Auch für Anfänger sind Orchideen in der Haltung zu bewältigen. Die wunderschönen Zimmerpflanzen mit den exotischen Blütenformen fühlen sich lange und schnell wohl, wenn die Pflegeanleitung für die Orchidee einige wenige Grundregeln beachtet werden.

Wichtig sind für die gelungene Pflege der Orchidee:​

  • Richtiges Pflanzgefäß oder Orchideen richtig aufbinden
  • Orchideen richtig gießen
  • Heller aber nicht vollsonniger Standort zur Vermeidung von Verbrennungen
  • Orchideen-Substrat
  • Luftfeuchtigkeit
  • Licht
  • Orchideen richtig schneiden
  • Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten

Muss man Orchideen umtopfen?

Je nach Wachstum kommt bei den meisten Orchideen irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie nur weiter ihre Schönheit behalten, wenn man sie umtopft. Es ist sogar sinnvoll, die Orchidee direkt nach dem Kauf aus dem Pflanzgefäß zu nehmen, in dem sie geliefert wurde. Gerade die Exemplare aus dem Massenangebot des Supermarkts werden gelegentlich auf Mooskerne gesetzt und dann rundherum mit Rindensubstrat bedeckt. Das macht es schwer, die richtige Feuchtigkeit im Pflanztopf zu erkennen und führt womöglich dazu, dass die Orchidee zu nass gehalten wird.

Orchideen umtopfen

Dazu eignet sich ein einfacher durchsichtiger Plastikpflanztopf. Er sollte nicht zu groß sein, denn Orchideen benötigen im Gegensatz zu vielen anderen Zimmerpflanzen weniger Raum für ihre Wurzeln im Substrat. Die Pflanze wird vorsichtig aus dem alten Topf entfernt und in das neue Pflanzgefäß eingesetzt. Dann ist auch die Gelegenheit, beschädigte oder verfaulte Wurzeln von Orchideen abzuschneiden. Wurzeln und Substrat sollten sich das den Orchideentopf locker teilen und nicht gepresst werden.

Orchideenerde

Normale Blumenerde ist für Orchideen nicht geeignet. Neben besonderen Formen von Substrat aus Ton oder anderem Material sind Rindenstücke am weitesten verbreitet und erfüllen auch sehr gut ihren Zweck. Sie sind in unterschiedlichen Größen erhältlich. Bei jungen Orchideen mit noch kleinen und zerbrechlichen Wurzeln sollten die Rindenstücke entsprechend kleiner sein als bei kräftigen Wurzeln.

Orchideen umtopfen mit Luftwurzeln

Am häufigsten kommen inzwischen die Orchideen der Gattung Phalaenopsis als Zimmerpflanze vor. Diese bilden gerne und viele Luftwurzeln aus. Gesunde Luftwurzeln bei Orchideen abschneiden ist nicht unumstritten. Man kann versuchen, einige davon beim Umtopfen umzuleiten in das Substrat. Allerdings sollte man immer dann die Luftwurzeln der Orchideen entfernen, wenn sie kümmern, Zeichen von Krankheiten oder Schäden zeigen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen?

Rindenstücke zersetzen sich und irgendwann kommt einfach der Zeitpunkt, wenn der Orchideenliebhaber die Pflanze umtopfen muss. Allerdings sollten man keinesfalls die Orchideen umtopfen, wenn sie blühen. In dieser Hinsicht gleicht die Pflege der Orchideen anderen Zimmerpflanzen, die erst nach Ende oder deutlich vor der neuen Blüte umgetopft werden, um die Blühphase nicht zu stören. Für Orchideen umtopfen während der Blüte gilt diese Regel natürlich auch.

Orchideen wässern durch Gießen oder Orchideen tauchen?

Orchideen benötigen natürlich genug Wasser, doch dies sollte am besten der natürlichen Bewässerung nachempfunden sein. Neben dem Einsprühen der Blätter und Blüten für die richtige Luftfeuchtigkeit wird die richtige Versorgung am sinnvollsten durch Tauchen sichergestellt.

  • Ist das Substrat ausgetrocknet, wird die Orchidee gewässert. Dies ist bei durchsichtigen Pflanztöpfen besonders gut erkennbar. An diesem Punkt macht sich auch Umtopfen bezahlt, bei dem die Mooskugel entfernt wurde. So sammelt sich darin nicht unentdeckt Wasser, das beim Tauchen dazu führt, dass die Orchidee überwässert wird.
  • Der Pflanztopf wird in ein größeres Gefäß mit Wasser gestellt, das wenig kalkhaltig sein sollte. Dabei taucht man den Topf soweit und solange unter, dass sich die Wurzeln gut vollsaugen und wieder ihre frische Farbe annehmen können.
  • Nach dem Tauchen wird die Orchidee auf einem Gitter abgestellt und das überschüssige Wasser sollte gründlich ablaufen können.
  • Wie oft man Orchideen gießen muss, hängt von den individuellen Umständen ab. Je eher das Substrat wieder ausgetrocknet ist, desto eher wird der Tauchvorgang wiederholt. Im Allgemeinen kann eine Orchidee 2 Wochen ohne Wasser auskommen, solange die Luftfeuchtigkeit nicht zu niedrig ist und sie vorher auch genug Wasser aufnehmen konnte.

Die Pflege der Orchideen im Topf und ihre Versorgung erfordert in diesem Punkt etwas Fingerspitzengefühl und die regelmäßige Kontrolle, wie es mit der Feuchtigkeit des Substrats aussieht.

Darf man Orchideen schneiden und verblühte Orchideen zurückschneiden?

Es gibt keinen Grund, Orchideen überhaupt nicht zu schneiden. Der Rückschnitt und die Entfernung von abgestorbenen Blättern oder vertrockneten Luftwurzeln und Rispen ist Teil der richtigen Pflege.

​Wichtigster Punkt der Anleitung, um verblühte Orchideen zu schneiden, ist die Vorbereitung des Schneidewerkzeugs. Dieses sollte immer sauber und keimfrei sein, damit an den Schnittstellen keine Pilze und Krankheiten eindringen können. Alkohol aus der Apotheke oder auch gründliches Auskochen reicht dafür.

  • Gelbe oder verdorrte Blätter werden vorsichtig entfernt. Dies gilt auch für abgestorbene Luftwurzeln.
  • Beim Rückschnitt von Orchideen nach der Blüte ist keine Eile geboten. Handelt es sich um die Phalaenopsis mit mehreren Trieben, fallen die Blüten zunächst alleine ab und die Triebe bleiben grün, um erst langsam auszutrocknen. Es besteht die Chance, dass sich an den Stängeln der Orchideen neue Triebe bilden, die wiederum blühen. Zur Pflege der Orchideen nach der Blüte gehört also, nicht sofort mit dem Ausputzen zu beginnen. Solange die Stängel noch grün sind, empfiehlt sich etwas Geduld, damit sich ein neuer Trieb an der Orchidee zeigen kann.
  • Orchideen kürzen besteht also mehr in der Aufgabe, das einzelne Exemplar von den abgestorbenen und kranken Pflanzenteilen zu befreien. Ein Rückschnitt der Orchidee ist also vorsichtig und besonders nicht in der Blütezeit oder unmittelbar im Anschluss durchzuführen.

Düngen von Orchideen

Orchideen düngen hilft der Pflanze dabei, die anstrengende Blühphase zu bewältigen. Trotzdem sollte bei Orchideen Düngen mit Zurückhaltung erfolgen. In der Ruhephase ist es nicht erforderlich, denn an ihrem ursprünglichen Standort sind Nährstoffe auch nicht im Übermaß vorhanden. Selbst wenn ein Urwald genau den gegenteiligen Eindruck macht, so herrscht dort ein harter Überlebenskampf um relativ wenige Ressourcen. Zu viele Düngergaben zum falschen Zeitpunkt schaden der Orchidee eher.

Tipps und Besonderheiten

  • Die Pflege im Winter: Die weitverbreitete Phalaenopsis ist auch deswegen so beliebt, weil sie ausgerechnet zu den Zimmerpflanzen gehört, die im Winter blühen. Es ist also erforderlich, für diese Orchideen die Pflege im Winter anzupassen. Die Orchideen muss man im Winter gießen und auch düngen.
  • Steht die Orchidee am Fenster, sollte dieses im Winter nicht auf Kipp gestellt werden, denn die winterlichen Minusgrade setzen ihr besonders zu. Dies gilt übrigens schon beim winterlichen Transport aus der Gärtnerei, dem Baumarkt oder dem Discounter.
  • Die Pflege der Frauenschuh Orchidee unterscheidet sich danach, ob diese aus Südamerika stammende Orchideenart im Garten oder als Zimmerpflanze lebt. Sie ist nicht so gut für die Fensterbank geeignet wie die Phalaenopsis und blüht auch nur einmal im Jahr. Frauenschuh-Orchideen werden nicht eingenebelt und benötigen ein anderes Substrat für ihre deutlich feineren Wurzeln. Im Garten sind sie winterhart und im Sommer eher unproblematisch, solange sie einen halbschattigen bis schattigen Standort haben.
  • Neben anderen Schädlingen wie Blattläusen fallen besonders Fliegen in Orchideen auf. Diese Trauerfliegen fühlen sich in zu feuchtem Substrat besonders wohl und werden oft schon beim Kauf eingeschleppt. Umtopfen und neues schädlingsfreies Substrat schaffen hier von Anfang an und bei Befall erste Abhilfe.

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