Katzenfreundlicher Garten

Katzenfreundlicher Garten

Katzen sind freiheitsliebende Tiere und genießen Ausflüge in die freie Natur in vollen Zügen. In einem katzenfreundlichen Garten gibt es dabei immer etwas zu entdecken. Katzenbesitzer haben dabei die volle Kontrolle darüber, wie und wann die Katze den Garten nutzen kann und müssen sich nicht um ihren Freigänger sorgen.

Wer seine Katze nicht frei herumstreunen lässt, tut sich selbst, seiner Katze und auch den Nachbarn etwas Gutes und trägt gleichzeitig zu einer artgerechten und lebensfrohen Katzenhaltung bei.

Katzen lassen sich nicht gern erziehen und jeder Katzenhalter kann bestätigen, dass ihr Haustier bei seiner Lebensgestaltung seinen ganz eigenen Kopf hat. Neben einer katzenfreundlichen Gartengestaltung nimmt deswegen die Sicherheit einen hohen Stellenwert ein.

In der freien Natur wie im Garten lauern zahlreiche Gefahren: Einige sind offensichtlich, andere sind erst auf den zweiten Blick erkennbar. Mit folgenden Tipps zu Sicherheit, Gesundheit, Spiel und Spaß kann aus jedem Grundstück ein katzenfreundlicher Garten gestaltet werden.

Katzenfreundlicher Garten – Vorteile

Laut der Tiersendung „Hundkatzemaus“ sterben jedes Jahr ca. 350.000 frei herumlaufende Katzen durch Fallen, Jäger und Autounfälle. Diese Zahl schockiert und ist weit höher, als viele Katzenbesitzer erwarten würden. Der Freilauf in ungeschützten Bereichen senkt die Lebenserwartung der Samtpfoten rapide, ist für Gartenbesitzer aber nicht alternativlos.

Das Leben von freilaufenden Katzen ist vor allem nachts stark gefährdet. Katzen sind dämmerungs- und nachtaktiv und gehen zur dunklen Tageszeit gern auf Beutezug. Dies führt zu einer gefährlichen Verkettung von Umständen: In der Dunkelheit sind Katzen für Autofahrer nur schwer zu sehen. Gleichzeitig neigen Autofahrer gerade spät abends und nachts dazu, die vorgeschriebene Geschwindigkeit zu übertreten. Ein Ausweichen ist dann oft nicht mehr möglich.

Ein geschützter Freigang im eigenen Garten hat also zahlreiche Vorteile für den Katzenhalter und sein Haustier. Dazu gehört vor allem der Schutz der Gesundheit und die Sicherheit der Katze. Im katzenfreundlichen Garten muss man sich als Tierbesitzer um folgende Dinge keine Sorgen mehr machen

  • Verkehr
  • Unfälle
  • Jäger
  • Fallen
  • Weglaufen
  • Fütterung durch Fremde
  • Ungewollter Nachwuchs
  • Infektionsgefahr durch Kontakt mit nicht geimpften Artgenossen
  • Revierkämpfe

Vorbereitungen für den ersten Ausflug in den katzenfreundlichen Garten

Neue Katzen sollten die ersten vier Wochen im Haus verbringen, um sich an das fremde Domizil zu gewöhnen. So lange dauert es außerdem, bis die Katze das Haus als festen Ausgangspunkt und zentralen Mittelpunkt ihres Reviers anerkennt.

Vor dem ersten Freigang sollte die Katze außerdem auf ihren Rufnamen reagieren und auch mit Futter angelockt werden können, sodass der Freigang vom Katzenhalter besser kontrolliert und auf Wunsch beendet werden kann.

Experten empfehlen, den Freigang in den ersten Tagen schrittweise zu steigern und die Katze zunächst nur tagsüber in den Garten zu lassen. Erst wenn das Tier sich an die neue Umgebung gewöhnt hat und sicher im Umgang mit der Garteneinrichtung geworden ist, kann es sich den Herausforderungen der Nacht stellen.

Feste Futterzeiten helfen der Katze dabei, einen Tagesrhythmus zu finden, in dem der Ausflug in den Garten ein fester Bestandteil werden kann. Darf die Katze später allein über ihre Ausflugszeiten entscheiden, empfiehlt es sich, ihr einen Zugang zum Haus zu gewähren, den sie jederzeit ohne Hilfe nutzen kann. Hier haben sich vor allem Katzenklappen etabliert, die in eine Hinter-, Terrassen oder Gartentür integriert werden können.

Katzenbesitzer sollten sich bereits vor dem ersten Ausflug in den Garten entscheiden, ob die Katze das Grundstück verlassen darf oder nicht. Wie bereits erwähnt, hat die zweite Option zahlreiche Vorteile für die Sicherheit und die Gesundheit des Haustieres.

Da Katzen sehr gut springen und klettern können, gehört eine Einzäunung des Gartens in diesem Fall ebenso zu einer guten Vorbereitung, wie eine ansprechende Einrichtung des Gartens, die der Katze Sicherheit, Unterhaltung und Entspannungsmöglichkeiten bietet.

Katzenfreundliche Gartengestaltung

Katzen sind grundsätzlich recht genügsame Tiere und benötigen zunächst nicht viel, um glücklich zu sein. Trotzdem oder gerade deswegen gehört es zum Naturell der Tiere, sich immer neue Beschäftigungsmöglichkeiten zu suchen. Gepaart mit der charakteristischen Neugier können Katzen so schnell auf dumme Ideen kommen.

Abhilfe schafft man als Katzenhalter hier, indem man artgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten anbietet und regelmäßig für Abwechslung sorgt.

Neben dem Spielspaß nehmen Schlaf-, Entspannungs- und Versteckmöglichkeiten einen großen Stellenwert in der Katzenhaltung ein. Wie die Katze den Garten betreten und verlassen kann und ob sie diesen auch unbeaufsichtigt nutzen darf, sollte ebenfalls im Vorfeld abgeklärt werden.

Einzäunung – Die häufigsten Fragen

Damit der katzenfreundliche Garten für Stubentiger zu einem sicheren Ausflugsdomizil wird, muss er zunächst gegen das Eindringen von außen aber auch gegen unerwünschtes Verlassen gesichert werden. Die effektivste Methode ist – je nach den örtlichen Gegebenheiten – den Garten rundum einzuzäunen.

Dazu ist häufig eine Genehmigung des Bauamtes erforderlich. Dabei bestimmen Höhe, Art der Einfriedung und die Ortgegebenheiten darüber, ob der Zaun genehmigungspflichtig ist. In fast allen Bundesländer bleibt einem der Gang zum Amt nicht erspart, wenn die Einzäunung katzensicher sein muss. Alles über 1,80 Meter Höhe ist in den meisten Gemeinden genehmigungspflichtig.

Das Aufstellen eines Katzenzauns kann je nach Beschaffenheit des Bodens und den örtlichen Vorgaben eine echte Herausforderung sein. Einige Garten- und Landschaftsbauer haben sich auf diese Aufgabe spezialisiert. Wer unsicher ist, sollte beim Bau eines Zauns einen Experten um Rat fragen.

Wie muss ein Katzenzaun beschaffen sein?

Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten, da sie von der Art des Zauns und den Sprung- und Kletterfähigkeiten der Katzen abhängen. Der wichtigste Faktor ist jedoch die Höhe. Zäune mit einer Höhe unter 2 Metern dürften für fast alle Katzen jedoch kein großes Hindernis darstellen. Selbst drei Meter hohe Zäune können von vielen Katzen überwunden werden; insbesondere wenn ein erhöhter Absprungplatz in der Nähe des Zaunes platziert ist (z. B. Regentonne, Gartenschrank, Baum, etc.).

Die höchste Sicherheit bieten Zäune, die einerseits in die Erde eingelassen und gleichzeitig oben nach innen abgewinkelt sind. Neben der Fähigkeit, über den Zaun zu springen ist es für Katzen außerdem möglich, sich unter der Abgrenzung einen Weg ins Freie zu graben. Nach innen geneigte Zäune haben den Vorteil, dass Katzen an ihnen in der Regel nicht hinaufklettern.

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass Katzen sich durch sehr kleine Öffnungen hindurchzwängen können und durch ihr dichtes Fell kräftiger aussehen, als sie tatsächlich sind. Öffnungen im Zaun sollten deswegen nicht größer als drei bis vier Zentimeter sein.

Auf Holzpfosten sollten Katzenbesitzer verzichten, da Katzen an diesen sehr leicht bis nach oben klettern können. Besser sind Eisen- oder Stahlpfosten, die der Katze beim Klettern wenig Halt geben.

Ist ein elektrischer Katzenzaun sinnvoll?

Eine weitere Entscheidung müssen Katzenbesitzer zwischen Elektrozaun und stromlosen Zaun treffen. Elektrische Zäune arbeiten dabei auf zwei verschiedene Arten: Die klassischen Modelle geben einen Stromschlag ab, wenn die Katze den Zaun berührt.

Sogenannte unsichtbare Katzenzäune funktionieren über einen Empfänger, den die Katze an einem Halsband trägt. Dieser löst einen schmerzhaften Stromschlag aus, wenn die Katze das begrenzte Gebiet verlässt.

Elektrische Katzenzäune verstoßen häufig gegen das Tierschutzgesetz und sollten vermieden werden, wann immer es möglich ist.

Reicht eine dichte Hecke als Abgrenzung?

Egal wie dicht die Hecke ist: Sie bietet keinen zuverlässigen Schutz gegen Ausbruchsversuche. Wie bereits erwähnt reichen schon sehr kleine Öffnungen oder Lücken, um der Katze den erweiterten Freigang zu gewähren. Ohne zusätzliche Maßnahmen bleibt die Hecke als Einfriedung wirkungslos.

Mit einem Katzennetz lässt sich die Hecke jedoch katzensicher einrichten. Als Übergangslösung scheint diese Methode zunächst geeignet. Spätestens beim nächsten Heckenschnitt steht man jedoch vor neuen Problemen, da das Netz der Heckenschere nicht standhalten wird. Es muss zum Heckeschneiden abgenommen werden.

Wer sich daran nicht stört, hat an dieser Stelle eine kostengünstige und sichere Methode gefunden; vorausgesetzt, die Hecke ist hoch genug und kann nicht übersprungen oder untergraben werden.

Zugang zum Garten

Katzen sind freiheitsliebende Tiere, die sich nicht gern kontrollieren und dominieren lassen. Die meisten Charaktere bevorzugen deshalb, ihre Gartenausflüge eigenständig und nach ihren eigenen Wünschen zu gestalten.

Hat sich die Katze an ihr vergrößertes Revier gewöhnt, kann sie mit entsprechenden Hilfsmitteln den Garten ohne Hilfe betreten und verlassen. Die komfortabelste Option ist hier neben einem geöffneten Kellerfenster sicherlich die sogenannte Katzenklappe. Alle Methoden haben jedoch Vor- und Nachteile, sodass diese individuelle Entscheidung in Abhängigkeit von den persönlichen Begebenheiten getroffen werden muss.

Katzenklappe

Mit einer Katzenklappe schafft man einen sicheren, katzenfreundlichen Zugang zum Garten, der mit vielen Vorteilen verbunden ist. Die Auswahl umfasst hier neben einfachen, klassischen Ausführungsformen inzwischen auch Modelle, die mit einem Mikrochip gesteuert werden.

Der größte Vorteil dieser speziellen Katzenklappen ist, dass sie nur von autorisierten Tieren genutzt werden können. Zu diesem Zweck trägt die Katze ein Halsband mit einem Chip, der die Katzenklappe entriegelt. Alternativ können einige Modelle mit dem Transponder geöffnet werden, die auch zur Registrierung von Haustieren verwendet werden.

Wichtig zu wissen: Für den Einbau einer Katzenklappe in Mietwohnungen und -häusern bedarf es der Zustimmung des Vermieters. Zahlreiche Gerichtsurteile sehen in der Montage einer Katzenklappe eine nicht unerhebliche Beschädigung der Mietsache und weiterhin eine optische Beeinträchtigung, wenn die Klappe von außen gut sichtbar ist.

Katzenklingel

Wer kontrollieren möchte, wann die Katze den Garten betreten und verlassen kann, öffnet ihr einfach eine Hinter-, Terrassen- oder Gartentür. Dies erfordert einerseits die persönliche Anwesenheit im Haus und andererseits einiges an Aufmerksamkeit, wenn die Tür nicht die ganze Zeit offen stehen kann.

Insbesondere wenn die Katze zurück ins Haus möchte, kann sie sich lautstark bemerkbar machen. Einige Katzen tendieren außerdem dazu, an der Türe zu kratzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Holztüren oder Glastüren mit Kunststoffrahmen können dabei durch die scharfen Krallen schnell Schaden nehmen.

Damit der Stubentiger beim Einlass ins Haus nicht warten muss und in Vandalismus verfällt, können Katzenhalter im Handel eine sogenannte Katzenklingel erwerben. Dabei handelt es sich um einen Sensor, der durch die Katze ausgelöst wird und anschließend die Türklingel oder sogar eine eigens für das Tier angebrachte Katzenklingel auslöst.

Das System wird idealerweise an der Stelle angebracht, die die Katze gewöhnlich für ihre Ausflüge nutzt.

Katzenklingeln haben zahlreiche Vorteile

  • Kontrolle der Ausgangszeiten
  • Keine Beschädigungen an Türen und Fenster (z. B. durch Katzenklappe)
  • Dadurch auch für Mietobjekte geeignet
  • Geeignet für Katzen, die in den oberen Etagen wohnen
  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Zugangskontrolle: Nur die eigene Katze kann das Haus betreten
  • Schutz vor Einbrechern
  • Schutz gegen unerwünschter Beute
  • Kein Kratzen an der Tür
  • Kein Warten bei Regen oder Kälte

Die Geräte sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und können mit einem Bewegungsmelder, einer Trittmatte oder einem speziellen Halsband ausgestattet sein. Außerdem gibt es Modelle mit Kameras oder Lichteffekten, die alternativ zum akustischen Signal genutzt werden können.

Offenes Fenster

Wer tagsüber nicht Zuhause ist oder aus anderen Gründen der Katze nicht persönlich die Tür öffnen möchte, kann ihr im Keller ein Fenster öffnen, durch das sie selbstständig ins Freie gelangen kann.

Dies sollte nur als letzte Option verstanden werden, da diese Methode mit zahlreichen Nachteilen verbunden ist:

  • Die Katze kann Beute mit ins Haus bringen
  • Angriffsfläche für Einbrecher
  • Energieverlust durch entweichende Wärme
  • Fremde Katzen können ins Revier eindringen

Wichtig ist in diesen Fällen, dass das Fenster vollständig geöffnet wird. Katzen können sich sehr leicht in gekippten Fenster verfangen und sich nur in seltenen Fällen aus dieser misslichen Lage wieder befreien. Im schlimmsten Fall endet ein Unfall im gekippten Fenster mit dem Tod der Katze.

Das Fenster sollte also stets weit geöffnet sein und sich außerdem in Bodennähe befinden, sodass Stürze vermieden werden. Idealerweise ist der Zugang außerdem an einer geschützten Stelle gelegen, sodass das offene Fenster von außen nicht oder nur schwerlich einsehbar ist.

Die beliebtesten Aktivitäten im katzenfreundlichen Garten

Selbst im schönsten Garten kann irgendwann Langeweile aufkommen. Katzen sind sehr neugierige Tiere und lieben Abwechslung und Erkundungstouren. Diese natürliche Verhaltensweise kann sich der Katzenhalter bei der Einrichtung des katzenfreundlichen Gartens zunutze machen, denn für Katzen ist fast alles interessant.

Zu den liebsten Beschäftigungen der Samtpfoten gehören

  • Verstecken
  • Jagen
  • Spielen
  • Anschleichen
  • Klettern
  • Kratzen

Katzenfreundliche Spielplätze

Katzen sind sehr kreativ, wenn es um das Verstecken geht. Insbesondere dann, wenn man sie hereinrufen möchte, sind die pelzigen Versteckungskünstler plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Unterschlupf finden sie dabei in der kleinsten Ecke.

Wer seiner Katze im Garten eine Freude machen will, richtet ihr dort einige Plätze ein, die als Versteck besonders attraktiv sind und gleichzeitig bei einem Regenguss etwas Schutz bieten. Kann man sich von dort aus auch noch an etwas heranschleichen, ist in der kleinen Katzenwelt alles perfekt.

Besonders beliebte Spiel- und Versteckplätze sind

  • Katzenhaus: Katzenhäuser bieten neben einer Versteckmöglichkeit nicht nur Schutz vor Regen oder starker Sonneneinstrahlung, sondern sind meist auch mit einem Aussichtsplatz auf dem Dach und/ oder einer Kratzmöglichkeit ausgestattet.
  • Blumentöpfe und Kübel: Mit einer großen (natürlich ungiftigen) Pflanze bepflanzt, eignen sich diese Einrichtungsgegenstände im Garten perfekt zum Verstecken und Anschleichen. Optisch fügen diese sich perfekt in die natürliche Umgebung ein.
  • Blätterhaufen: Zugegeben, dieses Versteck ist mühsam einzurichten und nur im Herbst realisierbar, für die Samtpfote aber umso verlockender. Zusammengerechte Laubhaufen animieren zum Toben, Anschleichen, Verstecken und Spielen. Dass Katzen im Laub zahlreiche Insekten jagen können, setzt dem Spielspaß die Krone auf.
  • Klettergerüste/ Kletterbäume: Als Erweiterung des Katzenhauses sind Klettergerüste dann eine gute Option, wenn das Klettern auf Bäumen unerwünscht oder nicht möglich ist. Wer sich als Gartenbesitzer an den großen Gebilden nicht stört, kann kletterfreudigen Abenteurern damit viel Freude bereiten.

Entspannung, Dösen und Schlafen

Katzen schlafen etwa 12 – 16 Stunden am Tag. Dabei wechseln sich Tiefschlafphasen mit leichtem Schlaf, Dösen und Tiefenentspannung ab. Im katzenfreundlichen Garten dürfen Plätze zum Schlafen und Entspannung deswegen auf keinen Fall fehlen.

Sieht man sich die selbst gewählten Schlafplätze an, scheint die Katze auf den ersten Blick nicht sehr wählerisch zu sein: Viele Tiere dösen einfach auf dem Boden und räkeln sich dabei in der Sonne. Andere Katzen findet man zum Unmut vieler Gartenbesitzer auch auf den Polstern der Gartenmöbel.

Wie so oft gilt in diesen Fällen wieder: Erziehungsmaßnahmen helfen nicht viel, um die Katze von ihren Vorlieben abzubringen. Allerdings ist es immer sinnvoll, ihr eine oder mehrere Alternativen anzubieten. Oft braucht es etwas Zeit, bis man als neuer Katzenhalter die Vorlieben der Katzen durchschaut hat.

Genaues Beobachten der natürlich vorhandenen Verhaltensweisen hilft auch bei der Einrichtung von Schlafplätzen im Garten. Mit etwas Glück werden sie von der Katze akzeptiert.

Viele Katzen bevorzugen zum Schlafen einen erhöhten Platz, an dem sie sich sicher fühlen und von dem aus sie ihr Revier leicht überblicken und beobachten können. Ein Schlafplatz auf einem Gartenschrank, einem alten Gartenstuhl oder einer unter einem Baum aufgestellten Bank stehen bei den Vorlieben hoch im Kurs.

Ähnlich beliebte Schlafplätze finden sich hingegen auf dem Boden. Auch wenn es für den Katzenhalter zunächst ungewöhnlich erscheint: Katzen lieben Steinplatten und Fliesen. Eine einzelne auf dem Rasen platzierte Steinplatte zieht viele Katzen magisch an. In der Sonne heizen sie sich auf und bieten auch in den späten Abendstunden ein warmes Plätzchen zum Sitzen, Liegen und Entspannen.

Fliesen haben den gegenteiligen Effekt: Im Schatten bieten sie an heißen Sommertagen eine Liegemöglichkeit mit Kühleffekt. Die Begeisterung für kühle Fliesen im Sommer können Halter von reinen Wohnungskatzen bestätigen: Nicht selten finden sie ihren schlafenden Stubentiger auf den kühlen Fliesen im Badezimmer.

Schlafkörbchen sind im Handel zahlreich erhältlich und werden von vielen Katzen gut akzeptiert. Als Alternative für die Polsterauflagen können diese auf einem Gartenstuhl oder auf einer Bank aufgestellt werden.

Katzen und Bäume

Katzen haben eine besondere Vorliebe für Bäume: Einerseits dienen diese als beliebte Kratzstelle, andererseits sind die Tiere leidenschaftliche und geschickte Kletterer. Dies bringt einige Probleme mit sich, da die Rinde empfindlicher und junger Bäume durch das Kratzen Schaden nehmen kann.

Auch gegen das Klettern müssen Bäume zumindest vereinzelt gesichert werden, damit die Katze den Garten nicht verlassen kann. Viele Katzen haben außerdem Probleme mit dem Abstieg von hohen Bäumen.

Kratzspuren an Bäumen vermeiden

Das Krallenwetzen gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen aller Katzen. Wie viele andere Eigenschaften kann das Kratzen dem Tier nicht verboten oder aberzogen werden. Dennoch können die Samtpfoten mit ihren scharfen, spitzen Krallen im Garten einigen Schaden anrichten.

Besonders gefährdet sind dabei Gartenmöbel aus Korb oder Rattan (auch Kunst-Rattan), Polstermöbel und zahlreiche Baumarten wie Weide oder Obstbäume. Das einzige, was hier hilft, ist ein nachhaltiger Schutz der gefährdeten Objekte sowie das Anbieten einer Alternative.

Durch das Klettern auf Bäumen werden die Krallen auf natürliche Weise abgewetzt. Verwehrt man der Katze den Zugang zu Bäumen, muss man als Katzenhalter anderweitig Abhilfe schaffen und eine geeignete Kratzstelle einrichten.

Kratz- und Kletterbäume gehören als fester Einrichtungsgegenstand in jeden Katzenhaushalt. Die Modelle für Haus und Wohnung sind für den Einsatz draußen allerdings wenig geeignet, da die verwendeten Materialien nicht witterungsbeständig sind.

Einige Hersteller bieten spezielle Outdoor-Kratzbäume an. Diese verzichten auf flauschige Kunstfaser-Bezüge und sind aus wetterfestem Holz, Sisal und Korbgeflecht gefertigt.

Für die Katze sind sie eine gute Option; viele Gartenbesitzer stören sich jedoch an der wenig naturgetreuen Optik. Im katzenfreundlichen Garten lässt sich jedoch eine Kratzstelle einrichten, die auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen ist.

Besonders gut geeignet sind dafür Materialien, die eine raue und feste Oberfläche haben

  • Sisal
  • Rattan
  • Korbgeflecht
  • Bast und Kokos

Besonders beliebte Bäume kann man wahlweise mit einer Kratzmatte umhüllen, die im Handel erhältlich ist. Diese sind aus Kokos, Bast oder Sisal gefertigt und werden zum Schutz des Baumes am Stamm angebracht.

Soll die Katze vom Baum ferngehalten werden, hat man keine Wahl, als den Baumstamm mit einem Drahtgeflecht oder einer PVC-Manschette zu schützen. Weitere Alternativen zum Schutz der Bäume sind

  • Ausstreuen von Pfeffer (hält nur bis zum nächsten Regenguss)
  • Pflanzen, die Katzen fernhalten, z. B. die sogenannte Verpiss-dich-Pflanze/ Katzenschreck/ Hundeschreck (funktioniert nicht bei allen Katzen)
  • Katzenfernhaltespray (im Handel erhältlich, funktioniert nicht bei allen Katzen)
  • Kratzbretter zur Ablenkung und für Katzen, die am Boden kratzen

Welche Lösung für den persönlichen Garten am besten geeignet ist, hängt von den persönlichen Begebenheiten ab. Kräftige, ausgewachsene Bäume nehmen durch das Kratzen kaum Schaden. Die Wetzspuren sind also eher ein optisches Problem. Mit Draht oder PVC umwickelte Baumstämme stören jedoch ebenfalls das natürliche Erscheinungsbild im Garten.

Wer sich für die Variante mit Draht entscheidet, kann diesen mit einer Kletterpflanze bewachsen und so etwas besser in das natürliche Ambiente des Gartens einbinden. Gut geeignet sind zu diesem Zweck beispielsweise Kapuzinerkresse und Wicken.

Bäume gegen das Klettern sichern

Die beste Einzäunung des Gartens hilft nicht, wenn Bäume der Katze einen Weg aus dem Garten ermöglichen. Katzen können bei ihren Ausbruchsversuchen sehr erfindungsreich sein und auch hohe Bäume stellen für ihre Kletterkünste kaum eine Herausforderung dar.

Das Absichern der Bäume gegen Kletterkünstler schützt außerdem in der Baumkrone nistende Vogelarten. Nicht zuletzt stürzen Katzen bei der Jagd nach Vögeln von Bäumen und ziehen sich schwere Verletzungen zu.

Bei der Entscheidung, ob ein Baum gesichert werden muss oder nicht, sollten Gartenbesitzer die enormen Sprungfähigkeiten der Katze nicht vergessen. Viele Tiere können aus dem Stand über zwei bis drei Meter hoch springen, sodass auch Bäume mit weiter oben gelegenen Ästen nicht vor den Tieren sicher sind.

Katzenhalter, die Baumstämme zum Schutz vor den scharfen Krallen mit Draht umwickeln, können sich diese Methode gleichzeitig gegen das Klettern zunutze machen. Hierbei ist zu beachten, dass der Baumstamm bis zu einer Höhe von mindestens zwei Metern in Draht oder PVC gehüllt werden muss, damit die Katze nicht an den untersten Ast springen kann.

Wirkungsvoll gegen Kletterkünstler sind auch sogenannte Katzenabwehrgürtel. Diese lassen sich deutlich unauffälliger am Baumstamm anbringen und verhindern das Klettern relativ zuverlässig. Auch gegen Marder und Waschbären bieten die Abwehrgürtel in vielen Fällen einen guten Schutz.

Abkühlung im Sommer und Trinkgelegenheit

Katzen liegen gern in der Sonne und scheinen gegen Hitze zunächst unempfindlich zu sein. Anders als Hunde hecheln sie jedoch eher selten, sodass dieses Verhalten bereits ein erstes Anzeichen einer Überhitzung sein kann.

Weiter Symptome eines Hitzschlags bei Katzen sind:

  • Hecheln und Speicheln
  • Apathie und Benommenheit
  • Liegen in Bauchlage
  • Liegen auf der Seite (sofort zum Tierarzt!)
  • Fieber
  • Durchfall und Erbrechen
  • Unruhe
  • Weite Pupillen
  • Dunkle Färbung der Schleimhäute

Da Katzen außerdem auch nicht schwitzen, haben die Tiere nur sehr begrenzte Möglichkeiten, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Bei hohen Außentemperaturen lässt sich beobachten, dass die Katze deutlich weniger aktiv ist als gewöhnlich und bevorzugt schattige und kühle Plätze aufsucht.

Damit es erst gar nicht zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag kommt, kann der Katzenhalter im Garten bei sommerlichen Temperaturen Vorkehrungen treffen.

Schattenplätze für kühle Entspannung  

Der freiheitsliebende Charakter der Katze kann bei der Einrichtung eines katzenfreundlichen Gartens schnell für Frustration sorgen: Liebevoll angelegte Ruhe- und Schlafplätze werden im Garten genau wie im Haus häufig verschmäht. Stattdessen findet man seinen Stubentiger nicht selten auf den kühlen Fliesen im Badezimmer, wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt.

Ganz im Gegensatz zum Hund, der einen für ihn vorgesehenen Schlafplatz akzeptieren kann, sucht die Katze sich ihre Lieblingsplätze selbst aus.

Als Gartenbesitzer kann man geeignete Plätze jedoch besonders hervorheben und sie so für die Katze attraktiver machen. Besonders förderlich für die Wohlfühloase im Garten sind

  • Schattenplätze: Mit ihrem dichten Fell wird es Katzen in der prallen Mittagssonne schnell zu heiß. Sie wird von sich aus ein schattiges Plätzchen aufsuchen, das nicht selten unter einem Baum oder unter einer Hecke zu finden ist.
  • Sonnenschirm/ Sonnensegel: Katzen liegen gerne erhöht, um ihr Revier großflächig überblicken zu können. Einen bereits gewählten Lieblingsplatz kann man einfach und effektiv mit einem Sonnenschirm beschatten.
  • Fliesen: Im Schatten ausgelegte Fliesen bieten der Katze eine hervorragende Möglichkeit sich abzukühlen und gleichzeitig zu entspannen. Während Hauskatzen häufig im Keller oder im Garten auf den Bodenfliesen anzutreffen sind, nehmen viele Gartenkatzen speziell für sie ausgelegte, kühle Bodenbeläge auch im Garten gerne an.
  • Katzenhaus: Katzen lieben dunkle Versteckmöglichkeiten. Gerade bei hochsommerlichen Außentemperaturen wird ein Katzenhaus schnell zum Lieblingsplatz der Fellnase. Besonders guter Akzeptanz erfreuen sich hier Modelle, die zusätzlich einen Sitz- und Liegeplatz auf dem Dach bieten, sodass die Katze hier entspannen und gleichzeitig ihr Revier überblicken kann.

Abkühlung mit Wasser – Sind alle Katzen wasserscheu?

Viele Katzen meiden den Kontakt zum Wasser und gelten allgemein als wasserscheu. Anders als Hunde wissen Katzen eine Abkühlung in Teich, Pool oder Planschbecken meist nicht zu schätzen und benötigen diese in der Regel auch nicht.

Als ehemaliger Wüstenbewohner sind viele Katzen den Kontakt mit Wasser außerdem nicht gewohnt. Dies führt neben der Wasserscheu auch zu einem zögerlichen Trinkverhalten, das viele Katzenbesitzer bei ihrem Haustier beobachten können.

Da die moderne Katzenernährung die erforderliche Flüssigkeitsmenge häufig nicht deckt, sollte regelmäßig frisches Wasser angeboten werden. Die meisten Fellnasen bevorzugen dabei das Trinken aus einer großen, flachen Schale, weil diese ihrer natürlichen Neigung am ehesten entspricht.

In der freien Natur trinken Katzen vorzugsweise an flachen Gewässern, deren Areal sie gut überblicken können. So vermeiden sie es, Opfer von Raubtieren zu werden, die sich im und am Wasser aufhalten. Der natürlichen Tendenz sollte vor allem bei der Nahrungs- und Wasseraufnahme Rechnung getragen werden, damit sich Charaktere, die ohnehin nicht viel trinken, bei der Flüssigkeitsaufnahme wohlfühlen.

Auch das Trinken aus Wasserhähnen, der Gießkanne, dem Planschbecken oder dem Gartenteich kann häufiger beobachtet werden. Anders als ein bereitgestellter Wassernapf bieten diese Wasserquellen einen zusätzlichen Anreiz. Durch plätschernde Geräusche oder interessante Bewegungen wird der Jagd- und Spieltrieb angeregt. Katzen bevorzugen außerdem abgestandenes Wasser.

Gefahr besteht für den Stubentiger in diesen Fällen nicht. Auch wenn ein Bad in Pool, Teich oder Planschbecken nicht für Begeisterung sorgt, ist dieses in der Regel ungefährlich, da Katzen sehr gute Schwimmer sind. Auch gechlortes Wasser aus dem Pool wird allgemein als unproblematisch erachtet, da Katzen durch den ausgeprägten Chlorgeschmack das Verschlucken eher vermeiden.

Einige Katzenrassen suchen hingegen die Nähe zum Wasser. Dazu gehören

  • Maine Coon
  • Norwegische Waldkatze
  • Türkisch Angora
  • Türkisch Van
  • Bengal
  • Savannah
  • American Bobtail
  • Japanese Bobtail

Wasserstellen für Katzen

Gartenbesitzer, die ihrer wasserliebenden Samtpfote eine Freude machen wollen, können der Katze eine Schwimmgelegenheit im Garten anbieten.

  • Hunde-/ Katzenpool: Genau wie Hunde haben Katzen spitze Krallen, sodass aufblasbare Kinderplanschbecken keine langlebige Option sind. Spezielle Hunde- bzw. Katzenpools sind jedoch eine günstige und stabile Alternative
  • Sandmuschel: Aus Hartplastik gefertigt, können diese robusten Schalen mit Wasser oder Sand gefüllt werden
  • Baby- oder Kunststoffwanne: Zum Planschen und Trinken ist eine mit Wasser gefüllte Wanne häufig ausreichend

Katze und Gartenteich

Ein Gartenteich ist für Katzen aller Rassen interessant. Fische sind im Teich dabei besonders bedroht. Auch Wasserpflanzen und am Wasser lebende Insekten sind vor der Samtpfote nicht sicher.

Wer seinen Gartenteich neben der Katzenhaltung kultivieren möchte, hat kaum eine Wahl, als der Katze den Zugang zu diesem Bereich des Gartens zu verwehren. Erziehungsmaßnahmen sind – wie so oft bei Katzen – in der Regel nicht von Erfolg gekrönt, sodass tatsächlich eine Einzäunung oder eine Absperrung des gesamten Bereichs erfolgen muss, um die Katze vom Teich fernzuhalten.

Ist eine Absperrung nicht möglich oder erwünscht, sollte die Katze sich nur unter Aufsicht dem Teich nähern.

Für Katzen, die sich autark im Garten bewegen und zu allen Tageszeiten Zugang zum Teich haben, kann das Areal alternativ auch katzen- sowie umweltfreundlich angelegt oder umgestaltet werden.

Hier sind folgende Punkte besonders wichtig zu beachten:

  • Fische umsiedeln! Als direkter Fressfeind wird es jeder Katze irgendwann gelingen, den Teich leer zu fischen.
  • Technische Hilfsmittel zur Wasseraufbereitung sichern: Schläuche, Teichpumpen und Filtersysteme können durch die Katze Schaden nehmen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Katze sich verfängt und schlimmstenfalls ertrinkt.
  • Katzenfreundliche Wasseraufbereitung: Wer mit Chemikalien die Wasserqualität beeinflusst, sollte auf ungiftige Teichpflegeprodukte achten.
  • Wasserpflanzen: Was für Blumenbeete gilt, sollte auch bei Wasserpflanzen beachtet werden. Giftige Pflanzen müssen entfernt werden und auch der Kauf von sensiblen und empfindlichen Wasserpflanzen sollte wohl überlegt sein. Man kann nie wissen, welche Einrichtungsgegenstände im Teich die Aufmerksamkeit der Katze erregen.

Katzentoilette

Katzen sind sehr reinliche Tiere und lassen sich leicht an die Benutzung einer Katzentoilette gewöhnen. Im Haus gelingt dies etwas leichter als in der freien Natur, aber mit ein paar Tricks können sich viele Freigänger auch an die Benutzung einer Gartentoilette gewöhnen.

  • Klassische Katzentoilette: Mit Katzenstreu befüllt und im Garten aufgestellt, werden diese Modelle in der Regel gut akzeptiert, da sie bereits aus dem Haus bekannt sind. Hier empfiehlt es sich, mit der Einstreu keine Experimente zu machen und das gewohnte Katzenstreu zu verwenden. Idealerweise kauft man außerdem das gleiche Modell, das auch im Haus gut akzeptiert wird.
  • Toilettenecke: Zugegeben, eine Katzentoilette aus Kunststoff – möglicherweise noch mit Haube – fügt sich nicht sehr schön in die Optik des Gartens ein. Alternativ können Gartenbesitzer eine Ecke im Garten oder ein kleines Blumenbeet umfunktionieren. Bewährt hat sich hier ein Erdaushub und eine anschließende Füllung mit Sand. Setzt man hier die Katze hinein, fangen viele Tiere sofort an zu buddeln. Wichtig: Steht im Garten auch ein Sandkasten für Kinder, besteht eine große Verwechslungsgefahr. Hier empfiehlt es sich, für die Katzentoilette eine andere Einstreu zu verwenden.
  • Loben: Wann immer man die ordnungsgemäße Benutzung des stillen Ortes beobachten kann, sollte die Katze gelobt und belohnt werden. Die positive Verstärkung des erwünschten Verhaltens funktioniert bei Katzen weit besser als die Bestrafung bei Toilettengängen im Blumen- oder Gemüsebeet.
  • Hausmittel: Um Katzen von Beeten fernzuhalten, kann man versuchen, ihnen diese „ungemütlich“ zu machen. Zu den beliebtesten Methoden gehören das Ausstreuen von schwarzem Pfeffer, beträufeln mit Minzöl, zeitweises Abdecken mit schwarzer Folie oder das Abstecken der Beete und Aufspannen mit Hanfbindfäden. Auch Katzenfernhaltespray kann wirkungsvoll eingesetzt werden, hilft aber nicht bei allen Katzen. Hier ist die Bereitschaft zum Experimentieren und auch die eigene Kreativität gefragt.
  • Imitation: Besonders hartnäckige Katzen werden immer wieder bevorzugte Beete aufsuchen, um ihr Geschäft zu verrichten. Als Katzenhalter sollte man sich hier fragen, was an dem auserkorenen Blumenbeet besonders attraktiv ist. Liegt es in der Sonne? Im Schatten? Wird es häufig umgegraben? Wie ist der Untergrund? Abhilfe schafft häufig, einen Teil des Bodens mit Sand zu vermischen und diese Kombination in ein extra angelegtes Toiletten-Beet einzufüllen, das ähnliche Eigenschaften aufweist.

Katzenfreundliche Gartenpflanzen

Neben einer Vielzahl von Giftpflanzen erfreuen sich einige Pflanzenarten bei Katzen höchster Beliebtheit. Grundsätzlich sind Katzen nicht wählerisch und knabbern neben Gras und Gemüsepflanzen leider auch Giftpflanzen, Hecken, Sträucher und sogar Zweige an.

Einige Pflanzen werden jedoch besonders gerne akzeptiert und erfreuen einerseits das Katzenherz und lenken andererseits von wertvollen Ziersträuchern oder dem Gemüsebeet ab.

Auch wenn ungiftige Pflanzen grundsätzlich angefressen werden dürfen, sollten Katzenhalter darauf achten, dass sie nicht in hohem Maße verzehrt werden. Auch wenn keine Toxizität vorliegt, kann übermäßiger Verzehr Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen.

Baldrian – Ganz oben auf der Beliebtheitsskala

Auch als Katzendroge bekannt, hat diese Pflanze anders als beim Menschen keine beruhigende Wirkung. Ganz im Gegenteil zum Menschen drehen Katzen bei Baldrian richtig auf und geraten regelrecht in Ekstase. Die im Baldrian enthaltene Valeriansäure ähnelt Sexuallockstoffen weiblicher Katzen, sodass vor allem Kater begeistert auf das Kraut reagieren.

Die meisten Katzen verwenden Baldrian weniger zum Fressen als vielmehr dazu, sich an den Pflanzen zu reiben oder sich darin zu wälzen. Auch ein gefülltes Kissen ist ein sehr beliebtes Spielzeug für Haus- und Gartenkatzen und versetzt Katzenbesitzer, die das Treiben zum ersten Mal beobachten, regelrecht in Erstaunen.

Die Beliebtheit von Baldrian ist in der Katzenwelt weit verbreitet, betrifft aber längst nicht alle Katzen. Und auch nicht alle Katzen vertragen Baldrian gleich gut. Während die attraktive Substanz (Valeriansäure) vor allem in der Wurzel anzutreffen ist, kommt die Katze im Garten überwiegend mit Blättern und Blüten in Berührung.

Eine Überdosierung von Baldrian kann zu Leberschäden führen. Katzen sollten sicherheitshalber nur unter Aufsicht mit Baldrianprodukten spielen (z. B. Baldriankissen) und selbstverständlich von hochkonzentrierten Arzneimitteln (z. B. Beruhigungstabletten) ferngehalten werden.

Katzenminze/ Catnip

Der Name verrät es schon: Katzenminze lockt mit ihrem hohen Anteil an ätherischen Ölen Katzen an. Ganz so beliebt wie Baldrian ist die Katzenminze nicht, allerdings reagieren gut 70 % aller Katzen auf das Kraut mit den violetten Blüten.

Katzenminze ist vollständig ungiftig und führt auch beim Verzehr nicht zu gesundheitlichen Schäden, so Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Der Experte führt den Effekt auf das in der Pflanze enthaltene Actinidin zurück, das einem Sexuallockstoff der Katze ähnelt

Warum Katzen auf Katzenminze reagieren, ist nicht abschließend geklärt. Anders als Baldrian wirkt die Pflanze anscheinend nicht ausschließlich als Aphrodisiakum, da auch kastrierte/ sterilisierte Katzen darauf reagieren.

Allgemein können sich aber auch hier Kater wieder stärker für die Pflanzen begeistern als weibliche Katzen. Die Wirkung ist nicht so ausgeprägt wie bei Baldrian, führt jedoch ebenso zu einer rauschähnlichen, euphorischen Stimmung.

Je nach Charakter werden nervöse Katzen ruhiger, während eher träge Katzen zu gesteigerter Aktivität angeregt werden. Einige Tiere können von Katzenminze aggressiv werden: Die gesteigerte Wirkung ist nur bei wenigen Katzen zu beobachten, sollte aber dennoch beobachtet werden.

Katzengras – Der Klassiker in Haus und Garten

Katzengras ist in fertig vorgezogenen Schalen oder Blumentöpfen im Handel erhältlich, kann jedoch mit Samen auch einfach im Garten ausgesät werden. Dabei handelt es sich um eine spezielle Grasart, das Zypergras (Cyperus zumula). Weit verbreitet ist auch das sogenannte Weizengras.

Zypergras gehört zur Familie der Sauergrasgewächse und kann in Töpfen, Schalen oder im Blumenbeet kultiviert werden. Zahlreiche Quellen belegen, dass das Fressen von Gras bzw. Katzengras dem Tier hilft, unverdauliche Nahrungsbestandteile sowie bei der Fellpflege aufgenommene Haare zu Erbrechen.

Da Gras für Katzen unverdaulich ist, führt es zu lokalen Reizungen des Magen-Darm-Traktes und erleichtert der Katze so die Beseitigung der Haarballen (Bezoare) aus ihrem Verdauungstrakt.  

Übermäßiges Fressen von Gras kann außerdem ein Zeichen von Nährstoffmängeln sein. Häufig spielen Katzen auch einfach nur mit dem Katzengras. Durch seine leichte, zappelige Beschaffenheit weckt es mit seinen schnellen, kleinen Bewegungen den Jagdtrieb und hat so auch einen Unterhaltungseffekt.

Katzenhalter sollten ihre Katze vorsorglich vom Tierarzt untersuchen lassen, wenn das Tier mehr Gras frisst als üblich. In allen anderen Fällen kann Katzengras problemlos und uneingeschränkt verfüttert werden.

Katzengamander

Weniger bekannt, aber von Katzen hoch geschätzt, ist dieses Thymiangewächs. Die aus Spanien stammende Pflanze blüht von Frühling bis Sommer und zeichnet sich durch ihre rosa Blüten aus.

Katzengamander verströmt ein ätherisches Aroma, das für viele Katzen sehr attraktiv ist. Auch hier können Katzenhalter beobachten, dass die Pflanze nicht primär gefressen wird, sondern dass sich Katzen an den Blättern reiben oder sich darin wälzen.

Neben ihrer Beliebtheit bei Katzen dient der Katzengamander außerdem als Heilpflanze: Die sehr aromatischen und scharfen Blätter enthalten zahlreiche ätherische Öle, die die Atemwege befreien und gegen Schnupfen wirken.

Katzengamander ist im Handel nur selten erhältlich; die Samen sind ebenfalls nur vereinzelt in gut sortierten Onlineshops zu bekommen. Die Pflanze lässt sich durch Stecklinge vermehren und ist häufig nicht winterhart. Tipp: Eine ausgewachsene Pflanze sollte in jedem Fall Bioqualität haben, damit sie frei von schädlichen Unkraut- und Insektenvernichtungsmitteln ist.

Golliwoog

Explizit als Futterpflanze ausgewiesen ist auch der Golliwoog zum Verzehr durch die Katze geeignet. Ihr Name ist dabei eigentlich die Markenbezeichnung für das Kriechende Schönpolster (Callisia repens).

Der Vorteil dieser speziellen Futterpflanze im Vergleich zum Kriechenden Schönpolster aus dem Gartenfachhandel, ist der Verzicht auf Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmittel. Während bei Blumen und Pflanzen aus dem herkömmlichen Handel nicht sicher ist, ob sie gespritzt sind oder nicht, kann man sich beim Kauf einer ausgewiesenen Futterpflanze sicher sein, dass der Verzehr ungefährlich ist.

Die unscheinbare Pflanze stammt aus Südamerika und bildet kleine fleischige Blätter aus. Als Futterpflanze ist sie deswegen gut geeignet, weil sie nährstoffreich ist und ein für Kleintiere gut ausgewogenes Verhältnis von Phosphor und Calcium enthält.

Hornveilchen und Stiefmütterchen

Viele Katzen haben Hornveilchen zum Fressen gern – im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei sind die dekorativen Pflanzen mit den zweifarbigen Blüten absolut ungiftig und dürfen von der Katze verzehrt werden.

Ein weiterer Vorteil von Hornveilchen ist, dass sie pflegeleicht sind und wenig Schaden nehmen, wenn Katzen darüber laufen oder sich auf sie setzen.  

Ähnliches gilt auch für Stiefmütterchen. Wer unbehandelte Pflanzen kauft, die frei von Pflanzenschutzmitteln sind, kann sich ohne Bedenken eine farbenfrohe Blütenpracht ins Haus holen.

Grünlilie

Die Grünlilie polarisiert die Welt der Katzenhalter und zahlreiche Mythen ranken sich darum, ob die Pflanze gefährlich oder ungiftig für Katzen ist.

Fakt ist: Katzen lieben Grünlilien. Manche Tiere fressen sie dabei mit Stumpf und Stiel. In Verruf kam diese Pflanze, weil sie Verdauungsprobleme hervorrufen kann. Um mit den Gerüchten aufzuräumen: Tatsächlich reagieren viele Katzen auf die Samen der Pflanze. Diese sollten zusammen mit den Blüten entfernt werden, um hier kein Risiko einzugehen.

Die Grünlilie ist außerdem bekannt dafür, in hohem Maße Stoffe aus der Luft zu filtern. Diese reichern sich in den Blättern an und werden entsprechend beim Fressen von der Katze aufgenommen. Grünlilien können bedenkenlos in Gegenden gepflanzt werden, die keiner erheblichen Umweltbelastung durch viele Abgase ausgesetzt sind.

Gesundheit und Sicherheit im katzenfreundlichen Garten

Wenn wir vom katzenfreundlichen Garten sprechen, stehen Gesundheit und Sicherheit an erster Stelle. Da Katzen Fluchttiere sind und ihrerseits einige natürliche Feinde in der freien Natur haben, muss der Garten nicht nur katzenfreundlich, sondern auch katzensicher sein.

Eine gute Vorbereitung des Ausflugsparadieses steigert die Sicherheit des Vierbeiners ebenso wie notwendige Impfungen, Schutz vor Parasiten sowie eine Kastration/ Sterilisation.

Impfungen – Schutz vor Infektionen

Zahlreiche Infektionskrankheiten bedrohen die Gesundheit und manchmal auch das Leben der Katze. Damit das Tier diesen Risiken nicht mehr als unnötig ausgesetzt ist, empfehlen Tierärzte einen Impfschutz mit regelmäßiger Auffrischung.

Katzenhalter fragen sich oft, gegen welche Krankheiten sie ihre Katze impfen lassen sollen und ob ein Schutz gegen alle Infektionen wirklich sinnvoll ist. Auch die Angst vor Nebenwirkungen und Risiken sorgt regelmäßig für Diskussionsstoff.

Einige typische Katzenkrankheiten wie Katzenseuche und Katzenschnupfen können lebensbedrohliche Auswirkungen haben. Hier empfiehlt sich der Impfschutz in jedem Fall – selbst für reine Hauskatzen.

Andere Impfungen hingegen sind vor allem für Freigänger empfehlenswert. Je nach körperlicher Disposition und Wohngegend erweitert sich der Bedarf an Immunisierung; z. B. wenn der Wohnort in einem Risikogebiet liegt.

Die Häufigkeit und auch die Art der Impfungen sollten unter Berücksichtigung des aktuellen Impfstatus und der Wohnlage mit dem Tierarzt besprochen werden. Freigänger, die in Tollwutgebieten den Garten erkunden, sollten beispielsweise häufiger gegen Tollwut geimpft werden als Katzen, die nicht in Risikogebieten leben.

Im Zweifel sollten Tiere, die regelmäßig ins Freie gehen, mit kürzeren Impfzyklen behandelt werden, als gelegentliche Freigänger. Eine allgemeine Impfpflicht besteht in Deutschland nicht. Wer mit seiner Katze auf Reisen geht oder sie zeitweise in einer Tierpension unterbringen muss, kann auf den Impfschutz jedoch nicht verzichten.

Die Kosten einer Impfung lassen sich gut kalkulieren, da diese vom Tierarzt nicht frei festgelegt werden können. Vielmehr muss er sich an die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) halten, die in der aktuellen Fassung hier eingesehen werden kann:

http://www.bundestieraerztekammer.de/downloads/btk/rechtsvorschriften/GOT%202017-07.pdf

Impfungen und Auffrischungszeiträume

Unverzichtbare Impfungen

  • Katzenseuche: Lebensbedrohliche Viruserkrankung (Parvoviren). Empfohlen für Freigänger und reine Hauskatzen. Auffrischung: alle 1 - 3 Jahre (je nach Impfstoff)
  • Katzenschnupfen: Viruserkrankung (Calici- und Herpes-Virus), unbehandelt häufig tödlich, Verlauf mit schweren Komplikationen möglich (Lungenentzündung, Erblindung). Empfohlen für Freigänger und reine Hauskatzen. Auffrischung: jährlich (Freigänger) bis alle 2 - 3 Jahre (Hauskatzen)
  • Tollwut: Verläuft tödlich, zusätzliche Infektionsgefahr für den Menschen. Pflicht für Freigänger, evtl. empfohlen für Hauskatzen. Auffrischung: alle 1 - 3 Jahre (je nach Impfstoff und Wohnlage)

Sinnvolle oder bedingt sinnvolle Impfungen

  • Katzenschnupfen: Viruserkrankung (Chlamydophila felis), schwerer Verlauf, häufige Beeinträchtigung des Sehvermögens und der Lungenfunktion, auf den Menschen übertragbar. Wirksamkeit der Impfung ist umstritten, Nebenwirkungen sind möglich. Auffrischung: jährlich (Freigänger) bis alle 2 - 3 Jahre (Hauskatzen)
  • Leukose: Unheilbare Erkrankung mit tödlichem Ausgang, geht mit Tumorbildung einher (häufig auch Katzenleukämie genannt). Betrifft vermehrt Freigänger. Auffrischung: jährlich

Eher umstrittene Impfung

  • FIP (Feline infektiöse Peritonitis): Infektionskrankheit, die zu einer Bauchfellentzündung führt, häufig tödlicher Verlauf. Betrifft vermehrt Freigänger und Haushalte mit mehreren Katzen. Wirksamkeit der Impfung ist umstritten, Nebenwirkungen sind möglich. Auffrischung: alle 1 - 3 Jahre

Weitere Infektionskrankheiten

  • Katzen-Aids: Immunschwächekrankheit, die durch Bissverletzungen entsteht und überwiegend unkastrierte Kater betrifft. Impfung in Deutschland noch nicht möglich. Impfstoff existiert bereits in den USA. Bei Verdacht ist ein Antikörper-Test (6 Wochen nach der möglichen Ansteckung) mit anschließender Gabe von Abwehrstoffen (Interferon) möglich. Nicht auf den Menschen übertragbar.

Parasitenbefall

Durchschnittlich jede fünfte Katze wird von Parasiten heimgesucht. Freigänger sind dabei besonders gefährdet, ungewollte Plagegeister mit nach Hause zu bringen. Mit Abstand am häufigsten ist der Befall mit Flöhen. Auch Wurminfektionen kommen häufig vor.

Neben der Behandlung von Parasiten sollte auch der Vorbeugung Beachtung geschenkt werden. Katzenhalter sind Flöhen und Würmern nicht schutzlos ausgeliefert. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich der Befall behandeln und in Zukunft vorbeugen

  • Flohhalsband: In der Drogerie und in der Tierhandlung erhältlich, kostet diese einfache Mittel zwischen drei und zehn Euro. Die Wirkung ist umstritten. Bei vielen Modellen besteht durch das Halsband Strangulierungsgefahr beim Klettern, Toben und Spielen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Halsband über einen Sicherheitsverschluss verfügt, der sich unter Zug öffnet.
  • Spot On: Verschiedene Hersteller bieten diese Tropfen an, die in Einzeldosispipetten verpackt sind und auf die Haut im Nacken aufgetragen werden. Kombinationspräparate helfen nicht nur gegen Flöhe, sondern schützen die Katze auch vor Zeckenbissen.
  • Wurmkur: Zu den häufigsten Verursachern einer Wurminfektion gehören Spulwürmer, Bandwürmer und Hakenwürmer. Diese werden in der freien Natur beispielsweise durch infizierte Beutetiere aufgenommen. Freigänger sollten regelmäßig einer Wurmkur unterzogen werden. Diese kann beim Tierarzt durchgeführt werden oder mit Präparaten aus der Tierhandlung.  
  • Milben Stop: Ein Befall mit Ohrmilben kann zu Taubheit führen und äußert sich durch Gleichgewichtsstörungen, Kopfschütteln und lang anhaltendes Kratzen der Ohren. Auch wenn die Tierhandlung fertige Präparate anbietet, ist wegen der möglichen, schweren Komplikationen der Gang zum Tierarzt ratsam.

Mikrochipping

Trotz sorgfältiger Vorbereitung kann es immer mal passieren, dass der Katze ein Ausbruchsversuch gelingt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich für alle Freigänger, einen Mikrochip zu tragen.

Diese Chips sind ca. 2 x 10 mm groß (je nach Hersteller) und werden vom Tierarzt mithilfe einer Spritze eingesetzt. Sie sind wartungsfrei, benötigen keine Batterie und können ein Katzenleben lang nebenwirkungsfrei getragen werden.

Das Chippen kostet beim Tierarzt ca. 50 € und ist nur dann verpflichtend, wenn man mit dem Tier verreisen möchte.

Der Chip ist mit einem weltweit einmaligen Code versehen, der von Tierärzten und Tierheimen ausgelesen werden kann. Damit lässt sich die Katze ihrem Halter zweifelsfrei zuordnen.

Die Registrierung erfolgt bei Tasso e.V. Der Verein hält die größte Datenbank für registrierte Haustiere vor und ist die erste Anlaufstelle, wenn man eine entlaufene Katze als vermisst melden will. Tasso hilft beim Wiederauffinden des Tieres und brachte im Jahr 2016 mehr als 62.000 vermisste Haustiere wieder mit ihren Besitzern zusammen.

Sterilisation und Kastration

Bis heute sind Sterilisation und Kastration von Katzen und Kater nicht deutschlandweit verpflichtend, doch die PETA hat gute Gründe, diese Maßnahme im Gesetz zu verankern. Im August 2017 forderte sie wiederholt eine bundesweite Kastrationspflicht für alle Freigängerkatzen.

Schon jetzt ist die Operation in zahlreichen Städten und Gemeinden für Freigängerkatzen verpflichtend.

Überfüllte Tierheime und eine hohe Anzahl heimatloser Katzen (im sechsstelligen Bereich) sind dabei ein ernstzunehmendes Problem. Als Katzenhalter steht man nämlich vor einem ausgewachsenen Problem, wenn die eigene Katze trächtig wieder nach Hause kommt.

Bis zu 12 Nachkommen kann eine Katze pro Schwangerschaft zeugen und mit dieser großen Anzahl Katzen ist man als Privatperson schlichtweg überfordert. Wer seine Katzenjunge in der Familie nicht unterbringen kann, ist auf die Aufnahmefähigkeit der Tierheime angewiesen, die jedoch stetig sinkt. Um es nicht so weit kommen zu lassen, wird mehr als nur eindringlich empfohlen, alle Freigänger zu kastrieren/ sterilisieren. Der Routineeingriff kostet beim Tierarzt ca. 80 € für Kater bzw. 120 € für Katzen. Zahlreiche Tier- und Katzenschutzvereine bieten inzwischen eine kostenlose Operation für alle Katzenhalter an, die mit den Kosten einer Kastration/ Sterilisation überfordert sind.

Hilfe bekommt man unter anderem bei

  • Tierärzten: Diese können in Ausnahmefällen von der gesetzlich vorgeschriebenen Gebührenordnung abweichen. Fragen lohnt sich! Kostenlos darf der Tierarzt die Operation nicht anbieten, aber sowohl eine Preisreduzierung als auch eine Ratenzahlung sind in vielen Fällen möglich.
  • Tierschutzvereinen
  • Tierschutzorganisationen
  • Tierheimen

Giftpflanzen im Garten

Pflanzen stellen im Garten ein hohes Sicherheitsrisiko dar, da viele von ihnen für Katzen giftig sind. Auf natürlich vorkommende Bitterstoffe darf man sich hier nicht verlassen, da Katzen ein hohes Interesse an Pflanzen aller Art haben und giftige Gewächse von ungiftigen nicht unterscheiden können.

Pflanzliche Bestandteile haben in der Ernährung des Fleischfressers keinen großen Stellenwert. Dennoch sind viele Katzen etwas Grünfutter gegenüber nicht abgeneigt, da es ihnen hilft, Haarballen wieder auszuwürgen.

Verdauungsprobleme oder Mangelerscheinungen sind ebenfalls häufige Gründe für Katzen, Grünpflanzen anzufressen. Selbst bei einer völlig gesunden Katze ist das Frischfutter nicht unbeliebt: Aromen und Duftstoffe stellen eine willkommene Abwechslung dar. Pflanzen mit feinen, leichten Blättern neigen bei Berührung zu schnellen Bewegungen, die den Jagdinstinkt der Katze auslösen. Frisst die Katze also an den Pflanzen im Garten, ist oftmals der Spieltrieb der eigentliche Auslöser für das Verhalten.

Die einzige Möglichkeit, die Katze vor einer Vergiftung zu schützen, besteht darin, auf toxische Pflanzen im Garten zu verzichten oder den Zugang zu ihnen wirkungsvoll zu verhindern.

Zu den beliebtesten Gartenpflanzen mit toxischer Wirkung gehören (Disclaimer: Kein Anspruch auf Vollständigkeit!)

  • Eibe
  • Efeu
  • Calla
  • Azalee
  • Kirschlorbeer
  • Hortensie
  • Herkulesstaude
  • Goldregen
  • Mistel
  • Maiglöckchen
  • Lilie
  • Kreuzkraut
  • Wunderbaum
  • Rhododendron
  • Oleander
  • Narzissen

Viele Katzenbesitzer sind davon überzeugt, dass sich das Anfressen von Pflanzen durch eine gute Erziehung verhindern lasse. Zahlreiche zum Teile kreative Anleitungen bieten Tipps und Tricks, um die Pflanzen für Katzen unattraktiv zu machen.

Das mag funktionieren, solange der Katzenhalter anwesend ist. Darf die Katze den Garten jedoch allein und selbstständig betreten, gibt es keine Garantie dafür, dass sie sich an das anerzogene Verhalten hält.

Dabei verzeiht der empfindliche Katzenmagen den Genuss von hochgiftigen Pflanzen wie beispielsweise Goldregen kein einziges Mal: Schwere Vergiftungserscheinungen, die zum Tod des Tieres führen können, sind in diesem Fall zu erwarten. Auch Spätschäden sind möglich.

Das Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie der Universität Zürich hält eine sehr umfangreiche Liste toxischer Pflanzen bereit, die übersichtlich nach Giftigkeit geordnet ist: http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

Im Fall einer Vergiftung gilt

  • Giftquelle mit zum Tierarzt nehmen
  • Erbrochenes und Pflanzenteile mit in die Praxis bringen
  • Keine Hausmittel wie Milch, Öl oder Eiweiß einflößen
  • Kein Erbrechen auslösen
  • Atemwege freihalten

Gefahr durch Chemikalien im Garten

Neben Giftpflanzen stellen Pflanzenschutzmittel, Insektenvernichtungsmittel und Düngemittel eines der größten Risiken im Garten dar. Vergiftungen können langfristige, schwere Lungen-, Leber- und Nierenschäden verursachen und in schweren Fällen das Leben der Katze gefährden.

Wer auf der sicheren Seite sein will, verzichtet auf den Einsatz von Chemikalien im Garten. Ist das nicht möglich, sollten ausschließlich Produkte eingesetzt werden, die explizit als haustierfreundlich ausgewiesen sind.  

Problematisch sind

  • Blaukorn und mineralische Dünger: Katzen fressen die Körner nicht, kommen jedoch mit ihren Pfoten in Kontakt mit dem Dünger. Anhaftende Reste können bei der Fellpflege in den Organismus gelangen und so eine Vergiftung auslösen
  • Organische Dünger: Auch Natur- oder Biodünger können Vergiftungen verursachen. Einige Produkte enthalten Schachtelhalmextrakt oder Rizinusschrot, die für Katzen giftig sind.
  • Unkrautvernichter: Fast alle Produkte sind für Katzen gefährlich, bis sie vollständig abgetrocknet sind.
  • Mit Düngemittel versetztes Wasser: Gießkannen oder andere Wasserbehälter, die Dünger enthalten, müssen unzugänglich aufbewahrt werden. Katzen könnten daraus trinken und sich vergiften

Andere Tiere im Garten – Jäger und Gejagte

Katzen sind geschickte Jäger und lassen sich von dieser Charaktereigenschaft auch nicht abbringen. Jedem Katzenhalter sollte bewusst sein, dass der zahme Stubentiger im Garten auf Beutezug geht und seine Leckerbissen außerdem gerne und stolz nach Hause trägt.

Auch dieses Verhalten lässt sich kaum umerziehen und gehört zu den festen Eigenschaften des Katzencharakters. Selbst gut genährte Fellnasen begeben sich auf die Jagd und bringen die Beute mit in ihr Territorium. Der Instinkt ist in allen Fällen stärker als jede Erziehung.

Katzenhalter können bei der Jagd außerdem beobachten, dass die Katze mit der Beute „spielt“. Es ist nicht abschließend geklärt, worauf dieses Verhalten zurückzuführen ist. Wahrscheinlich ist aber, dass die Katze vor allem größere Beutetiere mit dieser Jagdtechnik zermürbt, um ihrerseits das Risiko von Verletzungen zu reduzieren, bevor sie zum finalen Biss ansetzt.

Katzenhalter sollten die Katze für das Jagen und Apportieren der Beute nicht ausschimpfen oder bestrafen. Einerseits ist das Mitbringsel ein Liebesbeweis, andererseits neigen Katzen außerdem dazu, ihre Beute an einen sicheren Ort zu bringen, um sie dort ungestört zu verspeisen.

Zu den beliebtesten Beutetieren der Katze gehören

  • Vögel
  • Kleinsäuger aller Arten
  • Jungtiere von mittelgroßen Säugern
  • Mäuse
  • Ratten
  • Eichhörnchen
  • Reptilien
  • Amphibien
  • Insekten
  • Fische aus Gartenteichen

Während zahlreiche kleine Tierarten im Garten der Katze als Beutetier dienen, ist sie selbst vor Angriffen nicht gefeit. Vor allem in der Nacht besteht für Katzen eine erhöhte Gefahr, selbst Opfer eines Raubtieres zu werden.

Neben Revierkämpfen mit anderen Katzen, die zu schweren bis tödlichen Verletzungen führen können, kommen die Samtpfoten hin und wieder auch mit anderen Tierarten in Konflikt.

Je nach Wohnlage und örtlichen Begebenheit gehören dazu unter anderem

  • Marder
  • Iltis
  • Fuchs
  • Wolf
  • Hund
  • Luchs
  • Dachs
  • Waschbär
  • Wildschwein

Hier wird einmal mehr klar, warum sich das Einzäunen und Absichern des Gartens dringend empfiehlt: Der Kontakt mit Raubtieren wird stark eingedämmt, wenn der Zugang zum eigenen Grundstück durch einen Zaun oder ähnliches limitiert wird.

Checkliste - Die 5 wichtigsten Gestaltungstipps für den katzenfreundlichen Garten

  1. Trink- und Wasserstellen anbieten
  2. Katzenfreundliche Bepflanzung
  3. Ruhe- und Entspannungsplätze
  4. Für Beschäftigung sorgen
  5. Natürliche Verhaltensweisen fördern

Checkliste - Die 5 wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen im katzenfreundlichen Garten

  1. Grundstück einzäunen
  2. Giftpflanzen entfernen
  3. Vorsichtiger und sparsamer Umgang mit Dünger, Unkrautvernichter und Chemikalien
  4. Empfindliche Pflanzen und Bäume schützen
  5. Gartenteich sichern

Checkliste – Die 5 wichtigsten Gesundheitsfaktoren im katzenfreundlichen Garten

  1. Impfungen
  2. Nachwuchs vermeiden
  3. Parasitenbefall behandeln und verhindern
  4. Mikrochipping
  5. Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verletzungen und Vergiftungen erlernen

Hundefreundlicher Garten

Hundefreundlicher Garten – So wird der Garten zum Hundeparadies

Es kann sowohl für den Hund als auch für seinen Besitzer eine wunderbare Bereicherung sein, wenn man dem Vierbeiner einen Garten zur Verfügung stellen kann. Dort können Hunde ohne Leine rennen und toben und ganz einfach „Hund sein“. Mit der Gestaltung des Gartens kann man viel dazu beitragen, dass Mensch und Hund sich dort gemeinsam wohlfühlen. Dabei ist nicht nur wichtig, den Garten hundefreundlich anzulegen, sondern auch auf Fragen der Sicherheit zu achten und dem Hund Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten.

Wer in ein Haus oder eine Wohnung mit Garten zieht, seinen Garten neu gestalten möchte oder zum ersten Mal einen Hund halten wird, kann mit den folgenden Tipps den heimischen Garten zu einem echten Hundeparadies machen.

Infografik:

Die Hundehaltung und der Garten: Fakten und Hintergründe

Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren. Ein Garten ist für die Hundehaltung zwar nicht zwangsläufig nötig, kann aber viel zur Lebensqualität von Hund und Besitzer beitragen. Die folgenden Punkte können interessant für alle Hundebesitzer mit Garten sein.

Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren

In fast jedem zweiten deutschen Haushalt lebt ein Haustier: Insgesamt mehr als 30 Millionen Katzen, Hunde, Vögel und Kleintiere. Nach den Katzen liegen die Hunde auf Platz zwei der beliebtesten Haustiere. In durchschnittlich jedem sechsten Haushalt lebt hierzulande ein Hund, oder sogar zwei oder mehr. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 8,6 Millionen Hunde (1).

Etwa zwei Drittel dieser Hunde sind Rassehunde, ein Drittel Mischlinge. Die beliebtesten Rassen sind laut Zuchtstatistik des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) schon seit vielen Jahren der Dackel und der Deutsche Schäferhund (2). Auf Platz drei folgt der Deutsch Drahthaar, der oft von Jägern gehalten wird. Dahinter liegen viele typische Familienhunde wie der Labrador Retriever, der Golden Retriever, der Pudel und Kleinhunde wie Chihuahua, Cavalier King Charles Spaniel oder Sheltie (Shetland Sheepdog).

Garten für Hundebesitzer: Viele Vorteile

Einen Hund kann man selbstverständlich auch ohne Garten halten. Doch unbestritten hat das eigene, eingezäunte Grundstück viele Vorteile für den Hundebesitzer:

  • Wenn der Hund Durchfall hat, der Besitzer krank ist oder sich das Gassi gehen verschiebt, bietet der Garten die Möglichkeit, den Hund dort kurz sein Geschäft erledigen zu lassen.
  • Zieht ein Hund aus einem Tierheim oder aus dem Auslandstierschutz ein, kann ein Garten in der ersten Zeit sicheren Auslauf bieten, wenn der Neuankömmling vielleicht noch ängstlich und mit Gassi gehen überfordert ist.
  • Hunde mit starkem Jagdtrieb oder die aus anderen Gründen in Wald und Feld nicht ohne Leine laufen dürfen, können im Garten frei rennen, toben und spielen.
  • Wildes Spiel und das Werfen von Bällen kann man nach draußen verlagern, während Hundebesitzer ohne Garten entweder beim Gassigang oder drinnen mit dem Hund spielen müssen.
  • Im Garten lässt sich eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen, um einen Hund artgerecht auszulasten. Beispiele und Tipps finden sich im Kapitel „Beschäftigung, Spiel und Spaß“.

Ein Garten kann also die Lebensqualität für Hund und Halter steigern und in einigen Punkte, gerade wenn ein Welpe einzieht, den Alltag erleichtern. Doch kann ein Garten auch das Gassi gehen – zumindest zum Teil – ersetzen?

Bitte beachten:

Ein Garten ist ein geeigneter Aufenthaltsort für Hunde, jedoch nur so lange wie diese auch beaufsichtigt werden! Hunde entwickeln sonst Verhaltensweisen, die weder ihm selber noch den Nachbarn, noch anderen Tieren gut tun! 

Kann der Garten den Gassigang ersetzen?

Würde man verschiedene Hundehalter fragen, ob der Garten das Gassi gehen ersetzen kann, bekäme man sicher die unterschiedlichsten Antworten. Experten und Trainer sind sich jedoch einig: Ganz ersetzen kann ein Garten das Gassi gehen natürlich nicht. Der Hund braucht Input und muss Neues sehen. Das gilt besonders auch für Welpen, die für die Sozialisation viele verschieden Eindrücke und Begegnungen brauchen.

Draußen kann der Hund „Zeitung lesen“, erschnüffeln welche anderen Hunde in seinem Revier unterwegs waren und seine Nase sehr intensiv einsetzen. Das lastet aus, macht zufrieden und gehört zum „Hundsein“ einfach dazu. Der Garten kann noch so groß und spannend gestaltet sein – er bietet aus Hundesicht doch kaum Abwechslung. Bei zu seltenen Spaziergängen kann vorkommen, dass der Hund sich seine Abwechslung dann selbst sucht – was meist nicht im Sinne des Besitzers ist (Buddeln, Äste abreißen, Passanten verbellen usw.).

Was Hundebesitzer bei dieser Frage noch beachten sollten: Soll und darf der Hund sein Geschäft überhaupt im Garten erledigen? Wenn ja, dann kann der Garten auf jeden Fall das kurze Um-den-Block-gehen (zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen oder vor dem Schlafengehen) ersetzen. Wie man eine gesonderte „Pipiecke“ im Garten anlegen kann, wird im Kapitel „Gartengestaltung: Verschiedene Bereiche im Garten schaffen“ beschrieben.

Rechtliches: Was sollten Hundebesitzer beachten?

Für die Hundehaltung gelten eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen. Einer der wichtigsten Punkte: Es sollte eine Hundehaftpflicht-Versicherung abgeschlossen werden. Diese ist in manchen Bundesländern Pflicht, in anderen eine freiwillige Maßnahme. Sie deckt Schäden ab, die durch den Hund entstanden sind. Zudem sollten Hundebesitzer auch daran denken, den Hund steuerpflichtig bei der Stadt oder Gemeinde anzumelden.

Wer eine Rasse halten möchte, für die es besondere Auflagen gibt (die sogenannten Kampfhunde), sollte sich immer genau erkundigen, welche Regelungen in seinem Bundesland speziell zutreffen.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Hundebesitzer mit Garten ist das Bellen. Hier sollte es bestenfalls gar nicht dazu kommen, dass rechtliche Regelungen greifen müssen und das nachbarschaftliche Verhältnis leidet. Bellt ein neuer Hund anfangs aus Unsicherheit vielleicht noch viel, kann es helfen, den Nachbarn dies zu erklären und zu versichern, dass man mit dem Hund trainiert. Am einfachsten verhindert man Bellen oft, indem man den Hund nicht für längere Zeit unbeaufsichtigt im Garten lässt. Gegen Bellen am Zaun kann auch ein Sichtschutz helfen (mehr dazu im Kapitel „Sicherheit im Garten“).

Quellen:

Gartengestaltung: Verschiedene Bereiche im Garten schaffen

Wer erstmals einen Welpen oder einen erwachsenen Hund bei sich aufnimmt, macht sich oft Gedanken über die optimale Gestaltung des Gartens. Vielleicht steht auch ein Umzug an oder der Garten soll völlig neu umgestaltet werden? In solchen Fällen bietet es sich an, bestimmte Bereiche im Garten zu schaffen.

Rasenfläche zum Toben und Rennen

Damit ein Hund im Garten rennen und spielen kann, sollte genügend freie Fläche vorhanden sein. Meist ist dies eine Rasenfläche.

Welcher Rasen eignet sich? 

Wird der Rasen neu angelegt, sollten Hundehalter eine robuste Rasensorte wählen, wie zum Beispiel einen Spiel- oder Sportrasen. Man sollte sich darauf einstellen, dass vor allem bei einem größeren und aktiven Hund möglicherweise kein perfekter Zierrasen möglich sein wird. Vorsicht gilt beim Düngen des Rasens (mehr dazu im Kapitel „Sicherheit im Garten“).

Gras fressen bei Hunden?

Jeder Hund frisst hin und wieder Gras. Das ist ein natürliches Verhalten, hilft gegen Verdauungsbeschwerden und liefert Ballaststoffe. Bedenklich ist nur sehr exzessives Fressen von Gras, das zu Magen-Darm-Problemen führen kann. Für Hunde, die nur hin und wieder Gras zupfen, können Hundebesitzer bewusst eine Ecke mit höherem Gras stehen lassen.

Buddelecken

Es gibt Hunde, die buddeln nie. Andere sehen darin ihre Lieblingsbeschäftigung und sind kaum davon abzuhalten. Für solche Buddel-Fans kann es sinnvoll sein, eine separate Buddelecke einzurichten. Buddelt der Hund an anderer Stelle, sollte man ihn freudig animieren, stattdessen in der Buddelecke weiterzumachen. Niemals sollte man ihn streng oder als Strafe zur Buddelecke führen, damit der Hund die Ecke freiwillig nutzt.

Die Buddelecke …

  • … sollte groß genug sein (mehrfache Länge des Hundes)
  • … zum Buddeln anregen durch eine tiefe Schicht lose Erde, Laub und Sand
  • … kann ein Bereich im Garten oder eine große Kiste / Sandkasten sein
  • … im Hochsommer nicht in der prallen Sonne liegen
Gartenbesitzern sollte aber klar sein: Ein Hund, der sehr gern buddelt, wird vielleicht auch trotz Buddelecke die Beete nicht in Ruhe lassen. Hier kann eine Tabuzone helfen (siehe unten).

Hundetoilette (Kotecke)

Darf der Hund sein Geschäft im Garten verrichten, kann eine separate Ecke dafür sinnvoll sein. So verursacht der Urin keine gelben Flecken im Rasen und der Hundekot landet immer an der gleichen Stelle.

Die Hundetoilette …

  • … sollte für den Hund deutlich abgegrenzt sein.
  • … ist für den Hund besonders intuitiv zu nutzen, wenn man eine Ecke wählt, in der er sowieso freiwillig oft sein Geschäft macht.
  • …. kann als Oberfläche mit Rasen, Erde, Sand oder Rindenmulch bedeckt sein.
  • … sollte vor allem bei Rüden auch Büsche oder Bäume enthalten, um daran das Bein zu heben.
  • … sollte immer positiv aufgebaut werden, ähnlich wie das Stubenreinheits-Training beim Welpen. Das heißt: Viel Lob, wenn der Hund in der richtigen Ecke sein Geschäft erledigt. Zur Not kann man anfangs nachhelfen, indem man den Hund einige Tage lang im Garten an der Leine lässt, und ihn zur richtigen Ecke führt.

Schnüffel- und "Lecker-Versteck-Ecken"

Wer einen Hund hat, der sehr gerne Suchspiele macht und seine Nase nutzt, kann dafür eine eigene Ecke im Garten einrichten. Zahlreiche Ideen für solche Suchspiele gibt es im Kapitel „Beschäftigung, Spiel & Spaß“.

Tabuzonen: Welche sind nötig und wie grenzt man sie ab?

Je nach Hund und nach Gartengestaltung sind manchmal Tabuzonen nötig. Einige Hunde buddeln exzessiv. Andere Hunde (gerade Welpen und Junghunde) nagen an Ästen oder beißen in Pflanzen, was Nutzpflanzen zerstören oder im Falle von giftigen Pflanzen den Hund gefährden kann. Beete, Teiche, Bereiche mit teuren Spezialpflanzen oder mit giftigen Pflanzen sollte man deshalb für den Hund als Tabuzone festlegen.

Dies rein über Erziehung zu machen führt oft zu Stress beim Hund und Halter. Es liegt in der Natur des Hundes, dass Grenzen oft nicht mehr als gültig empfunden werden, wenn der Mensch nicht dabei ist. Für den Hund ist es oft auch schwer, Tabuzonen einzuhalten, wenn er gerade spielt oder tobt.

Darum kann es stressfreier für Mensch und Tier sein, wenn man diese Bereiche abgrenzt. Oft reicht eine optische Grenze wie ein niedriger Zaun, eine etwas höhere Beetumrandung oder niedrige Hecken. Wer sicher gehen will, kann solche Bereiche auch hundesicher einzäunen.

Beschäftigung, Spiel und Spaß

Denkt man an einen Hund im Garten, denkt man sofort auch an die Möglichkeiten für Beschäftigung, Spiel und Spaß. Je nach Charakter, Alter und Rasse des Hundes eignen sich ganz unterschiedliche Arten an Spielen und Trainingsarten. Im Folgenden finden Hundebesitzer Informationen über das richtige Maß an Action und viele Ideen für spannende Beschäftigungsmöglichkeiten.

Wie viel Beschäftigung braucht ein Hund?

Für manche reicht es, wenn der Hund regelmäßig Gassi geht und Sitz und Platz beherrscht. Andere tricksen mit dem Hund, gehen zum Hundesport oder nutzen eine ganze Reihe verschiedener Beschäftigungsmöglichkeiten.

Qualität statt Quantität

Wie viel Beschäftigung tut dem Hund gut und wann wird es zu viel? Das hängt sehr stark vom einzelnen Hund und seiner Rasse ab. Gerade für sehr aktive und „arbeitswillige“ Hunde sind neben der Beschäftigung auch Ruhe und die richtige Balance besonders wichtig (1). Statt langer körperlicher Betätigung lastet es den Hund oft genauso gut aus, wenn er für zehn Minuten sein Köpfchen anstrengen muss oder seine Nase intensiv einsetzen muss.

Die richtige Beschäftigung finden

Hunde sind verschieden. Daher sollten Hundebesitzer ihren Hund genau beobachten. Was macht ihm Spaß? Schnüffelt er gerne und viel, lernt er gern neue Tricks, liebt er Intelligenzspiele oder möchte er einfach mit Herrchen oder Frauchen Dinge entdecken und erkunden? Viele Beschäftigungsmöglichkeiten lassen sich daheim gut umsetzen, indem man den Garten hundegerecht gestaltet und Ideen für Spiel, Spaß oder Training dort umsetzt.

Gartengestaltung für Spiel und Beschäftigung

Um dem Hund Möglichkeiten zur Beschäftigung zu bieten, kann man den Garten mit einfachen Mitteln entsprechend gestalten.

Genug Freifläche

Rasenfläche oder eine andere große Fläche macht zahlreiche Beschäftigungen für Hund und Halter möglich. Dort können die Kinder oder auch Erwachsene mit dem Hund rennen, Spielzeuge werfen, Tricks lernen oder Suchspiele machen.

Agilty, Klettern und Erkunden

Wer Agilty als Hundesport in einem Verein betreiben will, kann in einem ausreichend großen Garten eigene Hindernisse aufbauen und dort üben. Allerdings sollten diese dann den für Turniere vorgegebenen Maßen entsprechen und Hund und Halter sollten die richtige Technik beherrschen.

Wer nicht im Verein trainiert, kann sich ganz nach eigenem Geschmack einen improvisierten Parcours erstellen. Je nach Größe, Alter und Fitness des Hundes eignen sich gekaufte Tunnel, Hürden oder Slalomstangen. Es reichen aber auch Stöcke, bei Baumfällarbeiten anfallende Äste oder Baumstämme, Gartenbänke oder Steine, um den Hund zum Hochspringen oder Darüberspringen zu animieren.

Auf Sicherheit achten

Hindernisse sollten sicher sein. Sie dürfen nicht kippen oder einstürzen. Oberflächen sollten rutschfest sein. Zur Sicherheit gehört auch, den Hund nicht zu überlasten. Vor wilden Rennspielen, Sprüngen und scharfen Richtungswechseln sollten die Muskeln bereits aufgewärmt sein. Bei alten Hunden sollte man auf einfache Übungen setzen, die Koordination und Fitness fördern, aber die Gelenke wenig belasten. So kann man einen älteren Hund zum Beispiel langsam über niedrige Hindernisse steigen oder balancieren lassen.

Tipps: Spiele und Hundebeschäftigung im Garten

Im Garten lassen sich viele unterschiedliche Beschäftigungen je nach Interesse, Aktivität und Alter des Hundes realisieren:

Suchspiele

Fast alle Hunde setzen gerne ihre Nase ein, um Dinge zu erschnüffeln. Die Suchobjekte können entweder Leckerbissen sein, aber auch Spielzeuge, ein Dummy oder ein Futterbeutel. Hier sind einige Ideen für Suchspiele, die vielen Hunden großen Spaß machen:

  • Einfache Leckerli-Suche: Während der Hund wartet oder im Haus bleibt, versteckt man im Garten kleine Leckerbissen. Das kann einfaches Trockenfutter sein oder auch etwas besonders Gutes für den Hund (wie Wurststückchen oder besonders beliebte Leckerli). Nach Freigabe darf den Hund den Garten danach absuchen.
  • Leckerli-Regen: Dafür besorgt man sich ein Trockenfutter mit sehr kleinen Kroketten (gibt es im Handel oft für Kleinhund-Rassen zu kaufen) oder teilt Leckerli in sehr kleine Stücke. Davon wirft man eine Handvoll möglichst großflächig auf eine Rasenfläche, und schon ist der Hund einige Minuten lang mit intensivem Schnüffeln und Suchen beschäftigt.
  • SprinklesTM: Eine besondere Variante des oben beschrieben „Leckerli-Regens“ sind die Sprinkles (2). Der Unterschied: Der Hund soll damit zu langem, konzentriertem und ruhigem Schnüffeln animiert werden. Es eignet sich besonders für Hunde, die schlecht zur Ruhe kommen. Man benützt dafür feuchtes, stark riechendes Futter und verteilt kleinste Mini-Häppchen auf einer Rasenfläche, ohne dass der Hund dabei zusieht. Feuchtes Futter sollte es deshalb sein, da dieses stark riechende Spuren im Gras hinterlässt. So schnüffelt der Hund noch lange und konzentriert weiter, wenn alles gefressen ist.
  • Spielzeug, Dummy oder Futterbeutel suchen: Statt Fressbarem kann man für den Hund auch ein Spielzeug, einen Dummy oder einen Futterbeutel verstecken. Für Anfänger ist es oft am einfachsten, wenn der Hund beim Verstecken zusehen darf. Später kann man den Gegenstand auch außer Sicht des Hundes verstecken, sodass der Hund systematisch alles absuchen muss. Wichtig ist dabei: Den Schwierigkeitsgrad nicht zu schnell steigern, sonst frustriert es den Hund.
  • Zielobjektsuche: Aufwändiger und anspruchsvoller als einfache Suchspiele ist die Zielobjektsuche, die man sowohl drinnen als auch im Garten durchführen kann. Das Prinzip funktioniert ähnlich wie die Suche bei Drogenspürhunden. Der Hund muss einen bestimmten Gegenstand am Geruch aufspüren und seinem Besitzer anzeigen (zum Beispiel indem er sich in „Platz“ legt und die Nase möglichst nah an den Gegenstand bringt). Wie das funktioniert und wie man es aufbaut, können interessierte Hundebesitzer zum Beispiel in der Anleitung des Erfinders dieser Methode, Thomas Baumann, nachlesen (3).

Einfache Fährten im Garten legen

In speziellen Kursen wird die Fährtenarbeit im Hundesport angeboten. Einfache Fährten kann man aber auch im heimischen Garten legen. Für erste Versuche sollte man einen Rasenbereich nutzen, über den in den letzten Stunden niemand gelaufen ist. Dann trampelt man als Fährtenbeginn ein Stück Gras (ca. 30 x 30 cm) platt. Von dort geht man in winzigen Schritten etwa fünf Meter geradeaus und legt während dem Gehen (was etwas Übung erfordert) in jeden Fußabdruck ein Leckerchen für den Hund. Am Ende der Fährte trampelt man wieder ein Rasenstück platt und legt darauf mehrere Belohnungsleckerli.

Das Ziel: Der Hund soll jeden Fußabdruck einzeln erschnüffeln. Leine und Geschirr sorgen dafür, dass der Hund nicht zu hektisch über die Fährte hinweg rennt. Der Hund orientiert sich mit der Zeit nicht mehr an den Leckerli, sondern immer mehr an der Spur selbst. Er riecht dabei vor allem das geknickte und zertrampelte Gras und kleinste Bodenverletzungen, zusammen mit den Gerüchen der Schuhe.

Für fortgeschrittene Hunde vergrößert man die Schrittlänge, legt nicht mehr in jeden Schritt eine Belohnung und bereitet immer längere Fährten vor, die auch Kurven nach links und rechts machen.

Apportieren für Anfänger und Fortgeschrittene

Viele Hunde lieben es, geworfene Bälle oder Spielzeuge wieder zum Besitzer zurückzubringen. Wem das zu langweilig ist, der kann sich weitere Apportieraufgaben für seinen Hund überlegen. Man kann Suchspiele einbauen, sodass der Hund das Spielzeug zunächst suchen und dann apportieren muss. Eine gute Trainingsübung für den Hund ist es, dass er nach den Signalen Sitz und Bleib warten muss, während ein Spielzeug geworfen wird. Erst nach einer Weile bekommt der Hund die Freigabe und darf das geworfene Spielzeug holen.

Longieren mit dem Hund

Longieren kennen viele aus dem Pferdesport. Ähnlich kann es auch mit Hunden gemacht werden. Auf einem ausreichend großen Rasenstück markiert man einen Longierkreis, zum Beispiel mit Pylonen oder Stöcken und Absperrband. Ziel ist, dass der Hund außen um den Kreis herum läuft. Zum Einstieg kann man den Hund an der Leine lassen und selbst innen im Kreis gehen, während der Hund für Laufen außerhalb des Kreises gelobt und belohnt wird.

Fortgeschrittene rücken immer weiter nach innen und stehen zuletzt in der Mitte des Kreises. Der Hund läuft bei Meistern dieser Disziplin außen ohne Leine im Kreis, wechselt auf Zuruf die Laufrichtung, stoppt, setzt sich hin oder legt sich hin.
Longieren stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund, da der Hund trotz räumlicher Distanz genau auf jedes Signal achten muss. Es hilft auch dabei, wichtige Dinge zu festigen, die beim Spaziergang im Freilauf nützlich sein können (Stoppen, Sitz und Platz auf Distanz).

Trickdogging, Dogdance & Co.

Fast jeder Hund kann Sitz und Platz, vielleicht auch Männchen machen oder Pfötchen geben. Übt man mehrere und aufwändigere Tricks mit dem Hund ein, spricht man vom Trickdogging. Dogdance ist eine Kombination mehrerer Tricks und Bewegungen von Hund und Halter, die zu Musik nach einer Choreographie ausgeführt werden. Tricks lassen sich bei schönem Wetter sehr gut im Garten üben. Oft ist das sogar ideal, denn für Tricks braucht der Hund sicheren Halt am Boden. Im Garten müssen keine rutschigen Untergründe wie Lanminat oder Fliesen mit Matten bedeckt werden, sondern es steht bereits eine große Fläche mit rutschfestem Untergrund zur Verfügung.

Bitte beachten:

Das Spielen mit Stöcken kann zu gefährlichen Verletzungen im Maul- und Rachenraum führen! Aus diesem Grund bitte dem Hund zu Liebe darauf verzichten!

Quellen:

Entspannung für Hunde im Garten

Ebenso wichtig wie Action sind Ruhe und Entspannung. Nicht nur im Haus, auch im Garten lassen sich Liegeplätze, Rückzugsorte und bequeme Ruheplätze schaffen.

Wie viel Ruhe braucht ein Hund?

Mindestens ebenso wichtig wie das richtige Maß an Gassigängen, Auslastung und Beschäftigung ist für Hunde auch die Zeit der Ruhe und Entspannung. Dazu gibt es interessante Studien, die sich mit dem Verhalten von wildlebenden Hundeverwandten oder den Straßenhunden beschäftigen. Dingos, Wölfe und auch Straßenhunde, die ihren Tagesablauf selbst bestimmen können, ruhen bis zu 20 Stunden pro Tag (1).

„Ruhen“ heißt jedoch nicht, dass der Hund tatsächlich 20 Stunden schläft, sondern dass er in dieser nicht aktiv ist. Er kann schlafen, vielleicht auch nur dösen, oder er beobachtet im Liegen seine Umwelt und hält die Nase in den Wind. Einige Hunde ruhen lieber im Haus, andere liegen am liebsten – selbst bei kaltem Wetter – im Garten. Wer als Besitzer oft längere Zeit mit dem Hund im Garten ist oder wer einen Hund hat, der sich sehr gerne draußen aufhält, sollte dafür sorgen, dass der Hund dort bequem seine Ruhephasen verbringen kann.

Ruhe und Entspannung im Garten

Viele Hunde liegen gerne im Garten – manche öfter, manche weniger oft. Einige bevorzugen Sonnenplätze, andere liegen lieber im Schatten. Einige ruhen gerne an zentraler Stelle, wo sie alles im Blick haben. Andere bevorzugen einen ruhigen und geschützten Rückzugsort oder schlafen am liebsten an einem weichen, kuscheligen Platz. Je nach Hund kann man mit einem oder mehreren der folgenden Tipps den passenden Ruheort im Garten schaffen.

Schatten schaffen

Spätestens wenn im Hochsommer die Sonne brennt, bevorzugen meist selbst die größten Sonnenanbeter unter den Hunden einen schattigen und kühlen Platz. Andere Hunde, vor allem wenn sie dichtes Unterfell haben, finden es bei 20 Grad vielleicht schon zu warm.

Darum sollte man im Garten Schattenplätze schaffen, von denen natürlich auch der Hundebesitzer profitieren kann. Damit beschattete Flächen entstehen, gibt es viele Möglichkeiten:

  • Bäume mit dichter Krone: Ideals Schattenspender sind Bäume mit höherem Stamm und dichter Krone. Empfehlenswert sind zum Beispiel der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa) mit seinen riesigen Blättern und blauen Blüten oder der pflegeleichte Trompetenbaum (Catalpa bignonioides). 
  • Dachförmige Spaliere: Manche Bäume eignen sich gut dazu, sie durch Schnittmaßnahmen zu einem dachförmigen Spalier heranzuziehen, das einen idealen Schattenspender darstellt. Dafür eignen sich zum Beispiel Platanen.
  • Schirm, Sonnensegel & Co: Bäume benötigen relativ viel Platz und brauchen unter Umständen mehrere Jahre, bis sie zum großen Schattenspender herangewachsen sind. Einfacher und schneller geht es mit Sonnenschirmen. Mehr Schatten spendet ein Sonnensegel. Auch eine Pergola kann ein dekorativer Schattenspender werden, wenn sie mit Weinreben überrankt wird.

Rückzugsorte: Hundehütte & Co.

Früher waren Hundehütten deutlich häufiger als heute, da viele Hunde im Hof oder Garten lebten. Heute sind Hunde fast immer Familienmitglieder, leben im Haus und sind nicht für längere Zeit oder über Nacht draußen.

Eine Hundehütte kann aber dennoch sinnvoll sein. Vor dem Kauf sollte man aber einige Punkte bedenken:

  • Viele Hunden liegen lieber dort, wo sie freie Sicht haben und Vögel, die Nachbarn oder Nachbars Katze beobachten und ihren Garten bewachen können.
  • Geht der Hund überhaupt gerne in Höhlen und Hütten? Einige Hunde lieben geschlossene Rückzugsorte und nehmen Kauknochen am liebsten mit in ihre Hütte, andere meiden enge Höhlen generell.
  • Eine Hundehütte kann auch optisch eine Bereicherung sein, wenn man sie passend zum restlichen Garten auswählt. Allerdings kann passieren, dass der Hund eine sehr dekorative, teure Hütte gar nicht nutzt.
  • Wenn der Hund die Hütte annimmt, kann sie im Sommer Schatten spenden und dem Hund einen sicheren, geschützten Ruheplatz bieten, während seine Besitzer im Garten arbeiten oder auf der Terrasse grillen.
  • Alternativ kann man für den Hund auch günstige Stoffboxen oder Stoffhöhlen auf die Terrasse stellen, die man bei feuchtem Wetter oder über Nacht ins Haus räumt.

Outdoor-Liegeplätze und Decken

Viele Hunde liegen gerne an bestimmten Plätzen im Garten oder auf der Terrasse. Einige bevorzugen den Boden, andere mögen es lieber weich oder sind – vielleicht auch aufgrund ihres Alters – empfindlich gegenüber kühlen Böden.

Hier können Liegeplätze für den Außenbereich eine gute Lösung sein. Es gibt Kissen und Hundekörbchen, die komplett aus wasserabweisendem Material bestehen. Hundekissen und -decken für draußen sind manchmal auch nur auf der Unterseite wasserdicht beschichtet oder besitzen eine isolierende Thermofüllung.

Quellen:

Wasser und sommerliche Abkühlung im Garten

Einige Hunde sind echte Wasserratten und springen bei jedem Wetter ohne zu zögern in jeden See, jeden Bach und jede Pfütze. Andere planschen bei hochsommerlichen Temperaturen gerne im Wasser, schwimmen jedoch nicht. Wieder andere würden freiwillig nicht einmal die Pfotenspitze ins Wasser tauchen. Wer einen wasseraffinen Hund besitzt, der möchte ihm vielleicht auch im Garten Möglichkeiten zum Planschen, Abkühlen oder sogar zum richtigen Schwimmen geben. Dabei sollte man jedoch auf einige wichtige Punkte achten.

Trinkgelegenheiten für den Hund

Viele Hunde trinken gerne draußen und wissen es zu schätzen, wenn auf der Terrasse oder im Garten ein Napf mit frischem Wasser zu finden ist. Allerdings sollte man dabei beachten, dass der Napf nicht dauerhaft in der Sonne steht, da sich sonst schnell Algen bilden. Aus dem gleichen Grund sollte man das Wasser täglich wechseln und den Napf regelmäßig auswaschen, vor allem bei warmen Außentemperaturen. Sonst können sich Bakterien und giftige Algen im Wasser vermehren.

Manche Hunde trinken übrigens besonders gern Regenwasser. Stellt man den Napf im Freien und nicht unter einem Vordach oder einer Markise auf, nehmen Hunde oft gern das Wasser an, das bei einem Gewitter oder starkem Regen im Napf gelandet ist.

Alternativ können auch kleine Bachläufe, Brunnen und Trinkbrunnen als Trinkgelegenheit für Hunde dienen.

Teiche und Schwimmteiche: Was sollten Hundebesitzer beachten?

Ein eigener Teich oder gar ein Schwimmteich ist für viele Garten- und Hundebesitzer ein Traum. Vor allem wenn man in einer Gegend wohnt, wo es nicht viele hundegeeignete Badestellen gibt, könnte man doch ganz einfach im Garten den Hund planschen und schwimmen lassen?

Allerdings kann ein Teich unter Umständen auch Nachteile haben. Folgende Punkte sollte man berücksichtigen, bevor man einen Teich oder Schwimmteich im Garten anlegt:

  • Ein Teich benötigt regelmäßige Pflege und Reinigung.
  • Teichfolie ist empfindlich gegen spitze Hundekrallen. Einen vorhandenen Folienteich kann man umbauen und eine Rampe anlegen, über die der Hund Zugang zum Teich hat. Bei einem neu anzulegenden Teich kann man auf feste Teichwannen ausweichen.
  • Wasserpflanzen, Deko und Technik können leiden, wenn ein Hund durchs Wasser planscht und tobt. Hier sollte man auf robuste und hundesichere Gestaltung achten.
  • An einem Teich siedeln sich häufig einheimische Tiere an. Ist ein Hund jagdlich ambitioniert, sollte man vorsichtig sein. Viele einheimische Amphibien und Reptilien sind geschützt. Einige Kröten und Lurche sondern zudem Kontaktgifte über ihre Haut ab, die beim Hund zu Vergiftungen führen können.
  • Einige Chemikalien zur Wasseraufbereitung (zum Beispiel Mittel gegen Algen) sind giftig für Hunde.

Soll der Hund jederzeit freien Zugang zum Teich haben? 

  • Man kann üben, dass der Hund nur nach Erlaubnis ins Wasser darf. Sehr wasserliebende oder junge, verspielte Hunde halten sich aber im Überschwang vielleicht nicht immer daran. Es kann dann vorkommen, dass der Hund in den Teich springt und dann tropfnass durchs frisch geputzte Wohnzimmer rennt.
  • Der freie Zugang zum Teich kann auch aus Gründen der Sicherheit bedenklich sein. Es gibt Fälle, in denen Hunde sich an Schläuchen der Teichpumpe oder anderer Teichtechnik verhedderten, was im schlimmsten Fall zum Ertrinken führen könnte.

Wie kann man einen Teich sichern?

Wenn der Hund keinen freien Zugang zum Teich haben soll, ist eine Umzäunung die einfachste Lösung. Allerdings ist es auch eine Frage der Ästhetik, ob man mitten im Garten einen (ausreichend hohen) Zaun bauen möchte.

Wer ein großes Grundstück hat, auf dem der Teich sich eher in einem hinteren Abschnitt befindet, der kann den ganzen entsprechenden Gartenbereich abtrennen. Dies kann mit einem Zaun, dekorativen Hecken oder Sichtschutz-Elementen geschehen.

Alternativen zu Teichen: Wannen, Planschbecken & Co.

Nicht jeder kann oder will einen großen Teich mit dem entsprechendem Pflegeaufwand anlegen. Dennoch kann jeder Hundebesitzer für seinen Hund im Garten Gelegenheiten zum Planschen und Abkühlen schaffen. Hier gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

  • Plastikwannen: Für kleine Hunde reichen größere Plastikwannen aus, damit sie ausgelassen darin baden und planschen können. Auch für große Hunde bieten sie eine willkommene Möglichkeit zur Abkühlung. Gut eignen sich hier zum Beispiel die Sandmuscheln, die man für Kinder kaufen kann.
  • Hundeplanschbecken und -pools: Während normale, aufblasbare Kinderplanschbecken oft zu empfindlich für spitze Hundekrallen sind, gibt es im Handel spezielle Hundepools und Hundeplanschbecken mit verstärkten Wänden und robustem Boden.
  • Wasserschlauch: Die einfachste Möglichkeit zur Abkühlung im Sommer ist der Gartenschlauch. Viele Hunde lieben es, dem Wasserstrahl hinterherzurennen, hineinzubeißen und damit zu spielen.
  • Wasserspielzeug für den Gartenschlauch: Es gibt Hundespielzeuge, die an den Wasserschlauch angeschlossen werden können. Bei manchen Modellen kann der Hund zum Beispiel mit den Pfoten auf ein Pedal drücken, woraufhin eine Wasserfontäne hochsprudelt. Doch nicht jeder Hund mag und nutzt so etwas dann auch tatsächlich.

Abkühlung für den Hund im Sommer

Für wasserscheue Hunde oder als zusätzliche Abkühlung im Sommer gibt es viele weitere Möglichkeiten, für Erfrischung zu sorgen:

  • Nasse Handtücher: Feuchte Handtücher können bei großer, hochsommerlicher Hitze Kühlung bringen, wenn man sie in den Schatten legt.
  • Kühlmatten: Im Handel sind verschiedene Versionen von Kühlmatten erhältlich. Einige kühlen passiv durch eine spezielle Gelfüllung, andere muss man anfeuchten oder vor dem Gebrauch für einige Zeit im Kühlschrank „aufladen“.
  • Kühlhalsbänder: Auch Kühlhalsbänder gibt es mit kühlender Gelfüllung oder mit einem Material, das man mit Wasser befeuchten muss. Nicht alle Hunde mögen jedoch die meist relativ breiten und vergleichsweise schweren Halsbänder.
  • Viel Ruhe, wenig Action: Bei extremer Hitze sollte man anstrengende Aktivitäten auf die kühlen Morgen- und Abendstunden legen und den Hund tagsüber viel im Schatten ruhen lassen.

Hundeeis: Rezepte für Eis und Kong-Füllungen

Im Sommer ist in Eis nicht nur für Menschen sondern auch für Hunde eine tolle Erfrischungs-Möglichkeit. Man sollte jedoch beachten, dass viele Hunde das Eis einfach im ganzen herunterschlingen würden, was für Magenverstimmungen sorgen kann.

Ideal ist es, wenn man dafür sorgt, dass der Hund das Eis langsam schleckt. Hier bieten sich Plastikschälchen oder mit einem Loch versehene Spielzeuge aus Naturkautschuk an. Das bekannteste Futterspielzeug ist das der Marke Kong. Man füllt das Hundeeis in den Kong, friert diesen ein und lässt den Hund dann das Eis aus dem Kong schlecken.

Eis für Menschen enthält für Hunde zu viel Zucker. Man kann Hundeeis jedoch sehr einfach aus wenigen Zutaten selbst zubereiten. Folgende Rezepte kann man je nach Lust und Laune frei mischen und kombinieren.

Vier Rezepte für Hundeeis (auch zum Einfüllen in den Kong geeignet):

  • Joghurt-Bananen-Eis: Eine halbe, reife (gern auch überreife) Banane mit der Gabel zerdrücken und mit 100 Gramm Joghurt vermengen.
  • Leberwurst-Karotten-Eis: 1 Esslöffel Leberwurst mit 4 Esslöffeln Babygläschen Karotte (gekochte Karotte, pur) vermischen.
  • Nassfutter-Eis: Die einfachste Variante – einfach ein Nassfutter (Dosenfutter) nach Wahl als Eis einfrieren.
  • Hühnchen-Eis: Etwas aufwändiger, aber heiß begehrt bei fast allen Hunden. Ein Hühnerbrustfilet würfeln und in wenig Wasser in einem kleinen Topf dünsten, dann Fleisch mitsamt Flüssigkeit mit dem Pürierstab pürieren.

Sicherheit im Garten: Gefahrenquellen für Hunde reduzieren

Der Garten soll für den Hund ein Ort sein, an dem er sich ausleben, spielen oder ausruhen kann. Doch leider können in einem Garten auch Gefahren für Hunde lauern. Auf die folgenden Punkte sollten Hundebesitzer achten.

Der hundesichere Gartenzaun

Wer einen Hund hat oder bei wem in Kürze ein Hund einziehen wird, der sollte sich um eine sichere Einzäunung Gedanken machen. Die allerwenigsten Hunde würden Lücken im Zaun oder eine fehlende Umzäunung nicht dafür nutzen, auf Streifzüge zu gehen. Darum reichen Hecken alleine nicht aus, da sie immer Lücken zum Durchschlüpfen bieten. Besonders vorsichtig sollte man bei Welpen sein, bei unsicheren oder ängstlichen Hunde sowie bei sehr kleinen Hunderassen, die durch erstaunlich winzige Lücken passen können.

Darauf sollte man beim Gartenzaun achten:

Zaun kontrollieren: Sind bei Holzzäunen Latten morsch? Wie sieht es mit dem Gartentor aus – hat es unten eine breitere Lücke? Kann der Hund vielleicht sogar Türen öffnen? Sind die Lücken beim Maschendraht so groß, dass der Hund versuchen könnte, sich durchzuzwängen?

  • Zaunhöhe: Die passende Zaunhöhe hängt von mehreren Faktoren ab, die man berücksichtigen sollte. Wie groß ist der Hund? Wie aktiv, springfreudig und „ausbrechgefährdet“ ist der Hund? Und welche Zaunhöhe ist maximal erlaubt (das unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde)?
  • Schutz vor Durchgraben: Es gibt Hunde-Charaktere und bestimmte Rassen, die für ihr Leben gern buddeln. In solchen Fällen sollte ein Zaun auch nach unten gesichert sein. Bei buddelfreudigen Hunden kann man zum Beispiel eine Rasenkante aus Stein unter den Zaun legen oder für ein Fundament sorgen, damit keine Erde zum Graben vorhanden ist. Alternativ kann der Zaun unten zusätzlich mit Kaninchendraht bzw. Maschendraht abgedichtet werden.

Gartenpflege: Darauf sollten Hundebesitzer achten

Bei der Gartenpflege gibt es bestimmte Punkte, auf die man als Hundebesitzer achten sollte:

Dünger

Mineralische Dünger sind für Hunde giftig. Organische Dünger (zum Beispiel Hornspäne) sind weniger schädlich, riechen aber für viele Hunde sehr appetitanregend und werden unter Umständen gefressen. Auch organische Dünger können gefährlich werden, zum Beispiel wenn sie Rizinusschrot enthalten. Daher sollten Hundebesitzer beim Düngen auf einige Punkte achten:

  • Nach dem Ausbringen von Rasendünger, den Rasen gut wässern.
  • Hund nach dem Düngen des Rasens sicherheitshalber für einige Tage nicht auf den Rasen lassen (wenn der Rasen gut gewässert wird oder wenn es geregnet hat, reicht unter Umständen auch nur ein Tag Begehungsverbot).
  • Beim Düngen von Büschen oder Blumen darauf achten, ob der Hund den Dünger fressen will. In dem Fall den Hund vorerst nicht alleine im Garten lassen und von den gedüngten Stellen fernhalten.
  • Dünger immer hundesicher lagern.

Pflanzenschutzmittel und Schädlingsbekämpfungsmittel

Schneckenkorn oder Rattengift stellen große Gefahren für Hunde dar. Auch bei Mitteln zum Sprühen gegen Unkraut, Pilze, Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge sollte man sich ganz genau informieren, ob diese schädlich für Hunde sein können. Oft gibt es ungiftige Alternativen.

Komposthaufen

Ein Komposthaufen kann für Hunde manchmal unwiderstehlich riechen, doch Kaffeesatz, Kartoffelschalen und viele andere kompostierbare Dinge sollte der Hund besser nicht fressen. Der Komposthaufen sollte deshalb für den Hund unzugänglich sein.

Weitere Gefahrenquellen

Bei der Gartenpflege können unter Umständen weitere Gefahrenquellen für Hunde entstehen. Hundebesitzer sollten Werkzeug mit scharfen Kanten oder Schneidewerkzeuge nicht offen herumliegen lassen und bei gefährlichen Gartenarbeiten darauf achten, dass der Hund sich nicht im Arbeitsbereich aufhält.

Wenn giftige Pflanzen (siehe unten) oder Pflanzen mit Stacheln oder Dornen beschnitten werden, sollten die Pflanzenteile direkt entsorgt werden, damit der Hund nicht damit in Kontakt kommt.

Welche Pflanzen sind giftig für Hunde?

Lebt ein Hund im Haushalt, sollten im Garten möglichst gar keine giftigen Pflanzen verwendet werden. Wenn doch, dann sollte man darauf achten, dass der Hund an diesen nicht herumkaut oder mit Zweigen der Pflanzen spielt.

Besondere Vorsicht bei Welpen

Erwachsene Hunde haben meist wenig Interesse an den Gartenpflanzen. Zieht jedoch ein Welpe ein, sollte man besonders gut aufpassen. Welpen und Junghunde kauen, vor allem im Zahnwechsel, auf fast allem herum, möglicherweise auch auf Blättern, Zweigen oder auf den Blumen im Beet.

Vorsicht beim „Stöckchen holen“

Wenn man für den Hund Stöckchen wirft, sollte man sicher sein, dass die Stöcke nicht von giftigen Bäumen oder Sträuchern stammen. Dazu gehören unter anderem die Eibe, die Robinie, der Holunder, der Goldregen und die Glyzinie.

Diese Pflanzen sind giftig für Hunde

Unter anderem sind folgende, beliebte Gartenpflanzen für Hunde giftig:

Heckenpflanzen wie Kirschlorbeer und Thuja

Heckenpflanzen wie Kirschlorbeer und Thuja

Efeu

Tulpengewächse oder Zwiebelpflanzen wie Tulpe, Krokus, Hyazinthe, Narzisse, Schlüsselblume

Blauer Eisenhut

Engelstrompete

Oleander

Buchsbaum

Rhododendron

Daneben gibt es noch viele andere Pflanzen, die eine Giftwirkung haben können. Bei bestehenden Pflanzen und bei der Neuanschaffung von Pflanzen sollte man sich immer informieren, ob die Gewächse giftig sind.

Welche Gartenfrüchte dürfen Hunde fressen?

Es gibt Hunde, die außer ihrem Hundefutter oder Fleisch nichts anrühren und Gemüse oder Obst verschmähen. Andere fressen recht gerne Früchte oder Gemüse. Viele Hunde mögen zum Beispiel Beerenfrüchte wie Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren, was genauso wie Karotten oder Äpfel in normalen Mengen völlig in Ordnung ist. In großen Mengen können viele Obst- und Gemüsesorten beim Hund Durchfall auslösen.

Es gibt jedoch einige Gartenfrüchte, die man auch in kleineren Mengen nicht mit dem Hund teilen sollte und auf denen Welpen nicht herumkauen sollten.

Schädlich für Hunde sind unter anderem:

Weintrauben

Zwiebelgewächse (Knoblauch, Lauch, Zwiebel)

Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen, Tomaten)

Kerne von Steinobst (Kirschen, Aprikosen, Pflaumen, …), denn sie enthalten Blausäure. Gefährlich sind sie jedoch nur, wenn der Hund sie aufbeißt. Im Ganzen geschluckt kommen sie unverdaut wieder zum Vorschein.

Rohe Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen)

Vergorenes Fallobst


Checklisten: Dos und Donts im hundefreundlichen Garten

Checkliste 1: To-Dos im hundefreundlichen Garten

  • Ausbruchssicherer Zaun, evtl. mit Sichtschutz
  • Genug Freifläche zum Rennen und Spielen
  • Für Schatten und bei Bedarf für einen geschützten Rückzugsort (Hundehütte) sorgen
  • Gartenteiche so anlegen, dass keine Gefahr für den Hund besteht
  • Im Sommer für Abkühlung sorgen, z.B. mit Planschbecken, Hundeeis oder Kühlmatten
  • Bereiche im Garten schaffen, zum Beispiel eine Ecke für Kot und Urin oder ein Platz zum Buddeln
  • Für ausreichende Ruhezeiten und ruhige Plätze sorgen
  • Dem Hund artgerechte und an seine Bedürfnisse angepasst Beschäftigungen bieten, z.B. Suchspiele
  • Mit Humor hinnehmen, wenn der Vierbeiner auch einmal Chaos stiftet, buddelt oder bellt

Checkliste 2: Gefahrenquellen und No-Gos für Hundebesitzer mit Garten

  • Giftpflanzen meiden oder sichern, vor allem bei Welpen und Junghunden
  • Verletzungen vermeiden (Gartengeräte sichern und bei gefährlichen Arbeiten den Hund fernhalten)
  • Vergiftungsgefahr ausschließen durch bewusstes Düngen und Meiden von Pflanzenschutzmitteln
  • Gefährliche Stoffe niemals für den Hund zugänglich lagern
  • Keinen perfekten Zierrasen, fragile Deko oder aufwändige Blumenbeete planen, sondern besser auf robuste Gartengestaltung achten
  • Auch wenn ein Garten viele Vorteile für Hund und Halter hat: Regelmäßiges Gassi gehen kann und sollte er nicht ersetzen

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Orchideen

Orchideen - Der Ratgeber!

Orchideen umgibt ein ganz besonderes Flair. Mehr als alle anderen Blumenarten stehen sie für Schönheit, Eleganz und Seltenheit. Kein Wunder, denn ihre Blüten haben wunderschöne Farben und außergewöhnliche Formen. Aus diesem Grund waren tropische Orchideen früher etwas ganz Besonderes. Sie wurden im Regenwald gesammelt und auf abenteuerlichen Schiffsreisen nach Europa transportiert.

Das ist heute natürlich anders. Doch ihre Faszination haben die Orchideen bis heute behalten. Zahlreiche Züchtungen und Hybriden bringen mit ihrer Farbvielfalt immer wieder zum Staunen. Viele Arten lassen sich problemlos als Zimmerorchideen halten und einige eignen sich sogar für den Garten. Aber die Orchideen unterscheiden sich nicht nur optisch von allen anderen Blumen, auch in der Pflege haben sie spezielle Ansprüche. In diesem Ratgeber finden Interessierte spannende Hintergrundinformationen über Orchideen sowie Tipps zur Pflege und zur Auswahl der richtigen Orchideenart

Was sind Orchideen?

Fast jeder kennt Vertreter der Orchideen, die sich häufig durch besonders prachtvolle, elegante Blütenformen auszeichnen. Doch die Familie der Orchideengewächse ist weitaus vielseitiger und sehr viel größer, als man vielleicht vermuten könnte.

Die Familie der Orchideengewächse

Die Blütenpflanzen werden in zwei große Gruppen eingeteilt: Die Nacktsamer, zu denen Nadelbäume und Farne gehören, und die Bedecktsamer (Blütenpflanzen). Als Orchideen werden Blütenpflanzen aus der Familie Orchidaceae, auf Deutsch Orchideengewächse, bezeichnet. Diese Familie stellt die zweitgrößte Gruppe innerhalb der Blütenpflanzen dar. Die größte Gruppe sind die Korbblütler (dazu gehört zum Beispiel das Gänseblümchen, der Löwenzahn, die Sonnenblume oder die Margerite).

WAS KENNZEICHNET ORCHIDEEN?

Orchideen können sehr unterschiedlich aussehen. Es gibt nur einige, wenige Merkmale, die alle Orchideengewächse gemeinsam haben. Dazu gehören Besonderheiten der Blüte. Bei den Orchideen sind die Staubblätter zu einer sogenannten Säule (Gynostemium) zusammengewachsen. Die Pollenkörner liegen nicht einzeln, sondern als klebrige Pollenklumpen (Pollinien) vor. Typisch für Orchideengewächse ist außerdem, dass die Samen nur dann keimen, wenn bestimmte Pilze im Boden vorhanden sind, mit denen die Orchideen eine Symbiose eingehen. Was die Orchideen so beliebt macht, ist vor allem ihre oft sehr ungewöhnlich aussehenden, meist asymmetrischen Blüte. Bei den asymmetrischen Blüten ist ein Blütenblatt vergrößert und wird Labellum (Lippe) genannt. 

Wie viele Orchideenarten gibt es?

Die Familie der Orchideengewächse umfasst hunderte verschiedener Gattungen. Die Anzahl der Orchideenarten liegt geschätzt zwischen 15.000 und 35.000, je nachdem welches Nachschlagewerk oder welchen Experten man dazu befragt. 2005 veröffentlichte der Pflanzenforscher Rafaël Govaerts Ergebnisse einer von ihm geführten Liste, auf der 859 verschiedene, meist tropische Orchideengattungen und über 25.000 Orchideenarten enthalten sind (1).

Wuchsformen: Epiphytische, terrestrische und lithophytische Orchideen

Bei der Evolution der Orchideengewächse entstanden unzählige, sehr unterschiedliche Arten. Sie alle haben sich auf ihre ganz spezielle Weise an das Leben in der jeweiligen Umgebung angepasst. Viele Orchideen findet man in tropischen und subtropischen Regionen, andere auch in unseren Breiten. Die Anpassung an die jeweiligen Standorte resultierte darin, dass es drei ganz unterschiedliche Wuchsformen bei den Orchideen gibt:

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    Die Epiphyten, die auf anderen Pflanzen wachsen.
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    Die terrestrischen Orchideen, die auf dem Boden wachsen.
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    Die Litophyten, die auf Steinen wachsen.

Orchideenarten aus allen drei Gruppen können als Zimmerpflanzen gehalten werden. Welche besonderen Ansprüche sie an die Pflege haben und welche bekannten Arten dazu gehören, wird in den folgenden Kapiteln dieses Ratgebers genauer beschrieben.

Epiphytische Orchideen

Als Epiphyten (oder Aufsitzerpflanzen) bezeichnet man Pflanzen, die sich auf anderen Pflanzen ansiedeln, zum Beispiel auf Bäumen im tropischen Regenwald. Dort halten sie sich mit ihren Wurzeln fest. Sie sind jedoch keine Schmarotzer und nutzen ihre Wirtspflanze nur, um näher an das Licht zu gelangen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit in tropischen und subtropischen Regenwäldern können die epiphytischen Orchideen über Luftwurzeln, schwammartige Speichergewebe und spezielle Speicherorgane genug Wasser und Nährstoffe aufnehmen und speichern.
Weltweit gehören etwa zehn Prozent aller Pflanzen zu den Epiphyten (2). Bei den Orchideen sind es geschätzt rund zwei Drittel aller Arten, die epiphytisch leben.

Terrestrische Orchideen

Terrestrische Pflanzen (Landpflanzen) wachsen so, wie wir es hierzulande vom allergrößten Teil aller Pflanzen kennen. Die Wurzeln dringen in den Boden ein, verankern die Pflanzen und nehmen Wasser und Nährstoffe auf. Darüber erhebt sich die Pflanze, die ihre Blätter und Blüten zum Licht hin ausbreitet.
Viele terrestrische Orchideen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen und bilden neben den normalen Wurzeln auch Luftwurzeln aus. Man nennt diese Arten auch semi-terrestrische Orchideen.

Lithophytische Orchideen

Die Lithophyten ähneln den Epiphyten. Ihre Lebensweise ähnelt den Epiphyten, doch sie wachsen nicht auf anderen Pflanzen, sondern siedeln sich auf Felsen oder Steinen an. Einige Arten können sich nicht nur mit den Wurzeln am Stein festhalten, sondern sind sogar in der Lage, das Gestein anzulösen und darin einzudringen.
Bekannte Lithophyten sind die Tilllandsien, die zu den Bromelien gehören. Doch auch viele Orchideenarten wachsen auf Gestein.

SO VERMEHREN SICH ORCHIDEEN IN DER NATUR

Um Orchideen als Zimmerpflanze oder im Freiland vermehren zu können, sollte man über die generellen Mechanismen der Vermehrung bei Orchideen Bescheid wissen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Vermehrungsarten:

GENERATIVE (GESCHLECHTLICHE) VERMEHRUNG DURCH SAMEN

Bei der geschlechtlichen (oder generativen) Fortpflanzung, wird eine Blüte bestäubt und bildet daraufhin Samen aus. Diese Samen vereinen das Erbgut der bestäubenden (männlichen) und der befruchteten (weiblichen) Pflanze. Keimen die Samen, wachsen ganz neue, genetisch unterschiedliche Pflanzen heran. Will man selbst Orchideen vermehren, ist es für Privatpersonen viel zu aufwändig, selbst Samen zu züchten. Hier kommt in der Regel nur die vegetative Vermehrung in Frage.

VEGETATIVE (UNGESCHLECHTLICHE) VERMEHRUNG DURCH MERISTEME, ABLEGER ODER TEILUNG

Bei der ungeschlechtlichen (oder vegetativen) Vermehrung, wächst aus einem Teil einer Pflanze wieder eine neue Pflanze heran. Die Tochterpflanze ist genetisch mit der Mutterpflanze völlig identisch. Bei vielen Orchideen ist es zum Beispiel möglich, die Pflanzen zu teilen oder Ableger zu neuen Pflanzen heranzuziehen. In Erwerbsgärtnereien, die auf Orchideen spezialisiert sind, werden die Pflanzen manchmal in großen Mengen über Meristeme vermehrt. Das sind Gewebestücke der Orchidee, aus denen sich neue, identische Pflanzen bilden.

DIE NATÜRLICHE VERBREITUNG DER ORCHIDEEN

Orchideen findet man auf jedem Kontinent der Erde (ausgenommen die Antarktis). In kalten Regionen und in unseren Breiten wachsen verschiedene Orchideenarten. Doch die überwiegende Zahl der Orchideen kommt aus den südamerikanischen oder asiatischen Tropen und Subtropen. Während in Europa nur rund 40 Orchideenarten zu finden sind, wurden im tropischen Asien bisher etwa 300 Gattungen mit Tausenden von Arten beschrieben. Tendenz steigend, denn in den Regenwäldern sind bisher längst nicht alle vorhandenen Arten entdeckt worden und es kommen ständig neue hinzu.

Wer tropische Orchideen als Zimmerpflanze pflegen möchte, muss auf viele Besonderheiten Rücksicht nehmen, die auf der Herkunft der Pflanzen beruhen.

ARTENSCHUTZ UND GEFÄHRDUNG

Leider sind viele Orchideenarten gefährdet. Die Abholzung der Regenwälder in tropischen und subtropischen Regionen schränkt den Lebensraum dort ein. Aber auch unsere europäischen Orchideen werden immer seltener, da ihre natürlichen Verbreitungsgebiete oft der Landwirtschaft oder dem Städtebau zum Opfer fallen. Darum ist es hierzulande verboten, Orchideen in der Natur zu sammeln (mehr dazu im folgenden Kapitel).

Quellen:

GESCHICHTE UND WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG VON ORCHIDEEN

Schon seit Jahrtausenden faszinieren die Orchideen Menschen in aller Welt. Beschäftigt man sich mit der Geschichte der Orchideengewächse, stößt man nicht nur auf interessante Fakten, sondern auch auf viele kuriose und spannende Details.

DIE KULTURGESCHICHTE DER ORCHIDEEN

Seit 2500 Jahren werden Orchideen in ganz unterschiedlichen Kulturen immer wieder erwähnt. Die älteste Überlieferung stammt aus China, wo der Philosoph Konfuzius die Orchidee um 500 v. Chr. als Schriftzeichen verwendete, das soviel wie Eleganz, Schönheit oder Anmut bedeutet.

WOHER HABEN DIE ORCHIDEEN IHREN NAMEN?

Der Ursprung der Bezeichnung „Orchidee“ oder „Orchidaceae“ (Orchideengewächse) leitet sich vom griechischen orchis (Hoden) ab. Der Grund sind die zwei eiförmigen Wurzelknollen, die typisch für eine der bekanntesten Orchideen-Gattungen, die Knabenkräuter, sind. Diese Bezeichnung wurde das erste Mal von Theophrastus von Lesbos (griechischer Philosoph und Naturforscher, sowie Schüler des Aristoteles) etwa 300 v. Chr. in seinem Werk Historia plantarum verwendet.

Die ersten Zierpflanzen: Teure Importe

Ab dem 17. Jahrhundert waren die Menschen nicht mehr damit zufrieden, heimische Orchideen in ihren Gärten zu kultivieren. Die ersten tropischen Orchideen wurden auf monatelangen Reisen mit Schiffen nach Europa gebracht. Im 19. Jahrhundert entstanden in Europa, besonders in England, berühmte Orchideensammlungen. Die Prunkstücke der Sammlungen (zum Beispiel die Cattleya labiata mit ihrer großen, blauen Blüte) wurden bewundert, als Sensation gefeiert und schufen eine große Nachfrage nach immer neuen Orchideen. Reisende Sammler und Orchideen-Forscher hatten Hochkonjunktur. Erst ab dem 20. Jahrhundert wurden immer mehr Orchideen in Europa gezüchtet und die Nachfrage nach importieren Orchideen ging zurück. Doch auch heute noch werden für besonders seltene Pflanzen und neue Arten immens hohe Preise von Sammlern bezahlt, was leider oft dazu führt, dass die Orchideen im Heimatland rücksichtslos geplündert werden.

Darwins Vorhersage: Die Orchidee und der Nachtfalter

Eine Orchidee war der Inhalt einer Vorhersage Charles Darwin, die sich später bewahrheitete. Er entdeckte 1862 in Madagaskar die Orchidee Angraecum sesquipedale, mit einer Blüte, deren Nektar sich in einem 30 Zentimeter langen Sporn befindet. Um diese Pflanze zu bestäuben, müsse – so Darwin – ein Insekt mit einem ebenso langen Rüssel existieren. Und wo war es tatsächlich. Erst nach Darwins Tod entdeckte man einen Nachtfalter mit einem 22 Zentimeter langen Saugrüssel, der diese Blüte bestäubt (1). Sein Name Xanthopan morgani praedicta erinnert an die Geschichte, denn das lateinische Wort „praedictus“ bedeutet „vorausgesagt“.

Orchideen als Droge, Aphrodisiakum, Heilmittel

Während der ganzen Kulturgeschichte der Orchidee wurden Orchideengewächse auch immer wieder für – aus unserer heutigen Sicht – wenig empfehlenswerte Einsatzgebiete verwendet. Die Tarahumara, ein mexikanischer Indianer-Stamm, nutzen die Orchidee Trichocentrum cebolleta traditionell als berauschendes Halluzinogen. Im 19. Jahrhundert wurde einheimischen und importierten Orchideen eine Reihe von Heilwirkungen nachgesagt. Das kleine Knabenkraut sollte gegen Durchfall, die wohlriechende Orchidee Angraecum fragrans gegen Schwindsucht helfen. Das heimische Helmknabenkraut wurde als Aphrodisiakum verwendet und sollte die Potenz steigern.

Orchideen als Nutzpflanzen

Heute werden Orchideen vorwiegend als Zierpflanzen und Schnittblumen gezüchtet. Das hat immense wirtschaftliche Bedeutung. Allein Thailand erwirtschaftet jährlich rund 40 Millionen Euro mit dem Orchideenexport. Doch bestimmte Orchideen werden auch als Nutzpflanzen verwendet.

Orchideenmehl „Salep“

Eine türkische Spezialität ist ein Eis mit besonders zäher Konsistenz. Es enthält traditionell ein Mehl aus Knollen verschiedener Orchideen, vor allem Knabenkraut-Arten (Gattung Orchis). Dieses Orchideenmehl dient als Verdickungsmittel und wird Salep genannt. Auch in Getränken kommt es in der Türkei zum Einsatz, wird aber heute häufig aus Gründen des Naturschutzes (aber auch aus Kostengründen) durch günstigere Alternativen ersetzt.

Vanille: Aroma aus Orchideen

Die wirtschaftlich bedeutendste Orchideenfrucht ist die Vanilleschote. Die Orchideengattung Vanilla umfasst rund 110 Arten. Dazu gehört die Gewürzvanille Vanilla planifolia. Sie bildet schotenförmige Früchte, die in einem aufwändigen Prozess überbrüht, fermentiert und getrocknet werden. Letztendlich entstehen die schwarzen Schoten, die bei uns in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich sind. „Bourbon-Vanille“ nennt man sie dann, wenn sie von den sogenannten Bourbon-Inseln stammt, zu denen unter anderem Réunion (früher Ile Bourbon), die Komoren, die Seychellen und Madagaskar gehören. Andere Vanilla-Arten werden in der Parfümherstellung eingesetzt.

Düfte und Parfüms

Parfümhersteller suchen ständig nach neuen, ungewöhnlichen Düften. Die riesige Familie der Orchideengewächse sorgt hier ständig für Nachschub. Dabei müssen nicht unbedingt die (in der Regel geschützten) Orchideen in großen Mengen geerntet werden. Heute können Düfte auch analysiert und dann im Labor nachgebaut werden.

Quellen:

Orchideenarten - Riesige Vielfalt

Die Anzahl der Orchideenarten ist riesig, doch nur ein kleiner Teil davon kommt zur Pflege im Garten oder als Zimmerorchidee in Frage. Unter ihnen sind sehr unterschiedliche Arten, die sich optisch und in ihren Pflegeansprüchen stark unterscheiden.

Was sind Gattungen, Arten, Sorten und Hybriden?

Insgesamt gibt es geschätzt zwischen 15.000 und 35.000 verschiedene Orchideenarten. Doch wann spricht man eigentlich von einer Art? Und was sind Sorten und Hybriden? Um Orchideenarten genauer vorzustellen, sollen zunächst diese Begriffe geklärt werden.

Die Orchideen-Gattung

In der Biologie werden die Pflanzen nach einem hierarchischen System eingeteilt. Pflanzen mit bestimmten, ähnlichen oder gleichen Merkmalen werden in eine Familie eingruppiert. Bei den Orchideen ist das die Familie der Orchidaceae. Innerhalb dieser Familie werden die Orchideen in verschiedene Gattungen eingeteilt, die mindestens eine, oft aber auch hunderte von Arten enthalten.

Die Orchideen-Art

Die Art oder Spezies ist die Grundeinheit der biologischen Einteilung. Jede Art zeigt Merkmale, die sie (mehr oder weniger) klar von anderen Arten abgrenzt. Gattung und Art bilden zusammen den lateinischen Namen der Pflanze. Beispiel: Phalaenopsis amabilis. Phalaenopsis ist die Gattung, die Art heißt amabilis.

Was sind Sorten?

Sorten sind züchterisch entstandene Varianten einer Pflanzenart. Innerhalb einer Art kann es verschiedene Sorten geben, die sich zum Beispiel nur in der Blütenfarbe unterscheiden. Die Sorte wird oft in Anführungszeichen hinter den Art- oder Gattungsnamen gestellt. Beispiel: Phalaenopsis sogo ‚grape‘ (Blüte hat die Farbe roter Trauben).

Was sind Hybriden?

Eine besonders wichtige Rolle bei Orchideen spielen die Hybriden. Das sind Kreuzungen von zwei oder mehr Arten, die auch in der Natur manchmal vorkommen. Wichtig sind die Hybriden aber bei der Orchideenzucht. Durch Hybridisierung werden immer neue Orchideen mit besonders geformten oder gefärbten Blüten oder anderen außergewöhnlichen Merkmalen erzeugt. Hybriden werden im Namen oft durch ein „x“ gekennzeichnet.

Wild wachsende Orchideen und Garten-Orchideen

Orchideen wachsen in unseren Breiten nur dann im Freiland, wenn sie an die hiesigen Bedingungen (Temperatur, Wasserangebot) gewöhnt sind. Deshalb eignen sich besonders einheimische Orchideen, aber auch einige Arten, die aus kühleren Regionen anderer Teile der Welt stammen.

Einheimische Orchideen

Es gibt in Deutschland rund 60 Orchideenarten, die wild wachsend vorkommen. Die bekannteste Gattung sind die Frauenschuhe (Cypripedium), zu denen der Gelbe Frauenschuh gehört. Leider sind Frauenschuhe immer seltener in der Natur zu finden. Auch die Waldvögelein (Cephalanthera) gehören zu den deutschen Waldorchideen. Vertreter sind zum Beispiel das Rote Waldvögelein und das Schwertblättrige Waldvögelein. Das Weiße Waldvögelein war 2017 „Orchidee des Jahres“ (1). Zur Orchidee des Jahres wählen die AHO (Arbeitskreise Heimischer Orchideen) besonders schützenswerte Arten. Die Stendelwurzen (Epipactis) findet man vor allem in Süd- und Mitteldeutschland wild wachsend. Auch die früh blühenden Knabenkräuter (Dactylorhiza, Orchis) sind stellenweise hier noch heimisch.

Schutz wild wachsender Orchideen:

Sämtliche einheimischen Orchideen stehen unter Naturschutz und sind zum Teil stark vom Aussterben bedroht. Es sollte deshalb klar sein: Pflücken und Ausgraben ist verboten (2). Einige der einheimischen Arten lassen sich jedoch käuflich erwerben und können als Gartenorchideen gepflegt werden.

Orchideen für den Garten

Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Orchideen, die winterhart sind und sich bei unserem Klima wohlfühlen. Von diesen lassen sich wiederum nur einige Arten im Garten pflegen, denn manche Orchideen haben spezielle Bedürfnisse (zum Beispiel eine Symbiose mit bestimmten Pilzen) und wachsen nur schlecht oder gar nicht in unserem Gartenboden.

Während tropische Orchideen unter zehn Grad schon frösteln, können die folgenden Arten mehr oder weniger einfach im Garten gehalten werden (mehr dazu bei den Pflegetipps):

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    Epipactis (Stendelwurzen): Die Gattung der Stendelwurzen umfasst mehrere Arten, die in Mitteleuropa heimisch sind, und im Garten (zum Teil im Moorbeet) gut gedeihen.  
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    Cypripendium (Frauenschuh): Frauenschuh-Orchideen mit ihren namensgebenden, hübschen, bauchigen Blüten sind winterhart und eignen sich für den Garten.
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    Dactylorhiza (Knabenkraut): Unter den Knabenkräutern (auch Kuckucksblumen oder Fingerwurzen) lassen sich mehrere Arten als Gartenorchideen pflegen. Sie verschönern Beete mit großen, traubigen Blütenständen.
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    Pleionen (Bergorchideen aus Tibet): Aus den harschen Regionen Tibets stammend, vertragen auch die Pleionen die Winter hierzulande gut. Eine große Zahl an Hybriden besticht mit besonders schönen und großen Blüten.
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    Asisatische Freiland-Orchideen: Im Handel findet man häufig weitere Orchideen, die aus Asien stammen und im Freiland gut gedeihen. Dazu gehören zum Beispiel die Gattungen Bletilla und Calanthe.
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    Moor-Orchideen: Zu den Moororchideen gehören Orchideen aus verschiedenen Gattungen, die alle einen sehr nährstoffarmen, feuchten Moorboden benötigen. Dazu gehören verschiedene einheimische Arten (zum Beispiel das Torfmoosknabenkraut oder die Echte Sumpfwurz), aber auch Orchideen-Gattungen aus Asien oder Amerika (Calopogon, Eleorchis, Pogonia, Spiranthes). 

Die schönsten Zimmerorchideen

Bei den Zimmerorchideen gibt es Tausende und Abertausende von verschiedenen Sorten und Hybriden. Tagtäglich kommen neue hinzu. Im Folgenden werden daher nur einige, wenige Beispiele für beliebte Orchideengattungen gezeigt. Aufgrund der Vielfalt ist es nicht möglich, einen kompletten Überblick zu geben. Nicht alle Sorten sind immer und überall erhältlich, dafür kommen ständig neue Sorten in den Handel. Aber hoffentlich macht diese Übersicht Lust darauf, sich über weitere Orchideen zu informieren oder sich beim Händler des Vertrauens von seinem Sortiment inspirieren zu lassen.

Gattung Phalaenopsis – Die Schmetterlingsorchideen

Die Orchideen aus der Gattung Phalaenopsis gehören zu den bekanntesten und mit Abstand am meisten verkauften Vertretern der Zimmerorchideen. Und das zu Recht. Der Name Phalaenopsis leitet sich vom griechischen phalaina (Falter) und opsis (Anblick) ab, da die Blüten an tropische Schmetterlinge erinnern. Man findet eine Vielzahl von Hybriden, die sehr unterschiedliche Blütenfarben oder -muster und zum Teil auch besonders große Blüten haben. Phalaenopsis blühen zudem vergleichsweise lange.

Beispiele für interessante Sorten und Hybriden:

  • Phalaenopsis amboinensis und Phalaenopsis lueddemanniana – Auffällig gemusterte Blüten. Die Blüten dieser beiden Orchideenarten und deren Hybride sind ein echter Blickfang mit rötlichen, pinkfarbenen oder gelb-roten Streifen.
  • Phalaenopsis liodoro – Betörender Duft. Diese einfach zu pflegende Orchidee verströmt besonders zur Mittagszeit einen intensiven, zitrusartigen Duft.
  • Phalaenopsis violacea 'alba' - Weiße Blütenpracht. Sehr hübsche, schneeweiße Blüten, zum Teil mit leicht pastellfarbenen Rändern.
  • Phalaenopsis Big Singolo'Purple' oder 'White' – Beeindruckende Einzelblüte. Die „Big Singolo“ hält, was der Name verspricht. Während der Blütezeit trägt die sonst eher unscheinbare Orchidee eine einzelne, große und wunderschöne Blüte.
  • Phalaenopsis elegant – Sorten mit fantastischer Blütenvielfalt. Wunderschöne Sorten wie 'Polka Dots' (weiß mit roten Punkten), 'Dream Diamond' (künstlerisch anmutendes Muster in verschiedenen Pink- und Rosatönen) oder 'Debora' (rote Blätter mit weißem Rand).

Cattleya – Südamerikanische Schönheiten

Die Gattung Cattleya ist nach dem englischen Orchideengärtner William Cattley benannt. In dieser Gattung findet man viele besonders schöne Orchideen, die sich oft auch für Anfänger eignen. Ihre Blütenfarben reichen von Weiß über Rot, Orange und aparte Muster bis hin zu einem strahlenden Blau. Zur Gruppe der Cattleya werden häufig auch noch weitere Orchideen hinzugerechnet, zum Beispiel Brassavola-. Laelia- oder Sophronitis-Arten.

Besonders schöne Cattleya-Arten und -Hybriden:

  • Cattleya forbesii – Blüten von Weiß bis Gelb. Es gibt unterschiedliche Sorten, die weiß (z. B. Sorte 'alba') oder gelb (z.B. Sorte 'aurea') blühen.
  • Cattleya amethystoglossa – Ausgefallene Blüten, oft in Pink und Lila. Sorten und Hybriden dieser Art haben große, auffällig gemusterte Blüten mit einem tollen Farbenspiel.
  • Cattleya guttata – Große Farbvielfalt. Diese kleinere Orchidee bietet Sorten von weiß ('alba') über gefleckt ('tigrina') bis zu einem besonders schönen Blauton ('coerulea').
  • Cattleya intermedia – Auch für Anfänger geeignet. Diese Orchidee lässt sich relativ einfach pflegen und bietet viele Sorten mit hübschen Blütenfarben.

Cymbidium – Große Orchideen mit langen Blütenrispen

Zu der Gattung Cymbidium gehören einige mittelgroße bis sehr große Orchideen, die mitsamt Blütenstand bis zu 80 Zentimeter hoch werden können.

Sie stammen ursprünglich aus China. Heute werden sie aufgrund ihrer wunderschönen Blütenfarbe und langen Blütenrispen auch bei uns immer häufiger gezüchtet und im Handel angeboten.

Schöne Arten und Sorten sind unter anderem:

  • Cymbidium cascade – auffällig große, „kaskadenartig“ herabhängende Blütenstände in diverseren Farben (weiß, rosa).
  • Cymbidium Butterball – Blütenrispen mit zahlreichen gelben Blüten.
  • Cymbidium Kiwi Midnight 'Geyserland' – dunkelste Cymbium, sehr auffällig, mit dunkelroten Blüten, die fast schwarz wirken.

Weitere interessante Orchideen-Gattungen

  • Dendrobium: Gattung mit zahlreichen wunderschönen und oft großwüchsigen Orchideensorten. Die wichtigsten Arten sind Dendrobium nobile und Dendrobium bigibbum.
  • Oncidium: Gattung, die häufig kleinere Orchideen mit mehreren, kleinen Blüten (oft in Gelbtönen) hervorbringt.
  • Paphiopedilum: Auf deutsch „Venusschuh“ genannt, erinnert die auffällige Blütenform dieser aus Asien stammenden Gewächse an unsere heimischen Frauenschuh-Orchideen.
  • Vanda: Aufgrund der wunderschönen, oft auffällig gemusterten Blüten häufig als Schnittblume genutzt. Auch im Topf kultivierbar, aber eignet sich weniger für Orchideen-Anfänger.

Welche Zimmerorchideen lassen sich gut kombinieren?

Wer einmal Gefallen an Zimmerorchideen gefunden hat, bei dem bleibt es oft nicht bei nur einer einzelnen Orchidee. Mit der Zeit macht man sich Gedanken, welche Arten gut nebeneinander wirken oder sich sogar einen Topf teilen könnten. Mit den folgenden Tipps gelingt die optimale Kombination verschiedener Orchideen.

In einem Topf? Nur schwer umsetzbar!

Zwei Orchideen im gleichen Substrat und im selben Topf zu halten, empfehlen Experten eher nicht. Orchideen haben sehr spezielle Pflegeansprüche und benötigen oft Unterstützung und kleine Anpassungen bei der Feuchtigkeit oder der Temperatur. Diese sind individuell nicht mehr möglich, wenn zwei Pflanzen im gleichen Topf stehen. Auch wenn eine Pflanze krank wird, muss man die an den Wurzeln verflochtenen Pflanzen mühsam trennen, was oft beide Orchideen nicht überstehen.

Die Pflanzschale: Gemeinsam und doch getrennt

Eine Alternative zum gemeinsamen Topf sind große Pflanzschalen, in die man mehrere Orchideentöpfe stellt. Diese kann man zugleich nutzen, um die Luftfeuchtigkeit für die Pflanzen zu erhöhen. Dazu füllt man eine Schicht Blähton (z.B. Seramis) in die Schale, füllt mit Wasser auf und stellt darauf die Töpfe (sie sollen nicht ins Wasser eintauchen). Mit Moos, Kies oder anderem Dekorationsmaterial lässt sich das Arrangement so abdecken, dass es wie ein gemeinsamer Topf wirkt.

Dennoch sollte man auch hier nicht zu „wild“ mischen. Orchideen verschiedener Gattungen haben oft sehr unterschiedliche Ansprüche an das Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Was aber meist gut funktioniert, ist die Kombination verschiedener Orchideen mit ähnlichen Wasser- und Lichtansprüchen, die auch zeitgleich blühen. Wie wäre es mit einem Arrangement mit drei verschiedenen Phalaenopsis mit unterschiedlicher Blütenfarbe?

Ein Orchideenfenster gestalten

Auf einem Fensterbrett kann man Orchideen auch einfach kombinieren, indem man sie nebeneinanderstellt und damit ein Orchideenfenster gestaltet.

Tipps zur Gestaltung eines Orchideenfensters:

  • West- und Ostfenster eignen sich für die meisten Orchideen am besten.
  • Schmale Fensterbretter kann man durch Auflegen von Holzplatten vergrößern.
  • Kleine Arten nach vorne, größere Arten nach hinten stellen.
  • Blütenfarben kombinieren, die entweder ähnlich sind oder einen schönen Kontrast darstellen.
  • Auf gleiche Blühzeiten achten oder – noch besser – erst dann zusammenstellen, wenn die Blüte bereits begonnen hat.
  • Auch auf das Design der Töpfe achten, damit diese gut zusammenpassen.
  • Das Arrangement lässt sich gut mit ausgewählten Dekorationsstücken auflockern.
  • Auf dem Fensterbrett auf die Orientierung der Pflanzen achten: Soll das Arrangement von innen oder von draußen betrachtet die optimale Wirkung haben?
  • Sehr große und besonders auffällige Orchideen gehen in Kombinationen leicht unter. Sie wirken einzeln oft besser.

Quellen:

(1) AHO (Arbeitskreise Heimischer Orchideen) http://www.orchideen-deutschlands.de/index.php/die-orchidee-des-jahres-2017

(2) NABU Deutschland. „Anschauen ja, pflücken nein. Orchideen sind ein Zeichen für naturnahe Lebensräume.“ https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/pflanzenwissen/19313.html

Pflege von Orchideen im Freiland

Orchideen werden heute häufig in Innenräumen gepflegt und sind als Zimmerpflanzen in fast jedem Gartencenter erhältlich. Gartenorchideen hingegen sind immer noch etwas ganz Besonderes. Damit Orchideen sich im Freien gut entwickeln, sollte man auf eine durchdachte Auswahl der Arten und die richtige Pflege achten.

Welche Arten eignen sich?

Im vorangegangenen Kapitel wurden bereits einige Orchideengattungen vorgestellt, die sich für die Pflege im Garten eignen. Bei der Auswahl sollte beachten:

  • Einheimische oder winterharte Arten wählen.
  • Genau auf die Pflegebeschreibung achten. Im Zweifelsfall noch einmal recherchieren, welche Ansprüche die gekaufte Orchidee hat.
  • Sollen es einheimische Arten sein, die so auch in der Natur vorkommen und für die man den natürlichen Standort nachbildet? Oder möchte man auf exotischere und dennoch winterharte Orchideen oder ausgefallene Hybrid-Züchtungen setzen?
  • Orchideen sind oft etwas heikel in der Pflege. Anfänger sollten Arten wählen, die relativ robust und einfach zu halten sind.
  • Es kann trotz bestmöglicher Pflege geschehen, dass nicht alle Orchideen sich im Freiland optimal entwickeln. Boden, Licht und Temperatur sind regional sehr unterschiedlich. Wächst eine Art besonders gut, lohnt es sich oft, weitere Pflanzen dieser Art oder Gattung zu kaufen und damit „schwächelnde“ Orchideen zu ersetzen.

Standort, Pflege und Tipps zur Überwinterung

Orchideen haben speziellere Ansprüche an ihren Standort, als viele andere Pflanzen im Garten. Beachtet man einige Punkte, wird man jedoch mit wunderschönen Blüten belohnt. Grundsätzlich gilt: Die folgenden Angaben sind nur grobe Richtwerte und können von Art zu Art abweichen.

Der richtige Standort und Boden

Am besten eignet sich ein halbschattiger Standort, der zur heißesten Tageszeit (11 bis 15 Uhr) keiner direkten Sonne ausgesetzt ist. Ideal sind Hecken oder Sträucher in der Nähe, die vor Wind schützen und in der Mittagszeit Schatten spenden. Bodendecker können die empfindlichen Wurzeln beschatten und vor dem Austrocknen schützen. Einige Arten wie Epipactis und Bletilla gedeihen aber auch gut an sonnigeren Standorten.

Der Boden sollte individuell an die zu pflanzenden Arten angepasst werden. Am besten kombiniert man Arten, die ähnliche Ansprüche haben. Zum Beispiel bevorzugt der Fauenschuh (Cypripedium) einen kalkreicheren Boden mit höherem pH-Wert. Wichtig ist, dass der Boden wasserdurchlässig ist und sich keine Staunässe bildet. Lehmige Böden sind weniger geeignet und können durch Beimischen von Sand oder Lavagranulat aufgelockert werden. Niemals Komposterde oder Humus untermischen, denn Orchideen lieben nährstoffarme Böden. Normale Garten- oder Blumenerde sind für Orchideen tabu.

Ein- und Umpflanzen

Orchideen kann man im Herbst oder im zeitigen Frühjahr in den Garten setzen. Zum Einpflanzen einer Orchidee hebt man eine Grube von etwa 40 Zentimeter Tiefe aus und füllt diese zu einem Drittel mit einer Drainageschicht (grober Kies, Steine oder Blähton). Darauf kommt ein Pflanzsubstrat, das auf die jeweilige Orchideenart abgestimmt sein sollte.

Praxis-Tipp: Fertige Substratmischungen sind im Handel erhältlich. Es gibt für fast jede Orchideenart aber auch spezielle Empfehlungen für selbstgemischte Substrate, die von Liebhabern und Züchtern oft jahrzehntelang erprobt wurden.

Nach dem Einsetzen der Orchidee und Auffüllen des Loches mit Substrat, kann man die Oberfläche noch mit Blähton abdecken. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern hält die Oberfläche auch feucht und schützt vor dem Austrocknen.

Umpflanzen sollte man vermeiden, da viele Orchideen (zum Beispiel Cypripidium) Verletzungen im Wurzelbereich nur schlecht tolerieren. Andere Gattungen wie Epipactis und Bletilla kann man dagegen recht gut teilen und umpflanzen. Dafür gräbt man die umzusetzende Orchidee vorsichtig aus, reinigt die Pflanze und geht dann vor wie oben beim Einpflanzen beschrieben.

Gießen und Düngen

Bei der Bewässerung und beim Düngen gelten zwei relativ einfache Regeln, die man je nach Orchideenart aber individuell an die jeweiligen Pflegeempfehlungen anpassen sollte:

  • Freiland-Orchideen so viel und so oft Gießen, dass der Boden im Wurzelbereich nicht komplett durchtrocknet. Staunässe aber unbedingt vermeiden! Das lässt sich im Hochsommer oft nicht leicht umsetzen. Praxis-Tipp: Oft und dafür weniger gießen sowie den Boden mit anderen Pflanzen oder einer Schicht aus Blähton beschatten und vor dem Austrocknen schützen.
  • Beim Düngen gilt: Weniger ist mehr. Einige Arten benötigen gar keinen Dünger oder nur speziellen Orchideendünger in einer auf die Orchideenart abgestimmten Dosierung. Im ersten Jahr nach dem Auspflanzen sollte man gar nicht düngen.

Überwintern von Garten-Orchideen

Viele Orchideen, die man im Garten anpflanzen kann, sind frostresistent und überstehen normale Winter hierzulande unbeschadet (z.B. Cypripedium). Sie profitieren aber häufig von einem Nässeschutz, zum Beispiel einer auf vier Stützen aufgelegten, frostfesten Plexiglasplatte. Trockenheit im Winter regt die Orchideen zur Blüte an. Zeigen sich erste neue Triebe, sollte man diese im Winter oder bei Spätfrösten im Frühjahr schützen (zum Beispiel mit Reisigzweigen abdecken oder das Substrat um die jungen Triebe herum anhäufeln).

Epipactis, Dactylorhiza und Gymnadenia kommen oft auch ganz ohne Schutz gut durch den Winter.

Andere Gattungen wie Bletilla und Pleione benötigen bei Minusgraden einen Schutz. Hier eignen sich die im Handel überall erhältlichen Pflanzenvliese, das man in mehreren Lagen direkt auf den Boden legt (mit Steinen am Rand fixieren). Darüber legt man als Nässeschutz eine Folie oder nutzt, wie oben beschrieben, eine Plexiglasplatte.

Ein Moorbeet anlegen

Es gibt viele Orchideen für das Freiland, die in der Natur in Moorgebieten wachsen. Auch diese lassen sich im heimischen Garten pflegen, wenn man ein Hochmoorbeet anlegt. Bei diesem besteht der Boden aus Torf. Der pH-Wert ist sauer. Ein Moorbeet erfordert etwas Aufwand, das Vorgehen entspricht dem Anlegen eines kleinen Teiches.

So legt man ein Hochmoorbett an:

  • Eine Stelle auswählen, die in der Sonne oder im Halbschatten liegt.
  • Moorbeet am besten im Herbst anlegen, über Winter „setzen“ lassen und erst im Frühjahr bepflanzen.
  • Substrat vorbereiten: Keinen Dünger oder gedüngte Erde verwenden, der Boden besteht aus Torf (am besten Weißtorf oder Hochmoortorf). Torf so lange wässern, bis er sich vollgesaugt hat (mindestens über Nacht).
  • Grube ausheben und darin entweder eine vorgefertigte Teichschale versenken oder – etwas aufwändiger – mit Teichfolie auskleiden. Die Tiefe sollte mindestens 60 Zentimeter betragen.
  • Wasserspeicher anlegen: Einen Eimer umgedreht in die tiefste Stelle des Beetes stellen (er soll später ganz bedeckt und nicht mehr sichtbar sein) und von oben bis unten mit Löchern versehen. Der Eimer läuft voll Wasser, bei Trockenheit wird die Flüssigkeit durch die Löcher hindurch in das Moorbeet abgegeben. Bei großen Beeten können zwei oder drei Eimer passender Größe an verschiedenen Stellen eingesetzt werden.
  • Optional: in die Mitte des Eimerbodens ein größeres Loch schneiden und einen Schlauch hindurchführen, der später aus dem Beet hinausragt (er kann mit Pflanzen kaschiert werden) und durch den im Hochsommer Wasser nachgefüllt werden kann.
  • Beet bis zur Oberkante der Teichschale mit Torf füllen und diesen auch zwischen Eimer und Beetrand gut festdrücken.
  • Der pH sollte je nach Pflanzenart in der Regel <5,0 sein. Er steigt aber nach einiger Zeit langsam aber stetig an, zum Beispiel durch das Regenwasser. Den pH-Wert deshalb regelmäßig überprüfen und bei Bedarf mit Spezialprodukten aus dem Handel oder ganz einfach mit Essig nachsäuern.

Im Moorbeet lassen sich nicht nur Orchideen, sondern auch viele fleischfressende Pflanzen (Sonnentau, Venusfliegenfalle) und andere Moorpflanzen wie Schwertiris oder Farne pflegen.

Orchideen auf Balkon und Terrasse

Viele Freilandorchideen lassen sich auch in Töpfen oder Blumenkästen auf dem Balkon oder der Terrasse pflegen und zur Blüte bringen. Im Vergleich zum Auspflanzen in den Garten hat das sogar Vorteile, denn die Pflanzen können bei Hagel oder extremer Hitze an geschützte oder schattige Orte gestellt werden. Doch es gibt auch einige Punkte, die man beachten sollte:

  • Töpfe, Kübel und Kästen erwärmen sich schneller in der Sonne und trocknen schneller aus. Man sollte im Sommer daher oft, aber nicht zu viel gießen.
  • Am Boden der Töpfe sollten immer Löcher und unbedingt eine Drainageschicht vorhanden sein (mehr Tipps dazu im Kapitel „Pflege von Zimmerorchideen“).
  • Wasser läuft in Töpfen und Kübeln nur langsam ab. Staunässe durch übermäßige Gießen oder Dauerregen sollte unbedingt vermieden werden.
  • Das passende Substrat sollte je nach Orchideenart individuell ausgewählt werden.
  • Orchideen mögen nährstoffarme Böden. In Töpfen ist das Substrat jedoch so begrenzt, dass Nährstoffe schnell gänzlich verbraucht werden und zusätzlich durch den Regen ausgewaschen werden. Deshalb ist regelmäßiges aber mäßiges Nachdüngen mit speziellem Orchideendünger sinnvoll.
  • Im Winter sind die Wurzeln in Töpfen besonders frostgefährdet. Kübel sollten geschützt werden, zum Beispiel mit Styropor-Umhüllungen oder durch die Verwendung spezieller doppelwandiger Pflanzkübel.
  • Ein Überwintern in beheizten Räumen ist nicht sinnvoll, da die Orchideen dann zu früh wieder austreiben.
  • Cypripedium-Arten tolerieren es nicht gut, wenn das Wurzelwachstum zu stark eingeschränkt ist. Hier sollten ausreichend große Töpfe, breite Schalen oder Blumenkästen verwendet werden.

Pflege von Zimmerorchideen

Die überwiegende Zahl der hierzulande verkauften Orchideen wird im Zimmer gepflegt. Das Herausfordernde aber zugleich auch Faszinierende an den Pflanzen sind ihre nicht ganz alltäglichen Ansprüche, die sie von allen anderen Zimmerpflanzen unterscheiden.

Voraussetzungen und Grundlagen der Orchideenpflege

Orchideen sind zwar schwieriger zu pflegen als viele gängigen Zimmerpflanzen, doch viele lassen sich mit etwas Wissen gut auf dem Fensterbrett kultivieren und zur Blüte bringen. Dazu sollte man jedoch vorab einige Punkte beachten.

Tipps zum Orchideenkauf

Orchideen erhält man heute fast überall. Beim Kauf sollte man jedoch auf einige Punkte achten:

  • Gattung und Art sollten genau bezeichnet sein.
  • Es sollte eine Pflegeanleitung mitgeliefert werden.
  • Pflanzen mit abgerissenen Blättern, beschädigten Wurzeln oder sichtbarem Schädlingsbefall meiden.
  • Orchideen tolerieren kalte Temperaturen nur schlecht. Gekaufte Orchideen sollte man im Winter auf der Heimfahrt vor Kälte schützen. Gute Online-Händler versenden nicht bei Minusgraden.
  • Ist eine Orchideenausstellung in der Nähe, lohnt sich der Besuch. Hier erhält man nicht nur unzählige, interessante Arten, sondern auch wertvolle Tipps und Pflegehinweise.
  • Vor dem Kauf überlegen, welche Bedingungen (Temperatur, Licht, usw.) man bieten kann und passende Art auswählen.

Benötigt man Zubehör?

Als Anfänger ist zunächst kaum Zubehör oder spezielle Ausstattung nötig. Später sind ein Thermometer und ein Hygrometer (zum Bestimmung der Luftfeuchtigkeit) sinnvoll. Echte Experten nutzen mehr Zubehör. Sie messen die Leitfähigkeit des Gießwassers, kühlen ihre Pflanzen im Hochsommer mit kleinen Klimaanlagen und besitzen Mini-Gewächshäuser für ihre Jungpflanzen.

Hält meine Orchidee eine Winterruhe / Ruhephase?

Viele Orchideen legen jährlich eine Wachstumspause ein, die oft in den Winter fällt. Das tun jedoch nicht alle Orchideen (Phalaenopsis benötigt keine Ruhephase). Käufer sollten sich bei neu gekauften Orchideen deshalb immer über den individuellen Wachstumszyklus informieren. In der Ruhephase werden die Orchideen weniger gegossen und nicht gedüngt. Das Einhalten der Winterruhe ist bei diesen Arten die Grundvoraussetzung für die Blüte.

Orchideen richtig pflegen

Die Orchideenpflege hängt individuell von der Orchideenart ab. Im Folgenden finden Orchideenfans viele Tipps, die auf verschiedene gängige Orchideen zutreffen. Es ist jedoch immer ratsam, gerade bei selteneren Arten in die Pflegeanleitungen zu schauen oder die individuellen Ansprüche im Internet zu recherchieren.

Der richtige Standort für Orchideen

Orchideen mögen es sonnig, vertragen aber direkte Mittagssonne oft schlecht. Daher ist ein Platz an einem unbeschatteten West- oder Ostfenster für viele Arten ideal. Steht nur ein Südfenster zur Verfügung, kann man bei Händlern nach Orchideen fragen, die es sonniger mögen (z. B. bestimmte Cattleya-Arten). Es ist auch möglich, für mehr Schatten zu sorgen, indem man größere Pflanzen vor oder neben die Orchidee stellt. An einem Nordfenster kann man Orchideenarten wählen, die es schattiger mögen (Masdevallia, Miltonia) oder mit einer kleinen Pflanzenlampe für mehr Licht sorgen.

Luftfeuchtigkeit: Orchideen mögen es feucht

Die Luftfeuchtigkeit ist die Menge an Wasser, die in der Umgebungsluft enthalten ist. Sie ist für Orchideen ganz besonders wichtig. Viele Orchideenarten stammen aus den Tropen und Subtropen. Sie sind deshalb auf eine hohe Luftfeuchte eingerichtet. Sie bilden Luftwurzeln, mit denen sie Wasser aus der Luft ziehen können.

Bei der Luftfeuchtigkeit gilt:

  • Sie sollte bei mindestens 40, für viele Arten besser bei 60 bis 80 Prozent liegen. Messen kann man sie mit einem Hygrometer, das man direkt neben die Pflanzen stellt.
  • Bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit für Luftbewegung sorgen (zum Beispiel mit einem Ventilator). Sonst können Substrat und Pflanzen schimmeln.

So erhöht man die Luftfeuchtigkeit:

  • Ansprühen: Nicht zu oft und nur mit feinem Nebel sprühen, denn viele Orchideen mögen keine nassen Blätter, vor allem nicht in der kühleren Jahreszeit. Das Wasser sollte nicht kalkhaltig sein (mehr zum richtigen Wasser unter dem Punkt „Gießen“).
  • Töpfe mit einem doppelten Boden nutzen (siehe Abschnitt „Der richtige Topf“) oder Wasserschalen neben den Pflanzen aufstellen.
  • Besonders empfindliche Orchideen oder Jungpflanzen kann man in Mini-Aquarien oder kleine Gewächshäuser stellen, wo die Luftfeuchtigkeit deutlich höher ist.
  • Liebhaber mit vielen, seltenen oder schwer zu pflegenden Arten verwenden oft auch elektronische Luftbefeuchter (Vernebler).
  • Für echte Profis eignen sich Beregnungsanlagen, die vor allem in großen Orchidarien, Gewächshäusern oder Wintergärten zum Einsatz kommen.

Spezielle Orchideensubstrate

Die meisten Orchideen wachsen als Epiphyten (Aufsitzerpflanzen) auf tropischen Bäumen. Das bedeutet, dass sie nicht an das Wachstum in Böden angepasst sind. Um Wasser aus der Luft zu ziehen, bilden viele Orchideenarten Luftwurzeln aus. Diese Wurzeln würden in normaler Erde schnell verfaulen. Ein absolutes No-Go für Orchideen ist gedüngte Blumenerde. Spezielle Orchideensubstrate sind nährstoffarm und enthalten grobe Stücke, damit die Wurzeln gut durchlüftet werden.

Man kann unterschiedliche Substratmischungen im Handel kaufen, auf denen man Angaben findet, für welche Orchideen sie sich eignen. Wer seltenere Arten pflegen möchte, sollte sich vom Verkäufer Empfehlungen für das beste Planzsubstrat geben lassen.

Viele Liebhaber mischen ihre Substrate auch selbst. Eine selbstgemachte Mischung, die sich gut für viele Phalaenopsis eignet:

  • 60 % Rindenstücke: Erhöhen die Durchlässigkeit. Die Größe der Stücke sollte geringer sein, je kleiner der Topf und je dünner die Wurzeln der Orchidee.
  • 20 % Blähton (Pflanzgranulat, zum Beispiel Seramis): Speichert Wasser
  • 10 % Perlite: Bindet Wasser und verbessert die Luftdurchlässigkeit
  • 10 %Holzkohle: Bindet Giftstoffe und lockert den Boden auf

Allerdings hat hier jeder Orchideenfreund sein eigenes Rezept und jede Orchideenart ihre eigenen Ansprüche.

Aufbinden auf Ästen oder Rindenstücken

Einige epiphytische Orchideen lassen sich auch direkt auf einem Ast oder auf großen Rindenstücken aufbinden und dort kultivieren. Sie benötigen dann aber mehr Pflege, da sie Feuchtigkeit nicht mehr aus dem Substrat ziehen können. Man sollte häufig Sprühen, die Pflanzen neben einem Luftbefeuchter platzieren oder Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit nutzen (Gewächshäuser, Wintergärten oder das Badezimmer).

So geht man beim Aufbinden vor:

  • Zum Aufbinden eignen sich Naturkorkäste oder Korkeichenrinde, Mangrovenwurzeln, aber auch Korkplatten, Baumfarnplatten oder mit Kokosfasern ummantelte Bambusrohre, die bei gut sortierten Orchideenhändlern erhältlich sind.
  • Wenn das Arrangement später aufgehängt werden soll, vorher an Haken oder Löcher denken.
  • Orchidee samt Topf in weiches Wasser eintauchen. Topf abziehen und Substratreste entfernen.
  • Auf den Ast etwas Fasertorf oder Sphagnum-Moos als Polster legen und mit einem Draht oder Faden befestigen.
  • Orchidee daraufsetzen und mit dehnbarem Material (Streifen eines Nylonstrumpfes oder spezielles Orchideenband aus dem Handel) befestigen. Die Wurzeln dabei möglichst nicht knicken oder beschädigen.

Der richtige Topf und das richtige Fensterbrett

Spezielle Orchideentöpfe haben oft einen Zwischenboden, auf dem die Pflanze aufsitzt. Dadurch läuft überschüssiges Wasser nach unten ab und es entsteht keine Staunässe. Das lässt sich jedoch auch selbst nachbauen: Man wählt einen Übertopf, der deutlich größer als der Orchideentopf ist, und füllt diesen mit Blähton und etwas Wasser. Darauf kommt der Orchideentopf, der nicht in das Wasser eintauchen darf. Dadurch erhöht man um die Pflanze herum die Luftfeuchtigkeit, während gleichzeitig „nasse Füße“ und Wurzelfäule vermieden werden. Wo Wasser ist, gedeihen aber auch Pilze und Bakterien. Daher sollte man Wassergefäße alle ein bis zwei Monate gründlich ausspülen.

Neben dem praktischen Aspekt spielt bei Orchideengefäßen aber auch die Optik eine große Rolle. Möchte man die teils sehr filigranen Pflanzen mit ihren schönen Blüten optimal zur Geltung bringen, eignen sich hohe, schmale Töpfe, deren Farbe mit der Blütenfarbe harmoniert. Auch Glasgefäße sind möglich, die den Blick auf das Substrat und die Wurzeln zulassen.

Umtopfen von Orchideen: Alle 2 bis 3 Jahre

Generell empfiehlt sich, Orchideen alle zwei bis drei Jahre umzusetzen. Das Substrat verrottet mit der Zeit und Salze aus dem Gießwasser sammeln sich an.

Grundsätzlich gilt:

  • Vorsichtig vorgehen und nur maximal alle 2 Jahre umtopfen, denn manche Orchideen tolerieren Verletzungen der Wurzeln nur schlecht.
  • Am besten Umtopfen, wenn gerade die frischen Triebe erscheinen (Frühjahr). Niemals während der Blüte!
  • Immer sofort umtopfen, wenn die Wurzeln faulen, Schädlinge sichtbar sind oder das Wasser im Topf veralgt (grün) oder schleimig aussieht.

So geht man beim Umtopfen am besten vor:

  • Einen Tag vor dem Umtopfen kräftig gießen.
  • Topf drehen und kneten, bis die Wurzeln sich lösen.
  • Pflanze vorsichtig herausheben. Zur Not Topf aufschneiden.
  • Wurzeln sanft abklopfen und von altem Substrat befreien. Sind Wurzeln fest mit Substratstücken verwachsen, verbleiben diese Teile im Topf.
  • Beschädigte, verfaulte oder vertrocknete Wurzelteile abschneiden. Nicht in gesunde Wurzeln schneiden.
  • Sind Schädlinge vorhanden, die Pflanze für einige Stunden wässern (komplett in einen Wassereimer eintauchen), damit die Schädlinge ersticken.
  • In einen größeren Topf umsetzen, der zur Hälfte mit dem passenden Substrat gefüllt ist.
  • Um die Pflanze herum mit Substrat auffüllen.
  • Für mindestens drei Tage nicht gießen und einen Monat nicht düngen. Ansprühen ist möglich, wenn es zu trocken wird.

Orchideen richtig gießen

Das richtige Maß bei der Versorgung mit Wasser ist das A und O für das Wachstum und die Gesundheit der Orchideen. Dabei sollte man Folgendes beachten:

Weiches Wasser verwenden

Orchideen sollte man immer mit weichem Wasser gießen. Am besten eignet sich Regenwasser, doch das kann nicht jeder sammeln. Wer Orchideen mit Leitungswasser gießen möchte, sollte vorher seine lokalen Wasserwerte überprüfen. Ist das Wasser härter als 8 °dH (Grad deutsche Härte), sollte man es mit destilliertem Wasser mischen. Als Faustregel gilt:

  • Mittelhartes Wasser (8-20 °dH): Halb-halb Mischung aus Leitungswasser und destilliertem Wasser
  • Sehr hartes Wasser (20-30 °dH): Ein Drittel Leitungswasser, zwei Drittel destilliertes Wasser

Alternativ eignen sich Wasserfilter, die man für Kaffee- oder Teewasser im Handel relativ günstig bekommt. Experten und Züchter nutzen große Ionentauscher oder Umkehrosmoseanlagen.

Nicht zu viel gießen

Orchideen mögen zwar eine hohe Luftfeuchtigkeit, doch keine Staunässe um die Wurzeln. Gelegentliches komplettes Austrocknen überstehen Orchideen besser, als wenn die Wurzeln dauerhaft zu feucht sind. Das gilt vor allem für die Arten mit Bulben (verdickte Teile am Stängel, die Wasser speichern). Darum gilt: Orchideen mit Bulben immer erst gießen, wenn der Wurzelballen komplett trocken ist. Das kann je nach Jahreszeit unterschiedlich lang dauern.

Tauchen statt Gießen

Eine gute Alternative zum herkömmlichen Gießen ist das Eintauchen von Orchideen. Dabei wird der gesamte Topf mit dem Wurzelballen in ein Gefäß mit weichem Gießwasser, das Raumtemperatur hat, eingetaucht (nur langsam bis zum Topfrand eintauchen, damit das Substrat nicht wegschwimmt). Alternativ kann man auch den Übertopf bis zum Rand mit Wasser füllen. Ist das Substrat komplett vollgesogen, noch fünf Minuten im Wasser lassen, dann Wasser entfernen und den Topf gut abtropfen lassen, bevor er wieder in seinen Übertopf kommt.

Tauchen muss man die Orchidee je nach Topfgröße, Pflanze und Temperatur etwa einmal pro Woche.

Regelmäßiges Düngen ist notwendig

Orchideen, die in der Natur auf Bäumen sitzen, haben dort nicht den nährstoffreichen Boden, den Landpflanzen nutzen können. Daran haben sie sich im Lauf der Evolution so angepasst, dass sie in zu nährstoffreichen Substraten nicht überleben.

Pflegt man Orchideen im Topf, ist dennoch regelmäßiges Düngen notwendig. Die Umgebung ist hier so begrenzt, dass die Pflanze schnell alle verfügbaren Nährstoffe aus dem Substrat gezogen hat. Allerdings gilt hier: Niedrig dosiert und nicht zu oft düngen. Anfänger sollten sich speziellen Orchideendünger besorgen und die Dosierung an die Orchideenart und die Anweisung auf dem Dünger anpassen.

Experten beginnen im Frühjahr zunächst mit sehr wenig verdünntem Dünger und steigern die Menge in den nächsten Wochen langsam. Während der Blüte kann auf einen speziellen „Blühdünger“ umgestellt werden, der meist mehr Phosphor enthält.

Beschneiden und Pflege nach der Blüte

Ist die Orchidee verblüht, hängt es von der individuellen Art ab, wie man weiter vorgeht. Dieser Schritt kann grundlegend wichtig sein, damit die Pflanze erneut blüht.

  • Phalaenopsis und viele Oncidium sollte man nach der Blüte nicht beschneiden, denn am alten Blütenstand können sich wieder neue Blüten bilden. Völlig braune, abgestorbene Teile kann man aber entfernen.
  • Orchideen mit Winterruhe (z. B. Dendrobium) bilden während ihrer Ruhephase keine neuen Triebe oder Blüten. Bei diesen Pflanzen entfernt man die alten Blüten sofort. Sie treiben nach Abschluss der Winterruhe neu aus.


Checkliste: Die wichtigsten Punkte der Orchideenpflege in Kurzform

  • Verkäufer bevorzugen, die die genaue Art angeben und eine Pflegeanleitung mitgeben
  • Spezielles und auf die Art abgestimmtes Orchideensubstrat verwenden
  • An ein West-oder Ostfenster stellen
  • Für höhere Luftfeuchtigkeit sorgen oder regelmäßig sprühen
  • Regelmäßig Gießen oder einmal wöchentlich in Wasser tauchen
  • Zum Gießen weiches Wasser / Regenwasser verwenden
  • Alle zwei bis drei Jahre umtopfen (Frühjahr) und Substrat erneuern.
  • Mit Orchideendünger in der Wachstumsphase regelmäßig düngen
  • Ruhephase beachten, wenn nötig (Phalaenopsis brauchen keine Winterruhe)


Checkliste: Die häufigsten Fehler bei der Orchideenpflege

  • Die Orchidee wird ohne genaue Angabe der Art gekauft (dadurch ist bei Wachstumsproblemen keine Recherche der optimalen Pflege möglich)
  • Kein Orchideensubstrat oder falsches Substrat verwendet
  • Zu viel Sonne (Südfenster) oder zu wenig Licht
  • Zu viel Dünger oder es wird gedüngte Erde verwendet
  • Bei Arten mit Ruhephase wird keine Winterruhe eingehalten
  • Falsches oder zu frühes Beschneiden nach der Blüte
  • Zu viel Gießen führt zu Staunässe und Wurzelfäule
  • Töpfe ohne Drainage führen zu Staunässe und Wurzelfäule


Checkliste: Was tun, wenn die Orchidee nicht blüht?

  • Überprüfen, ob diese Orchideenart eine Ruhephase (Winterruhe) benötigt, in der kaum gegossen und nicht gedüngt wird.
  • Auf das richtige Beschneiden der Orchidee achten (siehe „Beschneiden und Pflege nach der Blüte“). Nach der Blüte bei Phalaenopsis keine noch lebenden Blütenstände abschneiden, daran können sich neue Blüten bilden.
  • Lichtverhältnisse überprüfen (im Sommer nur Morgen- oder Abendsonne).
  • Temperatur (Nacht / Tag) sowie Luftfeuchtigkeit messen und mit den Ansprüchen der Orchideenart abstimmen.

Orchideen vermehren

Die meisten Orchideenhalter werden nur mit der vegetativen Vermehrung Erfahrungen machen, die im Folgenden näher beschrieben wird. Wer daran Freude hat, kann sich später näher mit der generativen Vermehrung (durch Samen) auseinandersetzen, die deutlich aufwändiger ist.

Tipps zur vegetativen Vermehrung:

  • Kommen Messer oder Scheren zum Einsatz, sollte man sie immer vorher desinfizieren.
  • Jungpflanzen am besten in ein Mini-Aquarium oder Mini-Gewächshaus mit Abdeckung stellen, bis sie größer sind. Sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Die drei häufigsten Arten der vegetativen Vermehrung:

  • Kindel (Keiki): An Bulben (bei Dendrobium, Calanthe, Epipendrum) oder an den Blütenständen (bei Phalaenopsis) bilden sich die „Kindel“, kleine Ableger mit Blättchen und Wurzeln. Hat ein Kindel mindestens zwei Blätter und einige Zentimeter lange Wurzeln, vorsichtig abtrennen und in ein feines Jungpflanzen-Substrat setzen.
  • Teilen: Orchideen, die keine Kindel bilden, kann man beim Umtopfen vorsichtig teilen, wenn sie mindestens acht Bulben und zwei neue Triebe haben. Pflanzen unter Vermeidung von Beschädigungen vorsichtig auseinanderziehen und in zwei neue Töpfe setzen (Tipps dazu: siehe „Umtopfen von Orchideen“).
  • Rückbulben (Pseudobulben): Beim Umtopfen kann man Rückbulben (als grüne, kugelige Auswüchse erkennbar) abschneiden und in Substrat setzen. Manchmal, aber nicht immer, wachsen daraus neue Orchideen heran.

Mangelversorgung, Krankheiten und Schädlinge: Eine kurze Übersicht

Wenn die Orchidee schlecht wächst und nicht gut aussieht, sollte man an Faktoren wie die Gießhäufigkeit, die Temperatur und das Licht denken. Es ist immer hilfreich, wenn man die exakte Orchideenart kennt, die Ansprüche dieser speziellen Orchidee nachliest und Erfahrungsberichte von Orchideenzüchtern studiert.

Häufige Symptome und mögliche Ursachen:

  • Verfaulte Wurzeln: Das wird fast immer durch Staunässe (zu dichtes Substrat, zu viel Gießen) ausgelöst.
  • Kleine, braune Flecken auf den Blättern oder Blüten: Hinweis auf Pilzerkrankungen, die sich mit entsprechenden Fungiziden behandeln lassen (am besten einen Fachmann zu Rate ziehen). Es können aber auch Bakterien oder Viren schuld sein. In jedem Fall die Pflanze zunächst separat stellen, damit andere Orchideen nicht angesteckt werden.
  • Größere braune oder helle Stellen auf der Blattoberseite: Das kann Sonnenbrand sein, die Pflanze sollte schattiger gestellt und nicht bei Sonneneinstrahlung angesprüht werden.
  • Sichtbare Schädlinge: Schildläuse, Blattläuse und andere Schädlinge erkennt man mit dem Auge, Spinnmilben an ihrem Gespinst. Je nach genauer Schädlingsart sollte man sich spezifische Hinweise zur Bekämpfung von Fachleuten geben lassen. Manchmal reicht gründliches Waschen oder längeres Untertauchen (eine Stunde) um Schädlinge zu beseitigen.
  • Welke Blätter oder Blattabwurf: Mögliche Ursachen sind Lichtmangel, zu starkes Austrocknen oder ein ungeeignetes, zu dichtes Substrat.
  • Ziehharmonikablätter / Knitterblätter: Häufig durch zu viel Sonne, zu niedrige Luftfeuchtigkeit oder zu unregelmäßiges Gießen bedingt.

Bei Krankheitssymptomen, die sich nicht so einfach zuordnen lassen, lohnt es sich im Zweifelsfall, bei Experten nachzufragen.

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Bienenfreundlicher Garten

So wird der heimische Garten zum Bienenparadies!

Die Biene ist für die meisten Menschen seit ihrer Kindheit allgegenwärtig. Man trifft sie fast überall im Freien und auch im heimischen Garten an. Sie ist Teil des alltäglichen Sprachgebrauchs geworden, egal ob es nun um die „Bienchen und Blümchen“ geht, ob jemand „fleißig wie eine Biene ist“ oder dass es irgendwo „zugeht wie im Bienenstock“. Es ist kein Wunder, dass die Biene so bekannt ist und so ein gutes Image hat: Sie ist so nützlich, wie kaum ein anderes Tier. Bienen produzieren nicht nur Honig. Die Honigbiene und ihre wilden Verwandten, die Wildbienen und Hummeln, sind auch unverzichtbar für die Blütenbestäubung. Dadurch sorgen sie nicht nur für biologische Vielfalt, sondern sind auch maßgeblich für gute Erträge in Obstbau und Landwirtschaft verantwortlich.

Leider haben es Bienen heute immer schwerer. Nicht nur Milben, Krankheiten und Pestizide machen ihnen zu schaffen und lassen die Zahl der Bienen sinken, es gibt in vielen Gärten auch immer weniger passende Futterangebote für die Honigbiene und die Wildbienen. Dabei lässt sich mit einfachen Mitteln ein bienenfreundlicher Garten gestalten. Mit praktischen Tipps und der Auswahl der richtigen Pflanzen finden Bienen das ganze Jahr über Nahrung und Wildbienen können in geeigneten Nisthilfen ihre Nester bauen.


Der Nutzen der Biene für die Natur

Durch das Bestäuben von Blüten tragen Bienen nicht nur zum Erhalt einer ökologischen Pflanzenvielfalt bei, sondern sorgen auch für den Schutz zahlreicher Tierarten, die sich von den Früchten der Pflanzen ernähren. Zudem sind Bienen für die Landwirtschaft unverzichtbar, steigern Ernteerträge und versorgen uns mit Honig. Für die Bestäubung einer Vielzahl von Wild- und Nutzpflanzen spielen nicht nur Honigbienen, sondern auch Wildbienen und andere Insekten eine wichtige Rolle.

Bestäubung von Blüten durch Bienen

Das Reich der Pflanzen lässt sich in zwei große Gruppen unterteilen: Zu den niederen, blütenlosen Pflanzen gehören zum Beispiel Moose, Algen und Farne. Alle höheren Pflanzen wie Blumen, Bäume und Sträucher gehören zu den Samenpflanzen (Spermatophyten). Sie müssen bestäubt werden, um sich vermehren zu können, das heißt um Samen bilden zu können. Der Großteil unser heimischen Pflanzen ist dabei auf die Arbeit von Insekten angewiesen.

Was ist Bestäubung?

Als Bestäubung bezeichnet man die Übertragung von Pollen (Blütenstaub) auf das weibliche Blütenorgan. Meist besitzen Blüten ein klebriges Fruchtblatt, auf dem der Pollen haften bleibt. Gelangt ein Pollenkorn dorthin, keimt es aus und bildet einen Pollenschlauch, der in das Fruchtblatt hinein wächst und bis zur Eizelle dringt. Dann findet die eigentliche Befruchtung statt.

Die Befruchtung führt zur Bildung von Samen, aus denen sich wieder eine neue Pflanze bilden kann. Diese können ganz unterschiedlich aussehen. Häufig bildet sich das Fruchtblatt zur Frucht um, in die die Samen eingebettet sind, und wird zum Beispiel zur Beere (Johannisbeere, aber auch Tomate und Gurke), Steinfrucht (wie die Kirsche oder Pflaume) oder Sammelfrucht (wie Erdbeeren oder Himbeeren).

Es gibt verschiedene Arten der Bestäubung, die sich im Laufe der Evolution entwickelt haben. Pollen können über den Wind zu anderen Blüten gelangen. Einige Blüten bestäuben sich auch selbst, ohne fremde Hilfe. Am häufigsten ist jedoch die Bestäubung durch Insekten. Um diese anzulocken, haben Pflanzen ausgeklügelte Mechanismen entwickelt: Sie bieten nahrhaften Nektar an, für den es sich lohnt, die Blüte zu besuchen. Farbige Blüten und süße Düfte (oder im Falle von Fliegenbestäubung auch Verwesungsgeruch) ziehen die jeweils passenden Insekten an, die zum Teil auf bestimmte Blütenarten spezialisiert sind.

Bienenbestäubung

Im Laufe der Zeit haben sich Blütenpflanzen und die bestäubenden Insekten perfekt aneinander angepasst. Bei der Insektenbestäubung spielen Bienen wie die Honigbiene und die verschiedenen Wildbienenarten eine wichtige Rolle. Bienen sind in ihrem ganzen Verhalten und Körperbau optimal auf die Blütenbestäubung ausgelegt. Dabei ist für die Biene selbst die Bestäubung nur ein zufälliger Nebeneffekt bei der Nahrungssuche, den sich die Pflanzen zunutze machen.

Bienen sammeln Nektar und Pollen, um sich und ihren Nachwuchs zu ernähren. Zum Einsammeln der Pollen, der sich beim Besuch der Blüten im Haarkleid einer Honigbiene verfangen haben, kämmt die Biene mit Pollenbürsten die Haare an ihren hinteren Beinen aus. Dabei wird der Pollen mit Speichel und Nektar vermengt, sodass er klebrig wird und die mit dem Auge deutlich sichtbaren, meist orange-gelben Pollenhöschen bildet (je nach Pollenart können sie manchmal auch bräunlich, rötlich oder bläulich aussehen).

Pflanze und Biene gehen hier eine Symbiose ein, von der beide Seiten profitieren. Die Biene erhält Nahrung und trägt dafür den Pollen von Blüte zu Blüte. Bei der Nahrungsaufnahme lösen sich immer wieder einzelne Pollenkörner und bestäuben die Blüten.

Honigbiene bei der Bestäubung

Honigbienen sind leistungsstarke Blütenbestäuber, denn …

  • … sie sind in ihrem Staat perfekt organisiert (spezielle Sammlerinnen sind für den Blütenbesuch zuständig).
  • … sie kommunizieren mit ihren Artgenossen und geben die Standorte blühender Pflanzen an die anderen Sammlerinnen weiter.
  • … sie besuchen eine Vielzahl verschiedener Blüten.
  • … sie sind fleißig „wie die Bienen“: Eine Biene fliegt pro Tag bis zu 30 Mal aus und kann pro Flug bis zu 300 Blüten besuchen.
  • … ihre große Anzahl führt zu einer hohen Bestäubungsleistung
  • … ein einziges Bienenvolk benötigt mindestens 25 kg Pollen im Jahr, das entspricht über einer Million Sammelflügen.

Auch Wildbienen spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen. Der Ertrag vieler in der Landwirtschaft angebauter Pflanzen ist höher, wenn mehrere Bienenarten die Blüten aufsuchen (1).

Heimische Bienenarten

Als Wildbienen bezeichnet man alle Bienenarten außer der Honigbiene. Auch die Hummeln gehören zur Familie der echten Bienen (Apidae). Die verschiedenen Wildbienenarten sind für die Bestäubung unserer heimischen Pflanzen ebenfalls von großer Bedeutung. Sie haben sich zum Teil auf bestimmte Pflanzenfamilien, manchmal sogar nur auf einzelne Arten spezialisiert und sind deshalb besonders anfällig für Umweltveränderungen.

Bienenarten, die man im heimischen Garten antrifft:

Honigbienen: Honigbienen (Gattung Apis) sind die einzigen Bienen, die Nektar in großen Mengen sammeln und daraus Honig produzieren. Ein Bienenvolk kann bis zu 100.000 Bienen umfassen, typisch sind Größen von 20.000 bis 40.000. Hierzulande werden in der Imkerei fast ausschließlich bestimmte Unterarten der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) genutzt.

Honigbienen nutzen gerne sogenannte Massentrachten wie Raps, also in großer Menge vorkommende, nektarreiche Pflanzen, die alle gleichzeitig blühen. Diese Pflanzen fliegt die Honigbiene solange an, bis sie verblüht sind. Man sagt dazu, die Honigbiene ist blütenstet. So kommt es zu den unterschiedlichen Honigsorten.

Honigbiene (Apis mellifera)

Wildbienen: Insgesamt leben in Europa über 2000 Bienenarten. Etwa 600 davon kommen im deutschsprachigen Raum vor. 95 Prozent von ihnen leben solitär, das heißt als Einzelgänger. In einem Nest lebt nur ein einzelnes Weibchen, das je nach Art 4 bis 30 Brutzellen baut und die Larven mit Nahrung versorgt, bis sie sich zu Bienen weiterentwickelt haben.

Zu den Wildbienen gehören unter anderem die Mauerbienen (Gattung Osmia), die Sandbienen (Gattung Andrena), die Blattschneiderbienen (Gattung Megachile), die Seidenbienen (Gattung Collettes) und die Maskenbienen (Gattung Hylaeus). Einige Wildbienen bauen gar keine eigenen Nester, sondern legen ihre Eier in fremde Bienennester. Man nennt sie deshalb auch Kuckucksbienen (Gattung Nomada).

Wildbiene

Hummeln: Hummeln sind wie die Honigbiene staatenbildend, leben also in Völkern zusammen. Im Vergleich zur Honigbiene sind diese jedoch sehr viel kleiner und umfassen je nach Art nur zwischen 50 und 600 Hummeln. Als Bestäuber spielen sie eine wichtige Rolle, da sie tiefere Temperaturen tolerieren und bereits ausfliegen, wenn es für Bienen noch zu kalt ist.

Von unseren 30 bekannten einheimischen Hummelarten tritt man nur sechs Arten im Garten an. Ist das Hinterteil hell, handelt es sich um die Erd-, Garten- oder Baumhummel. Die Erdhummel hat zwei gelbe Streifen, die Gartenhummel drei. Ein rotbraunes Hinterteil hat die Stein- und die Wiesenhummel während die Ackerhummel dunkelbraun gefärbt ist.

Hummel (Bombus)

Ökologischer Nutzen von Bienen

Die Bienen haben als Blütenbestäuber eine wichtige Funktion bei der Erhaltung der ökologischen Vielfalt. Sie sorgen dafür, dass Pflanzen sich vermehren und verbreiten können. Zusätzlich bestimmen Bienen aber auch über das Schicksal vieler Tiere. Sie sorgen durch die Bestäubung dafür, dass immer neue Pflanzen entstehen, die Tieren als Nahrung dienen können. Die Bestäubung durch die Biene führt dazu, dass sich Samen oder Früchte ausbilden. Diese dienen ebenfalls einer Vielzahl von Tieren als Nahrung. Ohne die Biene wäre unser empfindliches Ökosystem deshalb massiv beeinträchtigt.

Viele Pflanzen können sich auch ungeschlechtlich oder vegetativ vermehren, zum Beispiel über Ausläufer oder Sprossung. Allerdings sind die entstehenden Pflanzen genetisch identisch mit der Mutterpflanze. Wenn sich weibliches und männliches Erbgut bei der geschlechtlichen Vermehrung mischen, entstehen hingegen neue und einzigartige Tochterpflanzen. Das ist für den Fortbestand der Art, die Besiedelung neuer ökologischer Nischen und Anpassung an veränderte Umweltbedingungen unverzichtbar. Darum ist ein Schutz der Bienen nicht nur allein für die verschiedenen Bienenarten, sondern für unsere gesamte Umwelt wichtig.

Wirtschaftlicher Nutzen von Bienen

Ohne Bienen wären Obstbau und moderne Landwirtschaft nicht möglich. 87,5 Prozent aller Blütenpflanzen, inklusive unserer Nutzpflanzen, werden durch Insekten bestäubt (2), der überwiegende Teil davon durch Bienen. Weltweit wurde der ökonomische Nutzen der Biene früher auf einen Wert von 150 Milliarden geschätzt. In der jüngsten Schätzung wurde die Zahl jedoch deutlich nach oben korrigiert. Einer Studie aus dem Jahr 2012 zufolge liegt der geschätzte wirtschaftliche Nutzen der Bienen bei 265 Milliarden Euro pro Jahr (3).

Das kommt nicht nur durch Pflanzen zustande, die direkt von der Bienenbestäubung abhängen: Bei vielen Nutzpflanzen verbessert die Bienenbestäubung die Qualität von Früchten und Samen und erhöht den Ertrag. Das Umweltbundesamt stuft die Biene deshalb als das drittwichtigste Nutztier in Deutschland ein, direkt nach Rind und Schwein.

Ohne Bienen würden die Pflanzen deutlich weniger Nahrungsmittel liefern (4). Die Produktion von Obst, Gemüse und auch von Futterpflanzen für Nutztiere wäre stark beeinträchtigt (5). Deshalb werden Bienen heute gezielt zu Massentrachten wie Rapsfeldern oder Obstplantagen gebracht. Auch die Honigproduktion ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Immerhin konsumiert jeder Deutsche pro Jahr etwa ein Kilogramm Honig. Insgesamt werden in Deutschland fast 80.000 Tonnen Honig im Jahr konsumiert.

Die Bienenbestäubung …

  • ist für viele Kulturpflanzen unverzichtbar für die Fruchtbildung
  • erhöht den Ertrag (mehr Früchte, größere Früchte)
  • verbessert die Fruchtqualität
  • gewährleistet die Samengewinnung bei vielen Nutzpflanzen

Der Ertrag und die Fruchtqualität erhöht sich durch Bienenbestäubung:

  • Der Ertrag steigt bei fast allen Früchten, zum Beispiel bei Erdbeeren um 50 Prozent, bei Pflaumen um 75 Prozent und bei Äpfeln um bis zu 86 Prozent (6)
  • Durch Bienen bestäubte Erdbeeren sind größer und erreichen eine bessere Handelsklasse
  • Äpfel sind größer und gleichmäßiger geformt
  • Steinfrüchte und Beeren haben einen höheren Fruchtzuckeranteil

Quellen:

Warum sind Bienen gefährdet?

"Stirbt die Biene, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.", soll Albert Einstein gesagt haben. Forscht man etwas nach, findet man heraus, dass das Zitat vielleicht gar nicht wirklich auf ihn zurückgeht und ihm nur nachträglich in den Mund gelegt wurde. Weniger wahr ist es dennoch nicht: Bisher ist nicht absehbar, was für Folgen die Dezimierung der Bienenzahl für die Welternährung, für unsere Wirtschaft, für die Artenvielfalt und das biologische Gleichgewicht hat.

Zahlen und Fakten

In den letzten gut zehn Jahren waren das Bienensterben oder der sogenannte „Völkerkollaps“ (Colony Collapse Disorder, CCD) Gegenstand großer Besorgnis. Seit 2006 wurde über den Tod ganzer Bienenvölker in den USA berichtet, bei denen aus unerklärlichen Gründen die Arbeitsbienen verschwinden. Heute werden aufgrund des Bienensterbens in Nordamerika weniger Bienen gehalten, als in den gesamten letzten 50 Jahren (1). Und das, obwohl der Bedarf für Bestäuber eigentlich immer weiter zunimmt.

Das Bienensterben betrifft auch Europa. Zum Beispiel starben 2008 in Baden-Württemberg zehntausende Bienenvölker. Doch nicht nur die Honigbiene ist betroffen. Auch Wildbienen werden immer seltener. Viele Arten sind bereits vom Aussterben bedroht, was bei der Wildbiene häufig auch mit der Zerstörung ihrer Lebensräume und damit ihrer Nistplätze zusammenhängt. Die Ursachen für Bienensterben bei der Honigbiene sind bis heute nicht eindeutig klar. Sicher ist, dass wohl mehrere Faktoren zusammenspielen (2).

Forscher gehen davon aus, dass Bienen hauptsächlich durch drei Faktoren gefährdet sind:

  • Pestizide vergiften und schwächen die Bienen
  • Parasiten und Krankheiten töten Bienen oder machen sie anfälliger für andere Faktoren
  • Das Nahrungsangebot nimmt ab

Vergiftung der Bienen durch Pflanzenschutzmittel

Zu den Pflanzenschutzmitteln (Pestiziden) gehören zum Beispiel Mittel, die Schadinsekten abtöten (Insektizide) oder Unkraut bekämpfen (Herbizide). Viele Chemikalien wurden über lange Jahre verwendet oder sind zum Teil sogar heute noch in Gebrauch, obwohl sie nachweislich Bestäuber schädigen. Oft töten die Pflanzenschutzmittel Bienen nicht ab, sondern wirken in kleinen Dosen subtil auf die Insekten ein, sodass die Auswirkungen manchmal leider erst nach langjähriger Forschung erkannt werden.

Mögliche Auswirkungen von Pestiziden auf Bienen (3):

  • Bienen legen Eier, aus denen Larven schlüpfen. Diese häuten sich mehrmals und entwickeln sich über verschiedene Zwischenstadien zu Bienen. Pestizide können diese Entwicklung verzögern oder Missbildungen verursachen.
  • Chemikalien können das Sammelmuster stören. Das heißt, die Bienen haben Probleme zu navigieren.
  • Bestimmte Pflanzenschutzmittel verändern die Anziehung der Blüten auf die Bienen, indem sie abschreckend auf Bienen wirken oder den Geruchssinn der Biene beeinflussen. Die behandelten Pflanzen werden dadurch weniger oft angeflogen.
  • Neurotoxische Substanzen stören den Lernprozess der Bienen. Die Bienen haben Probleme, bereits aufgesuchte Futterstellen wiederzufinden oder zurück zum Nest zu finden.

Greenpeace warnt davor, dass aktuell noch sieben Pflanzenschutzmittel in Europa großflächig in Gebrauch sind, die Bienen und andere Bestäuber nachweislich schädigen (3): Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyrifos, Cypermethrin und Deltamethrin.

Ein wissenschaftlicher Beirat der EU (EASAC), der aus zahlreichen europäischen Experten und Forschungsinstituten besteht, beziffert den durch Pestizide entstehenden Schaden höher als die Gewinne (4). Sie empfahlen in einem Bericht den Einsatz strittiger Stoffe zu verbieten, wenn die Gefahr einer Schädigung des Ökosystems besteht. Industrie und Verbände der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln fechten solche Ergebnisse regelmäßig an. Letztendlich entscheiden EU-Kommissionen über ein Verbot – oft viel zu spät, kritisieren Imker und Umweltschützer.

Parasiten und Krankheiten: Varroamilbe und Co.

Es gibt einige Krankheiten, meist durch Viren bedingt, die Bienen befallen können. Auch Parasiten können Bienen schwächen und gefährden. Das größte Problem stellt hier die Varroamilbe (Varroa destructor) dar. Sie verbreitete sich von Asien ausgehend um die ganze Welt, befällt das Bienenvolk und vermehrt sich in der verdeckelten Brut. Dadurch werden die Bienen nicht nur geschwächt, die Milben übertragen zudem auch Krankheiten und verunreinigen die Bienenstöcke mit Bakterien. Werden keine Maßnahmen gegen den Schädling ergriffen, stirbt das befallene Bienenvolk meist innerhalb von drei Jahren (1).

Während hierzulande oft noch die klassische Imkerei betrieben wird, gibt es in den USA sehr häufig eine intensive Massenbienenhaltung. Tausende von Bienenvölkern werden von einer Monokultur zur anderen transportiert, wo sie die Bestäubung übernehmen und anschließend zum nächsten Einsatzort zu fahren. Da diese Art der Imkerei die Tiere stresst und anfälliger macht, werden sie häufig mit Antibiotika behandelt. Eine solche Bienenhaltung kann dazu beitragen, dass Krankheiten und Parasiten sich schneller verbreiten.

Hungrige Bienen: Zunehmender Nahrungsmangel

Bienen brauchen Nahrung, die sich zur richtigen Zeit in erreichbarer Nähe befinden muss. Das wird jedoch heutzutage immer schwerer. Es gibt viele Faktoren, die es für Bienen immer schwieriger machen, ihren Nachwuchs in ausreichender Menge zu ernähren. Imker füttern zwar Zusatznahrung, doch die natürliche Ernährung mit verschiedenen Blütenarten ist wichtig, damit das Immunsystem der Biene unterstützt wird und sie weniger anfällig für Parasiten und Krankheiten ist. Wildbienen sind oft von bestimmten Pflanzenarten oder Pflanzenfamilien abhängig und leiden besonders stark unter der abnehmenden Artenvielfalt.

Faktoren, die das Nahrungsangebot für Bienen einschränken:

  • Industrielle Landwirtschaft und Monokulturen: Die Entfernung von Hecken und ungemähten Feldrändern verringert die Pflanzenvielfalt. Wird auf großen Flächen nur eine einzige Nutzpflanze angebaut (Monokultur), stehen in einem weiten Umkreis nur während der Blütezeit dieser Pflanze ausreichend geöffnete Blüten zur Verfügung.
  • Aussterben von Pflanzen: Die Artenvielfalt der Wildpflanzen nimmt immer mehr ab. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen schätzt, dass weitere 20.000 Arten in den nächsten Jahrzehnten aussterben werden, wenn keine umfassenden Schutzmaßnahmen beschlossen werden.
  • Klimawandel: Die Klimaerwärmung sorgt dafür, dass Niederschlagsmengen und Blühzeiten sich verändern. Zum Teil fällt schon heute der Start der Blühphase bestimmter Frühblüher nicht mehr mit dem Erwachen der Bienen im Frühjahr zusammen (5).
  • Einsatz von Herbiziden: Unkrautvernichter verringern die Artenvielfalt an Feldrändern und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Pflanzen fallen weg, die früher den Honig- und Wildbienen Futter lieferten.
  • Gartengestaltung: In heimischen Gärten achten viele Menschen bei der Gestaltung und Bepflanzung nicht darauf, dass Bienen dort Nahrung und Nistmöglichkeiten finden. Dabei ist es nicht schwer, einen bienenfreundlichen Garten zu schaffen (Tipps hierzu siehe Kapitel 3 und 4).

Quellen:

Bienenfreundliche Gartengestaltung und -pflege

Um Bienen zu schützen, sind vielfältige Schutzmaßnahmen nötig. Für die Honigbiene und die Wildbienenarten, die hierzulande die Gärten besuchen, kann aber jeder Einzelne ganz einfach bessere Lebensbedingungen schaffen. Denn mit der richtigen Gartengestaltung lassen sich ganz einfach Nistmöglichkeiten für Wildbienen und ein vielfältiges Nahrungsangebot für Honigbienen, Wildbienen und andere blütenbestäubende Insekten anbieten.

Es hat durchaus großen Einfluss, wenn möglichst viele Gartenbesitzer etwas mehr auf einen bienenfreundlichen Garten achten. Denn immerhin übertrifft die Gesamtfläche aller privaten Gärten die Fläche aller Naturschutzgebiete in Deutschland um etwas das Vierfache.

Wichtig ist besonders, dass von Beginn des Frühjahrs bis in den Herbst hinein ein kontinuierliches Blütenangebot für ausreichend Bienennahrung sorgt. Davon profitiert nicht nur die Biene, auch der Gartenbesitzer hat Vorteile: Die Blütenpracht das ganze Jahr über ist nicht nur nützlich, sondern auch wunderschön. Werden mehr Bienen angelockt, dann fällt auch die Fruchternte reichhaltiger aus.

Tipps zur Gartengestaltung und -pflege

Ein Garten wird nicht nur durch die richtigen nektarreichen Blüten bienenfreundlich. Auch die Gestaltung des Gartens macht einen großen Unterschied.

  • Wildwiese oder ungemähte Flächen: Ein kurz gemähter Rasen stellt für Bienen quasi eine Wüste dar. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man auf größeren Rasenflächen bienenfreundliche Bereiche schaffen kann. Es reicht aus, eine Ecke einfach nicht mehr bzw. nur zweimal im Jahr zu mähen (am besten mit der Sense). In der restlichen Zeit können hier „Unkraut“ und Wildblumen zur Blüte kommen und den Bienen Nahrung liefern.
  • Wildblumen ansäen: Statt ein Rasenstück einfach nicht mehr zu mähen und abzuwarten, was sich ansiedelt, kann man auch mit gekauften Wildblumen-Mischungen nachhelfen. Sie eignen sich für Wilbblumenwiesen oder auch ein Wildblumenbeet. Die meisten davon gedeihen am besten auf nährstoffarmem Boden. Das kann erreicht werden, indem die oberste Humusschicht abgetragen und der Boden dann mit Sand durchmischt wird.
  • „Wilde Ecken“ und Unebenheiten zulassen: Nicht nur Wildwiesen locken Bienen an, auch ungepflegte Winkel und Ecken können zu richtigen kleinen Biotopen werden. Offener Boden, lehmverfugte Mauern, Büsche, Totholz und Laub bieten Unterschlupf für zahlreiche Insekten und Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Bruchsteine, Hügel und Senken im Garten schaffen ein natürliches Bodenrelief.
  • Trinkgelegenheiten für Bienen: Auch Insekten müssen trinken. Als Trinkstellen für Bienen eignen sich Kuhlen in großen Steinen oder Vogeltränken, in die man ein paar große Steine legt und wo man an sonnigen Tagen täglich Wasser auffüllt. Der beste Standort dafür ist in der Nähe blühender Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon. Natürlich bieten auch Gartenteiche Wasserquellen für viele Tiere und Insekten, einschließlich der Bienen. Übrigens benötigen viele Wildbienen das Wasser oft nicht nur zum trinken, sondern vor allem für den Bau ihrer Nester (zum „mörteln“ ihrer Brutzellen).
  • Mähen und Beschneiden: Je seltener gemäht wird, umso mehr Blumen kommen zur Blüte. Gemäht werden sollte außerdem am besten dann, wenn die Bienen gerade nicht fliegen. Das heißt entweder morgens und abends oder bei trübem Wetter. Büsche und Hecken bilden mehr Blüten und bieten mehr Tieren Unterschlupf, wenn sie nicht zu oft und schmal geschnitten werden. Auch wenn es nichts mit Bienen zu tun hat: Aus Rücksicht auf Vögel sollten dichte Büsche und Hecken niemals in der Brutzeit unserer heimischen Vögel geschnitten werden.
  • Beetumrandungen: Wer sein Beet abgrenzen möchte, nutzt manchmal kleine Wege, niedrige Zäune oder kleine Hecken (zum Beispiel Buchsbaum). Stattdessen lassen sich auch mehrjährige Blühpflanzen nutzen, die Nektar für Beinen bereitstellen. Der positive Nebeneffekt: Sie locken Bestäuber ins Beet, was Früchten und Gemüse zugute kommt.
  • Pestizide sollten tabu sein: In einem bienenfreundlichen Garten sollten keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Es gibt fast immer gute, natürliche Alternativen. Gegen Schädlinge hat sich der Einsatz von Nützlingen bewährt, die man heute ganz einfach und kostengünstig online bestellen kann. Wenn es in einem absoluten Notfall nicht anders geht: Es sollten auf keinen Fall bienengefährliche Mittel eingesetzt werden. Im Zweifelsfall ist das Entfernen oder Herunterschneiden einer erkrankten oder mit Schädlingen befallenen Pflanze die bessere Alternative in einem bienenfreundlichen Garten.

Tipps zu Pflanzenauswahl und -pflege

Wer sich vorher überlegt, was er im Garten pflanzt, der kann ganz bewusst Bienen anlocken und sie über das Jahr hinweg mit Nahrung versorgen. Bei der Planung einer neuen Bepflanzung und beim Kauf von Gartenpflanzen lässt sich mit einigen einfachen Tipps ein Bienengarten gestalten, der nebenbei euch noch wunderschön aussieht und das ganze Jahr über blüht.

Blüten das ganze Jahr über: In einem Bienengarten sollten von März bis Oktober Blüten zu finden sein. Das lässt sich mit einer Mischung aus Frühblühern mit Sommerblumen und Spätblühern erreichen. Wichtig ist hier die Vielfalt. Dabei geht es nicht nur um Blumen und Stauden, auch viele Büsche und Bäume liefern Bienen Nahrung. Im folgenden Kapitel sind konkrete Tipps zu geeigneten Pflanzenarten zu finden.

Einheimische und an den Standort angepasste Pflanzen bevorzugen: Ein ökologisch angelegter Garten sollte die heimische Natur nachbilden. Deshalb sollte einheimischen Pflanzenarten der Vorzug gegenüber exotischen Gewächsen gegeben werden, auch wenn viele Exoten ebenso Nahrung für Bienen bieten. Geschickt ausgewählt bieten einheimische Stauden, Blumen und Sträucher in jeder Jahreszeit nicht nur Pollen und Nektar für Bienen, sondern auch Nistplätze und Verstecke für zahlreiche Tierarten sowie Beeren und Früchte für den Gartenbesitzer.

Auf nektarreiche Blüten achten: Farbenprächtige Züchtungen und Hybriden vieler Pflanzen sehen spektakulär aus, bieten aber in vielen Fällen viel weniger Nektar als ihre ursprüngliche Ausgangsform. Die Wildform ist deshalb für Bienen fast immer die bessere Wahl.

Gefüllte Blüten meiden: Es gibt von vielen Pflanzen eine ganze Reihe von Züchtungen mit üppigen Blüten in allen Farben. Sind die Blüten gefüllt, dann sehen diese zwar optisch oft sehr außergewöhnlich aus, sind für Bienen aber ungeeignet. Die Staubblätter sind oft zu Schaublättern umgebildet oder sie sind für Insekten nicht zugänglich. Auch Nektar produzieren diese Blüten in der Regel nicht. Sie sind also für die Biene völlig nutzlos. Zu den Pflanzenarten, bei denen man gefüllte Blüten findet, gehören unter anderem die Rosen, Pfingstrosen, Chrysanthemen und Dahlien.

Beim Kauf von Pflanzen nicht nur nach Aussehen und Preis gehen: Fast jeder Gartenbesitzer kennt es: Im Bau- oder Gartenmarkt steht eine Pflanze, die man gar nicht richtig kennt. Sie sieht aber ansprechend aus, passt laut der dort angegeben, kurzen Beschreibung ideal zum gewünschten Standort und ist außerdem gerade im Angebot. Soll der Garten jedoch bienenfreundlich sein, sollte man sich jedoch besser vorher überlegen, welche Pflanzen passen, und dann gezielt einkaufen. Auch eine Beratung und Kauf beim Fachmann lohnen sich, vor allem wenn man Pflanzen optimal kombinieren möchte.

Pflanzerde ohne Torf: Torfhaltige Blumenerde sollte nicht verwendet werden. Der Torfabbau ist ökologisch bedenklich. Dabei werden Biotope zerstört, unter anderem auch Lebensräume vieler Wildbienenarten.

Nisthilfen für Wildbienen

Schon Kinder lernen, wie man ein „Bienenhotel“, „Insektenhotel“ und Nisthilfen für Wildbienen baut. Bauanleitungen dafür findet man zuhauf in Zeitschriften, online oder in Bastelbüchern. Naturschutzorganisationen sind jedoch zögerlich bei der Empfehlung von Nisthilfen, denn der Nutzen ist nicht immer so hoch, wie sich Gartenbesitzer das oft erwarten. Der Grund: Viele Wildbienen nisten gar nicht in Löchern, sondern in lehmigen oder sandigen Böden. Nur wenige Arten können angebotene Nisthilfen überhaupt nutzen. Diese gehören in der Regel sowieso zu den eher häufigen Arten, deren Bestand nicht gefährdet ist. Kommerziell erhältliche Nisthilfen sind zudem oft aus ungeeigneten Materialien und bieten gar nicht die optimale Struktur, damit Wildbienen sich dort ansiedeln oder damit die Brut sich darin gut entwickeln kann.

Tipps zu Nisthilfen:

  • Nisthilfen besser selber machen statt kaufen. Entscheidet man sich für eine Variante mit Bohrlöchern, dann sollte man dafür abgestorbene Äste oder Baumstämme (Hartholz) verwenden, auf keinen Fall darf es sich um Weichholz handeln.
  • Offene, sandige Bodenstellen bieten gute Nistmöglichkeiten für viele Wildbienen. Alternativ eignen sich Kisten, die mit Lehm oder Löß (ohne Stroh) befüllt werden.
  • Einfache Nisthilfen lassen sich aus hohlen Pflanzenstängeln bauen (zum Beispiel aus Bambus, Knöterich, Schilf), die man zu einem Bündel zusammenschnürt. Die Stängel müssen an einer Seite geschlossen sein, deshalb immer kurz hinter den verdickten Knoten abtrennen. Der Durchmesser sollte zwei bis zehn Millimeter, die Länge acht bis zwanzig Zentimeter betragen.
  • Nisthilfen immer fest und sicher aufhängen (nicht baumelnd im Wind).
  • Einige Wildbienen graben sich auch in markhaltige Stängel. Hierfür eignen sich Holunder, Himbeerzweige oder Distel. Diese kann man einfach senkrecht in die Erde stecken, zum Beispiel zwischen Blühpflanzen.
  • Die einfachste Variante sind Stapel aus morschen Baumstämmen und Ästen, die sowohl von Bienen als auch von einer ganzen Reihe anderer Nützlinge dankbar bevölkert werden.

Checkliste: Dos und Don'ts im bienenfreundlichen Garten

Checkliste für die Planung eines bienenfreundlichen Gartens:

  • Eine Mischung aus Früh-, Mittel- und Spätblühern anpflanzen
  • Wiese statt Rasen (eventuell Wildblumen ansäen)
  • Bereiche im Garten verwildern lassen
  • Möglichst selten mähen und schneiden
  • Einheimische Pflanzen bevorzugen
  • Hügel, Senken, Totholz, Sand, Kies und Bruchsteine schaffen Kleinstbiotope
  • Bei Neuanpflanzungen immer bienenfreundliche Alternativen recherchieren
  • Nisthilfen: Besser selber bauen als kaufen
  • Sandige Bodenstellen und offener Boden bietet Nistplätze für Wildbienen
  • Trinkstellen für Insekten schaffen

„Gartensünden“ im bienenfreundlichen Garten

  • Pestizide: Sie können Bienen und viele Nützlinge schädigen
  • Torfhaltige Pflanzerde: Torfabbau schädigt den Lebensraum von Wildbienen
  • Nektararme, farbenprächtige Hybriden: Besser sind nektarreiche Blütenpflanzen
  • Gefüllte Blüten: Bieten keinen Nektar und sind für Bienen nicht zugänglich
  • „Golfrasen“: Für Bienen ist ein kurz gehaltener Rasen quasi eine Wüste
  • Hecken wie Thuja: Besser sind Naturhecken mit blühenden Sträuchern


Bienenweide im Garten schaffen

Wer seinen Garten zu einem Bienengarten machen möchte, in dem es von Frühjahr bis Herbst summt und brummt, muss sich vor allem über die Pflanzenauswahl Gedanken machen. Nicht jede Blüte, die bunt ist und duftet, ist auch für Bienen interessant. Zudem gibt es einige echte Geheimtipps, die zum Beispiel ganz bestimmte Arten selten gewordener Wildbienen anlocken können.

Dabei muss übrigens nicht der ganze Garten für Bienen optimiert sein. Oft reicht es, einige wenige Büsche oder Stauden neu anzupflanzen, die bestimmte Blütezeiten abdecken. So finden Bienen das ganze Jahr über Nahrung, vor allem auch im Spätsommer, wenn andere Nahrungsquellen rar werden. Darum sind in den folgenden Tipps auch die Blühzeiten einiger Pflanzen mit angegeben.

Die richtige Auswahl der Pflanzen zieht nicht nur Bienen an, sie unterstützt auch Obst- und Gemüsepflanzen im Garten. Die Bestäubung durch verschiedene Bienenarten regt sie zur Bildung von mehr und größeren Früchten an.

Bevor man bestehende Pflanzen zugunsten nektarreicherer Alternativen entfernt, sollte man aber beachten, dass in einem Naturgarten auch noch andere Tiere leben als die Bienen. Pflanzen, die Bienen keine Nahrung bieten, können für andere Insekten, Raupen selten gewordener Nachtfalter und Schmetterlinge oder für Vögel dafür sehr wertvoll sein.

Hecken und Sträucher als Bienenweiden

Viele Gärten sind hierzulande teilweise oder ganz von Hecken umgeben. Diese bestehen aus einer größeren Anzahl von einzelnen Büschen und eignen sich somit ideal, um reichlich Nahrung für Bienen zu liefern – wenn die richtige Art ausgewählt wird. Zu bevorzugen sind aus ökologischer Sicht einheimische Heckenpflanzen und Naturhecken mit verschiedenen Sträuchern, die auch Nahrung, Verstecke oder Nistplätze für viele andere Insekten und Vögel bieten.

Bei Hecken bitte immer den Platzbedarf der Büsche und Sträucher berücksichtigen. Die meisten eignen sich nicht für sehr kleine Gärten, da sie stärker in die Breite wachsen. Hainbuche, Liguster oder Weißdorn lassen sich zwar zu einer schmalen Form stutzen, bilden dann aber kaum Blüten. Bei Platzmangel ist es besser, lieber nur an einigen ausgewählten Stellen einzelne Büsche frei wuchern, blühen und Früchte tragen zu lassen.

Diese Sträucher sind gute Bienenweiden:

  • Kornelkirsche: Die Kornelkirsche (Cornus mas) blüht früh, in wärmeren Regionen manchmal schon Ende Februar. Die Früchte sind essbar. Die rote Herbstfärbung der Blätter macht die Pflanze zum tollen Blickfang. Sie kann im Alter jedoch Größen von mehreren Metern erreichen und ist für schmale Hecken und kleine Gärten weniger geeignet.
  • Weißdorn: Der Eingriffelige Weißdorn (Crataegus monogyna) und der Zweigriffelige Weißdorn (Crataegus laevigata) bieten nicht nur von Mai bis Juni nektarreiche Blüten, die Blätter sind auch ein beliebtes Futter für zahlreiche Schmetterlingsraupen. Die Früchte sind essbar und dienen im Winter 32 verschiedenen Vogelarten als Futter (1).
  • Wildrosen: Als Heckenrosen eignen sich verschiedene Arten der Gattung Rosa mit ungefüllten Blüten. Sie werden ein bis drei Meter hoch und blühen meist von Mai bis Juli. Ihre vitaminreichen Früchte, die Hagebutten, dienen Vögeln als Winterfutter oder können zu Tee oder Marmelade verarbeitet werden.

Weitere geeignete Sträucher:

Berberitze (Berberis vulgaris), Brombeere (Rubus fruticosus), Faulbaum (Rhamnus frangula – Spätblüher!), Kreuzdorn (Rhamnus catharticus), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Schwarze und Rote Johannisbeere (Ribes nigrum, Ribes rubrum), Gemeiner Schneeball oder Wolliger Schneeball (Viburnum opulus, Viburnum lantana – auf ungefüllte Blüten achten!), Liguster (Ligustrum vulgare), Salweide (Salix caprea), Wildapfel und Wildbirne (Malus silvestris, Pyrus pyraster).

Bienenfreundlicher Gemüse- und Kräutergarten

Beim Gemüse lohnt es sich doppelt, an die Biene zu denken. Denn die Auswahl der richtigen Pflanzen in und um die Gemüse- oder Kräuterbeete hilft nicht nur den Bienen, sondern kann auch den Ertrag und die Qualität der Ernte steigern.

Es gibt allerdings viele Kräuter und Gemüsesorten, die vor der Blüte geerntet werden und die man normalerweise nicht blühen lässt. Mit den folgenden Tipps kann man aber ganz einfach auch im Gemüsegarten ein dauerhaftes Nahrungsangebot für Bienen schaffen.

Blühende Gemüsesorten für den Bienengarten:

  • Kürbisgewächse und Zucchini: Die großen Blüten von Zucchini und Kürbis werden nicht nur von Honigbienen, sondern besonders gerne auch von Wildbienen besucht.
  • Ackerbohne und Feuerbohne: Bohnen blühen sehr früh. Im bienenfreundlich angelegten Garten mit vielen Blühpflanzen kann man besonders viele Bohnen ernten, da der Ertrag sich durch Bienenbestäubung stark steigert.
  • Geheim-Tipp Zwiebel und Lauch: Zwiebel- und Lauchblüten sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind auch bei Honigbienen und Wildbienen beliebt.

Weitere Gemüsesorten, die sich als Bienenweide eignen: Spargel, Zuckermais, Artischocke (ist zweijährig und wächst erst im zweiten Jahr auf bis zu zwei Meter Höhe), Brokkoli, Chicorée

Das sollte man beachten: Pflanzen, die man normalerweise vor der Blüte erntet, einfach nur zu einem Teil abernten. Die restlichen bleiben im Beet und dürfen in Ruhe blühen und Bienen anlocken.

So entsteht ein bienenfreundliches Kräuterbeet:

  • Mediterrane Kräuter: Thymian, Oregano, Rosmarin oder Salbei werden von Bienen dankend angenommen und gedeihen besonders gut an trockenen und sonnigen Standorten.
  • Bienenmagnete Doldenblütler: Dill, Petersilie, Liebstöckel und Koriander blühen in gelben oder weißen Dolden und werden gerne von Bienen besucht, wenn man sie blühen lässt.
  • Geheim-Tipp Borretsch: Borretsch (oder Gurkenkraut) wird heute nur noch selten angepflanzt. Dabei ist das einjährige Kraut bei Bienen sehr beliebt. Es eignet sich für Salate, als Gemüse und ist Bestandteil der Grünen Soße in der hessischen Regionalküche. Täglich sollte man Borretsch aber wegen des Gehalts an Alkaloiden nicht essen.
  • Bärlauch: Der Bärlauch blüht früh und gedeiht nicht nur in Wäldern, sondern auch an schattigen Standorten im heimischen Garten (zum Beispiel unter Büschen oder Bäumen).

Weitere Kräuter, deren Blüten bei Bienen beliebt sind: Zitronenmelisse, Pfefferminze, Gewürzfenchel, Schnittlauch, Löwenzahn (eignet sich gut für Salat!), Bohnenkraut, Lavendel, Kümmel, Kapuzinerkresse, Ringelblume

Das sollte man beachten: Die meisten Kräuter sollte man zum Verzehr vor der Blüte ernten. Deshalb am besten gleich mehr anpflanzen, sodass man einen Teil vor der Blüte ernten und den Rest zur Blüte kommen lassen kann.

Artenvielfalt in und um Gemüsebeete schaffen:

  • Beetumrandungen: Statt Mäuerchen, Zäunen oder blütenlosen Beeteinfassungen (zum Beispiel stark zurückgeschnittener Buchsbaum) eignen sich auch Thymian oder Lavendel. Beide sind mehrjährig und lassen sich gut zurückschneiden. Auch einjährige Blumen wie die Kapuzinerkresse und niedrigbleibende Sorten der Feuerbohne geben schöne und nektarreiche Beetumrandungen ab.
  • Gründüngung: Für freie Beete ist die Gründungung ideal. Damit lässt sich nicht nur der Boden verbessern. Wählt man gute Bienenweiden aus, profitieren auch die Bestäuber davon. Die Pflanzen einfach wachsen lassen und später mulchen. Es eignen sich zum Beispiel Senf, Tagetes, Inkarnatklee oder ganz besonders Phacelia, die auch Bienenweide oder Bienenfreund genannt wird.
  • Gemüse mit Blumen kombinieren: Um Lücken im Beet zu füllen, eignen sich einjährige Blumenmischungen, zum Beispiel mit Tagetes, Kornblume oder Klatschmohn, oder Sommerblumen wie Ringelblume, Sonnenblumen oder Zinnien.

Zierblumen und Stauden

Blumen und Stauden sorgen für bunte Farbenvielfalt im Garten. Ein durchgängiges Blütenangebot kann man schaffen, indem man eine Mischung aus früh-, mittel- und spätblühenden Arten anpflanzt. Auch hier ist wie immer wichtig: Keine gefüllten Blüten. Für den Naturgarten eignen sich am besten heimische Pflanzen, die gut an die jeweiligen Boden- und Lichtverhältnisse angepasst sind, damit sie robust und widerstandsfähig sind, weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind und reichlich Nektar für Bienen und andere Bestäuber liefern.

Die Unterteilung in Früh-, Mittel- und Spätblüher ist nicht immer ganz exakt möglich. Der Blütezeitpunkt hängt von der jeweiligen Art und oft auch vom Aussaatzeitpunkt und Standort ab. Die folgende Aufzählung kann aber als Anhaltspunkt dienen.

Beispiele für bienenfreundliche Frühblüher (Blüten ab Januar und im zeitigen Frühjahr):

Buschwindröschen, Lerchensporn, Leberblümchen, Wildtulpen, Lungenkraut, Blaukissen, Traubenhyazinthe.

Als Unterpflanzung für Bäume und Büsche eignen sich Krokus, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Winterling oder Blaustern.

Beispiele für bienenfreundliche Mittelblüher (Blüten im Frühjahr und Sommer):

Garten-Resede, Malve, Kornblume, Sommerazalee, Cosmea (Schmuckkörbchen), Katzenminze, Phacelia (sehr nektarreich), Fetthenne (Sedum, Mauerpfeffer), Beinwell, Kugeldistel, Edeldistel, Roter Sonnehut (Echinacea), Färber-Kamille, Goldgarbe (Gelbe Schafgarbe), Mutterkraut, Sandglöckchen.

Besonders interessant für Hummeln und Wildbienen sind Wildstauden oder einheimische Pflanzen wie Natternkopf, Akelei, Rittersporn oder Schafgarbe.

Beispiele für bienenfreundliche Spätblüher (Blüten bis Oktober oder länger):

Goldrute, Herbstanemone, Sonnenblume, Dahlien (auf ungefüllte Blüten achten!), Tagetes, Herbst-Astern, Ringelblume, Gelber Sonnehut (Rudbeckia), Taubnesseln, Margerite, Römische Kamille.

Auch Efeu blüht spät und bereichert das Nektarangebot im Herbst, er blüht jedoch erst ab einem Alter von acht Jahren.

Bäume

Für Stadtbienen sind Bäume eine wichtige Ergänzung ihres Futterangebotes, da sie große Mengen an Blüten bereitstellen. Bei der Auswahl neuer Gartenbäume sollte deshalb neben der Endgröße und den Ansprüchen an den Standort auch mit bedacht werden, ob der Baum für Honigbienen, Wildbienen und Hummeln Nahrung bereitstellt.

Geeignete Bäume für Bienen

  • Bienenbaum (Euodia hupehensis): Zwar kein einheimisches Gewächs, aber eine der besten Bienenpflanzen mit reichlich Nektar und Pollen. Da Euodia-Arten von Ende Juli bis in den Oktober hinein blühen, decken sie einen idealen Zeitpunkt ab, wenn die Honigbiene die Brut für das neue Jahr erneuert und die Nahrung limitiert ist.
  • Sal-Weide (Salix caprea): Aufgrund der frühen Blüte liefert die Sal-Weide schon ab März reichlich Pollen und Nektar und ergänzt damit ideal das erste Futterangebot für die Bienen im Jahr. Doch nicht nur das, sie bietet auch Futter für die Raupen von 59 einheimischen Falterarten (3).
  • Obstbäume: Wildkirsche, Apfel und andere Obstbäume bieten je nach Blütezeit im Frühling oder Frühsommer reichlich Nektar für Bienen. Zusätzlich lässt sich leckeres Obst ernten, das im Bienengarten auch noch besonders gute Erträge bringt.

Weitere Bäume, die gute Bienenweiden sind: Kastanie, Weißdorn, Kornelkirsche, Traubenkirsche, Trompetenbaum, Ahorn, Robinie, Eberesche und Linde. Die Linde hat übrigens zu Unrecht einen schlechten Ruf, da es unter Linden im Sommer manchmal zum Massensterben von Hummeln kommt. Die Ursache ist jedoch nicht die Linde, sondern Nahrungsmangel (3).

Kübel und Balkonkästen bepflanzen

Es muss nicht immer der Garten sein. Auch Balkone, Terrassen und Kübel lassen sich ganz einfach in ein Bienenparadies verwandeln. Als Topfpflanze macht sich die Bartblume (Caryopteris) gut. Sie blüht spät und sollte kühl, aber frostfrei überwintert werden.

In Balkonkästen ist eine bunte Mischung aus Küchenkräutern, Blumen und sogar Gemüse oder Obst möglich. Hier eignen sich viele der Sorten, die in den Kapiteln über Gemüse- und Blütenpflanzen bereits genannt sind.

Praxis-Tipp für besonders bienenfreundliche Balkonkästen oder Töpfe:

· Spätblüher-Mischung mit Blüten bis Oktober: Ringelblume, Löwenmäulchen und Kapuzinerkresse.

· Kräuter-Blumen-Kombination: Zitronenmelisse und Thymian mit Polster-Glockenblume oder Tagetes.

· Zum Naschen und Bienenbeobachten: Balkontomate, Erdbeere, Topfaubergine, Topfpaprika oder Chili-Pflanze

· Duftende Kräutertöpfe: Zitronen-Thymian, Echter Lavendel, Salbei und Oregano.

Quellen:

Bildquellen:

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