Mit seinen großen, tropisch wirkenden Blättern und den auffälligen Blüten in Rot, Orange, Gelb oder Rosa ist das Indische Blumenrohr ein besonderer Blickfang im Garten. Während Canna im Sommer Wärme und Sonne liebt, wird es im Winter schnell zu kalt. Canna ist mehrjährig, aber in Deutschland nicht zuverlässig winterhart. Damit die Pflanze im nächsten Jahr wieder austreibt, müssen ihre unterirdischen Rhizome vor Frost geschützt werden. Das gelingt sowohl durch das Ausgraben und Einlagern als auch durch die Überwinterung direkt im Topf. Hier erfährst du, wann du dein Indisches Blumenrohr zurückschneiden solltest, wie du die Rhizome richtig lagerst und unter welchen Bedingungen Canna draußen überwintern kann.
Canna im Porträt: Ist das Indische Blumenrohr winterhart und mehrjährig?
Das Indische Blumenrohr (Canna) gehört zur Familie der Blumenrohrgewächse (Cannaceae). Die Gattung umfasst mehrere Arten, die ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen Amerikas stammen. Die meisten bei uns angebotenen Garten-Cannas sind Züchtungen und Hybriden, die sich durch unterschiedliche Blütenfarben, Blattzeichnungen und Wuchshöhen auszeichnen.
Canna ist eine ausdauernde, krautige Pflanze mit kräftigen unterirdischen Rhizomen. Dabei handelt es sich um verdickte Sprossachsen, die als Speicherorgane dienen. In ihnen lagert die Pflanze Nährstoffreserven ein, aus denen im folgenden Frühjahr neue Triebe entstehen.
Das Indische Blumenrohr ist mehrjährig, verträgt aber keinen länger anhaltenden Frost. Die großen, weichen Blätter werden bereits durch leichten Nachtfrost geschädigt. Die Rhizome sind etwas besser geschützt, solange sie sich im Boden befinden. Friert der Boden jedoch durch, können auch sie absterben.
In den meisten Regionen Deutschlands ist es deshalb sinnvoll, Canna im Herbst auszugraben oder mitsamt dem Topf an einen frostfreien Ort zu bringen. Bei richtiger Pflege kann dieselbe Pflanze viele Jahre wachsen und von Sommer bis Herbst immer wieder neue Blüten entwickeln.
Einen umfassenden Ratgeber rund um die Pflege findest du hier: Canna Pflege: Indisches Blumenrohr pflegen und richtig überwintern
Die wichtigsten Eigenschaften im Überblick
| Eigenschaft | Canna (Indisches Blumenrohr) |
|---|---|
| Lebensdauer | Mehrjährig |
| Winterhärte | Nicht zuverlässig winterhart |
| Überdauerungsorgan | Unterirdische Rhizome |
| Ideale Lagertemperatur | Etwa 5 bis 10 °C |
| Lichtbedarf in der Ruhephase | Kein Licht erforderlich |
| Wasserbedarf im Winter | Sehr gering, Rhizome nicht austrocknen lassen |
| Düngung im Winter | Keine |
| Rückschnitt | Im Herbst auf etwa 10 bis 15 cm |
| Geeignete Winterquartiere | Frostfreier Keller, kühle Garage, geeigneter Lagerraum |
| Vortreiben | Ab März oder April |
| Wieder ins Freie | Meist ab Mitte Mai nach den letzten Frösten |
Wann muss man Canna zum Überwintern reinholen?
Das Indische Blumenrohr kann im Herbst relativ lange draußen stehen, solange keine stärkeren Fröste auftreten. Wenn die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, verlangsamt die Pflanze ihr Wachstum allmählich.
Ein leichter Nachtfrost lässt die großen Blätter häufig dunkel und schlaff werden. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Pflanze abgestorben ist. Die unterirdischen Rhizome können noch gesund sein und im nächsten Jahr erneut austreiben.
Der beste Zeitpunkt zum Ausgraben liegt nach dem ersten leichten Frost, spätestens aber bevor stärkerer Bodenfrost einsetzt. Ist eine ausgeprägte Frostperiode angekündigt, solltest du entsprechend früher handeln.
In vielen Regionen Deutschlands ist das zwischen Oktober und November notwendig. In kühleren Höhenlagen kann die Überwinterung bereits im September beginnen.
Warum sollte man Canna nicht zu früh ausgraben?
Solange die Blätter gesund und grün sind, produziert das Indische Blumenrohr durch Photosynthese Energie. Ein Teil davon wird in den unterirdischen Rhizomen gespeichert.
Diese Reservestoffe benötigt die Pflanze für den Austrieb im nächsten Frühjahr. Wenn du Canna bereits im Spätsommer zurückschneidest und ausgräbst, obwohl sie noch kräftig wächst, unterbrichst du die Einlagerung unnötig früh.
Deshalb lohnt es sich, mit dem Ausgraben bis zum Ende der Vegetationsperiode zu warten. Bei drohendem starkem Frost hat der Schutz der Rhizome allerdings Vorrang.
Canna richtig überwintern: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die zuverlässigste Methode besteht darin, das Indische Blumenrohr im Herbst zurückzuschneiden, seine Rhizome auszugraben und anschließend kühl sowie frostfrei einzulagern. Auf diese Weise lassen sich auch große Pflanzen platzsparend überwintern.
1. Indisches Blumenrohr im Herbst zurückschneiden
Sobald die Blätter nach dem ersten leichten Frost welk geworden sind, kannst du die oberirdischen Pflanzenteile entfernen.
Schneide die Stängel mit einer sauberen, scharfen Gartenschere auf etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden zurück.
Wenn die Pflanze bereits stark abgestorben ist, kannst du die verbleibenden Stängel auch etwas kürzer schneiden. Lasse jedoch einen kleinen Rest stehen, damit du den Rhizomstock beim Ausgraben besser erkennen kannst.
Entferne außerdem welke Blätter und alte Blütenstände. Kranke oder stark beschädigte Pflanzenteile sollten nicht zusammen mit gesunden Rhizomen eingelagert werden.
2. Canna-Rhizome vorsichtig ausgraben
Verwende zum Ausgraben möglichst eine Grabegabel. Damit kannst du den Boden lockern, ohne die fleischigen Rhizome unnötig zu verletzen.
- Stich mit ausreichend Abstand rund um die Pflanze in die Erde.
- Lockere den Wurzelbereich vorsichtig von mehreren Seiten.
- Hebe den gesamten Rhizomstock möglichst vollständig aus dem Boden.
- Schüttle lose Erde behutsam ab.
- Entferne abgestorbene Pflanzenteile und kontrolliere die Rhizome auf Schäden.
Ziehe die Pflanze nicht einfach an den abgeschnittenen Stängeln aus der Erde. Dabei können die Verbindungen zwischen den Rhizomen beschädigt werden.
Gesunde Rhizome sind fest und besitzen keine großflächigen weichen oder fauligen Stellen. Kleinere Verletzungen sind meist unproblematisch, sofern sie vor der Einlagerung gut abtrocknen können.
3. Die Rhizome vor dem Einlagern abtrocknen lassen
Nach dem Ausgraben haften häufig noch feuchte Erde und Pflanzenreste an den Rhizomen. Beides kann während der Lagerung Fäulnis begünstigen.
Lege die Rhizome deshalb für einige Tage an einen trockenen, luftigen und frostfreien Platz. Eine flache Kiste oder ein Gitter eignet sich dafür besonders gut.
Vermeide direkte Heizungswärme und intensive Sonneneinstrahlung. Die Rhizome sollen lediglich oberflächlich abtrocknen, nicht vollständig austrocknen.
Wichtig ist, dass die fleischigen Speicherorgane fest bleiben. Starkes Schrumpfen deutet darauf hin, dass sie zu viel Feuchtigkeit verlieren.
4. Beschädigte und faulige Rhizome aussortieren
Bevor du die Rhizome endgültig einlagerst, solltest du sie sorgfältig kontrollieren.
Weiche, matschige oder unangenehm riechende Stellen weisen häufig auf Fäulnis hin. Entferne stark betroffene Teile, damit sich Krankheitserreger nicht auf gesunde Rhizome ausbreiten.
Kleine beschädigte Stellen kannst du mit einem sauberen Messer bis ins gesunde Gewebe ausschneiden. Anschließend müssen die Schnittflächen gut abtrocknen.
Besonders kräftige Rhizomstöcke kannst du bereits im Herbst vorsichtig auseinandernehmen. Meist ist es jedoch günstiger, die eigentliche Teilung erst im Frühjahr vorzunehmen, wenn die Austriebsknospen besser erkennbar sind.
5. Canna-Rhizome richtig lagern
Für die Überwinterung eignen sich Holzkisten, flache Kunststoffkisten mit Luftöffnungen oder stabile Kartons.
Lege die Rhizome möglichst locker hinein, damit sie nicht stark zusammengedrückt werden. Anschließend kannst du sie mit einem geeigneten Lagermaterial umgeben.
Geeignet sind beispielsweise:
- Locker eingefüllte Holzspäne
- Sand mit sehr geringer Restfeuchtigkeit
- Trockenes bis minimal feuchtes Pflanzsubstrat
- Kokosfasern
- Vermiculite
- Locker eingeschlagenes Zeitungspapier
Das Material soll verhindern, dass die Rhizome zu stark austrocknen. Gleichzeitig darf es keine dauerhafte Nässe verursachen.
Lagere Canna-Rhizome nicht luftdicht in Plastikbeuteln. Darin kann sich Kondenswasser bilden, das Schimmel und Fäulnis begünstigt.
6. Den richtigen Lagerraum auswählen
Für die Winterruhe sind Temperaturen zwischen ungefähr 5 und 10 °C besonders günstig. Der Lagerraum sollte frostfrei bleiben und möglichst gleichmäßige Bedingungen bieten.
Da Canna während der Ruhephase keine Blätter besitzt, benötigt sie kein Licht. Ein dunkler Keller eignet sich deshalb sehr gut.
Geeignete Winterquartiere sind beispielsweise:
- Ein kühler, frostfreier Keller
- Eine frostfreie Garage
- Ein geeigneter, unbeheizter Lagerraum
- Ein kühler Hauswirtschaftsraum
- Ein frostfrei temperiertes Gewächshaus
Vermeide dauerhaft warme Räume. Bei Temperaturen deutlich über 10 bis 15 °C können die Rhizome vorzeitig austreiben und dabei wertvolle Reservestoffe verbrauchen.
7. Rhizome während des Winters kontrollieren
Auch während der Lagerung solltest du gelegentlich nach deinem Indischen Blumenrohr sehen. Eine Kontrolle etwa alle drei bis vier Wochen ist sinnvoll.
Achte besonders auf folgende Veränderungen:
- Weiche Stellen: Können auf beginnende Fäulnis hinweisen.
- Schimmelbildung: Häufig ein Zeichen für zu hohe Feuchtigkeit.
- Stark geschrumpfte Rhizome: Deuten auf zu trockene Lagerbedingungen hin.
- Vorzeitige Austriebe: Entstehen oft bei zu hohen Temperaturen.
Entferne faulende Teile sofort. Wenn die Rhizome deutlich schrumpfen, kannst du das umgebende Lagermaterial vorsichtig und nur minimal anfeuchten.
Regelmäßiges Gießen ist während der Winterruhe nicht notwendig.
Canna im Topf überwintern: So funktioniert es ohne Ausgraben
Wenn dein Indisches Blumenrohr in einem großen Topf oder Kübel wächst, musst du die Rhizome nicht zwingend aus der Erde nehmen.
Die Überwinterung direkt im Topf ist besonders unkompliziert, sofern du einen kühlen, frostfreien Lagerplatz hast. Dabei bleiben die Rhizome im vorhandenen Substrat und treiben im Frühjahr erneut aus.
Canna im bisherigen Topf lassen
Reduziere bereits im Herbst die Wassergaben, sobald das Wachstum nachlässt. Warte möglichst, bis die oberirdischen Pflanzenteile durch die kühlen Temperaturen welken oder von selbst einziehen.
Schneide anschließend sämtliche Stängel auf etwa 10 bis 15 Zentimeter zurück und entferne abgestorbene Blätter.
Stelle den Topf an einen dunklen, kühlen und frostfreien Ort mit Temperaturen um 5 bis 10 °C.
Während des Winters benötigt die ruhende Canna kaum Wasser. Die Erde darf weitgehend abtrocknen, sollte aber nicht über Monate so stark austrocknen, dass die Rhizome vollständig schrumpfen.
Kontrolliere deshalb gelegentlich die Feuchtigkeit. Falls nötig, kannst du das Substrat ganz leicht anfeuchten. Staunässe musst du unbedingt vermeiden.
Canna in großen Kübeln überwintern
Besonders hoch wachsende Cannas werden häufig in großen Pflanzkübeln kultiviert. Diese können mit Erde sehr schwer werden.
Wenn du genügend Platz im Winterquartier hast, kannst du den gesamten Kübel einräumen. Stelle ihn möglichst auf eine Unterlage, die vor kaltem Beton- oder Steinboden schützt.
Ist der Kübel dagegen zu schwer oder zu groß, kannst du die Rhizome herausnehmen und platzsparend in Kisten einlagern.
Das hat außerdem den Vorteil, dass du den Zustand der Rhizome besser kontrollieren kannst.
Kann Canna im Topf draußen überwintern?
Eine gewöhnliche Canna sollte in Deutschland nicht ungeschützt im Topf draußen bleiben. Besonders bei längerem Frost kann das gesamte Substrat durchfrieren.
Selbst wenn du den Kübel mit Jute oder Wintervlies umwickelst, reicht dieser Schutz bei strengem Dauerfrost häufig nicht aus.
Die Überwinterung im frostfreien Raum ist deshalb deutlich zuverlässiger. Das gilt besonders für kleine und mittelgroße Töpfe.
Ein vollständig verglaster und zuverlässig frostfreier Balkon kann als Winterquartier dienen. Wichtig ist, dass die Temperaturen auch in besonders kalten Nächten über dem Gefrierpunkt bleiben.
Indisches Blumenrohr draußen überwintern: Geht das im Garten?
In sehr milden Regionen ist es möglich, Canna-Rhizome im Boden zu lassen. Allerdings bleibt diese Methode riskant.
Während die oberirdischen Pflanzenteile bereits durch leichten Frost absterben, können die unterirdischen Rhizome einen milden Winter unter günstigen Bedingungen überstehen. Entscheidend sind die Bodentemperatur, die Dauer des Frosts und die Feuchtigkeit.
Wann kann Canna im Beet bleiben?
Die besten Voraussetzungen bestehen an besonders geschützten Standorten mit milden Wintern.
Günstig sind:
- Wintermilde Regionen: Gebiete mit seltenem, länger anhaltendem Bodenfrost
- Geschützte Gartenbereiche: Beispielsweise Beete nahe einer sonnigen Hauswand
- Gut durchlässige Böden: Keine winterliche Staunässe
- Ausreichende Pflanztiefe: Die Rhizome liegen nicht unmittelbar an der Erdoberfläche
- Zusätzlicher Winterschutz: Eine dicke Schicht aus lockerem Mulchmaterial
Selbst unter günstigen Bedingungen besteht keine Garantie. Bei einem ungewöhnlich strengen Winter können die Rhizome trotz Schutz absterben.
Canna im Beet mit Mulch schützen
Wenn du das Überwintern ohne Ausgraben ausprobieren möchtest, kannst du die Pflanzstelle im Herbst mit einer dicken Mulchschicht schützen.
- Warte, bis die Blätter durch Kälte abgestorben sind.
- Schneide die Stängel etwa 10 bis 15 Zentimeter über dem Boden zurück.
- Entferne abgestorbenes Laub und kranke Pflanzenteile.
- Decke den Wurzelbereich mit einer etwa 15 bis 20 Zentimeter dicken Schicht aus trockenem Laub, Stroh oder anderem lockerem Mulchmaterial ab.
- Lege gegebenenfalls Tannenreisig darüber, damit das Material nicht weggeweht wird.
- Kontrolliere den Schutz während des Winters und vermeide anhaltende Staunässe.
- Entferne die Abdeckung im Frühjahr schrittweise, sobald keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind.
Besonders auf schweren, nassen Lehmböden ist diese Methode wenig empfehlenswert. Die Rhizome können dort während des Winters faulen, selbst wenn die Temperaturen nicht besonders tief fallen.
Warum ist Ausgraben meist sicherer?
Beim Ausgraben kannst du die Rhizome vollständig vor Frost schützen und ihre Lagerbedingungen kontrollieren.
Außerdem lassen sich beschädigte Pflanzenteile entfernen und größere Rhizomstöcke im Frühjahr teilen.
Wenn du seltene, besonders schöne oder wertvolle Cannas besitzt, solltest du deshalb auf die sichere Lagerung in einem frostfreien Raum setzen.
Canna im Keller, in der Garage oder im Gewächshaus überwintern
Für die Überwinterung eignen sich verschiedene Räume. Wichtig ist vor allem, dass die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt fällt und die Rhizome weder austrocknen noch dauerhaft nass werden.
Canna im Keller überwintern
Ein kühler Keller ist meist das beste Winterquartier. Temperaturen zwischen etwa 5 und 10 °C sind günstig, weil die Rhizome dann nur wenige Reservestoffe verbrauchen.
Der Raum darf dunkel sein. Da das Indische Blumenrohr während der Ruhephase keine Blätter besitzt, benötigt es kein Licht.
Kontrolliere die Luftfeuchtigkeit und den Zustand der Rhizome regelmäßig. In sehr trockenen Kellern können die Speicherorgane schrumpfen, während zu feuchte Räume Schimmelbildung begünstigen.
Canna in der Garage überwintern
Eine Garage ist geeignet, wenn sie zuverlässig frostfrei bleibt. Besonders in unbeheizten Garagen können die Temperaturen bei längerem Frost jedoch deutlich unter den Gefrierpunkt sinken.
Stelle die Lagerkisten möglichst nicht direkt auf kalten Betonboden. Eine Holzplatte oder ein Regal schützt vor zusätzlicher Bodenkälte.
Wenn du unsicher bist, ob die Garage frostfrei bleibt, solltest du einen anderen Standort wählen.
Canna im Gewächshaus überwintern
Ein frostfrei beheiztes Gewächshaus bietet ebenfalls geeignete Bedingungen. Allerdings können sich die Temperaturen an sonnigen Wintertagen stark erhöhen.
Steigen sie regelmäßig über 15 °C, kann das einen vorzeitigen Austrieb auslösen.
Ein unbeheiztes Gewächshaus reicht bei strengem Frost häufig nicht aus. Auch dort können die Rhizome durchfrieren.
Canna im Wohnzimmer überwintern
Ein warmes Wohnzimmer ist für die klassische ruhende Überwinterung weniger geeignet. Bei Temperaturen um 20 °C können die Rhizome vorzeitig austreiben und dabei ihre gespeicherten Reservestoffe verbrauchen.
Wenn das Indische Blumenrohr im Winter bewusst weiterkultiviert werden soll, benötigt es ausreichend Wärme und sehr viel Licht. Unter solchen Bedingungen können Cannas auch im Winter weiterwachsen.
Für die meisten Hobbygärtner ist die kühle, weitgehend trockene Ruhephase jedoch wesentlich unkomplizierter.
Canna-Rhizome lagern: Sand, Erde oder Zeitungspapier?
Für die Überwinterung von Canna-Rhizomen werden verschiedene Lagermaterialien verwendet. Wichtig ist, dass die Speicherorgane vor übermäßiger Austrocknung geschützt bleiben, ohne dauerhaft nass zu liegen.
| Lagermaterial | Vorteile | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Sand | Gleicht Feuchtigkeitsschwankungen aus | Nur trocken bis leicht feucht verwenden |
| Holzspäne | Locker und luftdurchlässig | Bei trockener Raumluft Rhizome kontrollieren |
| Lockere Pflanzerde | Einfach verfügbar, kann Feuchtigkeit speichern | Nicht zu nass einlagern |
| Kokosfasern | Leicht und feuchtigkeitsregulierend | Feuchtigkeit regelmäßig prüfen |
| Vermiculite | Locker und gut zur Lagerung geeignet | Nur geringe Restfeuchtigkeit zulassen |
| Zeitungspapier | Platzsparend und günstig | Nicht zu dicht und feucht einwickeln |
Besonders bei sehr trockener Kellerluft ist ein leicht feuchtigkeitsregulierendes Material hilfreich. In eher feuchten Kellern solltest du dagegen auf gute Belüftung achten und möglichst wenig zusätzliche Feuchtigkeit einbringen.
Warum faulen oder vertrocknen Canna-Rhizome im Winter?
Auch bei sorgfältiger Lagerung können Probleme auftreten. Meist entstehen sie durch zu hohe Feuchtigkeit, ungeeignete Temperaturen oder Verletzungen beim Ausgraben.
Rhizome werden weich und matschig
Weiche, dunkle oder unangenehm riechende Stellen weisen häufig auf Fäulnis hin. Besonders gefährlich ist dauerhaft feuchtes Lagermaterial.
Entferne betroffene Rhizome sofort aus der Kiste. Kleinere faulige Stellen kannst du gegebenenfalls mit einem sauberen Messer bis ins gesunde Gewebe ausschneiden.
Lasse die Schnittfläche anschließend vollständig abtrocknen. Bei großflächiger Fäulnis solltest du das betroffene Rhizom entsorgen.
Rhizome schrumpfen stark
Ein leichter Feuchtigkeitsverlust während der Lagerung ist normal. Werden die Rhizome jedoch stark runzlig und fühlen sich ungewöhnlich leicht an, sind die Lagerbedingungen möglicherweise zu trocken.
Kontrolliere, ob sie noch fest sind. Falls nötig, kannst du das umgebende Lagermaterial minimal anfeuchten.
Vermeide es, die Rhizome direkt in Wasser zu legen. Dadurch steigt das Risiko für Fäulnis erheblich.
Canna treibt im Winter bereits aus
Wenn deine Canna mitten im Winter neue, helle Triebe entwickelt, ist der Lagerraum häufig zu warm.
Stelle die Rhizome nach Möglichkeit kühler, aber weiterhin frostfrei.
Wenn die Austriebe bereits kräftig wachsen, kannst du die Rhizome auch in Töpfe setzen und an einem hellen, frostfreien Platz weiterkultivieren. Besonders bei wenig Licht entstehen sonst lange, schwache Triebe.
Canna im Frühjahr wieder zum Wachsen bringen
Ab März oder April kannst du damit beginnen, deine überwinterten Cannas auf die neue Gartensaison vorzubereiten.
Kontrolliere zunächst sämtliche Rhizome auf Fäulnis, Austrocknung und sichtbare Austriebsknospen. Gesunde Rhizome sollten überwiegend fest sein und mindestens einen intakten Austriebspunkt besitzen.
Canna-Rhizome im Frühjahr teilen
Mit zunehmendem Alter bilden Cannas große, verzweigte Rhizomstöcke. Diese kannst du im Frühjahr teilen, um mehrere Pflanzen zu erhalten.
- Lege den Rhizomstock vorsichtig frei.
- Entferne abgestorbene und beschädigte Bereiche.
- Teile größere Rhizome mit einem scharfen, sauberen Messer.
- Achte darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine gesunde Austriebsknospe besitzt.
- Lasse größere Schnittflächen kurz abtrocknen.
- Setze die Teilstücke anschließend in geeignete Töpfe oder später ins Beet.
Ein Rhizomstück ohne lebensfähige Austriebsknospe kann normalerweise keine neue Pflanze bilden. Deshalb solltest du die Speicherorgane nicht wahllos zerteilen.
Canna ab März oder April vortreiben
Wenn du möglichst früh Blüten haben möchtest, kannst du dein Indisches Blumenrohr bereits im Haus oder Gewächshaus vortreiben.
Setze die Rhizome in ausreichend große Töpfe mit lockerer, nährstoffreicher Erde. Bedecke sie mit einigen Zentimetern Substrat und stelle die Gefäße an einen hellen, warmen Platz.
Für den Austrieb sind Temperaturen zwischen etwa 18 und 22 °C günstig.
Gieße anfangs nur vorsichtig. Sobald sich neue Blätter entwickeln, kannst du die Wassergaben schrittweise erhöhen.
Bei ausreichend Licht bilden vorgezogene Cannas kräftige Jungpflanzen, die im Sommer häufig früher blühen als direkt ins Freiland gesetzte Rhizome.
Wann darf Canna wieder ins Freie?
Das Indische Blumenrohr sollte erst dauerhaft draußen stehen, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.
In vielen Regionen Deutschlands ist Mitte Mai nach den Eisheiligen ein guter Orientierungspunkt.
Vorgezogene Pflanzen solltest du langsam an direkte Sonneneinstrahlung und Wind gewöhnen. Stelle sie zunächst für einige Tage an einen hellen, geschützten Platz und erhöhe die Sonneneinstrahlung anschließend schrittweise.
Indisches Blumenrohr nach dem Winter richtig pflegen
Mit steigenden Temperaturen beginnt Canna schnell zu wachsen. Die Pflanzen entwickeln große Blätter und kräftige Stängel, die einen entsprechend hohen Wasser- und Nährstoffbedarf besitzen.
Den richtigen Standort wählen
Canna bevorzugt einen warmen, sonnigen und möglichst windgeschützten Standort. Besonders hohe Sorten können bei starkem Wind beschädigt werden.
Der Boden sollte nährstoffreich und ausreichend feucht sein, ohne dauerhaft zu vernässen.
Im Topf ist eine gute Drainage wichtig. Verwende ein ausreichend großes Gefäß, damit die kräftigen Rhizome genügend Platz haben.
Canna regelmäßig gießen
Während der Wachstumsperiode benötigt das Indische Blumenrohr deutlich mehr Wasser als im Winter.
Besonders an warmen Sommertagen können große Kübelpflanzen schnell austrocknen. Kontrolliere die Erde deshalb regelmäßig und gieße bei Bedarf gründlich.
Staunässe solltest du bei gewöhnlichen Garten-Cannas trotzdem vermeiden. Spezielle Wasser-Cannas besitzen teilweise andere Feuchtigkeitsansprüche.
Indisches Blumenrohr düngen
Canna gehört zu den nährstoffbedürftigen Gartenpflanzen. Während des aktiven Wachstums kann eine regelmäßige Düngung die Bildung kräftiger Blätter und zahlreicher Blüten fördern.
Verwende einen geeigneten Dünger für Blühpflanzen oder nährstoffbedürftige Kübelpflanzen und halte dich an die empfohlene Dosierung.
Beende die Düngung gegen Ende des Sommers, damit die Pflanze ihr Wachstum langsam abschließen und ausreichend Reservestoffe in den Rhizomen speichern kann.
Weitere Informationen findest du hier: Canna düngen – Nährstoffe für prächtige Blüten
Die häufigsten Fehler beim Canna überwintern
Das Indische Blumenrohr lässt sich grundsätzlich unkompliziert überwintern. Schwierigkeiten entstehen meist durch falsche Lagerbedingungen oder eine unpassende Vorbereitung.
- Rhizome zu spät ausgraben: Stärkerer Bodenfrost kann die Speicherorgane zerstören.
- Grüne Blätter zu früh abschneiden: Dadurch kann die Pflanze weniger Reservestoffe einlagern.
- Rhizome beim Ausgraben verletzen: Beschädigungen erhöhen das Risiko für Fäulnis.
- Zu feucht lagern: Dauerhafte Nässe kann Schimmel und Fäulnis verursachen.
- Zu trocken überwintern: Stark ausgetrocknete Rhizome treiben möglicherweise nicht mehr aus.
- Zu warm lagern: Hohe Temperaturen fördern einen vorzeitigen Austrieb.
- Frostfreie Lagerung nicht kontrollieren: Unbeheizte Garagen und Gartenhäuser können im Winter durchfrieren.
- Zu früh auspflanzen: Junge Canna-Triebe reagieren sehr empfindlich auf Spätfrost.
Wenn du diese Fehler vermeidest, können deine Cannas über viele Jahre erhalten bleiben und im Sommer wieder kräftig wachsen.
Lohnt es sich, Canna jedes Jahr zu überwintern?
Das jährliche Überwintern lohnt sich besonders bei großen, gut eingewachsenen Pflanzen und seltenen Sorten. Die Rhizome können mit jedem Jahr kräftiger werden und lassen sich bei Bedarf teilen.
Im Vergleich zu vielen immergrünen Kübelpflanzen ist die Lagerung besonders einfach. Ruhende Canna-Rhizome benötigen kein Licht, nur wenig Feuchtigkeit und einen kühlen, frostfreien Platz.
Wenn du ausreichend Raum im Keller oder in einer geeigneten Garage hast, kannst du die Pflanzen sogar direkt im Topf überwintern und dir das jährliche Ausgraben sparen.
Für die meisten Gärten ist eine frostfreie Überwinterung bei etwa 5 bis 10 °C die zuverlässigste Methode. Mit etwas Aufmerksamkeit bei der Lagerung treibt das Indische Blumenrohr im Frühjahr erneut aus und entwickelt im Sommer wieder seine auffälligen Blätter und Blüten.
