Mit Rollrasen bzw. Fertigrasen wird eine Fläche im Handumdrehen begrünt. Besonders für Besitzer kleiner Gärten, die ihren Rasen möglichst schnell nutzen möchten, ist Rollrasen eine ideale Lösung. Nach zwei bis drei Wochen ist der Rasen fest mit dem Boden verwurzelt und kann uneingeschränkt genutzt werden. Bei einem Saatrasen dauert das rund fünf bis sechs Monate.

1. Kosten

Die Preise für Fertigrasen schwanken je nach Menge und Rasentyp zwischen drei und sieben Euro pro Quadratmeter. Die Kosten für den Transport müssen zumeist noch dazugerechnet werden. Gebrauchsrasen für Spiel & Sport ist in der Regel günstiger als Rollrasen für Halbschatten und trockenere Lagen.

Bei der Kalkulation sollten die Angebote miteinander verglichen werden: Sie umfassen die Selbstabholung ab Feld, Lieferung oder Lieferung und Verlegung. Wer noch nie selbst Fertigrasen verlegt hat, kann auf die Hilfe einer Fachfirma zurückgreifen oder den Rollrasen nach Anleitung selbst verlegen.

2. Benötigte Menge

Die Lieferung eines Fertigrasens erfolgt in Rollen. Die Standardrolle ist 40 Zentimeter breit und 250 Zentimeter lang und entspricht somit einem Quadratmeter. Bei Bedarf sind auch größere Formate erhältlich. Vor der Bestellung sollte die Flächengröße genau ermittelt werden, damit die bestellte Menge ausreicht.

Tipp:

Bei runden oder geschwungenen Flächen entsteht an den Rändern Verschnitt. Hier muss eine zusätzliche Menge einkalkuliert werden.

Die Dicke eines Fertigrasens beträgt rund zwei Zentimeter. Bei manchen Lieferfirmen muss eine Mindestbestellmenge eingehalten werden. Hier lohnt es sich, Angebot und Preis genau zu vergleichen.

3. Vorteile von Fertigrasen

  • schnell eine gleichmäßige, dichte Grasnarbe
  • unkrautfreie Sode
  • keine mühevolle Ansaat
  • keine langwierige Pflege
  • sofort begehbar nach dem Verlegen
  • nach kurzer Zeit voll belastbar
  • zeitsparend
  • fast ganzjährig verlegbar

4. Wann Rollrasen verlegen

Fertigrasen kann, außer bei Frost, ganzjährig verlegt werden. Die besten Bedingungen für die Verlegung des Rollrasens herrschen im Zeitraum von März bis November. Bei dauerhaftem Bodenfrost sollte der Rasen nicht verlegt werden. Damit der Rasen vor dem Winter noch Zeit zur Verwurzelung hat, sollte der Zeitpunkt zum Verlegen nicht zu spät gewählt werden. Ist abzusehen, dass der Boden in den darauffolgenden Wochen gefrieren wird, sollte der Rollrasen nicht verlegt werden.

5. Boden vorbereiten

Die Vorbereitung des Bodens verläuft ähnlich wie bei der Rasenansaat. Der Boden sollte feinkrümelig, abgesetzt und eben sein. Ist auf der Fläche noch alter Rasen vorhanden, muss dieser zuvor abgetragen werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass kein Unkraut auf der Fläche verbleibt. Danach wird der Boden gelockert. Das kann durch Umgraben mit einem Spaten oder mit einer Motorhacke geschehen. Ist der Boden sehr schwer oder lehmig, empfiehlt es sich, Sand in den Boden einzuarbeiten.

Danach wird die Fläche zum Beispiel mit einem Rechen geebnet, bis der Boden feinkrümelig und eben ist. Hier sollte sorgfältig gearbeitet werden, nur dann wird die Rasenfläche später schön glatt. Am Schluss wird der Boden mit einer Rasenwalze leicht verdichtet. So ist er gut für den Fertigrasen vorbereitet. Ein besseres Anwachsen lässt sich durch einen Rasenstarterdünger erzielen.

Tipp:

Rasenwalzen gibt es in vielen Baumärkten als Leihgerät.

6. Lieferung des Rollrasens

In der Regel wird der Fertigrasen am Tag des Verlegens vom Anzuchtfeld geschält und für den Transport aufgerollt. Die Lieferung des Rasens erfolgt in Rollen. Bei einer Flächengröße von 100 m² kommen so schnell 2 Tonnen Material zusammen. Wird der Rollrasen auf Paletten angeliefert, wird das Entpacken der Rollen oder der Weitertransport der Palette von der Bordsteinkante bis in den Garten bei manchen Lieferanten nicht übernommen. Hier sollte man sich rechtzeitig um Hilfskräfte bemühen. Wichtig ist auch, dass die Zufahrt für größere Lastkraftwagen geeignet ist.

Schnelles Verlegen

Die Verlegung des Rollrasens sollte innerhalb von 24 Stunden nach der Lieferung erfolgen, ansonsten kann das Gras in den Rollen Schaden nehmen. Wer den Rasen selbst verlegt, sollte bei größeren Flächen deshalb unbedingt genügend Arbeitskräfte einplanen. Alternativ kann der Rasen auch in Teillieferungen über mehrere Tage bestellt werden. Das macht das Verlegen bei einer großen Fläche einfacher. Während der Verarbeitung sollten die Rasenrollen unbedingt vor Sonne und Regen geschützt gelagert werden. Liegen mehrere Rollen aufeinander, sollten diese bei einer längeren Lagerdauer umgepackt werden, damit auf den unteren Rollen nicht zu viel Druck lastet. Einzelne Rasenrollen können rund 20 Kilo wiegen, das ist abhängig von der Größe und der Sodenstärke.

7. So wird Rollrasen verlegt

Am besten beginnt man mit dem Auslegen des Rasens auf einer Seite des Gartens entlang einer geraden Kante. Die Bahnen werden jeweils versetzt angesetzt, wobei die einzelnen Bahnen dicht an dicht verlegt werden. Es dürfen keine Fugen zwischen den Bahnen sichtbar sein und auch keine Überlappungen entstehen. Werden die Rasenrollen beim Verlegen fest angedrückt, fördert das das Anwachsen.

Damit beim Verlegen keine Druckstellen auf den frisch verlegten Soden entstehen, empfiehlt es sich, Bretter oder ähnliches unterzulegen. Für einen besseren Bodenkontakt werden die Rasensoden nach dem Verlegen leicht angewalzt. Die Grashalme richten sich danach von alleine wieder auf.

Tipp:

Wenn Randstücke beim Verlegen nicht exakt passen, können Sie diese einfach mit einem scharfen Messer auf die richtige Größe zurechtschneiden. Diese Reste der Gradsoden dienen an anderen Stellen als Lückenfüller, wenn sie benötigt werden.

Rollrasen am Hang verlegen

Rollrasen eignet sich nicht nur zum Belegen von horizontalen Flächen, sondern auch für Hanglagen. Auch vorhandene Bäume sind für einen Rollrasen kein Hindernis. Die aufgerollte Rasenrolle kann an jeder beliebigen Stelle geschnitten werden, sodass die Bäume beim Rollrasen verlegen nicht stören. Innerhalb kurzer Zeit sind die Schnittkanten verwachsen, sodass der Rasen auch an diesen Stellen schön dicht aussieht. Wird Rollrasen am Hang verlegt, wird grundsätzlich unten begonnen. Die einzelnen Bahnen werden von unten nach oben verlegt. Ansonsten verläuft das Verlegen genauso wie auf einer flachen Ebene.

8. Rollrasen wässern

Nach dem Anwalzen wird der Rasen bewässert. Das darf nicht nur oberflächlich geschehen, sondern der darunterliegende Boden sollte etwa 10 Zentimeter tief gut durchfeuchtet sein.

Hinweis: Die Bewässerung ist für ein erfolgreiches Anwachsen entscheidend!

9. Rollrasen-Pflege

Bis zum vollständigen Anwachsen sollte der Rasen etwa alle zwei Tage bewässert werden. Besonders in den ersten zwei Wochen muss er wurzeltief feucht gehalten werden. Es reicht keinesfalls aus, wenn die Rasensoden nur oberflächlich befeuchtet werden. Trocknen sie aus, können sie schrumpfen und es entstehen unschöne Lücken.

Nach etwa zwei Wochen ist der Rasen vollständig angewachsen. Die weitere Pflege unterscheidet sich nicht von einer eingesäten Rasenfläche. Ab diesem Zeitpunkt ist der neue Rollrasen wie jeder andere Rasen belastbar. Bewässert werden sollte am besten in den frühen Morgen- oder aber in den Abendstunden. Wird bei starker Sonneneinstrahlung bewässert, könnten Verbrennungen auf dem Rasen entstehen.

Das erste Rasenmähen

Der erste Schritt erfolgt nach ca. einer Woche, wobei eine Schnitthöhe von 4-5 cm empfehlenswert ist. Kürzer sollte der Rasen nicht gemäht werden. Um die Dichte des Rasens zu fördern, kann einmal wöchentlich gemäht werden.

Rollrasen düngen

Ca. 3-4 Wochen nach der Verlegung sollte der Rollrasen mit einem Rasendünger mit Langzeitwirkung gedüngt werden, so erhält er ausreichend Nährstoffe und wächst dicht nach.

Hinweis: In den ersten Wochen nach dem Verlegen, sind häufig Hutpilze – ungiftige Pilze – im Rasen zu beobachten. Das ist ganz natürlich, und kein Grund zur Sorge. Das verstärkte Wachstum von Hutpilzen entsteht dann, wenn der Boden ständig gewässert wird und die Temperaturen gleichzeitig sehr hoch sind. Es handelt sich hier um eine vorübergehende Erscheinung, die durch regelmäßiges Mähen schnell wieder verschwindet.

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