So pflanzen Sie Ihre Orchideen richtig ein!

Am Anfang steht oft die fertige Orchidee aus dem Blumenhandel oder inzwischen sogar dem Supermarkt. Als Geschenk kommen die schönen Exoten mit einem Orchideentopf oder als Orchideen im Glas ins Haus. Wer allerdings seine Leidenschaft für diese abwechslungsreichen und faszinierenden Zimmerpflanzen entdeckt, dem ist diese fertige Kombination bald nicht mehr genug.

Das richtige Pflanzgefäß

Es gibt verschiedene Gründe, sich auf die Suche nach dem richtigen Pflanzgefäß für Orchideen zu machen

  • Die Orchidee ist so gut gewachsen, dass sie ihr ursprüngliches Pflanzgefäß beinahe sprengt.
  • Man will einen Orchideen Ableger einpflanzen.
  • Neue Orchideen Übertöpfe sollen die Wohnung verschönern und neue etwas größere Orchideen Pflanztöpfe sind gleich mit eingeplant.

Voraussetzung für ein Pflanzgefäß ist natürlich, dass diese spezielle Orchideenart überhaupt eines benötigt. Es gibt viele Arten, die besser als Orchidee auf einer Wurzel zurechtkommen. Einige Arten benötigen gar kein Gefäß oder Orchideensubstrat und ihre Wurzeln hängen frei in der Luft.

​Da sich Orchideen eigentlich nur an Wurzeln klammern, kann dies auch sehr dekorativ übernommen werden. Vorsichtig auf einer geeigneten Wurzel befestigt, kommt diese Kombination dann in eine Orchideen Pflanzschale. Das erfreut das Auge und die Pflanze hat einen natürlichen Standplatz.

Wichtig: Bei der Größe des Topfes gilt – anders als bei den meisten übrigen Zimmerpflanzen – die Regel, dass der Topf eher klein gehalten sein sollte. Ein durchsichtiger Pflanztopf, in dem sich Wurzeln und Substrat den Platz teilen, reicht völlig aus. Außerdem hat man so noch die Möglichkeit, die Feuchtigkeit im Substrat von außen besser kontrollieren zu können.

Orchideenerde ist keine Blumenerde

Stehen für die Orchideenknolle oder den Ableger die passenden Pflanzgefäße bereit, müssen diese noch befüllt werden. Ein Sack Blumenerde aus dem Baumarkt ist leider eine sichere Methode, dass die Pflanze diesen Umzug nicht überlebt.

Erde für Orchideen besteht tatsächlich und fast immer aus Rindenstückchen. Die Größe dieser Rindenchips orientiert sich an der Größe der Wurzeln. Kleine feine Wurzeln sollten in ebenso kleine Rindenstückchen gepflanzt werden und umgekehrt.

​Nur wenige Erdorchideen benötigen eine andere Zusammensetzung ihres Nährbodens. Allerdings können die Rindenteilchen mit Beimischungen zu einem besseren Orchideen Nährboden gemacht werden. Jedoch ist etwas Erfahrung und genaue Informationen zu den Bedürfnissen der Orchideenart notwendig, wenn man den Nährboden für die Orchideen selber machen will.

​Orchideenerde gleich welcher Art eignet sich auch nicht, um aus Orchideensamen neue Pflanzen zu züchten. Dafür ist viel Erfahrung und insbesondere ein Starter in Form eines Pilzes erforderlich, der es den Samen erst ermöglicht, den Wachstumsprozess zu beginnen.

Der richtige Standort für Orchideen

Orchideen brauchen Licht und davon eine ganze Menge. Sind die Blätter schön dunkelgrün, dann haben sie ganz entgegen der allgemeinen Erwartung zu wenig Licht. Wie üppig und wie oft Orchideen blühen, hängt also ganz entscheidend von der Standortwahl ab.

Orchideen auf der Fensterbank

Natürlich können die Exoten auf der Fensterbank stehen. Voraussetzung ist, dass auch genug Sonnenlicht dort hinkommt und gleichzeitig nicht zu stark ist, um Verbrennungen zu vermeiden. Während die Ausrichtung nach Norden oft zu wenig Licht gibt, muss bei einem Südfenster wiederum zeitweise ein Schattenspender angebracht werden. Freie Ostfenster oder solche, die nach Westen ausgerichtet sein, eignen sich besonders gut.

Künstliches Licht für die Orchidee

Ist keines der Fenster für die Orchidee geeignet, kann diese auch problemlos im Zimmer wachsen. Dann benötigt sie aber eine spezielle Lichtquelle, die ihr die notwendigen Lichtstunden schenkt. Eine solche Orchideenlampe kann einen Raum sehr attraktiv indirekt beleuchten und erfüllt damit einen doppelten Zweck.

Immer neue Blüten von ungewöhnlicher Schönheit

Neben dem richtigen Standort und einem passenden Pflanzgefäß mit gutem Nährboden verlangt eine Orchidee noch andere Dinge, um sich wirklich wohlzufühlen, und dies durch gesundes Wachstum und viele schöne Blüten zu zeigen.

  • Orchideen und Luftfeuchtigkeit müssen zusammenpassen. Die Pflanzen stammen nicht aus der Wüste und auch nicht aus nordischen Gegenden. Sie benötigen warme und zugleich feuchte Luft.
  • Orchideen an der Heizung gedeihen dann, wenn die Heizungswärme die Luft nicht austrocknet. Entweder handelt es sich also um eine breite Fensterbank oder die Luftfeuchtigkeit wird durch künstliche Sättigung nach den individuellen Anforderungen der Orchideenart hergestellt. Gemessen wird diese Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer, mit dem das ebenso wichtige Thermometer sinnvoll ergänzt wird.
  • Wer Orchideen eine Temperatur im Wechsel von warmen Tagzeiten und kühlen Nachtzeiten bieten kann, wird in der Regel die Orchideen auch zum Blühen bringen. Gerade im Winter bilden Orchideen die Knospen aus, wenn sie diesen Temperaturwechsel haben. So können Orchideen in der Blütezeit besonders reichlich an ihren Rispen neue Blüten zeigen.

Solange die Bedingungen für Temperatur, Licht und Feuchtigkeit stimmen, fühlen sich Orchideen in jedem Raum wohl. Es ist also durchaus möglich, Orchideen im Bad (viel Feuchtigkeit) und auch Orchideen im Schlafzimmer zu platzieren. Alles zusammen verlängert die Lebensdauer der Orchidee, die mit arttypischen Ruhephasen immer wieder blüht. Eignet sich überhaupt kein Zimmer im Haus, kann für Orchideen im Terrarium der richtige Lebensraum geschaffen werden.

Tipps und Infos

Antworten auf Fragen, die häufig im Zusammenhang mit dem Einpflanzen von Orchideen auftauchen, nun in der Kurzfassung:

Kann man Orchideen zusammenpflanzen?

Dies ist möglich, aber nicht unbedingt ratsam. Gerade verschiedene Arten haben auch unterschiedliche Bedürfnisse. Diese lassen sich besser erfüllen, wenn die Orchideen zumindest einzeln in einem Pflanztopf stehen. Außerdem verringert dies die Gefahr, dass sich Orchideenerkrankungen über die verflochtenen Wurzeln ausbreiten.

Passen zwei Orchideen in einen Topf?

Natürlich passen zwei Einzelpflanzen in einen Topf, aber das Umtopfen wird später wegen der Wurzeln schwierig. Außerdem gilt auch hier, dass sich die einzelnen Exemplare mit Pflanzenkrankheiten anstecken können. Viel sinnvoller ist es, die Orchideen einzeln zu pflanzen und diese dann in einen großen Übertopf oder eine Pflanzschale für Orchideen zu setzen.

Kann man Orchideen mit anderen Zimmerpflanzen vergesellschaften?

Das ist gut möglich, sofern diese Begleitpflanzen die gleichen oder zumindest ähnlichen Ansprüche an die Pflege und Standortvoraussetzungen wie die Orchideen haben. Besonders gelungen wirken Orchideen im Terrarium, die von den richtigen Begleitpflanzen umgeben sind.

Sind Orchideen giftig für Katzen?

Wenn die Katze oder ein anderes Haustier dazu neigt, die Zimmerpflanzen anzuknabbern, dann sind ungeschützt stehende Orchideen zumindest nicht völlig ungefährlich. Die Pflanze selbst ist dabei nicht das eigentliche Problem, aber in den dicken Blättern speichert sie die Nährstoffe und Mittel, mit dem sie gepflegt wird. Dies kann insbesondere bei jungen Katzen, alten oder kranken Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Orchideen sind allerdings lange nicht die giftigsten Zimmerpflanzen, vor denen Haustiere geschützt werden sollten.

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