Rasen vertikutieren

So vertikutieren Sie Ihren Rasen!

Ein schöner Rasen soll einem Teppich gleichen. Allerdings ist damit kein Filzteppich gemeint, durch den nichts mehr durchsickern oder wachsen kann. Genau das wird aber aus einem Hausrasen im Laufe der Zeit – Rasenfilz. Mit der richtigen Pflege kann diese Verfilzung aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Moos und Wurzeln aufgelöst und besser noch von Anfang an verhindert werden. Rasen vertikutieren zur richtigen Jahreszeit und mit dem richtigen Gartengerät gehört also zur normalen Gartenpflege dazu.

Was ist Vertikutieren?

Der Vorgang und das Wort selbst stammen aus dem Englischen. Unsere Inselnachbarn sind für ihre Gartenbegeisterung und ihre wunderschönen Rasenflächen bekannt. Es wundert also nicht, dass sie sich bei der Pflege ganz besondere Maßnahmen einfallen lassen. Der Begriff selbst erklärt bereits sehr gut, worum es beim Vertikutieren geht:

  • Vertical = senkrecht
  • Cut = Schnitt

Beim Vertikutieren werden also gleichmäßige Schnitte von maximal 1 cm Tiefe in den Rasenfilz gezogen. Zerkleinerte Wurzeln, verfilzte Reste vom Rasenmähen und Moos kommen bei diesem Vorgang zwischen den Halmen hoch und können entfernt werden. Der Rasen hat wieder Luft zum Atmen und Raum zum Wachsen. Es ist leichter und günstiger, ihn zu wässern und zu düngen. Natürlich sieht er nach einer kurzen Erholungsphase auch deutlich besser aus.

Frühjahr - der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren​

Es ist üblich und sinnvoll, den Rasen im Frühjahr zu vertikutieren. Dies wirkt für die Pflanzen wie eine zusätzliche Starthilfe, um mit dem Beginn der neuen Wachstumsphase die besten Voraussetzungen vorzufinden.

Rasen vertikutieren im Februar​

Auch wenn das Frühjahr zum Rasen vertikutieren die beste Jahreszeit ist, so sollte damit nicht zu früh begonnen werden. Im Februar ist die Temperatur in vielen Regionen noch sehr niedrig. Nachtfröste kommen häufig vor, manchmal auch Schneefall. Der Rasen erwacht also noch gar nicht aus seiner Winterruhe. Jetzt die Wurzeln zu verletzten schadet nur.

​Rasen vertikutieren im März

Wer es gar nicht abwarten kann, der wählt den März für diese Art der Gartenpflege. Die Rasenreinigung mit dem Vertikutierer sollte allerdings davon abhängig gemacht werden, dass sich die Temperaturen bereits auf Frühling eingestellt haben. Ist der März also schon mild, kann zum Vertikutierer gegriffen werden. Allerdings besteht immer das Risiko eines Wintereinbruchs und dies wird dem Hausrasen nicht guttun. Es ist also Vorsicht und etwas Geduld angesagt.

​Und in den späteren Jahreszeiten?

Wenn der Zeitpunkt im Frühjahr nicht genutzt werden kann, ist es durchaus auch möglich, zu einem späteren Termin die Arbeit auszuführen. Allerdings sollte beim Rasen vertikutieren im Sommer darauf geachtet werden, dass nicht gerade eine Hitzewelle die Pflanzen fordert. Möglich ist aber, den Rasen im Juni zu vertikutieren, wenn die Temperaturen noch nicht so weit nach oben klettern.

​Später im Jahr kommt noch einmal der Herbst infrage. Dabei empfiehlt es sich, den Rasen spätestens im Oktober zu vertikutieren. Besser ist für diese Rasenpflege der September, damit der Rasen noch ausreichend Zeit hat, sich bis zum Winter zu erholen. Dann sind auch die Chancen größer, dass der Rasen trocken ist. Nassen Rasen vertikutieren kann dazu führen, dass die Grasnarbe abgehoben wird.

​Rasen vertikutieren im Winter ist sinnlos und außerdem schadet es dem Rasen. Das Gras ist in der Wachstumspause und kann sich von den Schnitten nicht erholen. Vertikutieren im Winter bei Bodenfrost steigert die Aussichten, im Frühjahr den rettungslos geschädigten Rasen abtragen und neu anlegen zu müssen.

Die richtige Vorgehensweise

Am besten erfolgt diese Art der Rasenreinigung in einer bestimmten Reihenfolge, bei der am Ende ein schöner gesunder Rasen entsteht:

​1. Rasen mähen

​Bevor überhaupt mit dem Vertikutieren begonnen wird, wird das neue Wachstum im Frühjahr genutzt, mindestens einmal den Rasen zu mähen. Erst den Rasen mähen – und zwar kurz - und dann vertikutieren schafft eine gewisse Ordnung auf dem Rasen und nimmt die oberen Teile der vom Winter geschädigten Halme mit. Der Rasen nutzt dann die nächsten Tage zur Regeneration und die Wachstumsphase startet.

​2. Rasen düngen

​Ähnlich wie beim Mähen gilt auch für die Frage nach dem Düngen vor oder nach dem Vertikutieren, dass der Hobby-Gärtner zuerst den Rasen düngen und dann vertikutieren sollte. Die Gabe von Dünger stärkt die Pflanzen und sie können nach dem Vertikutieren besonders gut wachsen. Rund zwei Wochen Warten nach dem Düngen gibt dem Rasen genug Zeit, Kraft und Nährstoffe für die nun folgende starke Wachstumsphase zu sammeln.

​3. Rasen vertikutiert und dann? Die abschließende Pflege für den Rasen

​Nach dem Vertikutieren kann – muss aber nicht – noch sehr viel mehr für einen gesunden Rasen getan werden.

  • Wenn sehr viel Filz ausgeharkt wurde, muss man den Rasen nachsäen nach dem Vertikutieren. So werden die kahlen Stellen schnell wieder geschlossen.
  • Zusätzlich zum Vertikutieren wird der Rasen in einem nächsten Arbeitsschritt belüftet. Bis zu 200 Löcher werden dazu pro Quadratmeter in die Rasenfläche gestochen. Dieses Aerifizieren lockert die Rasenfläche und schafft einen besseren Austausch von Luft, Nährstoffen und Wasser.
  • Bei schwerem Boden macht es außerdem Sinn, in einem letzten Arbeitsschritt den Rasen zu sanden nach dem Vertikutieren. Dies lockert den Boden auf und die Wurzeln können sich leichter ausdehnen. Außerdem wirkt Sand immer wie eine Drainage und verhindert, dass Wasser an der Oberfläche stehen bleibt.

Es kommt also gar nicht auf die Frage an, ob man Rasen vertikutieren oder lüften soll, sondern nur auf die richtige Reihenfolge.

Die richtigen Gartengeräte zum Vertikutieren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Rasen zu vertikutieren. Sie unterscheiden sich nach Aufwand, Kosten und auch der Größe der zu bearbeitenden Fläche.

​Rasen vertikutieren von Hand

​Bei genug Kraft und einer wirklich nur sehr kleinen Rasenfläche ist auch ein Handvertikutierer vertretbar. Selbst mit einer Harke ist die Arbeit zu schaffen, wird aber mühsam. Es ist außerdem nicht immer einfach, die richtige Tiefe zu beachten.

​Elektrische Vertikutierer für den Rasen

Ist die Rasenfläche größer als wenige Quadratmeter und soll die Arbeit nicht zu einem schweißtreibenden Kraftakt werden, so macht die Anschaffung eines elektrischen Vertikutierers wirklich Sinn. Benzingetriebene Vertikutierer eignen sich dann für besonders große Rasenflächen. ​Diese Gartengeräte ermöglichen die präzise Einstellung der Schnitttiefe und sammeln einen Teil der verfilzten zerkleinerten Gras- und Moosreste gleich mit ab. Das ist einfach und es garantiert auch die richtige Ausführung. Ein Test und Vergleich der Preise und Kosten für Geräte zum Vertikutieren hilft bei der Auswahl und führt zu günstigen Angeboten mit der passenden Ausstattung.

​Und zum Schluss – muss man Rasen überhaupt vertikutieren?

​Neuer Rasen muss nicht vertikutiert werden, denn er ist sicherlich noch nicht verfilzt. Auch muss Rasen nicht jedes Jahr vertikutiert werden, wenn er den prüfenden Blicken des kritischen Gärtners standhält und keine Verfilzungen aufweist.

​Es ist aber schwer, schönen Rasen ohne Vertikutieren auf Dauer zu bewahren. Wenn also keine Blumenwiese im Stil eines Naturgartens das Ziel der Gartengestaltung ist, dann dankt der Zierrasen eine jährliche Reinigung mit Lüften und Vertikutieren durch starke gesunde Halme, die gut über heiße Sommer und kalte Winter kommen.

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