Pflanzenernährung

Damit die Nährstoffe mobil sind und von den Pflanzen aufgenommen werden können, ist ein leicht saures Milieu mit einem pH-Wert von 6-7 erforderlich; bei basischen Bodenverhältnissen (pH-Wert 7-10) werden besonders die Spurenelemente im Boden gebunden, wodurch es zu Mangelerscheinungen kommt. Die Ermittlung des pH-Wertes erfolgt am einfachsten mittels Indikatorpapier, das in Apotheken oder im Fachhandel erhältlich ist.

Die Bodenprobe wird mit destilliertem Wasser vermischt und der Indikatorstreifen eingetaucht; nach rund 1-2 Minuten verfärbt sich das Indikatorpapier entsprechend dem vorhandenen Bodenmilieu, sodass der pH-Wert durch den Vergleich mit einer Farbskala bestimmt werden kann. Für Sandböden ist ein pH-Wert von 5,5-6,0 ideal, während Lehm- und Tonböden einen pH-Bereich von 6,5-7,0 aufweisen sollten.

Der pH-Wert des Bodens kann durch das Ausbringen von Kalk bzw. Phosphor beeinflusst werden; Calcium verschiebt den pH-Wert nach oben in den alkalischen Bereich, die Zugabe von Phosphor führt zu einem Absinken des pH-Wertes.

Kleiner Aufwand mit großer Wirkung – die Bodenverbesserung

Bei vielen Grundstücken erscheint die Neuanlage einer Rasenfläche aufgrund der herrschenden Bodenverhältnisse sehr schwierig, sodass ein Bodenaustausch oder die Überdeckung mit spezieller Rasenerde erwogen wird. Vor der Durchführung dieser kostenintensiven Arbeiten sollten jedoch zunächst andere Maßnahmen versucht werden, um mit geringerem Aufwand eine Verbesserung zu erzielen.

Die verschiedenen Vorgehensweisen bei einer Bodenverbesserung sind in der nachfolgenden Liste kurz dargestellt:

  • Mechanische Auflockerung
  • Einbringen von Sand bzw. Humus
  • Auftragen von Kalk
  • Düngen
  • Aerifizieren
  • Vertikutieren
  • Mulchen

Die physikalischen und chemischen Untersuchungen des Bodens bilden die Grundlage für die weiteren Maßnahmen. Durch mechanische Auflockerung und die Zugabe von Sand wird die Durchlüftung gefördert und die Wasseraufnahmefähigkeit erhöht. Der pH-Wert lässt sich durch Kalken bzw. Düngen mit Phosphor optimal einstellen, sodass z. B. Spurenelemente wie Eisen freigesetzt werden und das Pflanzenwachstum verstärkt fördern können. Bei einer bereits angelegten Rasenfläche stellen Arbeiten wie Mulchen, Aerifizieren oder Vertikutieren keinen großen Mehraufwand dar, denn sie erfolgen bei modernen Rasenmähern gleichzeitig mit dem Rasenschnitt.

Die Wirksamkeit der Verbesserungsmaßnahmen sollte mindestens einmal pro Jahr durch Bodenanalysen untersucht werden, um Fortschritte zu erkennen oder die Vorgehensweise abändern zu können; die beste Bestätigung für eine gelungene Bodenverbesserung liefert jedoch der Rasen selbst – mit einem satten Grün.

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Klee im Rasen

So entfernen Sie Klee im Rasen!

Für einen gesunden und schönen Rasen ist es völlig egal, ob der Klee drei oder vier Blätter hat. Die Ausbreitung von Klee ist ein Zeichen, dass etwas mit dem Zierrasen nicht in Ordnung ist. Wer jetzt nicht richtig und früh genug reagiert, bekommt schnell viel Arbeit mit dem hartnäckigen Unkraut.

Warum Klee im Rasen bekämpft werden sollte

Eine Rasenfläche sollte immer frei von Unkraut sein. Dies sieht nicht nur sehr viel gepflegter aus, es ist auch ein Zeichen für eine gesunde Grasfläche mit starken Wurzeln und ausgewogenem Wachstum. Bildet sich also Unkraut, dann ist dies ein Zeichen, dass dieses Gleichgewicht gestört ist.


Ursachen für Klee im Rasen sind:

  • Der pH-Wert des Bodens ist so hoch, dass Klee die idealen Bedingungen findet.
  • Dem Boden fehlt Dünger. Der Rasen ist geschwächt und Klee kann sich durchsetzen.
  • Der Boden wird zu stark gekalkt.
  • Dem Rasen fehlt Pflege. Unkraut und damit auch Klee kann sich ungestört vermehren.

Wenn der Rasen dauerhaft zu seiner alten Form zurückfinden soll, sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Einige gehören sowieso zur normalen Rasenpflege dazu. Sie helfen also nicht nur dabei, den Klee im Rasen zu beseitigen, sie sorgen auch gleich für die richtige Stärkung und Erneuerung des Hausrasens.

Kleearten im Rasen – die häufigsten Sorten im Hausrasen

Genau wie beim Gras gibt es auch beim Klee verschiedene Sorten und Erscheinungsformen. Diese erfordern dann entsprechend unterschiedliche Maßnahmen. Um also das richtige Mittel gegen Klee im Rasen einzusetzen, lohnt sich ein genauer Blick auf die unerwünschten Rasenbewohner.

1. Weißklee

Hat der Hobbygärtner Glück, dann handelt es sich bei seinem Unkraut um Weißklee, der relativ leicht zu bekämpfen ist. Diese Kleesorte ist einfach zu erkennen und außerdem bekannt für ihre vierblättrigen Exemplare. Weißklee im Rasen blüht mit weißen oder leicht grünen Blütenbällen.

Es ist ein relativ niedrig wachsender Klee, der auch als Bienenweide dient und deswegen eine zusätzliche Unannehmlichkeit schaffen kann. Gerade in der Blütezeit kann der vermehrte Besuch dieser nützlichen Insekten doch zu einem Ärgernis werden, wenn er direkt an der Terrasse oder neben den Spielgeräten der Kinder stattfindet.

2. Rotklee

Rotklee (roter Klee) im Rasen ist weniger leicht zu beseitigen. Diese Pflanzen werden bis zu 80 cm hoch, während ihre Wurzeln zugleich bis zu 2 m tief in den Boden ragen. Rotklee ist neben seinen höheren Stängeln auch an den rötlichen Blüten erkennbar, die nach der Blüte von einem intensiven Pink zu Rostrot wechseln. Rotklee wird auch Wiesenklee genannt. Auf einer Naturwiese ist er ein schöner Anblick, während er im Rasen nicht einmal an den Rändern Fuß fassen sollte.

3. Sauerklee

Sauerklee gehört eigentlich nicht zur gleichen Pflanzenfamilie, sieht dem Weißklee aber so ähnlich, dass die botanische Einordnung für den Gärtner keinen Unterschied macht. Erkennbar ist der Klee an seinen weiß-rosa Blüten. Sauerklee ist sehr hartnäckig und durch seine besonders geringe Wuchshöhe ebenso schwer zu bekämpfen. Der Rasenmäher kann gar nicht so niedrig eingestellt werden, um Sauerklee verlässlich zu kürzen und an der Blüte zu hindern.

4. Hornklee

Ähnlich schwierig ist die Vernichtung von Hornklee. Diese Sorte ist an ihren gelben Blüten zu erkennen. Sie ähnelt am stärksten dem Sauerklee. Dabei beschränkt sich die Übereinstimmung nicht nur auf die Form, sondern auch auf die notwendigen Anstrengungen, um gelben Klee im Rasen zu entfernen.

Klee im Rasen entfernen

Steht einmal fest, um welche Kleesorte es sich handelt, kann die Bekämpfung darauf abgestimmt werden. Rotklee ist dabei eher selten das Problem für den Gärtner. Diese Kleesorte macht sich lieber in Beeten breit. Auf dem Rasen sorgt selbst unregelmäßiges Mähen dafür, dass der Rasenmäher diesem hochwachsenden Exemplar der Kleesorten wenig Gelegenheit zur Ausbreitung lässt.

Klee im Rasen entfernen ohne Chemie gelingt am besten bei Weißklee.

Dank seiner günstigen Wuchshöhe kann Weißklee im Rasen mit einem regelmäßigen und kurzen Rasenschnitt eingedämmt und schließlich geschwächt werden. Eine Behandlung des Rasens mit dem Vertikutierer und Ausharken der Kleeflecken zwingt das Unkraut zumeist auf rein mechanischem Weg zur Aufgabe.

Sauerklee und Hornklee im Rasen entfernen.

Geht es darum, Sauerklee im Rasen entfernen zu müssen, hilft diese mechanische Behandlung nicht. Sauerklee hat eine so niedrige Wuchshöhe, dass er das Rasenmähen in den meisten Fällen ganz unbeschadet übersteht. Eines der wenigen hilfreichen Hausmittel, mit denen sich gelber Klee im Rasen entfernen lässt, ist die Entfernung per Hand. Der Gärtner muss die kleedurchwachsenen Teile seines Rasens ausstechen und dort Gras neu aussäen oder ein Stück Rollrasen verlegen.

Systematisches Vorgehen mit dem passenden Mittel gegen Klee im Rasen

Am effektivsten ist es, ganz systematisch den Klee im Rasen zu beseitigen. Dazu empfiehlt sich eine Kombination aus Chemie, Hausmitteln und Handarbeit.

1. Sofortmaßnahmen

Abhängig davon, wie viel Klee bereits den Rasen durchzieht und um welche Art es sich handelt, sollte der Rasen gründlich vertikutiert und niedrig gemäht werden. Bei zusammenhängenden Flecken lässt sich Klee im Rasen biologisch völlig neutral ausstechen und diese Stelle neu mit Rasensaat auffüllen.

2. Spritzmittel gegen Klee im Rasen

Um den Klee im Rasen wirksam zu vernichten, kann auch Gift gegen Klee im Rasen eingesetzt werden. Es stehen inzwischen eine Reihe sehr wirksamer Kleevernichter zur Verfügung, die auf den Rasen keine negativen Auswirkungen haben, wenn sie gemäß ihrer Anleitung benutzt werden. Gelbe Stellen bilden sich natürlich dort, wo der Klee durch die Behandlung mit dem Spritzmittel eingeht.

3. Die Bedingungen für den Klee verändern

Ist der Klee erfolgreich beseitigt worden, bedeutet dies leider nicht, dass er nicht mehr wiederkommt. Solange die gleichen Bedingungen herrschen, wird er sich nach einer Weile immer erneut ansiedeln. Damit nicht wieder Gift gegen den Klee im Rasen eingesetzt werden muss, sollten die Wachstumsvoraussetzungen für das Unkraut verschlechtert werden.

Klee im Rasen ist ein Zeichen, dass dem Boden Stickstoff als Dünger fehlt. Während Stickstoff also gegen Klee im Rasen hilft, enthält normaler Fertigdünger aber häufig Phosphat – und dies beschleunigt die Verbreitung von Klee. Aus diesem Grund bietet sich die Einarbeitung von Hornmehl in den Rasen an. Hornmehl wirkt deswegen so gut gegen Klee im Rasen, weil es ausschließlich Stickstoff zuführt. Noch dazu ist es ein rein biologisches Erzeugnis.

Pflege und Dünger bringen den Rasen frei von Klee ins Gleichgewicht

Regelmäßiges Mähen, jährliches Vertikutieren und ausgewogener Dünger reichen fast immer aus, Klee vom Rasen fernzuhalten. Konnte sich der zweifelhafte Glücksbringer doch ansiedeln, sollte Klee sofort mit der Hand entfernt werden, um seine Ausbreitung zu vermeiden. Wenn dies nicht mehr möglich ist, weil die Kleesorte einfach zu widerstandsfähig ist, dann helfen spezielle Spritzmittel gegen Klee, die das Unkraut im Rasen gründlich entfernen.

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Rasen vertikutieren

So vertikutieren Sie Ihren Rasen!

Ein schöner Rasen soll einem Teppich gleichen. Allerdings ist damit kein Filzteppich gemeint, durch den nichts mehr durchsickern oder wachsen kann. Genau das wird aber aus einem Hausrasen im Laufe der Zeit – Rasenfilz. Mit der richtigen Pflege kann diese Verfilzung aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Moos und Wurzeln aufgelöst und besser noch von Anfang an verhindert werden. Rasen vertikutieren zur richtigen Jahreszeit und mit dem richtigen Gartengerät gehört also zur normalen Gartenpflege dazu.

Was ist Vertikutieren?

Der Vorgang und das Wort selbst stammen aus dem Englischen. Unsere Inselnachbarn sind für ihre Gartenbegeisterung und ihre wunderschönen Rasenflächen bekannt. Es wundert also nicht, dass sie sich bei der Pflege ganz besondere Maßnahmen einfallen lassen. Der Begriff selbst erklärt bereits sehr gut, worum es beim Vertikutieren geht:

  • Vertical = senkrecht
  • Cut = Schnitt

Beim Vertikutieren werden also gleichmäßige Schnitte von maximal 1 cm Tiefe in den Rasenfilz gezogen. Zerkleinerte Wurzeln, verfilzte Reste vom Rasenmähen und Moos kommen bei diesem Vorgang zwischen den Halmen hoch und können entfernt werden. Der Rasen hat wieder Luft zum Atmen und Raum zum Wachsen. Es ist leichter und günstiger, ihn zu wässern und zu düngen. Natürlich sieht er nach einer kurzen Erholungsphase auch deutlich besser aus.

Frühjahr - der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren​

Es ist üblich und sinnvoll, den Rasen im Frühjahr zu vertikutieren. Dies wirkt für die Pflanzen wie eine zusätzliche Starthilfe, um mit dem Beginn der neuen Wachstumsphase die besten Voraussetzungen vorzufinden.

Rasen vertikutieren im Februar​

Auch wenn das Frühjahr zum Rasen vertikutieren die beste Jahreszeit ist, so sollte damit nicht zu früh begonnen werden. Im Februar ist die Temperatur in vielen Regionen noch sehr niedrig. Nachtfröste kommen häufig vor, manchmal auch Schneefall. Der Rasen erwacht also noch gar nicht aus seiner Winterruhe. Jetzt die Wurzeln zu verletzten schadet nur.

​Rasen vertikutieren im März

Wer es gar nicht abwarten kann, der wählt den März für diese Art der Gartenpflege. Die Rasenreinigung mit dem Vertikutierer sollte allerdings davon abhängig gemacht werden, dass sich die Temperaturen bereits auf Frühling eingestellt haben. Ist der März also schon mild, kann zum Vertikutierer gegriffen werden. Allerdings besteht immer das Risiko eines Wintereinbruchs und dies wird dem Hausrasen nicht guttun. Es ist also Vorsicht und etwas Geduld angesagt.

​Und in den späteren Jahreszeiten?

Wenn der Zeitpunkt im Frühjahr nicht genutzt werden kann, ist es durchaus auch möglich, zu einem späteren Termin die Arbeit auszuführen. Allerdings sollte beim Rasen vertikutieren im Sommer darauf geachtet werden, dass nicht gerade eine Hitzewelle die Pflanzen fordert. Möglich ist aber, den Rasen im Juni zu vertikutieren, wenn die Temperaturen noch nicht so weit nach oben klettern.

​Später im Jahr kommt noch einmal der Herbst infrage. Dabei empfiehlt es sich, den Rasen spätestens im Oktober zu vertikutieren. Besser ist für diese Rasenpflege der September, damit der Rasen noch ausreichend Zeit hat, sich bis zum Winter zu erholen. Dann sind auch die Chancen größer, dass der Rasen trocken ist. Nassen Rasen vertikutieren kann dazu führen, dass die Grasnarbe abgehoben wird.

​Rasen vertikutieren im Winter ist sinnlos und außerdem schadet es dem Rasen. Das Gras ist in der Wachstumspause und kann sich von den Schnitten nicht erholen. Vertikutieren im Winter bei Bodenfrost steigert die Aussichten, im Frühjahr den rettungslos geschädigten Rasen abtragen und neu anlegen zu müssen.

Die richtige Vorgehensweise

Am besten erfolgt diese Art der Rasenreinigung in einer bestimmten Reihenfolge, bei der am Ende ein schöner gesunder Rasen entsteht:

​1. Rasen mähen

​Bevor überhaupt mit dem Vertikutieren begonnen wird, wird das neue Wachstum im Frühjahr genutzt, mindestens einmal den Rasen zu mähen. Erst den Rasen mähen – und zwar kurz - und dann vertikutieren schafft eine gewisse Ordnung auf dem Rasen und nimmt die oberen Teile der vom Winter geschädigten Halme mit. Der Rasen nutzt dann die nächsten Tage zur Regeneration und die Wachstumsphase startet.

​2. Rasen düngen

​Ähnlich wie beim Mähen gilt auch für die Frage nach dem Düngen vor oder nach dem Vertikutieren, dass der Hobby-Gärtner zuerst den Rasen düngen und dann vertikutieren sollte. Die Gabe von Dünger stärkt die Pflanzen und sie können nach dem Vertikutieren besonders gut wachsen. Rund zwei Wochen Warten nach dem Düngen gibt dem Rasen genug Zeit, Kraft und Nährstoffe für die nun folgende starke Wachstumsphase zu sammeln.

​3. Rasen vertikutiert und dann? Die abschließende Pflege für den Rasen

​Nach dem Vertikutieren kann – muss aber nicht – noch sehr viel mehr für einen gesunden Rasen getan werden.

  • Wenn sehr viel Filz ausgeharkt wurde, muss man den Rasen nachsäen nach dem Vertikutieren. So werden die kahlen Stellen schnell wieder geschlossen.
  • Zusätzlich zum Vertikutieren wird der Rasen in einem nächsten Arbeitsschritt belüftet. Bis zu 200 Löcher werden dazu pro Quadratmeter in die Rasenfläche gestochen. Dieses Aerifizieren lockert die Rasenfläche und schafft einen besseren Austausch von Luft, Nährstoffen und Wasser.
  • Bei schwerem Boden macht es außerdem Sinn, in einem letzten Arbeitsschritt den Rasen zu sanden nach dem Vertikutieren. Dies lockert den Boden auf und die Wurzeln können sich leichter ausdehnen. Außerdem wirkt Sand immer wie eine Drainage und verhindert, dass Wasser an der Oberfläche stehen bleibt.

Es kommt also gar nicht auf die Frage an, ob man Rasen vertikutieren oder lüften soll, sondern nur auf die richtige Reihenfolge.

Die richtigen Gartengeräte zum Vertikutieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Rasen zu vertikutieren. Sie unterscheiden sich nach Aufwand, Kosten und auch der Größe der zu bearbeitenden Fläche.

​Rasen vertikutieren von Hand

​Bei genug Kraft und einer wirklich nur sehr kleinen Rasenfläche ist auch ein Handvertikutierer vertretbar. Selbst mit einer Harke ist die Arbeit zu schaffen, wird aber mühsam. Es ist außerdem nicht immer einfach, die richtige Tiefe zu beachten.

​Elektrische Vertikutierer für den Rasen

Ist die Rasenfläche größer als wenige Quadratmeter und soll die Arbeit nicht zu einem schweißtreibenden Kraftakt werden, so macht die Anschaffung eines elektrischen Vertikutierers wirklich Sinn. Benzingetriebene Vertikutierer eignen sich dann für besonders große Rasenflächen. ​Diese Gartengeräte ermöglichen die präzise Einstellung der Schnitttiefe und sammeln einen Teil der verfilzten zerkleinerten Gras- und Moosreste gleich mit ab. Das ist einfach und es garantiert auch die richtige Ausführung. Ein Test und Vergleich der Preise und Kosten für Geräte zum Vertikutieren hilft bei der Auswahl und führt zu günstigen Angeboten mit der passenden Ausstattung.

​Und zum Schluss – muss man Rasen überhaupt vertikutieren?

​Neuer Rasen muss nicht vertikutiert werden, denn er ist sicherlich noch nicht verfilzt. Auch muss Rasen nicht jedes Jahr vertikutiert werden, wenn er den prüfenden Blicken des kritischen Gärtners standhält und keine Verfilzungen aufweist.

​Es ist aber schwer, schönen Rasen ohne Vertikutieren auf Dauer zu bewahren. Wenn also keine Blumenwiese im Stil eines Naturgartens das Ziel der Gartengestaltung ist, dann dankt der Zierrasen eine jährliche Reinigung mit Lüften und Vertikutieren durch starke gesunde Halme, die gut über heiße Sommer und kalte Winter kommen.

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Rasen lüften

So lüften Sie Ihren Rasen!

Hausrasen muss einiges aushalten. Nur selten findet sich heute noch ein Schild „Betreten verboten“ auf einem makellosen Zierrasen. Grasflächen sind Verschönerung und zugleich Nutzfläche für die Familie. Selbst wenn also die regelmäßige Pflege mit Rasenmähen, Wässern und Vertikutieren selbstverständlich ist, lohnt es sich, den Rasen zu belüften.

Vorteile der Belüftung​

​Beim sogenannten Aerifizieren geht es nicht alle darum, dem Rasen ein Belüftungssystem durch senkrechte Löcher zu verschaffen. Die Vorteile beim Rasen entlüften reichen sehr viel weiter.

  • Verdichtete Stellen in der Rasenfläche entstehen durch die Nutzung als Trampelpfad oder durch Unkraut und Moos. Lüften wird den Rasen auflockern und sorgt dafür, dass Wasser wieder in die tieferen Schichten einsickern kann.
  • Schwere Böden verdichten schneller und sind ohnehin weniger durchlässig für Wasser. Das Belüften des Rasens verhindert Staunässe.
  • In verdichtetem Boden haben es die Wurzeln des Rasens deutlich schwerer, sich auszubreiten und einen gesunden dichten Rasenteppich zu produzieren.

Diese Löcher im Rasen, die beim Aerifizieren entstehen, sind also sehr viel mehr als nur Luftlöcher.

​Die richtigen Geräte zur Rasenbelüftung

Von traditionell über modern bis kreativ stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die Lüftung des Rasens durchzuführen. Bei einigen sind Muskelkraft und handwerkliches Geschick erforderlich, dafür sind sie besonders günstig. Andere erleichtern die Arbeit und können bei geschicktem Preisvergleich gut im Budget für den Garten untergebracht werden.

​1. Rasen aerifizieren mit Geräten

Rasen Aerifizierer sind spezielle Gartengeräte, bei denen auf einer Walze zumeist sternförmige angeordnete Röhren in den Boden stechen und einen schmalen Erdpfropfen ausstechen. Die Geräte für den heimischen Bedarf unterscheiden sich in Größe, Ausführung und Preis natürlich von denen für den Profibereich. Sie liegen ungefähr gleichauf mit einem Rasenvertikutierer und können mit Benzin oder Strom betrieben werden.

​2. Handgeräte für die Lüftung des Rasens

Hat der Hobby-Gärtner eine besondere Vorliebe für Geräte, die mit Muskelkraft betrieben werden, oder bei kleinen Rasenflächen, kommen auch Handgeräte zum Einsatz. Das Aerifizieren des Rasens von Hand wird mit einer Aerifiziergabel oder einem Hand-Aerifizierer durchgeführt. Die Gabel verfügt über einen handlichen Griff und mehrere Ausstechröhren. Gute Modelle bieten einen eingebauten Kasten, in dem die Erdpfropfen automatisch gesammelt werden.

​3. Nagelschuhe und Nagelbrett

Im Angebot für einen vorsichtigen Test gibt es außerdem Nagelschuhe. Diese Schuhe werden zum Rasen lüften wie eine zusätzliche Sohle unter die Arbeitsschuhe geschnallt. In gleichmäßigen engen Schritten stapft der Gärtner über die Rasenfläche und hinterlässt bei jedem Schritt pro Sohle ungefähr 10 Löcher.

​Einen ähnlichen Effekt erzielt man mit einem selbst gemachten Nagelbrett, in das dicke Nägel aus dem Baumarkt gehämmert werden. An den Seiten des Bretts werden Seile mit Griffen oder Schlaufen befestigt. So kann die selbst gemachte Hilfe zum Belüften des Rasens Abschnitt für Abschnitt auf den Rasen gelegt, kurz eingetreten und dann auf den nächsten Teilbereich gehoben werden.

​Ein erster Versuch mit dem Aerifizieren oder eine kleine Rasenfläche kann sicherlich noch mit den einfachen Werkzeugen wie Nagelschuhen oder sogar einer Mistgabel durchgeführt werden – auf Dauer und bei größeren Flächen ist davon aber abzuraten. Außerdem stechen diese Hilfsmittel nur Löcher in den Rasen und heben keine Pfropfen aus, wie das bei den hochwertigen Geräten zum Rasenlüften zusätzlich geschieht.

​Rasen lüften – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Entlüftung des Rasens ist eine zusätzliche Pflegemaßnahme, die am besten direkt nach dem Vertikutieren erfolgt. Als Faustregel gilt:​

  • Zweimal im Jahr zusammen mit dem Vertikutieren bei normal belasteten Flächen
  • Einmal alle zwei oder drei Jahre, wenn die Flächen wenig verfilzt und verdichtet sind,
  • Nach Bedarf bei stark belasteten Flächen, schweren tonhaltigen Böden und lange vernachlässigten Rasenflächen.

Rasen lüften mit dem Rasenmäher und einem speziellen Vertikutiermesser ersetzt das richtige Aerifizieren dabei nicht. Beim Vertikutieren wird deutlich flacher in die Oberfläche geschnitten.

​So wie das Vertikutieren nur ein Teil der gesamten Rasenpflege ist, so gilt dies auch für das Entlüften. Es kann sehr günstig als Vorbereitung für die Bodenverbesserung genutzt werden und hilft bei einem Bodenaustausch und Sanden. Das komplette Pflegeprogramm mit Düngen, Wässern und Rasenschnitt ist bei geschickter Planung sogar zeitsparend durchführbar. Der Rasen dankt es mit Widerstandskraft, Wachstum und einer schönen Optik.

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Engerlinge im Rasen

Was tun bei Engerlingen im Rasen!

Engerlinge können im Rasen große Schäden anrichten. Es handelt sich dabei um die Larven verschiedener Käferarten, zu denen in erster Linie der Gartenlaubkäfer sowie der Mai- und der Junikäfer gehören. Sie legen ihre Eier in der Erde ab, die daraus schlüpfenden Larven entwickeln sich im Boden bis zur Puppe und fressen unterirdisch.

Wie kann ich Engerlinge im Rasen erkennen?

​Die Larven erreichen eine Länge von bis zu sechs Zentimetern und sind relativ dick. Sie haben einen hellen, gräulichen, bräunlichen oder gelblichen Körper, Kopf und Beine sind jedoch dunkler und entweder braun, orangefarben oder auch tiefschwarz.

Wie lange bleiben die Larven im Boden?

​Im Frühling und Frühsommer schwärmen die erwachsenen Käfer zu Bäumen und Sträuchern aus, um zu fressen. Nach einigen Wochen verkriechen sich dann die weiblichen Käfer im Boden, wo sie ihre Eier ablegen. Bis die Engerlinge schlüpfen, vergehen etwa drei bis fünf Wochen. Die Verweildauer in der Erde ist je nach Art unterschiedlich lang.

  • Engerlinge des Gartenlaubkäfers leben etwa ein Jahr im Rasen.
  • Junikäfer Engerlinge durchlaufen im Rasen einen etwa zweijährigen Entwicklungszyklus.
  • Maikäfer Engerlinge verbleiben sogar bis zu drei Jahre im Rasen.
  • In dieser Zeit vertilgen die Engerlinge eine enorme Menge an Wurzelmasse.

Welche Schäden verursachen die Engerlinge im Rasen?

​Engerlinge leben während ihrer Vegetationsperiode in einer Bodentiefe von rund 5,0 bis 10,0 Zentimetern. Sie ernähren sich vorwiegend von den Rasenwurzeln. Die dadurch verursachten Schäden sind mit dem Auge relativ leicht zu erkennen:

  • Die Grasnarbe wird in einigen Bereichen auffallend braun.
  • Zum Teil lässt sich der Rasen an diesen Stellen sogar wie ein Teppich aufrollen.
  • Vögel lassen sich während ihrer Futtersuche auf den befallenen Stellen nieder.

Wichtig: Entdeckt werden Engerlinge meist nur ganz zufällig beim Umgraben des Rasens, da sie sich grundsätzlich unterirdisch aufhalten. Ein Warnzeichen kann jedoch das Vorhandensein besonders zahlreicher Mai- und Junikäfer sein, die sich zwecks Eierablage auf dem Rasen aufhalten.

Den Larven und Käfern vor der Ausbreitung vorbeugen

​Damit sich die Larven und Käfer gar nicht erst im Garten beziehungsweise im Rasen ausbreiten, können verschiedene Maßnahmen als Vorbeugung angewandt werden.

​Die nächtliche Gartenbeleuchtung ausschalten

Die ausgewachsenen Käfer werden von eventuellen Lichtquellen im Dunkeln magisch angezogen und somit zur Eiablage in der unmittelbaren Umgebung angeregt. Ist ein Ausschalten der Beleuchtung nicht möglich, weil es sich beispielsweise um angrenzende öffentliche Straßenlaternen handelt, bietet sich das Auslegen von Insektenschutznetzen an. Dies ist nur in der Flugzeit zwischen Mai und Juni erforderlich, und auch nur dann, wenn sich im Garten ungewöhnlich viele Käfer befinden. Da die Käfer außerdem dämmerungsaktiv sind, dürfen die Schutznetze tagsüber abgenommen werden.

​Den Rasen regelmäßig vertikutieren und harken

Regelmäßiges Vertikutieren lockert den Boden auf, so dass er für Engerlinge weniger anziehend wirkt. Auch das Harken von Laub ist hilfreich.

​Alternative Prävention mit Hilfsmitteln

​Wer seinen Rasen nicht in Schutznetze hüllen möchte, kann auf folgende Hilfsmittel zurückgreifen:

  • Engmaschige Drahteinlagen
  • Wurzelschutzgitter
  • Tief gehende Rasenkantensteine

Diese Hilfsmittel stellen Hindernisse dar, die für Engerlinge kaum zu überwinden sind. Der Befall wird auf diese Weise zwar nicht vollständig verhindert, aber doch zumindest stark eingegrenzt.

Wirksame Möglichkeiten und Mittel gegen Engerlinge im Rasen

Die Larven entfernen​

Wurde bereits ein Befall mit Engerlingen festgestellt, müssen die Larven entfernt werden. Dies funktioniert durch ein Umgraben des Rasens und das anschließende Einsammeln der Engerlinge.

​Tipp zum einfacheren Entfernen

Es empfiehlt sich, den Rasen vor dem Umgraben und Einsammeln der Larven zunächst einmal zu schwemmen. Die Engerlinge werden so an die Oberfläche gezwungen, was die Arbeit deutlich erleichtert und ein Umgraben eventuell erspart.

​Nützlinge willkommen heißen

​Für Igel, Marder, Mäuse, Maulwürfe und Vögel sind die Larven eine köstliche Delikatesse. Wer diesen Nützlingen im Garten eine Lebensgrundlage bietet und sie nicht vertreibt, wird sich über wertvolle Helfer im Kampf gegen Engerlinge freuen dürfen.

​Nematoden gegen Engerlinge im Rasen

​Nematoden sind Fadenwürmer, die im Handel speziell für solche Zwecke angeboten und im gewünschten Bereich ausgebracht werden. Sie befallen die Larven sofort und sehr effektiv und vernichten sie direkt unterhalb der Oberfläche. Für Menschen und auch für andere Tiere sind sie jedoch vollkommen ungefährlich.

​Pflanzen als Abwehr setzen

​Rittersporn und Geranie sind für Engerlinge giftig. Falls möglich, sollten sie in die Nähe der befallenen Stellen gesetzt werden.

​Eine natürliche Falle bauen

​1) Große Übertöpfe oder Wassereimer mit Kompost oder Pferdemist füllen

2) Dabei eine Handbreite Abstand zwischen Rand und Inhalt einhalten

3) Die Behälter in etwa 50 Zentimeter Tiefe eingraben

4) Anschließend mit Erde aufschütten und die Stellen markieren

5) Die besten Monate für das Einsetzen sind Mai und Juni.

Engerlinge im Rasen chemisch bekämpfen

​Helfen alle genannten Mittel nicht, dürfen bei starkem Befall chemische Mittel eingesetzt werden. Trotzdem ist natürlichen oder organischen Alternativen immer der Vorzug zu geben. Nach Möglichkeit sollte auf das Töten der Engerlinge verzichtet werden, da sie in unserer Natur durchaus einen gewissen Zweck erfüllen.

​Auch Engerlinge haben einen Nutzen!

  • Sie sorgen dafür, dass sich Kompost schneller zersetzt.
  • Sie dienen im Garten generell als Resteverwerter und Reiniger.
  • Sie lieben krautige Pflanzen wie Löwenzahn und sind darum wertvolle Helfer im Kampf gegen Unkraut.Nach oben

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Pilze im Rasen

Was tun bei Pilzen im Rasen!

Pilze im Rasen sind nicht nur ein optisches Problem für den Betrachter. Sie zeugen davon, dass es dem Rasen nicht gut geht. Manchmal treten sie vereinzelt auf, doch oft beeinträchtigen ganze Gruppen von ihnen das Gesamterscheinungsbild der Grünfläche. Da die Gefahr besteht, dass sich die Pilze im Rasen ausbreiten, sollten sie schnellstmöglich beseitigt werden.

Rasenpilze für den Menschen ungenießbar

Giftig sind die auf dem Rasen wachsenden Pilze für den Menschen zwar nicht, doch sie zählen zu den ungenießbaren Arten, die oft einen üblen Geruch absondern. Ab und an findet sich im Garten in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern der Bovist, von dem sich manch eine Art durchaus verzehren lässt, ein echter Rasenpilz ist er aber nicht.

Wenngleich Haustiere um Pilze im Rasen meist einen Bogen machen, besteht die Gefahr, dass sie sie verzehren. Das kann für Hunde und Katzen schlimme Folgen haben, denn ihr Organismus reagiert auf bestimmte Stoffe empfindlicher als der des Menschen. Auch Kleinkinder dürfen Rasenpilze nicht essen.

Ursache für Pilze im Rasen herausfinden​

Wie bereits angedeutet wurde, gibt es diverse Arten von Pilzen. Das gilt auch für diejenigen, die auf dem Rasen gedeihen. Ihr Auftreten ist bestimmten Ursachen zuzuordnen. Will man sie ein für allemal loswerden, muss man diese ermitteln und ausschalten.

​Staunässe ist Ausgangsbasis für Pilze im Rasen

Häufig ist Staunässe eine Ursache für Rasenpilze. Sie entsteht, wenn das Regen- und Schmelzwasser nicht richtig abfließen kann. Entweder sind die Gräser verfilzt oder der Untergrund ist verdichtet.

Schwere Böden aufwerten

Ist der Boden besonders schwer, kann er durch unterschiedliche Maßnahmen aufgewertet werden. Dadurch wird ein besserer Abfluss des Wassers gewährleistet, somit lassen sich auch die Pilze im Rasen dauerhaft beseitigen. Dies gilt insbesondere für einzeln auftretende, braune und weiße Pilze. Die Dichte des Bodens lässt sich verringern durch

  • das Einharken von Kies
  • das Einarbeiten von Sand
  • beziehungsweise das Aufbringen von reifem Kompost auf den Rasen im Frühjahr.

Rasenfilz entfernen

​Außerdem sollte der Rasen im Frühjahr jährlich vertikutiert werden, damit abgestorbene Gräser und Wurzeln entfernt werden. Auch diese Maßnahme trägt dazu bei, dass der Rasen nach dem Regen schneller abtrocknet. Die unbeliebten Pilze finden keinen geeigneten Nährboden, auf dem sie wachsen würden. Während der Wachstumsperiode werden gelegentlich mit der Grabegabel Löcher in den Rasen gestoßen, damit die ganzjährige gleichmäßige Durchlüftung gegeben ist.

Bodenproben nehmen

Auch ein zu saurer Boden kann die Ursache für Pilze im Rasen sein. Um den pH-Wert bestimmen zu können, müssen an mehreren Stellen des Rasens Bodenproben genommen werden. Entweder führt der Hobbygärtner den pH-Test mit handelsüblichen Teststreifen selbst durch oder er schickt die Bodenproben in ein Labor. Bei einem pH-Wert weit unter 7 kann Kalk aufgestreut werden, das hebt den pH-Wert an. Das Kalken zählt zu den effektivsten Maßnahmen, um die Rasenpilze innerhalb kurzer Zeit loszuwerden.

Ausreichend Nährstoffe zuführen​

Einige Pilze sind Anzeichen für einen Nährstoffmangel im Boden. Insbesondere die sogenannten Hexenringe, bei denen es sich um kreisförmig angeordnete Rasenpilze handelt, zeugen von fehlenden Mineralien und Spurenelementen. Diese Pilze lassen sich in mehreren Schritten biologisch bekämpfen:

  • Sie werden gründlich ausgestochen, damit ihre Sporen beim Mähen nicht weiter auf dem Rasen verteilt werden.
  • Anschließend wird der Boden durchlüftet.
  • Dann wird ein Langzeitdünger aufgebracht, der die Nährstoffdefizite ausgleicht. Dabei kann es sich um reifen Kompost handeln. Am besten erfolgt dies kurz vor einem Regenschauer, damit die Nährstoffe direkt in den Boden gespült werden.

Wer keinen Kompost zur Verfügung hat, wählt einen organischen Dünger aus dem Gartenfachhandel. Alternativ kann zu einem anorganischen Dünger gegriffen werden. Er sollte Stickstoff, Kalium und Phosphor enthalten.

Fungizide mit Bedacht einsetzen

​Fungizide versprechen eine schnelle Abhilfe bei Pilzen im Rasen. Tatsächlich verschwinden die Rasenpilze innerhalb kürzester Zeit, wenn diese Chemikalien zum Einsatz kamen. Bedenken sollte der Hobbygärtner jedoch, dass es sich bei dieser Maßnahme gegen die Pilze im Rasen lediglich um das Bekämpfen der Symptome handelt. Die Ursachen bleiben erhalten. Deswegen kann niemals mit einem dauerhaften Erfolg gerechnet werden. Zudem tragen Fungizide nicht zur Stärkung der Graspflanzen bei, vielmehr schädigen sie den Boden, da sie auch gute Bodenorganismen zerstören.

​Fazit

Wer Pilze im Rasen vernichten will, sollte die Ursache für ihr Auftreten ergründen. Dann können gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen werden, wobei die biologischen den chemischen vorzuziehen sind. An erster Stelle steht die Durchlüftung des Bodens.Nach oben​

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Rasen walzen

So walzen Sie Ihren Rasen richtig!

Die Rasenwalze ist für Gartenbesitzer kein unbekanntes Gartenwerkzeug. Wird der Rasen neu angelegt, kommt nach der Aussaat oft dieses Hilfsmittel zum Einsatz. So wird die Saat, die schließlich nur auf der Erde liegt, wenigstens etwas festgedrückt. Dies ist aber nicht die einzige Verwendung für eine Rasenwalze. Auch bei schon älterem Zierrasen kann eine Behandlung mit der praktischen Gartenwalze Vorteile haben.

Der Sinn der Walze auf dem Rasen

Rasen ist eine lebendige Fläche. Der Boden ist nur in den seltensten Fällen schon am Anfang sehr glatt. Außerdem muss der Gärtner damit rechnen, dass sich im Laufe der Zeit immer wieder neue Unebenheiten bilden. Ziel der Rasenwalze ist also:

  • Die Rasensaat wird angedrückt und widersteht in der Zeit der Neuanlage Ausschwemmung und Wind.
  • Beim Rasen walzen werden Unebenheiten ausgeglichen. Mulden, in denen Nässe steht, lassen sich so sehr gut einebnen.
  • Bei einem sehr lockeren Boden findet eine kontrollierte Verdichtung statt. Dies macht den Rasen belastbarer.

Abgesehen vom Festwalzen nach der Aussaat hängt es also vom aktuellen Zustand des Rasens ab, ob der Gärtner den Rasen walzen kann oder nicht.

​Wann man den Rasen walzen sollte

Der Zeitpunkt, an dem sich die Rasenwalze günstig auf die Rasenfläche auswirkt, hängt von den konkreten Bedingungen ab.

​1. Walzen nach der Saat

​Ist gerade Rasensaat auf der vorbereiteten Fläche verteilt, ist es natürlich sehr sinnvoll, gleich den zukünftigen Rasen zu walzen. Die Saat ist fester im Boden. Außerdem sind die kleinen Unebenheiten, die durch das Begehen des Bodens beim Säen entstehen, damit schnell wieder beseitigt.

​2. Walzen bei lockerem Boden

​Wer den Eindruck hat, dass seine Rasenfläche trotz guter Bodenmischung ungewöhnlich weich ist, kann die Rasenwalze einsetzen. Manchmal reicht es aus, den Boden etwas zu verdichten, um den Rasen wieder in Form zu bringen. Hilft dies nicht, ist womöglich zu viel Wasser im Boden die Ursache. Hier liegt der Gedanke an eine Drainage nahe, um dem Rasen eine bessere Festigkeit zu geben.

​3. Unerwünschter Effekt durch Wühlmäuse und Maulwürfe

Gerade Wühlmäuse und Maulwürfe sind sehr ambitioniert, wenn es um lockere Stellen im Rasen geht. Gelingt es, die Störenfriede artgerecht zu vertreiben, bleiben dennoch die aufgeworfenen Spuren ihrer Tiefbauarbeiten. Mit der Rasenwalze können diese schonend wieder angedrückt werden und verschwinden unter der geplätteten Grasnarbe. Wie oft man den Rasen walzen muss, hängt von der Aktivität der ungebetenen Besucher ab und den Erfolgen bei ihrer Vertreibung.

​Rasen walzen leicht gemacht

Gartenwalzen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die schweren massiven Rollen aus dem Gartenbau braucht ein Hobbygärtner für seinen Zierrasen nicht. Hier reichen die befüllbaren Rasenwalzen aus Kunststoff oder Metall, die zwar stabil sind, aber nur ein geringes Eigengewicht mitbringen. Dies ergibt sich erst, wenn die Walze mit Wasser oder Sand aufgefüllt wird. Als Bonus ist das Gewicht und damit auch der Druck auf den Rasen durch die eingefüllte Menge regulierbar.

​Je nach Gartengröße und Rasenfläche kann zwischen unterschiedlichen Breiten gewählt werden. Die eigene Kraft sollte der Benutzer auch nicht aus den Augen verlieren. Es ist einfacher, schmale Bahnen zu ziehen und dafür ein paar Mal öfter zu gehen, als mit einer breiten Walze mit vollem Gewicht zu arbeiten.

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Rasen kalken

So kalken Sie Ihren Rasen richtig!

Mancher Gärtner ist fest davon überzeugt, dass sein Rasen regelmäßig Kalk benötigt, um sich gut zu entwickeln. Auf die Frage, was Kalk im Rasen bewirkt, erfolgt die eher ausweichende Antwort, dass Rasenkalk den Boden verbessert. So einfach ist es allerdings nicht. Es gibt wohl gute Gründe, den Rasen zusätzlich zu kalken, aber diese erfordern zumindest etwas Aufmerksamkeit für den Zustand des Bodens und seinen pH-Wert.

Warum braucht Rasen Kalk und wann ist es besser, darauf zu verzichten?​

Der richtige Säuregrad eines Bodens ist für Pflanzen von Bedeutung, damit sie überhaupt gedeihen, und damit sie das in einem für sie gesunden Umfeld können. Die Einstufung ist recht einfach:​

  • Ein pH-Wert unter 7 findet sich bei saurem Boden.
  • Ein pH-Wert von 7 ist neutral.
  • Ein pH-Wert über 7 ist alkalischer Boden.

Rasen bevorzugt einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5, wobei es noch auf die Zusammensetzung des Untergrunds ankommt. So verträgt lehmiger Boden einen etwas höheren pH-Wert, während sandiger Boden ruhig noch niedriger liegen darf. Ist der pH-Wert zu niedrig, hilft Gartenkalk für den Rasen dabei, diesen Wert etwas anzuheben. Ist der Wert allerdings bereits gut eingestellt oder gar zu hoch, kann Rasen kalken mehr Schaden als Nutzen bringen.

​Welcher Kalk eignet sich für den Rasen am besten?

Welchen Kalk man für den Rasen auswählt, hängt von mehreren Faktoren ab:​

  • Ist der Boden sandig oder eher lehmig?
  • Soll zugleich gedüngt werden?
  • Wie passt diese Pflegemaßnahme als Kostenfaktor noch ins jährliche Budget?

Vorauszuschicken ist, dass Gartenkalk zu den günstigen Pflegeprodukten für den Zierrasen gehört. Dies gilt selbst dann, wenn es sich um eine Mischung mit Kalkstickstoff für den Rasen als zusätzliche Düngergabe oder besonderen Kalk wie Algenkalk oder Magnesiumkalk handelt. Viel wichtiger ist eine ganz andere Unterscheidung.

​1. Kohlensaurer Kalk

​Kohlensaurer Kalk ist der wohl gebräuchlichste und am vielseitigsten anwendbare Kalk für den Garten. Er wirkt sich günstig auf den Säuregehalt des Bodens aus und bringt den pH-Wert bei richtiger Anwendung wieder auf ein optimales Niveau. Da kohlensaurer Gartenkalk im Grunde nur dann reagiert, wenn sein Umfeld übersäuert ist, bleibt das Risiko gering, im Rasen zu viel Kalk zu verteilen.

​2. Ätzkalk

Ätzkalk wird auch Branntkalk genannt. Die Bezeichnungen alleine deuten bereits darauf hin, dass dieser Branntkalk auf dem Rasen nur mit Bedacht und genauer Analyse der Bodenwerte verwendet werden sollte. Löschkalk entsteht, wenn Branntkalk mit Wasser gemischt wird. Unabhängig von der Form kann dieser Kalk ätzend wirken und im Boden großen Schaden anrichten. Wenn überhaupt empfiehlt sich deswegen eine fertige Mischung Rasenkalk aus kohlensaurem Kalk und Branntkalk nur bei einem schweren Boden mit hohem Ton- und Lehmanteil.

​Wann ist die beste Zeit, um den Rasen zu kalken?

Rasen kalken im Winter ist wie die meisten anderen Pflegemaßnahmen nicht nötig. Der Rasen ist in einer Ruhephase und sollte nicht einmal übermäßig oft betreten werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Frost die Halme überzieht und sie anfällig für Bruch macht. Aus diesem Grund fällt Rasen kalken im Januar grundsätzlich aus. Es müsste schon ein ungewöhnlich zeitiger Frühling einsetzen, damit Rasen kalken im Februar Sinn machen könnte.​

1. Rasen kalken im Frühjahr​

​Ist die Entsäuerung des Bodens notwendig, eignet sich ein Termin zum Rasen kalken im Frühjahr sehr gut. Sofern der März bereits mild ist und die Rasenpflege mit Düngen und Vertikutieren ebenfalls stattfindet, schließt sich daran am sinnvollsten gleich die Verteilung von Gartenkalk für den Rasen an.

​2. Rasen kalken im Sommer

Der Sommer ist für die Verteilung von Gartenkalk nicht wirklich geeignet. Die direkte Sonneneinstrahlung in Verbindung mit dem Kalk kann dem Rasen zusetzen und damit das Gegenteil der Nährstoffgabe bewirken. Wenn der Rasen im Sommer gekalkt werden muss, weil der Säuregehalt des Bodens einfach eine Soforthilfe benötigt, dann ist darauf zu achten, dass der Himmel bedeckt ist und die Temperaturen nicht schon zu extrem sind. Am besten greift der Gärtner am Abend zum Streuwagen, wenn noch kein Tau auf den Halmen liegt, der den feinen Kalk verkleben lässt.​

3. Rasen kalken im Herbst​

Im Herbst gelten fast die gleichen Bedingungen wie im Frühjahr. Diese Jahreszeit ist gut geeignet. Rasenkalk kann zusammen mit den letzten Pflegemaßnahmen verteilt werden. Spätestens für Oktober ist das Rasen kalken einzuplanen, damit sich die Wirkung noch vor dem ersten längeren Temperaturabfall und der Winterruhe der Pflanzen einstellt.​

Rat und Tat beim Rasenkalken​

Neben der Auswahl des richtigen Rasenkalks und dem Zeitpunkt sind nur noch einige wenige Dinge für die erfolgreiche Ausführung zu beachten.

​1. pH-Wert bestimmen

Da Rasenkalken den pH-Wert des Bodens ändert, sollte dieser natürlich auch bekannt sein. Der tatsächliche Wert lässt sich schlecht schätzen. Manche Unkräuter sind zwar Indizien für einen zu sauren Boden, doch Gewissheit bringt nur ein Bodentest. Dieser ist günstig und wird von vielen Gartencentern, Baumärkten und unabhängigen Laboren angeboten.

​2. Die richtige Menge verteilen

Die richtige Menge Kalk ist abhängig vom pH-Wert und der Zusammensetzung des Bodens. Je nach Bodenart kann sie zwischen 100 g pro Quadratmeter (sandiger Boden) und 400 g pro Quadratmeter (lehmhaltiger Boden) schwanken. Genaue Kenntnisse von den konkreten Eigenschaften sind also wichtig, damit klar ist, wie viel Material für das Rasen kalken verwendet werden sollte.

​3. Hilft Kalk gegen Klee im Rasen?

​Kalk hilft zwar gegen Moos im Rasen, bei Klee kann der Effekt aber ins genaue Gegenteil umschlagen. Klee bevorzugt meistens alkalischen Boden und erhält durch die Entsäuerung mittels Kalk einen zusätzlichen Wachstumsvorteil.

​4. Wie kommt der Kalk am besten auf den Rasen?

Ein Streuwagen ist hilfreich, wenn er für Gartenkalk geeignet ist. Die Verteilung mit der Hand – niemals ohne Handschuhe und schon gar nicht bei Ätzkalk – ist mehr als ungenau und schafft kleine Hügel von Kalk an der einen Stelle und Bereiche ganz ohne Kalk an einer anderen. Auf jeden Fall sollte der Rasen nach dem Verstreuen noch einmal leicht mit der Harke bearbeitet werden, um ihn besser im Boden einzuarbeiten.​

Wer seinen Rasen kalken will, sollte sich zudem immer Gedanken machen, was mit dem benachbarten Bewuchs ist. Manche Pflanzen und darunter sind so beliebte Arten wie Koniferen und Rhododendron vertragen Kalk im Boden nicht gut. Wenn sie durch Regenwasser oder zu weiträumiges Streuen mit der Hand den Kalk ebenfalls aufnehmen müssen, ist zwar im Ergebnis der Rasen gesund und schön, aber die Koniferen-Hecke braucht auf einmal zusätzliche Pflege.​

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