Rosen besitzen einen ganz besonderen Zauber, dem im Laufe der Geschichte auch viele Künstler nicht widerstehen konnten. Dies macht sie zum perfekten Geschenk und zur dekorativen Ergänzung in Garten und Haus. Einer der Gründe ist ihre Vielseitigkeit und Formenvielfalt, die sich im Wuchs, der Form der Blüten und ihren Farben zeigt.

Unterscheidung der Rosenarten

Die Rose als solche gibt es nicht. Bereits die Wuchsform oder Höhe ist ein gutes Unterscheidungsmerkmal für verschiedene Rosensorten und erleichtert die Vorauswahl für den eigenen Garten.

  • Edelrosen
  • Strauchrosen
  • Beetrosen
  • Kletterrosen

Edelrosen werden häufig auch Teerosen oder Tee-Hybriden genannt. Bei ihnen handelt es sich um die Exemplare, die im Blumenhandel für prächtige Sträuße bevorzugt werden. Sie haben lange Stiele, wachsen hoch und ihr geschlossener Kelch ist optisch der wahre Klassiker unter den Rosenformen.

Strauchrosen machen ihrem Namen alle Ehre. Sie sind dominante Rosen innerhalb der Gartengestaltung, da sie durchaus bis zu 2 Meter hoch werden und bei richtiger Pflege viele eindrucksvolle Blüten produzieren. Ihr Wuchs ist dichter als der einer Edelrose und macht im Garten deshalb einen besseren Eindruck als die weniger üppigen Teehybriden. Jünger als die klassische Strauchrose sind die Kleinstrauchrosen, die nicht derartige Wuchshöhen erreichen, dafür aber eine beachtliche Zahl von Blüten hervorbringen. Durch ihre überhängenden Triebe eignen sich diese Rosen als Bodendecker.

Nicht so ehrgeizig im Höhenwuchs sind hingegen die Beetrosen. Als bodendeckende Rosen ergänzen sie durch ihre niedrige und dichte Wuchsform die Bepflanzung und harmonieren mit vielen anderen Beetpflanzen und Stauden. Die Hybriden werden den Floribunda und den Polyantha zugeordnet, wobei allgemein bei beiden Sorten die Bezeichnung als Beetrose üblich ist. Ihre Stärke sind die vielen Blüten, die dicht nebeneinander wachsen und farbenfrohe Kissen über dem zumeist kräftig grünen Blattwerk bilden. Die Lions-Rose und die Rose Leonardo da Vinci zählen zu den mittelgroßen Beetrosen, die mit ihren gefüllten pastellfarbenen Blüten den Garten verschönern.

Kletterrosen sind beliebte Schönheiten, die mit ihren meterlangen Trieben Häuserwände, Torbögen oder Pergolas veredeln. Sie werden in Climber und Rambler unterschieden. Englische Gärtner und Rosenzüchter genießen einen besonderen Ruf und es wundert nicht, dass die Unterscheidung dieser Rosenarten aus ihrem Sprachgebrauch stammt. Climber haben starke Triebe, die allerdings gerade im Alter eine gewisse Steifheit annehmen. An Hauswänden mit einer leichten Stütze ist dies gut formbar. Für die weichen Formen einer Pergola oder eines Obelisken eignen sich hingegen mehr die Rambler mit ihren biegsamen Trieben.

Eigenschaften von Rosen

Neben ihrer Wuchsform unterscheiden sich Rosen auch noch in anderer Hinsicht, die bei der Auswahl berücksichtigt werden können und sollten.

Duft

Der Duft der Rose ist ihr Markenzeichen. Ein echter Rosenkenner kann daran sogar die Sorte erkennen, wenn es sich um stark duftende Exemplare handelt. Dieser Duft ist keineswegs selbstverständlich, denn neben stark duftenden Rosen wie den Vertretern der Damaszener Rosen gibt es durchaus auch solche mit weniger intensivem Duft oder einige, die fast gar nicht duften. Manchmal ist es eine Entscheidung zwischen der perfekten Blütenform und einer besonderen Farbe, der gegenüber dem Duft der Vorzug gegeben wird.

​Wer guten Eigenschaften in einer Pflanze haben möchte, der findet in der Rose Jasmina eine bemerkenswerte Vertreterin der Duftrosen. Die Ramblerrose duftet süß und stark. Sie bezaubert im Stil alter Rosen durch ein nostalgisches Rosa und üppige Blütenpracht. Jasmina ist eine öfterblühende Rose neuer Zucht, die die modernen Eigenschaften für robuste Rosen verkörpert.

Blüten – Form und Farbe

Die schlanke Blütenform der Schnittrosen eignet sich zwar für Sträuße, im Garten prägen andere Formen das Bild. Rosen können wie große flache Teller oder wie kugelige Äpfel geformt sein. Besonders beliebt sind gefüllte Rosen, bei denen sich dreißig und mehr Blütenblätter zu einem prächtigen Bild zusammenfügen.

​Neben der Blütenform tragen auch die verschiedenen Farben dazu bei, die Rosenpracht zu verstärken. Gelb, Rosa, Rot und Weiß sind schon lange nicht mehr die einzigen Farbnuancen, die in der Rosenzucht den Ton angeben. Von lila Rosen, solchen in leuchtendem Orange bis zu mehrfarbigen Blütenblättern reicht das Spektrum, das bei der Gartengestaltung besondere Akzente setzt.

Blütezeit

Ursprünglich blühten Rosen einmal im Sommer und dann musste sich der Rosenliebhaber bis zum nächsten Jahr gedulden. Dies ist Vergangenheit, denn die meisten Rosensorten gehören inzwischen zu den Mehrfachblühern oder wie die weiße Snow Goose Rose zu den immer blühenden Rosen, die den gesamten Sommer ihren Duft im Garten verströmen und die Rabatte mit ihren prächtigen Farben verschönern.

Englische Rosen und historische Rosen

Die viel zitierten und auch sehr schönen englischen Rosen sind keineswegs historische Rosen. Tatsächlich handelt es sich dabei um neuere Züchtungen aus England, die aber aus alten Rosen entwickelt wurden. Teilweise arbeiten die englischen Rosenzüchter schon seit mehr als Hundert Jahren im Bereich der Rosenzucht. Harkness Rosen können dabei auf eine Tradition zurückblicken, die bis in die Zeit Queen Victorias zurückreicht.

Im Gegensatz zu ihren alten Vorbildern besitzen die heute bekannten englischen Rosen jedoch moderne Eigenschaften:

  • Die englischen Neuzüchtungen sind lang blühende Rosen, die gleich mehrfach in der Blühperiode Blüten ausbilden.
  • Ihre Farbenvielfalt ist größer als die ihrer historischen Vorläufer.
  • Sie haben gewöhnlich deutlich weniger Dornen oder gehören zu den Rosen ohne Dornen.
  • Die Pflanzen sind robuster und unempfindlicher gegen Rosenkrankheiten wie Sternrußtau, Rosenrost und Mehltau.

So wie die englischen Rosenzüchter historische Rosensorten weiterentwickelten, haben diese Aufgabe übrigens mit gleichem Erfolg auch französische Rosenzüchter übernommen. Die Meilland Rosen sind preisgekrönte Rosen der in der Provence beheimateten französischen Rosenzüchter, die seit mehreren Generationen immer wieder besonders robuste und schöne Rosensorten vorstellen.

Standort und Pflege

Rosen sind sehr vielseitig, was ihren Standort angeht. Er muss aber immer genügend Sonnenstunden garantieren. Im Schatten können Rosen nicht gedeihen. Selbst Halbschatten wird nur von wenigen Sorten toleriert. Dabei ist es ganz gleich, ob die Rosen für den Balkon oder wie die Rose Augusta Luise für die Terrasse als Rosen im Kübel gepflanzt werden.

​Bei Pflanzgefäßen sollte sichergestellt sein, dass der Kübel tief genug ist, wenn die wurzelnackten Rosen eingesetzt werden. Die Erde muss nährstoffreich und locker sein. Staunässe bringt die Pflanze zum Kümmern und dies gilt umgekehrt auch für zu wenig Wasser, da die Sonnenstunden den Bedarf der Rosen natürlich steigern.

​Die Pflege ist nach der richtigen Standortwahl einfacher, als viele Rosenfreunde annehmen. Ein regelmäßiger Schnitt erhält die schöne Wuchsform und kräftigt die Rose, die sonst durch Wildtriebe ihre Blühkraft verliert. Allerdings ist es bei modernen Rosen nicht mehr eine unveränderliche Regel, dass alle Rosen mit 7 Blättern Wildtriebe ausgebildet haben. Die Anzahl der Fiederblätter an regulären Trieben kann mittlerweile durchaus auch 7 betragen, ohne dass dieser Trieb entfernt werden muss.

ADR Rose

Selbst für Gartenanfänger ist es durch die seit 1950 eingeführte Rosenprüfung möglich, robuste und gesunde Rosen unter den vielen verschiedenen Sorten zu erkennen und auszuwählen.

ADR (Anerkannte Deutsche Rose) bezeichnet eine Sorte, die nach einer mehrjährigen Prüfung in einem dafür überwachten Prüfgarten ihre Gesundheit bewiesen hat. Ohne Schutz durch Spritzmittel gegen die bekannten Rosenkrankheiten muss diese Rose mehrere Jahre gleichbleibend schön und kräftig wachsen. Die Rose Elbflorenz trägt dieses Prädikat seit 2007. Andere Sorten haben es bereits vor Jahrzehnten erhalten, während zugleich immer wieder neue Sorten dazukommen. Umgekehrt kann diese ADR-Auszeichnung auch entzogen werden, wenn die allgemeine Gesundheit der Zucht nachlässt.

Mit dem ADR-Prädikat, dem richtigen Standort und regelmäßiger Pflege steht also auch ohne Vorkenntnisse einem Rosengarten oder einer berankten Pergola nichts im Weg.

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