Rasentypen

Die wichtigsten Rasentypen im Überblick

Ob Zierrasen, Gebrauchsrasen oder Schattenrasen, bei der Vielfalt der Rasentypen ist es nicht immer leicht, sich für den richtigen Rasen bzw. die geeignete Samenmischung zu entscheiden. Vor dem Neuanlegen eines Rasens sollte man deshalb klare Vorstellungen haben, was man sich von der späteren Rasenfläche wünscht. Soll der Rasen dekorativ sein und eine Zierde für den Garten oder eher als Spielfläche für die Kinder genutzt werden? Je nachdem richtet sich die Auswahl der Gräser. Zudem müssen noch die Standortbedingungen wie z.B. Schattenlage bedacht werden.

Meist soll der Rasen am Haus belastbar, unkompliziert und nicht allzu pflegeintensiv sein. Allgemein wird solch ein Rasen als Gebrauchsrasen bzw. Spielrasen bezeichnet. Die Regel-Saatgut-Mischung für diesen Rasentyp umfasst drei Grasarten: Ausdauerndes Weidelgras, Wiesenrispe und Rotschwingel. Die enthaltenen Gräser bestimmen darüber, wie der Rasen aussieht, wie schnell er wächst, wie viel Pflege er benötigt und wie lange er zur Erholung braucht.


Gebrauchsrasen / Spielrasen

In privaten Gärten wird er gerne verwendet. Er ist strapazierfähig, eignet sich ideal für die Kinder zum Spielen und auch Grillfeste und Feiern sind auf diesem Rasen problemlos möglich.

Er muss regelmäßig gemäht, gewässert und mit Nährstoffen versorgt werden.

  • Verwendung: Für Hausgärten, zum Spielen
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: Mittel bis hoch
  • Pflegeansprüche: Mittel bis hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 1 Schnitt pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 3-4 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel

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Schattenrasen

Schattenrasen ist speziell für schattige Flächen geeignet, wächst aber auch an sonnigen Standorten. Beim Kauf von Rasenmischungen sollte man darauf achten, dass die Grasart Lägerrispe enthalten ist. Sie ist schattengeeignet und verträgt auch einen regelmäßigen Schnitt.

Allgemein braucht das Gras im Schatten besonders gute Pflege. Der Rasen muss regelmäßig mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Die Schnitthöhe sollte nicht über 5 cm liegen.

  • Verwendung: Für schattige Flächen
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: Im Schatten geringer, in der Sonne höher
  • Pflegeansprüche: hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 1 Schnitt pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 4-5 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe, Rotschwingel, Lägerrispe

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Zierrasen

Er ist auch unter dem Namen „Englischer Rasen“ oder „Golfrasen“ bekannt. Der Zierrasen eignet sich nicht zum täglichen Betreten und ist auch nicht zum Spielen geeignet. Er wird dort verwendet, wo man sich an einer schönen, sattgrünen Rasenfläche erfreuen möchte. Damit er gut aussieht, braucht er intensive Pflege und muss in der Regel zweimal pro Woche gemäht werden.

  • Verwendung: Als repräsentative Rasenfläche, als Gestaltungs- und Zierelement im Garten
  • Belastbarkeit/Trittfestigkeit: gering
  • Pflegeansprüche: Hoch bis sehr hoch
  • Schnitthäufigkeit: Durchschnittlich 2 Schnitte pro Woche
  • Optimale Schnitthöhe: 1,5-2,5 cm
  • Gräser Zusammensetzung: Rotschwingel, Wiesenrispe (Straußgräser)

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Weitere Rasentypen

Zu den Rasentypen zählen auch Kräuterrasen und Blumenwiesen. Sie werden gerne in größeren Gärten als Gestaltungselemente genutzt. Zudem bieten sie einen wertvollen Lebensraum für viele Nützlinge im Garten wie Schmetterlinge, Käfer, Wild- oder Honigbienen.

Wer in seinem Garten auch Obst und Gemüse anbaut, sollte eine kleine Ecke als Kräuterrasen bzw. Blumenwiese anlegen, um die Nützlinge zu fördern. Kleeblüten, Brennnesseln oder Löwenzahn können hier ungestört gedeihen und bieten Marienkäfern, Wildbienen und Co. ein reichhaltiges Futterangebot, für das sie sich gerne revanchieren. Sie vernichten Pflanzenschädlinge wie beispielsweise Blattläuse, die dann den Obst- und Gemüsepflanzen weniger anhaben können. Mit wenig Aufwand lässt sich so das gesunde Pflanzenwachstum im Garten positiv beeinflussen.

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Bodenbeschaffenheit

Der richtige Boden für den perfekten Rasen!

Eine gut gepflegte Rasenfläche bildet in vielen Hausgärten das zentrale gestalterische Element, wobei das satte Grün des Rasens einen wirkungsvollen optischen Kontrast zu den blühenden Pflanzen darstellt; zusätzlich dient die freie Fläche als beliebter Spiel- und Erholungsbereich. Damit der Rasen seine Funktion dauerhaft erfüllen kann, sind bereits bei der Neuanlage einige wichtige Punkte zu beachten; eine sorgfältige Planung wirkt sich später positiv auf die Rasenqualität aus, denn das Anlegen des Rasens ist ein Arbeitsschritt mit Langzeitwirkung.

Obwohl Rasenpflanzen keine sehr hohen Anforderungen an den Untergrund stellen, muss der Boden frei von Fremdstoffen aus der Bautätigkeit sein (z. B. Ziegel- und Glasreste, Isoliermaterial, Betonbrocken, Werkzeugteile, Plastik- und Papiermüll); Bauherren sollten deshalb besonders bei den letzten Maßnahmen im Zuge eines Neubaus die Bodenarbeiten überwachen, denn Unebenheiten werden oftmals mit Bauschutt oder anderen ungeeigneten Materialien ausgeglichen bzw. verfüllt und nur oberflächlich mit Erde überdeckt.

Keinen Einfluss dagegen haben Gartenbesitzer auf die folgenden Standortfaktoren, die ebenfalls sehr wichtig für das Rasenwachstum sind:

  • Hangneigung
  • Exposition
  • Licht-/Schattenverhältnisse
  • Staunässe

Neben diesen geografischen Verhältnissen und der geplanten Nutzung (Sport-/Spielrasen, Gebrauchsrasen, Zierrasen) spielt die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle für die Auswahl des richtigen Saatgutes. Im Fachhandel gibt es zahlreiche Rasenmischungen aus verschiedenen Grasarten (u. a. Straußgras, Rotschwingel, Riedgras, Weidelgras, Rispengras), die sich hinsichtlich Trittfestigkeit, Regeneration, Färbung und Wuchs unterscheiden; daneben werden spezielle Samenmischungen für Schatten-, Trocken- oder Schotterrasen angeboten. Um sich für die richtige Saatmischung entscheiden zu können, sind zunächst jedoch Kenntnisse über die physikalischen und chemischen Eigenschaften des vorhandenen Bodens notwendig.

Leicht, mittel oder schwer – die Bodenbeschaffenheit

Der natürlich vorhandene Boden entsteht als Verwitterungsprodukt aus den anstehenden Gesteinen im Untergrund. Das Ausgangsgestein bestimmt mit seinen festen Mineralbestandteilen die Korngrößenverteilung im Boden und damit auch die Bodenart sowie den Bodenchemismus; dadurch reagieren Böden über Granitgestein zumeist leicht sauer, während Kalksteinböden im basischen (alkalischen) Bereich liegen. Anordnung und Größe der Bodenpartikel sind verantwortlich für die physikalischen Bodeneigenschaften wie Verdichtungsgrad, Speicherfähigkeit und Luftgehalt.

Sandboden

Mit einer Körnung von 0,06-2 mm stellt Sand das größte Bodenteilchen dar; aufgrund der Grobkörnigkeit bilden sich im Bodenaufbau größere Hohlräume, die viel Wasser aufnehmen können und die Wurzeln ausreichend mit Luft versorgen. Staunässe ist bei sandigen Böden nicht zu befürchten, da das Bodenwasser schnell in den Untergrund abgeleitet wird. Die gute Versickerungsfähigkeit bewirkt jedoch auch eine erhöhte Auswaschung von Nährstoffen und die Gefahr der Austrocknung mit nachfolgender Erosion. Aufgrund der geringen Dichte werden Böden mit einem hohen Sandanteil als „leichte“ Böden bezeichnet.

Die Vor- und Nachteile eines Sandbodens zeigt die folgende Aufstellung:

  • Leichte Bearbeitung
  • Keine Probleme mit Staunässe
  • Gute Luftversorgung der Pflanzen
  • Niedrige Speicherfähigkeit von Wasser
  • Nährstoffarm
  • Erhöhter Aufwand bei Düngung und Wässerung

Schluffboden

Die Bodenkomponente Schluff (Silt) weist eine Korngröße von 0,002-0,06 mm auf, wodurch ein ausgewogenes Verhältnis von Luft und Wasser im Boden entsteht. In dem Porenraum ist einerseits ausreichend Wasser für die Pflanzen verfügbar, während gleichzeitig das überflüssige Bodenwasser zügig ablaufen kann. Die Bodenstruktur ermöglicht zudem eine hohe Speicherfähigkeit für Nährstoffe und schafft gute Lebensbedingungen für Mikroorganismen.

Ein schluffiger Boden stellt eine optimale Grundlage zur Aussaat der meisten Pflanzen dar, weshalb diese Bodenart auch als „normal“ oder „mittel“ bezeichnet wird. Bei einem extrem hohen Schluffanteil im Boden kann die Zugabe von Sand eine deutliche Verbesserung bei der Nährstoffversorgung bewirken.

Die Eigenschaften von Schluffböden sind stichpunktartig nachfolgend aufgeführt:

  • Gute mechanische Eigenschaften
  • Ausgewogene Bodenstruktur
  • Ausreichender Luftgehalt
  • Hohe Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen
  • Große Anzahl an Mikroorganismen
  • Sehr gute Eignung für die meisten Pflanzen
  • Evtl. Zugabe von Sand notwendig

Tonboden

Mit einer Korngröße unter 0,002 mm sind Tonteilchen die kleinsten festen Bestandteile im Boden. Die feinen Poren können sehr viel Wasser aufnehmen und speichern, bei einem Wasserüberschuss neigen Tonböden jedoch schnell zu Staunässe und Versauerung; dies zeigt sich im Bewuchs durch das Auftreten von Moosen und Sauergräsern wie Seggen und Binsen.

Tonhaltige Böden weisen eine schlechte Durchlüftung auf, was zu Luftmangel an den Pflanzenwurzeln führen kann. Aufgrund der hohen Verdichtbarkeit werden stark ton- und lehmhaltige Böden zu den „schweren“ Bodentypen gezählt. Diese Bodenarten speichern die Feuchtigkeit sehr lange, weshalb im Frühjahr die kalten Bodentemperaturen des Winters über einen längeren Zeitraum erhalten bleiben; dementsprechend verzögert sich auch der Beginn des Pflanzenwachstums.

Nach der Abtrocknung bilden Lehm- und Tonböden eine sehr harte, rissige Struktur aus, wodurch die Bearbeitung erschwert wird. Bei den meisten „schweren“ Böden ist eine Zugabe von Sand und organischem Material (Humus, Kompost, Rindenmulch) notwendig.

Die wichtigsten Eigenschaften von stark lehm- bzw. tonhaltigen Bodentypen sind in der folgenden Zusammenstellung aufgeführt:

  • Hohe Verdichtbarkeit
  • Großes Speichervermögen von Wasser und Nährstoffen
  • Probleme mit Staunässe
  • Erschwerte Bearbeitung
  • Schlechte Durchlüftung
  • Gefahr der Versauerung
  • Starke Moosbildung

Jede Korngröße besitzt spezifische Eigenschaften, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind. Der ideale Gartenboden weist demnach eine nährstoffreiche, krümelige Struktur mit guter Belüftung und ausreichendem Speichervermögen für Wasser auf. Dies wird erreicht durch eine ausgewogene Mischung aus Sand, Schluff, Humus und Kompost, wobei der organische und der mineralische Anteil ungefähr gleich groß sein sollte. Um die genaue Zusammensetzung des vorhandenen Gartenbodens festzustellen, ist eine Bodenanalyse mit Korngrößenverteilung zu empfehlen; diese Untersuchungen zur Bestimmung der Bodenart werden von Landwirtschaftsämtern, Prüfinstituten oder Privatfirmen angeboten.

Eine erste grobe Einschätzung ergibt das Zerreiben einer Bodenprobe zwischen den Fingern. Fühlt sich dabei die Erde glatt und schmierig an, ist ein hoher Schluff- und Tonanteil vorhanden; bei einem erhöhten Sandgehalt dagegen sind die rauen Körner deutlich zu spüren. Wenn sich die angefeuchtete Erde gut zu einer dünnen Wurst ausrollen lässt, deutet dies auf einen höheren Lehmanteil hin.

Das Pflanzenwachstum – auch die Chemie muss stimmen

Die entscheidenden Faktoren für ein gutes Pflanzen- und Wurzelwachstum sind Belüftung, Wasser und Nährstoffe sowie Spurenelemente, die dem Boden z. B. durch Dünger oder Kompost zugeführt werden können. Als Hauptnährstoffe werden Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K) und Calcium (Ca) bezeichnet, zu den Spurenelementen gehören u. a. Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Magnesium, Schwefel und Chlorid; das optimale Mengenverhältnis von N:P:K liegt ungefähr bei 3:1:2,5.

Die Pflanzen benötigen diese Stoffe für verschiedene Zwecke, die Wirkungen der einzelnen Elemente zeigt die folgende Aufstellung:

  • Stickstoff: Wachstum, Grünfärbung
  • Phosphor: Wurzelwachstum
  • Kalium: Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen (z. B. Frost)
  • Calcium: Bodenlockerung, Aktivierung des Bodenlebens
  • Spurenelemente: Pflanzenernährung

Damit die Nährstoffe mobil sind und von den Pflanzen aufgenommen werden können, ist ein leicht saures Milieu mit einem pH-Wert von 6-7 erforderlich; bei basischen Bodenverhältnissen (pH-Wert 7-10) werden besonders die Spurenelemente im Boden gebunden, wodurch es zu Mangelerscheinungen kommt. Die Ermittlung des pH-Wertes erfolgt am einfachsten mittels Indikatorpapier, das in Apotheken oder im Fachhandel erhältlich ist.

Die Bodenprobe wird mit destilliertem Wasser vermischt und der Indikatorstreifen eingetaucht; nach rund 1-2 Minuten verfärbt sich das Indikatorpapier entsprechend dem vorhandenen Bodenmilieu, sodass der pH-Wert durch den Vergleich mit einer Farbskala bestimmt werden kann. Für Sandböden ist ein pH-Wert von 5,5-6,0 ideal, während Lehm- und Tonböden einen pH-Bereich von 6,5-7,0 aufweisen sollten.

Der pH-Wert des Bodens kann durch das Ausbringen von Kalk bzw. Phosphor beeinflusst werden; Calcium verschiebt den pH-Wert nach oben in den alkalischen Bereich, die Zugabe von Phosphor führt zu einem Absinken des pH-Wertes.

Kleiner Aufwand mit großer Wirkung – die Bodenverbesserung

Bei vielen Grundstücken erscheint die Neuanlage einer Rasenfläche aufgrund der herrschenden Bodenverhältnisse sehr schwierig, sodass ein Bodenaustausch oder die Überdeckung mit spezieller Rasenerde erwogen wird. Vor der Durchführung dieser kostenintensiven Arbeiten sollten jedoch zunächst andere Maßnahmen versucht werden, um mit geringerem Aufwand eine Verbesserung zu erzielen.

Die verschiedenen Vorgehensweisen bei einer Bodenverbesserung sind in der nachfolgenden Liste kurz dargestellt:

  • Mechanische Auflockerung
  • Einbringen von Sand bzw. Humus
  • Auftragen von Kalk
  • Düngen
  • Aerifizieren
  • Vertikutieren
  • Mulchen

Die physikalischen und chemischen Untersuchungen des Bodens bilden die Grundlage für die weiteren Maßnahmen. Durch mechanische Auflockerung und die Zugabe von Sand wird die Durchlüftung gefördert und die Wasseraufnahmefähigkeit erhöht. Der pH-Wert lässt sich durch Kalken bzw. Düngen mit Phosphor optimal einstellen, sodass z. B. Spurenelemente wie Eisen freigesetzt werden und das Pflanzenwachstum verstärkt fördern können. Bei einer bereits angelegten Rasenfläche stellen Arbeiten wie Mulchen, Aerifizieren oder Vertikutieren keinen großen Mehraufwand dar, denn sie erfolgen bei modernen Rasenmähern gleichzeitig mit dem Rasenschnitt.

Die Wirksamkeit der Verbesserungsmaßnahmen sollte mindestens einmal pro Jahr durch Bodenanalysen untersucht werden, um Fortschritte zu erkennen oder die Vorgehensweise abändern zu können; die beste Bestätigung für eine gelungene Bodenverbesserung liefert jedoch der Rasen selbst – mit einem satten Grün.

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Nachbearbeitung

Rasen säen - Nachbearbeitung

Nach der Aussaat werden Saatgut und Dünger – vorzugsweise mit einem Rasenrechen – rund einen Zentimeter tief in den Boden eingearbeitet. So haben die Samen den besten Bodenkontakt und können gut keimen. Bleibt das Saatgut an der Oberfläche liegen und wird nicht eingearbeitet, trocknet es rasch aus oder wird von den Vögeln gefressen. Gewalzt werden braucht der Boden nach der Aussaat nicht unbedingt. Das würde die Bodenoberfläche nur unnötig verdichten.

Boden wässern

​Mit einer feinen Gießbrause oder einem Regner wird nun gründlich angegossen. Rinnsale oder gar Pfützen sollten vermieden werden. Die Keimung der verschiedenen Rasengräser einer Mischung dauert unterschiedlich lang. Deutsches Weidelgras braucht beispielsweise gut eine Woche, während Rotschwingel fast zwei Wochen benötigt. Anfangs können die Keimlinge ihren Wasserbedarf noch nicht durch das Wurzelsystem decken.

Deshalb muss vor allem in den ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat regelmäßig und ausreichend gewässert werden. Die obere Bodenschicht muss immer feucht sein, sonst könnten die empfindlichen Keimlinge austrocknen. Nach rund 7 Tagen sind die ersten zarten Hälmchen zu sehen. Auch jetzt muss unbedingt weiter ausreichend gewässert werden.

Tipp: Bei trockener Witterung sollte die Aussaat drei- bis viermal täglich für etwa 10 bis 15 Minuten beregnet werden. Das Keimbett darf auf keinen Fall austrocknen, sonst kommt es zu ungleichmäßiger Keimung und die spätere Rasenfläche wird ungleich.

Erster Rasenschnitt

Nach rund sechs bis sieben Wochen oder wenn das Gras etwa 10 cm hoch ist, ist es Zeit das erste Mal Rasen zu mähen. Die Schnitthöhe sollte dabei nicht unter 5 cm liegen. Beim Mähen unbedingt darauf achten, dass die Messer scharf sind. Stumpfe Messer könnten die noch nicht fest verwurzelten Gräser aus dem Boden reißen.

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Rasen säen

So säen Sie Ihren Rasen an!

Jetzt kommt der wichtigste Teil des Rasen anlegens: Der Rasen wird gesät. Doch zuerst müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden, damit einem satten Grün nichts mehr im Wege steht.

Rasen säen im Herbst

Die beste Jahreszeit für die Aussaat eines Rasens ist der Herbst. Dann ist die Wärme des Sommers im Boden gespeichert und die häufigeren Niederschläge in der Herbstzeit sorgen für eine ausreichende Feuchtigkeit im Saatbett. Eventuelle Frühfröste machen hochwertigem Saatgut nichts aus.

Wichtig ist jedoch, dass zum ​Zeitpunkt des Aussäens die Temperatur mindestens bei 8 Grad Celsius liegt. Die optimale Temperatur liegt zwischen 14 und 25 Grad. Sollte die Temperatur zu hoch sein ist ein Verschieben des Ansäens zu empfehlen.


Rasen säen im Frühjahr

Bei Aussaaten im Frühjahr entwickelt sich oft kein gleichmäßig dichter Rasen. Wer dennoch im Frühjahr säen möchte, sollte unbedingt den Mai, besser Ende Mai abwarten. In der Regel erreichen erst dann die Bodentemperaturen Werte von mindestens zehn Grad Celsius. Diese Wärme braucht das Saatgut zum Keimen. Zudem muss das Keimbett ständig und ausreichend feucht gehalten werden.

Das wird durch die oft schon im Mai/Juni vorkommenden Trockenperioden erschwert. Wird dann nicht täglich gewässert, keimen die Samen meist ungleichmäßig und der gesamte Keimprozess wird gestört. Kahle Stellen oder schütterer Rasen sind die Folge. Die Rasenaussaat im Herbst ist daher der bessere Weg.


Rasenpflanz-Kalender

Monat

Rasen anlegen?

Januar

Februar

März

April

Mai

Juni

Juli

August

September

Oktober

November

Dezember


Das richtige Saatgut

Meist werden zur Anlage von Rasenflächen Mischungen aus verschiedenen Grasarten und –sorten verwendet. Das macht den Rasen anpassungsfähiger an unterschiedliche Standort- und Pflegebedingungen.

Um das richtige Saatgut herauszufinden, hilft es, sich an „Regel-Saatgut-Mischungen“ der Forschungsgesellschaft Landschaftsbau und Landschaftsentwicklung (FLL) zu orientieren. Diese gewährleisten eine gleichbleibend hohe Qualität der Rasensamen. Die Mischungsempfehlungen werden jährlich neu überarbeitet.

Nach dem Mischungsetikett richten

Hochwertige Samenmischungen sind zwar auf den ersten Blick teurer als sogenannte Billigmischungen, bringen aber in der Regel einen strapazierfähigen, dichten Rasen hervor. Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Was die Saatgutmischung enthält, steht immer auf dem Mischungsetikett. So kann man vor dem Kauf die Zusammensetzung überprüfen.


Rasen säen und Rasendünger einarbeiten

Damit sich die jungen Rasenpflanzen von Anfang an gut entwickeln, sollte schon bei der Aussaat auf genügend Nährstoffe geachtet werden. Am besten bringt man Saatgut und Dünger gemeinsam aus. Empfehlenswert sind die im Gartenfachhandel erhältlichen phosphorbetonten Rasen-Starter-Dünger.

Hier ist alles drin, was die Gräser in den ersten Wochen an Nährstoffen brauchen. Kurz vor der Aussaat wird der Dünger gleichmäßig auf der Fläche verteilt und später gemeinsam mit dem Saatgut eingearbeitet.

Saatgut und Dünger gleichmäßig verteilen

Für die Aussaat wählt man einen möglichst windstillen Tag, damit nichts verweht. Mit einem Streuwagen werden Saatgut und Dünger gleichmäßig verteilt. Es sollte nicht zu viel Saatgut verwendet werden, damit sich die Gräser nicht gegenseitig in der Entwicklung behindern.

Im Allgemeinen ist bei hochwertigen Rasenmischungen eine Saatgutmenge von 20 bis 25 g pro Quadratmeter vollkommen ausreichend. Vor der Aussaat sollte der Grassamen einmal mit der Hand gut durchgemischt werden. So werden die unterschiedlichen Samen ausgewogen verteilt und es entsteht später ein schönes Rasenbild.

Einarbeiten des Saatguts

Nach der Aussaat werden Saatgut und Dünger – vorzugsweise mit einem Rasenrechen – rund einen Zentimeter tief in den Boden eingearbeitet. So haben die Samen den besten Bodenkontakt und können gut keimen. Bleibt das Saatgut an der Oberfläche liegen und wird nicht eingearbeitet, trocknet es rasch aus oder wird von den Vögeln gefressen. Gewalzt werden braucht der Boden nach der Aussaat nicht unbedingt. Das würde die Bodenoberfläche nur unnötig verdichten.

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Bodenvorbereitung für Rasen

So bereiten Sie Ihren Boden auf Rasen vor!

Je sorgfältiger der Boden für den Rasen vorbereitet wird, desto besser keimt das Saatgut. Auch die spätere Pflege des Rasens wird erleichtert. Gerade wenn die Rasenfläche komplett neu angelegt wird, wie beispielsweise in Neubaugebieten, muss der Boden zunächst bearbeitet werden. Meist ist er stark verdichtet und damit nicht optimal geeignet.


Diesen Boden lieben Rasengräser

Damit der Rasen gut wächst, braucht er einen lockeren, gut durchlüfteten Boden. Dann können die Rasengräser ein dichtes Wurzelwerk ausbilden. Ideal geeignet sind sandige Lehmböden. Die Vorteile von Sand und Lehm können hier voll ausgenutzt werden. Sand hat eine gute Durchlässigkeit und der Lehm kann Wasser und Nährstoffe optimal speichern.

Gut geeignet:

    • Sandige Lehmböden

Schlecht geeignet:

    • Tonige Böden (Wasser versickert schnell und der Boden verdichtet)
    • Reine Sandböden (kaum Speicherung von Wasser und Nährstoffen)

Grundbodenbearbeitung bei Neubauten

Häufig sind die Böden durch die Bautätigkeiten stark verdichtet. Für die Rasenaussaat wird aber ein krümeliger Oberboden gebraucht. Dazu wird die Erde rund 15 Zentimeter tief aufgelockert. Bei kleinen Flächen reicht ein Spaten oder die Grabgabel. Auf größeren Flächen erleichtern Motorfräsen oder Gartenfräsen die Arbeit. Beim Auflockern werden auch gleich Steine, Wurzeln und Unkraut mit entfernt.

Bei Böden, deren Erde aus tieferen Schichten wie beim Kelleraushub stammt, ist es schwierig, diese in kurzer Zeit so zu verbessern, dass der Rasen gut wächst. Hier ist es einfacher, den Boden mit einer dicken Schicht – rund 15 Zentimeter – guten, krümeligen Oberboden zu bedecken. Eventuelle alte Wurzeln und Unkraut sollten auch hier gleich mit entfernt werden.

Tipp:

Viele Baumärkte verleihen Gartengeräte und Maschinen. So kann man sich die Ausgabe für eine Gartenfräse oder Rasenwalze sparen, vor allem dann, wenn sie nur zur Neuanlage einer Rasenfläche gebraucht werden.


Schlechten Boden aufbereiten

Je besser das Saatbeet vorbereitet ist, desto gleichmäßiger keimen die Grassamen. Die Zeit für die Bodenvorbereitung ist deshalb keine vertane Zeit, sondern ein wichtiger Schritt zu einer schönen, dichten und sattgrünen Rasenfläche.

Schwerer, lehmiger Boden

Solch ein Boden wird durch Einmischen von Sand durchlässiger für Luft und Wasser. Da die Rasengräser keine Staunässe mögen, gedeihen sie in einem zu schweren Boden nur ungenügend. Der Sand wird nach Möglichkeit mit einer Harke verteilt. Empfehlenswert ist auch die Einarbeitung von organischem Material wie reifem Kompost, um die Bodenstruktur aufzulockern. Den Kompost am besten schon im Frühjahr untermischen.

Sehr sandiger Boden

Damit die sandige Erde besser Wasser und Nährstoffe speichert, hilft das Untermischen von reifem Grünkompost. Er sollte im Frühjahr in den Boden eingearbeitet werden.


Verbesserung des Bodens durch Gründüngung

Leider ist sie fast in Vergessenheit geraten. Dabei ist die Gründüngung ideal, um den Boden zu verbessern. Wer sich die Zeit nimmt, kann sich später über ein gesundes Bodenleben und eine schöne Rasenfläche freuen. Die Gründüngungspflanzen durchwurzeln den Boden intensiv und lockern ihn auf. Zudem liefern sie wertvolle organische Substanz und Nährstoffe. Das dient den Mikroorganismen im Boden als Lebensraum und fördert ein aktives Bodenleben.

Aussaat der Gründüngung

Fertige Gründüngungs-Mischungen gibt es im Handel zu kaufen. Nachdem der Boden bearbeitet wurde, wird die Mischung im Frühjahr ausgesät. Etwa Mitte August werden die Pflanzen dann abgemäht und gleichmäßig in den Boden eingearbeitet.


Rückverdichtung

Wenn der Boden so tief bearbeitet wurde, braucht er anschließend einige Wochen Ruhe, in denen er sich absetzen kann. Das ist die sogenannte Rückverdichtung. Diese Ruhephase ist wichtig, damit sich die Erde etwas verdichtet und spätere Absackungen und Unebenheiten vermieden werden.

Bei trockenem Boden kann die Rückverdichtung durch Walzen mit einer Gartenwalze oder Rasenwalze beschleunigt werden. Die Zeit während der Rückverdichtung sollte dazu genutzt werden, um auftretendes Unkraut zu jäten. So ist der Boden bestens auf die Rasenaussaat vorbereitet.

Tipp:

Wann der Boden ausreichend rückverdichtet ist, um das Saatbett vorzubereiten, zeigt der Absatztest. Sinkt der flache Absatz eines Schuhs nicht mehr als einen Zentimeter in den Boden ein, ist der Boden bereit.


Saatbett vorbereiten

Kurz vor der Einsaat wird das Saatbett vorbereitet. Es sollte möglichst feinkrümelig sein, da Rasensamen sehr fein ist. Dazu wird die oberste Erdschicht – rund zwei bis drei Zentimeter – nochmals auf etwaige Steine, Wurzelwerk etc. untersucht und dann ganz fein gekrümelt.

Ideale Werkzeuge hierfür sind ein Rechen oder ein Krümler bzw. Grubber. Die Krümel an der Oberfläche sollten nicht größer als etwa zwei Zentimeter sein. Nur so haben die sehr kleinen Rasensamen später ausreichend Bodenkontakt und können gut keimen.

Tipp:

Um zu erkennen, ob der Boden feinkrümelig genug ist, hilft der Zinkenabstand des Rasenrechens. Alles, was hier durchpasst, hat die optimale Größe.

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Rasen Anlegen – Standort

Rasen anlgegen - Standort

Eine gepflegte, grüne Rasenfläche gehört zu den klassischen Bestandteilen vieler Gärten, denn ein schöner Rasen wertet den kleinen Vorgarten ebenso auf wie den weitläufigen Landschaftsgarten mit Blumen, Hecken und Bäumen. Bei der Neuanlage einer Grünfläche ergibt sich die Größe und der Standort auf einem Grundstück beinahe zwangsläufig, da der Rasen mit anderen Gegebenheiten wie Wohnhaus, Garage, Zufahrt/Wege, Terrasse, Nutzgarten, Baumbestand oder Gartenteich konkurrieren muss.

Für die Rasenfläche bleibt daher oft nur ein Grundstücksteil übrig, der keine optimalen oder stark wechselnde Bedingungen aufweist. Wie alle Pflanzen benötigt der Rasen für ein gutes Wachstum und für eine gute Ernährung bestimmte Voraussetzungen; die wichtigsten Standortfaktoren zeigt die folgende Aufstellung:

  • Bodenaufbau
  • Wasserhaushalt
  • Hangneigung
  • Exposition
  • Licht-/Schattenverhältnisse

Der richtige Boden

Bei einer Neuanlage des Rasens sollten diese Standortbedingungen bereits vor der eigentlichen Aussaat berücksichtigt werden, um den geeigneten Rasentyp (z. B. Schattenrasen, Trockenrasen, Rollrasen) auswählen zu können; eine sorgfältige Vorarbeit ist hier notwendig, damit die Rasenfläche ihre Funktion als Erholungs- und Freizeitraum dauerhaft ausüben kann. Physikalische und chemischen Bodenanalysen geben Aufschluss über die Zusammensetzung des Untergrundes, sodass durch gezielte Maßnahmen die Bodenqualität erhöht und für das Rasenwachstum optimiert werden kann. Folgende Arbeiten können zu einer Bodenverbesserung beitragen:

  • mechanische Auflockerung
  • Durchmischung mit Sand
  • Einbringen von Kompost oder Humus
  • Kalken
  • Düngen
  • Errichtung von Drainagen

Bei einem bereits fertig angelegten Rasen bringen Arbeitsmaßnahmen wie Vertikutieren, Aerifizieren oder Mulchen ebenfalls eine Verbesserung der Standortbedingungen.

​Trocken, feucht oder nass – der Wasserhaushalt des Bodens

​Die Mengenanteile von Sand, Schluff und Ton im Boden spielen eine wichtige Rolle für das Rasenwachstum, denn die Korngrößenverteilung bestimmt neben der Durchlüftung auch die Wasserverfügbarkeit für die Pflanzen. Sandige Böden können zwar viel Wasser aufnehmen, sie leiten das Sickerwasser jedoch auch schnell in den Untergrund weiter; bei stark tonigen Bodenverhältnissen ist die Speicherfähigkeit für Wasser deutlich höher, allerdings bieten die feinen Poren den Wurzeln einen wesentlich geringeren Luftraum.

Ein idealer Standort weist eine ausgewogene Mischung aus Sand, Schluff, Kompost und Humus sowie einen niedrigen Tonanteil auf; die Struktur ist krümelig und nährstoffreich, der pH-Wert liegt bei 6-7. Dadurch kann sich ein reichhaltiges Bodenleben mit Mikroorganismen ausbilden und die Nährstoffe bzw. Spurenelemente sind für die Pflanzenwurzeln verfügbar.

​Stark lehm- und tonhaltige Schichten im Untergrund wirken als Wasserstauer, sodass sich bei Niederschlägen das Porenvolumen mit Sickerwasser füllt und die Bodenluft verdrängt; durch die unzureichende Luftversorgung sterben die Wurzeln ab und die Pflanzen verkümmern. Staunässe entwickelt sich durch anfallendes Sickerwasser auf Tonböden oder bei einem geringen Flurabstand zwischen Erdoberfläche und Grundwasserspiegel, wie es z. B. in Auenbereichen häufig der Fall ist. Typische Anzeichen für feuchte bis nasse Böden sind ein sehr langsames Abtrocknen im Frühjahr, eine verstärkte Moosbildung und das Auftreten von Sauergräsern. Als wirksame Gegenmaßnahmen können folgende Arbeiten durchgeführt werden:

Die Sonneneinstrahlung – der Motor für das Wachstum

Neben den beiden Wachstumsfaktoren Nährstoffe und Wasser hat das Licht einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum, die Entwicklung und die Regeneration einer Rasenfläche; ohne eine ausreichende Sonneneinstrahlung ist kein Stoffaufbau in den Pflanzen durch Fotosynthese möglich. Für das Wuchsverhalten der Rasengräser sind dabei die Dauer (Quantität) und die Tageszeit (Qualität) des Lichteinfalls wichtig.

Ein idealer Standort erhält am Vormittag viel Sonne und liegt nachmittags im Halbschatten, wobei die Ursache des Schattenwurfs (z. B. Hecken, Bäume, Gebäude) für das Lichtspektrum eine zusätzliche Rolle spielt. Die Intensität der Sonneneinstrahlung wird auch durch die Exposition beeinflusst, da nach Süden ausgerichtete Lagen deutlich mehr Sonne erhalten als Nordhänge.

Die Messung des Lichteinfalls kann mit einem einfachen Lichtmessgerät aus dem Fotofachhandel erfolgen, wobei die Messwerte in Lux (lx) angegeben werden. An einem vollsonnigen Frühlingstag z. B. erreicht die Lichtintensität in Süddeutschland ungefähr 11.000 Lux, im Sommer sind die Werte entsprechend höher. In einem Bereich von 20.000-30.000 Lux ist bei mitteleuropäischen Rasengräsern der Lichtsättigungspunkt erreicht, ab dem die zugeführte Energiemenge nicht mehr in zusätzliches Pflanzenwachstum umgesetzt wird.

Ein Lichtwert von 1.000-2.000 Lux markiert den Lichtkompensationspunkt, bei dem sich Pflanzenaufbau und -abbau die Waage halten; noch weniger Lichteinstrahlung führt zu physiologischen Stoffwechselstörungen und zum ständigen Stoffabbau. Für einen guten Wuchs sollten Rasengräser mindestens 60 % der standortspezifisch möglich Lichtenergiemenge erhalten; die Auswirkungen von Lichtmangel zeigt die folgende Aufstellung:

  • Sinkender Chlorophyllgehalt
  • Geringere Grünintensität
  • Kleinere, dünnere Blätter
  • Geringere Narbendichte
  • Keine Regeneration
  • Ständiger Stoffabbau
  • Absterben der Pflanzen

Rasenflächen weisen oftmals eine inhomogene Verteilung von Licht- und Schattenbereichen auf. Zur Verbesserung des Lichteinfalls können Hecken zurückgeschnitten und Bäume ausgelichtet werden; wenn der Schattenwurf durch Gebäude erfolgt, ist die Aus- bzw. Nachsaat von schattenverträglichen Gräsern zu empfehlen. Als besonders tolerant gegenüber Schatten haben sich die folgenden Grasarten erwiesen:

  • Lägerrispe
  • Hainrispe
  • Gewöhnliches Rispengras
  • Trügerischer Rotschwingel
  • Deutsches Weidelgras
  • Rotes Straußgras

Die beste Eignung für Schattenbereiche weist die Lägerrispe auf, die erst bei Lichtstärken unter 250 Lux das Wachstum einstellt. Schattenrasen haben jedoch den Nachteil, dass sie gegenüber Belastungen deutlich empfindlicher sind als normaler Rasen; außerdem sollte die Schnitthöhe 5 cm nicht unterschreiten, um den Rasenpflanzen eine möglichst große Fotosynthesefläche zu erhalten.

​Der Rasen am Hang – eine Herausforderung für Mensch und Maschine

​Bei der Neuanlage einer Rasenfläche sollte der vorgesehene Bereich möglichst eben sein, denn bereits ab einer Hangneigung von 1 % setzt die Bodenerosion durch Niederschläge ein. Am anfälligsten für eine flächenhafte Erosion sind Böden mit einem hohen Schluffanteil, andererseits stellt ein sandig-schluffiger Boden auch den besten Standort für Rasen dar.

Besonders bei der ersten Aussaat ist deshalb darauf zu achten, dass die Samenkörner durch das Einwalzen einen guten Bodenschluss erhalten; damit kann der Rasensamen bei der Bewässerung oder bei Regen nicht so leicht weggespült werden. Bei zunehmender Hangneigung steigt die Abtragungsrate deutlich an; zusätzlich erhöht sich der Kraftaufwand bei der Bearbeitung mit Maschinen (z. B. Rasenmäher, Bodenwalze, Vertikutierer), da diese auf steilen Hängen schneller abrutschen und nur bis maximal 20 % Hangneigung effektiv eingesetzt werden können.

​Eine Alternative zur Aussaat ist das Verlegen von Rollrasen; gleichzeitig wird durch die fertige Grasnarbe eine Bodenerosion verhindert. Eine wesentliche Erleichterung beim Mähen bringt der Einsatz von Mährobotern, die in den verschiedensten Ausführungen im Fachhandel angeboten werden; spezielle Geräte können auch Steigungen von 25-50 % bewältigen. Eine andere Möglichkeit zur Hangbegrünung stellt die Umwandlung der Rasenfläche in eine Blumenwiese dar; die dazu notwendigen Schritte zeigt die nachfolgende Aufstellung:

Die Vorteile einer Blumenwiese gegenüber einer Rasenfläche sind der geringe Pflegeaufwand, eine höhere Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren sowie die Schaffung eines attraktiven Gartenbereiches; außerdem dient die Fläche dann auch als Weide – für die Bienen.

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