Rasen lüften

So lüften Sie Ihren Rasen!

Hausrasen muss einiges aushalten. Nur selten findet sich heute noch ein Schild „Betreten verboten“ auf einem makellosen Zierrasen. Grasflächen sind Verschönerung und zugleich Nutzfläche für die Familie. Selbst wenn also die regelmäßige Pflege mit Rasenmähen, Wässern und Vertikutieren selbstverständlich ist, lohnt es sich, den Rasen zu belüften.

Vorteile der Belüftung​

​Beim sogenannten Aerifizieren geht es nicht alle darum, dem Rasen ein Belüftungssystem durch senkrechte Löcher zu verschaffen. Die Vorteile beim Rasen entlüften reichen sehr viel weiter.

  • Verdichtete Stellen in der Rasenfläche entstehen durch die Nutzung als Trampelpfad oder durch Unkraut und Moos. Lüften wird den Rasen auflockern und sorgt dafür, dass Wasser wieder in die tieferen Schichten einsickern kann.
  • Schwere Böden verdichten schneller und sind ohnehin weniger durchlässig für Wasser. Das Belüften des Rasens verhindert Staunässe.
  • In verdichtetem Boden haben es die Wurzeln des Rasens deutlich schwerer, sich auszubreiten und einen gesunden dichten Rasenteppich zu produzieren.

Diese Löcher im Rasen, die beim Aerifizieren entstehen, sind also sehr viel mehr als nur Luftlöcher.

​Die richtigen Geräte zur Rasenbelüftung

Von traditionell über modern bis kreativ stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die Lüftung des Rasens durchzuführen. Bei einigen sind Muskelkraft und handwerkliches Geschick erforderlich, dafür sind sie besonders günstig. Andere erleichtern die Arbeit und können bei geschicktem Preisvergleich gut im Budget für den Garten untergebracht werden.

​1. Rasen aerifizieren mit Geräten

Rasen Aerifizierer sind spezielle Gartengeräte, bei denen auf einer Walze zumeist sternförmige angeordnete Röhren in den Boden stechen und einen schmalen Erdpfropfen ausstechen. Die Geräte für den heimischen Bedarf unterscheiden sich in Größe, Ausführung und Preis natürlich von denen für den Profibereich. Sie liegen ungefähr gleichauf mit einem Rasenvertikutierer und können mit Benzin oder Strom betrieben werden.

​2. Handgeräte für die Lüftung des Rasens

Hat der Hobby-Gärtner eine besondere Vorliebe für Geräte, die mit Muskelkraft betrieben werden, oder bei kleinen Rasenflächen, kommen auch Handgeräte zum Einsatz. Das Aerifizieren des Rasens von Hand wird mit einer Aerifiziergabel oder einem Hand-Aerifizierer durchgeführt. Die Gabel verfügt über einen handlichen Griff und mehrere Ausstechröhren. Gute Modelle bieten einen eingebauten Kasten, in dem die Erdpfropfen automatisch gesammelt werden.

​3. Nagelschuhe und Nagelbrett

Im Angebot für einen vorsichtigen Test gibt es außerdem Nagelschuhe. Diese Schuhe werden zum Rasen lüften wie eine zusätzliche Sohle unter die Arbeitsschuhe geschnallt. In gleichmäßigen engen Schritten stapft der Gärtner über die Rasenfläche und hinterlässt bei jedem Schritt pro Sohle ungefähr 10 Löcher.

​Einen ähnlichen Effekt erzielt man mit einem selbst gemachten Nagelbrett, in das dicke Nägel aus dem Baumarkt gehämmert werden. An den Seiten des Bretts werden Seile mit Griffen oder Schlaufen befestigt. So kann die selbst gemachte Hilfe zum Belüften des Rasens Abschnitt für Abschnitt auf den Rasen gelegt, kurz eingetreten und dann auf den nächsten Teilbereich gehoben werden.

​Ein erster Versuch mit dem Aerifizieren oder eine kleine Rasenfläche kann sicherlich noch mit den einfachen Werkzeugen wie Nagelschuhen oder sogar einer Mistgabel durchgeführt werden – auf Dauer und bei größeren Flächen ist davon aber abzuraten. Außerdem stechen diese Hilfsmittel nur Löcher in den Rasen und heben keine Pfropfen aus, wie das bei den hochwertigen Geräten zum Rasenlüften zusätzlich geschieht.

​Rasen lüften – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die Entlüftung des Rasens ist eine zusätzliche Pflegemaßnahme, die am besten direkt nach dem Vertikutieren erfolgt. Als Faustregel gilt:​

  • Zweimal im Jahr zusammen mit dem Vertikutieren bei normal belasteten Flächen
  • Einmal alle zwei oder drei Jahre, wenn die Flächen wenig verfilzt und verdichtet sind,
  • Nach Bedarf bei stark belasteten Flächen, schweren tonhaltigen Böden und lange vernachlässigten Rasenflächen.

Rasen lüften mit dem Rasenmäher und einem speziellen Vertikutiermesser ersetzt das richtige Aerifizieren dabei nicht. Beim Vertikutieren wird deutlich flacher in die Oberfläche geschnitten.

​So wie das Vertikutieren nur ein Teil der gesamten Rasenpflege ist, so gilt dies auch für das Entlüften. Es kann sehr günstig als Vorbereitung für die Bodenverbesserung genutzt werden und hilft bei einem Bodenaustausch und Sanden. Das komplette Pflegeprogramm mit Düngen, Wässern und Rasenschnitt ist bei geschickter Planung sogar zeitsparend durchführbar. Der Rasen dankt es mit Widerstandskraft, Wachstum und einer schönen Optik.

Bildquellen:

>