Der Anzuchtkasten – einfach und schnell vom Samen zur Pflanze

In einem Anzuchtkasten, oft auch Zimmergewächshaus genannt, lassen sich Samen und Setzlinge einfach und schnell zu Paprika, Tomate, Kräuter & Co. heranzüchten. Doch bei so viel Auswahl zwischen Modellen gibt es einige Unterschiede, die vor dem Kauf unbedingt beachtet werden sollten.

Testsieger:

1. ROMBERG 74338 Zimmergewächshaus

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Eigenschaften: Anzuchtkasten mit klarem Deckel und Belüftungsmöglichkeit

Stabil und praktisch: Das ROMBERG 74338 Zimmergewächshaus zählt zu den klassischen Modellen eines Anzuchtkastens. Es besitzt eine Plastikwanne und eine glasklare, belüftbare Abdeckhaube aus Plexiglas.
Das Material des Anzuchtkastens erweist sich als sehr stabil. Ausgestattet ist die Plastikwanne mit 28 Vertiefungen, in denen Anzuchttöpfe sicher platziert werden können.

Käufer loben hauptsächlich die gute Verarbeitung des Anzuchtkastens. Die gezüchteten Samen gedeihen sehr gut. Auch das Material wird als stabil beschrieben. Bemängelt werde die Lüftungslöcher, die sich zu leicht aufschieben lassen. In einem Haushalt mit Tieren könnte das zum Problem werden.

Vorteile:

  • stabile Materialien
    gute Bewässerung
    Belüftungsmöglichkeit im Deckel
    sicherer Stand für Anzuchttöpfe

Nachteile:

  • Lüftungen gehen zu leicht auf

So funktioniert ein Anzuchtkasten

Die Funktionsweise eines Anzuchtkastens ist einfach erklärt: Er sorgt dafür, dass Pflanzen bei der Aufzucht geschützt wachsen und besser gedeihen.

Damit das optimal funktioniert, muss der Kasten an einem hellen Ort, wie zum Beispiel auf einem Fensterbrett, platziert werden. Sofern eine Heizmatte benötigt wird und nicht im Zimmergewächshaus integriert ist, wird auf dem neuen Standort eine Heizmatte auf den Untergrund gelegt, bevor die Bodenwanne abgestellt wird.

Dennoch sollte man darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu stark der Mittagssonne ausgesetzt sind und verbrennen. Ist ein solcher Stellplatz nicht gegeben, kann eine Heizmatte die Temperatur regeln und ESL-, sowie LED-Lampen sorgen für das nötige Licht.

In die vorhandenen Anzuchttöpfe werden die Samen entweder auf die Oberfläche gestreut oder in kleine Löcher platziert. Wer ohne Anzuchttöpfe pflanzt, kann natürlich auch klassische Aussaaterde benutzen.

Sobald alle Töpfe in der Bodenwanne platziert sind, werden sie angegossen. Überschüssiges Wasser sollte aus der Bodenwanne entfernt werden. Anschließend wird die Abdeckhaube platziert und ggf. die Heizung angeschaltet.

Mithilfe eines Thermometers können Temperaturen überwacht und geregelt werden. Die Hauben besitzen Lüftungsschächte, die zum regelmäßigen Lüften einfach betätigt werden.

Tipp: Sind die Lichtverhältnisse nicht optimal, kann eine Pflanzenlampe installiert werden.

Die Vor- und Nachteile eines Anzuchtkastens

Vorteile

  • Vorbereitung kann in den Wintermonaten beginnen
  • nützliches Zubehör verbessert das Wachstum
  • Schutz vor äußeren Einflüssen
  • optimale Bedingungen zum Wachsen

Nachteile

  • zu viel Feuchtigkeit kann Schimmelbildung begünstigen
  • optimaler Standort notwendig
  • Vorbereitung nimmt Zeit in Anspruch

Kaufberatung für den Anzuchtkasten: Nicht nur die Größe muss stimmen

In erster Linie gehören

  • die Größe und Anzahl der Anzuchtschalen
  • die Art der Bewässerung
  • das Material
  • das Zubehör

zu den wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Anzuchtkastens.

Die Größe eines Zimmergewächshauses

Die notwendige Größe richtet sich vorrangig nach den eigenen Bedürfnissen. Im Schnitt sind die vergleichsweise kleinen Anzuchtkästen allerdings zwischen 38 cm x 24 cm x 19 cm und 76 cm x 19 cm x 15 cm groß.

Je nachdem, wie viele Setzlinge aufgezogen werden sollen, spielt auch die Anzahl der Anzuchtschalen eine Rolle. So gibt es kleine Gewächshäuser, die mit 7 Schalen ausgestattet sind oder auch solche, die bis zu 60 Schalen beherbergen. Bei den kleinen Größen sind die Anzuchtkästen im Schnitt mit etwa 24 Zuchtschalen ausgestattet.

Tipp: Wer keine vorgegebene Anzahl von Anzuchtschalen möchte, kann auch einen Anzuchtkasten ganz ohne Schalen oder vorgegebene Mulden kaufen und selbst welche setzen.

Die Art der Bewässerung im Anzuchtkasten

Viele Anzuchtkästen besitzen einen flachen Boden, in dem Wasser aufgegossen werden kann. Die Bewässerung erfolgt dann über die Pflanzschale und deren Löcher im Boden.

Einige Modelle besitzen Kanäle in der Bodenschale, die das Wasser exakt dorthin leiten, wo es benötigt wird: unter die Aufzuchtschale.

Wenige Zimmergewächshäuser sind mit einer Kapillar-Bewässerungsmatte ausgestattet. Diese saugt sich mit Wasser voll und gibt das Wasser langsam und gleichmäßig ab.

Das richtige Material des Anzuchtkastens

Je nach Modell besteht entweder der komplette Kasten oder einzelne Elemente aus verschiedenen Materialien. Am Häufigsten sind Holz, Glas und Kunststoff vertreten.

Anzuchtkasten aus Holz: Mini-Gewächshäuser bestehen zum Teil komplett aus Holz oder sind mit einem Dach aus Draht bespannt, das für eine ordentliche Licht- und Luftzufuhr sorgt. Für Pflanzen, die es etwas wärmer mögen, eignet sich solch ein Modell nicht. Außerdem kann das Holz durch zu viel Feuchtigkeit beeinträchtigt werden.

Anzuchtkasten aus Kunststoff: In der Regel bestehen Zimmergewächshäuser komplett aus Kunststoff. Während die Bodenwanne meist eingefärbt ist, besteht die Haube aus transparentem und vor allem lichtdurchlässigem Kunststoff. Feuchtigkeit kann Kunststoff nichts anhaben und robust ist das Material ebenso.

Anzuchtkasten aus Glas: Ein optisches Highlight bilden definitiv Anzuchtkästen aus Glas. Doch auch zur Aufzucht eignen sie sich gut. Viele Modelle aus Glas werden mit einem Rahmen aus Holz, Stahl oder einem anderen Metall ausgestattet.

Das Zubehör des Anzuchtkastens

Je nachdem, was für Pflanzen man züchten möchte, ist gewisses Zubehör unerlässlich. Um die Arbeit mit dem Anzuchtkasten so leicht wie möglich zu gestalten, bieten viele Hersteller Pakete mit Zubehör an. Dazu gehören unter anderem

  • Heizmatten
  • Einsätze für Stecklinge
  • Anzuchttöpfe
  • Dünger
  • Erde
  • Bewässerungsmatte
  • Topfplatte
  • Saatschalen
  • Wasserwanne

Eine Heizmatte macht Sinn, denn viele Pflanzen mögen konstante Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad oder wärmer. Um Temperaturschwankungen zu vermeiden, kann eine Heizmatte (auch in Verbindung mit einem Thermostat) eingesetzt werden.

Erklärung zu wichtigen Bauteilen des Anzuchtkastens

Je nach Art und Hersteller gibt es verschiedene Funktionen und Bauteile. Welche es gibt und warum sie wichtig sind, erklärt dieser Abschnitt.

Die Kapillar-Bewässerungsmatte: Diese Matte sorgt für eine gleichmäßige Bewässerung und dafür, dass die Pflanzen im Wasser nicht ertrinken, sondern bewässern nur dann, wenn die Pflanzen das Wasser benötigen.

Die Lüftungsschlitze: Um Feuchtigkeit zu reduzieren und Schimmel vorzubeugen, muss bei der Aufzucht von Pflanzen stets auf eine ausreichende Belüftung geachtet werden. Besitzt die Haube keine Lüftungsschlitze, muss der Deckel manuell entfernt werden.

Die Wasserwanne: Die Wasserwanne gehört zur Grundausstattung. In dieser werden Töpfe aufgestellt und überschüssiges Wasser gesammelt. Nutzt man keine Kapillar-Bewässerungsmatte, muss das überschüssige Wasser entfernt werden.

Die Heizung: Um eine konstante Temperatur zu gewährleisten, sind viele Anzuchtkästen mit einer Heizung ausgestattet. Ist das nicht der Fall, kann eine Heizmatte helfen, die unter dem Kasten platziert wird.

Der Thermostat: Wird eine Heizung genutzt, ist ein Thermostat sinnvoll. Auf diesem lässt sich stets die Temperatur ablesen und ggf. sogar permanent regulieren, ohne das ein eigenes Zutun notwendig ist.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Anzuchtkasten

1. Wie pflege und reinige ich den Anzuchtkasten optimal?

Damit der Anzuchtkasten möglichst lange hält und auch die Pflanzen gedeihen, ist die richtige Pflege notwendig. Diese Punkte helfen bei der Orientierung:

1. Der Anzuchtkasten benötigt regelmäßige Belüftung.

2. Überschüssiges Wasser sollte entfernt werden.

3. Die Verwendung einer Heizung sollte auf die jeweiligen Pflanzen abgestimmt sein.

4. Nach der Umsiedlung ist der Anzuchtkasten von Erde, Pflanzenresten und Co. zu befreien.

5. Eine feuchte Reinigung mit Wasser und Spülmittel kann dabei helfen.

6. Vor dem Verstauen des Zimmergewächshauses sollte es komplett trocken sein.

7. Verkalken die Scheiben hilft ein warmes Bad mit Wasser und Zitrone.

2. Wie oft muss ich den Anzuchtkasten belüften?

Damit die Feuchtigkeit reguliert und Schimmelbildung vorgebeugt wird, ist regelmäßiges Lüften unerlässlich. Es wird empfohlen, die Pflanzen jeden Tag für zwei Stunden zu belüften. Reichen die Lüftungsschlitze nicht aus, muss die Haube dafür entfernt werden.

3. Welche Beleuchtung fürs Zimmergewächshaus?

ESL (Energiesparlampen) sind günstig in der Anschaffung, arbeiten energieeffizient und besitzen die richtigen Spektralbereiche für das Wachstum. Wärme entwickelt sich beim Einsatz von ESL kaum. Die Hülle von ESL ist jedoch sehr empfindlich und die tatsächliche Leistung hängt stark von der Temperatur ab.

Grundsätzlich lässt sich also sagen: ESL eignet sich eher als Zusatzbeleuchtung und kann das Sonnenlicht nicht richtig ersetzen.

LED-Leuchten besitzen eine längere Brenndauer. Im Schnitt ungefähr 5 bis 10 Mal so lang wie eine ESL. Sie kosten in der Anschaffung mehr, sind in der Haltung jedoch tragbar. Außerdem kann eine LED-Lampe das Sonnenlicht gut ersetzen.

Platz 2 & 3:

2. Garland GAL Anzuchtkasten Modell A

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

Eigenschaften: Kleiner Anzuchtkasten mit sieben Saatschalen und Heizung

Für verschiedene Pflanzenarten geeignet: Der Garland GAL Anzuchtkasten Modell A besteht aus sieben einzelnen Einheiten und eignet sich dadurch sehr gut für das Anzüchten diverser Pflanzenarten.

Die jeweiligen Anzuchtschalen haben zwei Löcher im Boden. Über die Wanne, in der alle Schalen stehen, können die Pflanzen dadurch problemlos bewässert werden. Auch überschüssiges Wasser staut sich nicht. Zum kleinen Zimmergewächshaus gehört außerdem eine Dauerheizung.

Käufer loben, dass die Temperatur in den Saatschalen konstant gehalten wird. Auch die Verarbeitung und die praktische „Fensterbankgröße“ finden Anklang. Bemängelt wird allerdings, dass die einzelnen Schalen sehr klein ausfallen. Mehr als 6 Quelltabletten oder Torftöpfe passen nicht hinein.

Vorteile:

  • stabiles Kunststoff
    gute Bewässerung
    Dauerheizung inklusive
    ideal zur Zucht diverser Pflanzenarten

Nachteile:

  • Lüftungen nicht alle passend
    sehr kleine Schalen

3. mgc24® Zimmergewächshaus Greenhouse

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Eigenschaften: Anzuchtkasten mit belüftetem Deckel und viel Zubehör

Praktisches Starter-Kit: Das mgc24® Zimmergewächshaus Greenhouse wird mit allem wichtigen Zubehör geliefert, das für die Anzucht von Pflanzen nötig ist. Zum Set gehören der stabile Anzuchtkasten aus Kunststoff, 24 Torftöpfe und 2,5 Liter Anzuchterde.

Für eine optimale Belüftung ist der transparente Deckel mit zwei stufenlos verstellbaren Belüftungslöchern ausgestattet. Der Boden ist mit Rinnen durchzogen, die eine optimale Wasserverteilung gewährleisten. Insgesamt können bis zu 28 Anzuchttöpfe im kleinen Zimmergewächshaus untergebracht werden.

Käufer bezeichnen das kleine Gewächshaus überwiegend als robust und stabil und auch die beiliegende Erde wird gut angenommen. Manch einer Käufer berichtet allerdings davon, dass der Deckel nicht gut auf die Anzuchtschale passt.

Vorteile:

  • stabiles Kunststoff
    viel Zubehör
    optimale Wasserverteilung
    stufenlos einstellbare Belüftung im Deckel

Nachteile:

  • Deckel passt nicht immer richtig

Fazit

Jeder der vorgestellten Anzuchtkästen eignet sich für die Pflanzenaufzucht, wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht oder bereits im Winter damit begonnen werden soll.

Wird ein Modell mit Heizmatte benötigt, eignet sich der Garland GAL Anzuchtkasten Modell A perfekt. Hier gehört die Matte mit zum Lieferumfang und sorgt für eine konstant gleichbleibende Temperatur im Inneren. Das gefällt besonders sensiblen Pflanzen sehr gut.

Beginnt man mit der Aufzucht, empfiehlt sich ein Komplett-Set, wie das mgc24® Zimmergewächshaus Greenhouse. Hier müssen weder Erde, noch Anzuchttöpfe dazugekauft werden. Sobald das Set da ist, kann die Aufzucht starten. Im Gegensatz zu manch anderem Hersteller ist die mitgelieferte Erde qualitativ auch nützlich.

Ohne viel Schnickschnack kommt das ROMBERG 74338 Zimmergewächshaus aus. Es ist ein typisch klassischer Anzuchtkasten mit ausreichend Platz für die Aufzucht von Keim- und Setzlingen und lässt keine Wünsche offen. Dieser Anzuchtkasten ist ideal für alle, die Anzuchttöpfe, Erde & Co. ohnehin lieber selbst beim Händler des Vertrauens kaufen oder bereits vorrätig haben. Außerdem ist der Deckel aus Plexiglas weitaus robuster, als andere Abdeckhauben aus Kunststoff.

Bildquelle Header: Happy kid holding flowers in wooden box and standing near fence © Depositphotos.com/AllaSerebrina