Honigschleuder kaufen – Honig aus den Waben lösen
Wenn Sie in Ihrem Garten imkern möchten, benötigen Sie unter anderem eine Honigschleuder. Eine Honigschleuder dient dazu, den Honig aus den Waben zu entnehmen, ohne dass die Wabe dabei beschädigt wird.
Honigschleudern gibt es in vielen unterschiedlichen Arten, darunter die elektrische und die manuelle Honigschleuder. Zudem unterscheiden sich die Tangential-, die Radial- und die Selbstwendeschleudern.
Beim Kauf einer passenden Honigschleuder sollten Imker aber nicht nur auf den richtigen Schleudertyp, sondern auch auf hochwertige Materialien, die Anzahl und Größe der Rähmchen, eine gute Standfestigkeit und vor allem eine gute Handhabung beim Schleudern und bei der Reinigung achten.
Elektrische oder manuelle Honigschleuder?
Jede Honigschleuder besteht aus einem Schleuderkessel, der meist in der Mitte eine Drehachse hat. Durch Zentrifugalkraft wird der Honig beim Drehen aus den Wabenrähmchen geschleudert.
An der Kesselwand entlang läuft der Honig nach unten, sammelt sich dort und kann über einen Hahn entnommen werden. Hier hören die Gemeinsamkeiten aber bereits auf, denn bei den Honigschleudern gibt es viele unterschiedliche Modelle.
Eine wichtige Unterscheidung gibt es beim Antrieb:
- Manuelle Honigschleuder: Eine manuelle Honigschleuder wird mit der Hand angetrieben. Dafür werden die Waben in der Honigschleuder befestigt und über eine Kurbel von Hand gedreht. Der Imker dreht dann so lange, bis die Waben gänzlich leer sind.
- Elektrische Honigschleuder: Eine elektrische Honigschleuder wird durch den Motor angetrieben. Je nach Schleudermodell lassen sich verschiedene Drehgeschwindigkeiten oder feste Schleuderprogramme einstellen und es ist damit leichter, größere Mengen an Honig zu gewinnen.

Manuelle Honigschleudern erfordern mehr Kraftaufwand, sind dafür aber oft kostengünstiger und benötigen keinen Stromanschluss. Elektrische Honigschleudern eignen sich für größere Mengen Honig und benötigen keine Muskelkraft.
Arten von Honigschleudern und für wen sie sich eignen
Es gibt zwei Typen von Honigschleudern, die sich darin unterscheiden, wie die Rähmchen im Schleuderkorb ausgerichtet sind: die Tangentialschleuder (manchmal auch Diagonalschleuder genannt) und die Radialschleuder.
Zusätzlich kann die Tangentialschleuder auch eine Selbstwende-Funktion haben, so dass man insgesamt drei Arten von Honigschleudern unterscheidet. Wir haben die Vorteile und Nachteile aller drei Arten zusammengefasst und aufgeführt, für wen sie sich jeweils am besten eignen.
Tangentialschleuder
Rähmchen sind parallel zur Schleuderaußenseite ausgerichtet. Die Wabenseite, die zur Kesselwand hinzeigt, wird durch das Schleudern entleert. Dann werden die Rähmchen gewendet und die andere Seite wird ausgeschleudert. Die Tangentialschleuder wird manchmal auch Diagonalschleuder genannt.
Vorteile:
- geeignet für viele Rähmchen-Größen, auch große Wabenrahmen
- auch für zähflüssigen Honig
- kaum Wabenbruch
Nachteile:
- händisches Umdrehen der Waben nötig
- nur Platz für wenige Rähmchen
Geeignet für: Mit Handkurbel ist die Tangentialschleuder eine sehr gute Einstiegsschleuder für Hobby-Imker mit maximal 10 Völkern. Mit Motor kann sie auch für größere Honigmengen gut geeignet sein.
Selbstwendeschleuder
Entspricht der Tangentialschleuder, hat aber in der Regel immer einen Motor und besitzt eine Selbstwendefunktion, durch die die Waben automatisch gedreht werden. Manuelles Umdrehen der Rähmchen ist dadurch nicht mehr nötig.
Vorteile:
- auch für sehr zähflüssigen Honig geeignet
- automatisches Schleudern und Drehen der Waben
- kaum Wabenbruch
Nachteile:
- teurerer Anschaffungspreis
Geeignet für: Berufsimker oder Hobby-Imker mit großer Völkerzahl.
Radialschleuder
Rähmchen sind im 90-Grad-Winkel zur Schleuderaußenseite ausgerichtet, sind also sternförmig um die Mittelachse angeordnet. Durch Schleudern werden beide Wabenseiten gleichzeitig entleert.
Vorteile:
- kein Wenden notwendig
- gute Platznutzung durch radiale Anordnung, dadurch Platz für viele Rähmchen
- häufig motorbetrieben, da mit steigender Geschwindigkeit gedreht werden sollte
Nachteile:
- es kommt öfter zu Wabenbruch, da die Kräfte seitlich auf die Waben einwirken
- weniger gut für sehr zähflüssigen Honig geeignet
- weniger gut für große, breite Rähmchenmaße
Geeignet für: Für große Völkerzahlen, dünnflüssigen Honig und kleinere Rähmchen-Abmessungen.
Was muss beim Kauf der Honigschleuder beachtet werden?
Es gibt einige Kaufkriterien und Qualitätsmerkmale, auf die man als Imker achten sollte, wenn man eine Honigschleuder kaufen möchte. Hierzu zählen Material, Extras und vor allem auch die Kompatibilität mit den eigenen Waben.
Material: Edelstahl eignet sich am besten
Honigschleudern bestehen meist aus Edelstahl. Das hat seinen Grund, denn das Material ist korrosionsbeständig, rostet nicht und lässt sich sehr gut reinigen und desinfizieren.
Seltener findet man auch Honigschleudern aus Kunststoff. Dabei handelt es sich meist um kleine, handbetriebene Kurbelschleudern, die als Einstieg für Imker mit sehr wenigen Völkern durchaus eine Alternative sein können, da sie relativ kostengünstig, jedoch oft auch weniger standfest und langlebig sind.
Freilauf und Rückdruckbremse bei manuellen Honigschleudern
Bei einer manuellen Honigschleuder sollte man darauf achten, ob die Drehkurbel einen Freilaufantrieb hat. Hat sie keinen, dreht sich die Kurbel immer mit der Trommel mit. Gibt es einen Freilauf, kann angekurbelt werden und die Honigschleuder dreht sich weiter, wenn man mit dem Kurbeln aufhört, was die Anwendung komfortabler macht.
Zum Freilauf gehört auch eine Rückdruckbremse, um die Schleuder aus dem Freilauf heraus gut abbremsen zu können.
Passen die Waben / Rähmchen in die Schleuder?
Neben den Langstroth- oder Deutsch-Normalmaß-Rahmen benutzen viele Imker auch andere Rähmchen, beispielsweise die von Dadant oder die Zander Rähmchen.

Beim Kauf einer Honigschleuder sollte man immer darauf achten, welche Abmessungen die Rähmchen haben dürfen. Einige Hersteller geben auch genau an, für welche Rähmchen-Hersteller und -Modelle sich die Honigschleuder eignet.
Anzahl der gleichzeitig schleuderbaren Waben
Je mehr Völker ein Imker hat, umso wichtiger wird es, dass möglichst viele Rähmchen in die Schleuder passen. Hier reichen die Modelle von zwei, vier oder sechs Rähmchen (bzw. doppelt so viele Halbrähmchen) bei manuellen Tangentialschleudern bis hin zu Radialschleudern für 24 oder mehr Waben.
Weitere Kaufkriterien für Honigschleudern
Möchte man eine hochwertige Honigschleuder kaufen, sollte man außerdem auch auf die folgenden Punkte achten. Hierbei können Kundenrezensionen oft wertvolle Einblicke liefern, da Käufer darin oft Einblicke in die Handhabung und langfristige Nutzung geben.
- Standfestigkeit: Die Schleuder sollte gut standfest sein. Dazu gehört, dass sich große Honigschleudern auch gut zur Montage am Boden oder auf einem Brett eignen sollten.
- Einfache Handhabung: Die Honigschleuder sollte sich einfach bedienen lassen. Dazu gehört, dass es ausreichend Platz zum Drehen der Rahmen bei manuellen Tangentialschleudern gibt und auch dass sich der Schleuderkorb einfach entnehmen lässt.
- Leicht zu reinigen: Die Honigschleuder sollte so gestaltet sein, dass sie sich einfach und hygienisch reinigen lässt.
- Durchdachter Auslaufhahn: Honig sollte ohne Rückstände zum Hahn fließen und durch den Hahn auch gut abfließen können.