Rhododendronerde – Sauer macht schön

Aktualisiert am: 24.08.2020

Ohne die richtige Erde fühlt sich keine Pflanze wohl und geht über kurz oder lang ein. Einige sind sich dessen grob bewusst, doch manche erfahren dies leider erst auf die harte Tour.
Empfindliche Pflanzen wie der Rhododendron brauchen ganz spezielle Bedingungen, um ohne große Probleme zu erblühen. Welche dies sind und was gute Rhododendronerde ausmacht, wird im folgenden Produktvergleich erläutert.

Rhododendronerden Testsieger 2020:

Kudras Moorbeeterde Rhododendronerde Azaleenerde Blumenerde, 80 Liter (2x40L)

Bewertung: 5 von 5 Sternen

Eigenschaften: 2x 40 Liter oder als ganze Palette erhältlich, für Profis und Hobbygärtner, pH 4,7

Angenehm saure Erde: Die Kudras Rhododendronerde

erfreut sich unter Gärtnern hoher Beliebtheit. Maßgeblich ist dafür die Zusammensetzung des Profisubstrates verantwortlich. Direkt aus dem Erwerbsgartenbau kommt mit diesem Produkt eine Moorbeeterde, die die perfekte Erdbeschaffenheit für Rhododendron – aber durchaus auch für vergleichbare Pflanzen – erschafft.

Zu den erwähnten anderen Pflanzen gehören alle Stauden und Gehölze, die bei niedrigem pH-Wert im Boden, anders gesagt bei saurem Boden, deutlich besser wachsen als bei vergleichbaren Blumen- oder Gartenerdemischungen, die meist einen neutraleren pH-Wert besitzen. Wer mehr Vielfalt wünscht, kann mit dieser Erde also neben dem Rhododendron bedenkenlos zum Beispiel Heidekraut, Kamelien, Hortensien und mehr anpflanzen.

Der Hersteller verspricht bei der Erde einen pH-Wert von 4,7. Wer hier genau sein will, kann das mit leichten Mitteln allerdings auch überprüfen. Die Mischung der Erde besteht aus Schwarz- und Weißtorf aus Norddeutschland. Die 35 Prozent Weißtorf versprechen luftiges und lockeres Erdreich, die übrigen 65 Prozent Schwarztorf sorgen für eine passende Wasserspeicherung für die Pflanzen.

Zugesetzt ist der Erdmischung von Kudras in einem Verhältnis von 1,6 Kilogramm pro Kubikmeter Stickstoff, Phosphor, Kalium (NPK) und Magnesium als Mineralstoffe und zusätzlich zur ergänzenden Wirkung Dünger und Kalk. Laut Hersteller ist der Großteil der Zusätze rein organisch, verbessert Böden jeder Art dank des Netzmittels zur Verbesserung des Wasser- und Lufthaushaltes und ist für Beete aber auch für das Topfen geeignet.

Käufer, die schon länger Erfahrungen mit der Kudras Rhododendronerde gemacht haben, zeigen sich sehr zufrieden mit der Kurz- aber auch Langzeitwirkung. Der gemessene pH-Wert liegt sehr nah am angegebenen Wert von 4,7, womit die Aussage des Herstellers sich als sehr zuverlässig herausstellt.

Auch abseits von Rhododendron weiß die Erde sogar zu begeistern. Es wird von Heidelbeeren, Hortensien und mehr Moorbeetpflanzen berichten, die sich laut Kundenrezensionen sehr über die neue und nährstoffreiche Erde gefreut haben, sofern man das an gesundem Wachstum festmachen kann.
Wer auf Nummer sicher gehen will, versetzt der Erde natürlich noch ein paar speziell auf die Pflanzen zugeschnittene Nährstoffpakete, doch dies ist wirklich nur den erfahrensten Gärtnern zu empfehlen, denn natürlich kann man alles noch verbessern, doch diese Erde wird so gut angenommen, dass ein Verbessern wirklich schwerfällt.

Bezüglich Lieferung und Paketzustand kann man dem Hersteller ebenfalls Lob aussprechen. Zerrissene Säcke oder ähnliche Packprobleme finden sich unter den Exemplaren der Rezensenten keine. Der Service von Kudras ist ebenfalls gut, doch eher nur bei Nachfragen im Nachhinein. Um sich als Laie wirklich über die Erde schlauzumachen, genügt leider kein einfacher Blick in die sehr karg ausgefallene Produktbeschreibung. Hier ist leider mehr Recherche oder der Austausch mit anderen Käufern vonnöten.

Vorteile:
  • sehr ausgewogene Gesamtmischung
  • inklusive Dünger
  • gesunde Zusätze
  • für eine Vielfalt an Pflanzen geeignet
  • fehlerfreie Verpackung
  • guter Kundenservice bei Fragen…

Nachteile:
  • … jedoch nicht im Vorfeld
  • Wirkweise für Laien nicht direkt erkennbar
  • nicht unbedingt für uninformierte Hobbygärtner geeignet
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Alles zur Rhododendronerde auf einem Blick

Was zeichnet Rhododendronerde genau aus?

Einiges ist bestimmt schon aus der Vorstellung des Testsiegers klar geworden, doch folgt hier nochmal ein allgemeiner Überblick, für alle, die sich noch einmal genauer informieren wollen.

Das Wichtigste, das Rhododendron wohl im Erdreich braucht, ist ein saures Umfeld. Das bedeutet im Klartext, dass der pH-Wert der Erde im Idealfall zwischen 4 und 5 liegen sollte, damit er sich wohlfühlt. Ähnliche Voraussetzungen haben – wie in diesem Produktvergleich häufiger erwähnt – auch andere Pflanzen. Nämlich alle, die zu der Gattung der Moorbeetpflanzen gehören.

Möglicherweise sind Freunde des Rhododendrons auch Freunde von Kamelien oder Hortensien. Ist dem so, bräuchte man sich auch gar keine Sorgen machen, ob man die Erde denn auch weiterverwenden kann, oder ob sie für jegliche anderen Pflanzen schädlich ist. Die Antwort: Ganz und gar nicht! Die Rhododendronerde eignet sich aufgrund ihres pH-Wertes für viele weitere Pflanzen.

Eine weitere Besonderheit ist der sehr hohe Nährstoffgehalt, den der Rhododendron am besten bekommt. Hierzu zählen natürlich die primären Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium (oft als NPK abgekürzt), aber oft auch weitere stärkende Mineralien, meist Alkali- und Erdalkalimetall-Ionen. Dies sei aber nur für die erwähnt, die es wirklich interessiert, denn ab den sekundären Mineralstoffen wird es vor allem für Laien eher unwichtig.

Die Unterschiede zu herkömmlicher Erde sind gering, doch haben sie eine große Wirkung. In einem geringeren Maße befinden sich eben genannte Nährstoffe natürlich in jeder Blumenerde. Der maßgebliche Unterschied ist tatsächlich der pH-Wert. Bei normaler Pflanzen- oder Gartenerde herrscht eigentlich nur ein leicht saurer oder komplett neutraler pH-Wert vor. In Zahlen wären das zwischen 5,5 und 7.

Rhododendronerde mit und ohne Dünger

Nun da klar ist, wieso normale Blumenerde sich nicht so sehr für den Rhododendron oder auch andere Moorbeetpflanzen eignet, stellt sich natürlich die Frage, wie gut der Dünger denn funktioniert. Immerhin gibt es Rhododendronerde sehr häufig mit schon implementiertem Dünger. Dieser hält meist vier Wochen, teilweise sogar länger.

Egal für was man sich nun entscheidet – Erde mit oder ohne Dünger – wichtig ist, dass auch der Dünger für die Pflanzen geeignet ist. Auch diesen findet man nämlich unter den Begriffen Rhododendrondünger oder aber Moorbeetpflanzen Dünger. Ist er enthalten, spielt das natürlich keine Rolle.

Dann gilt es nur zu beachten, was der Dünger für Vor- und Nachteile bietet und das ist im Grunde schnell erläutert. Denn Dünger verhilft den Pflanzen natürlich beim Wachsen, kann aber den genutzten Boden nachhaltig verändern. Es kommt also maßgeblich auf den Einsatzort an und wie kontrolliert die Umgebung ist. Wer grundsätzlich nur Töpfe nutzt, kann beruhigt die Erde mit Dünger kaufen. Wer ein Außenbeet nutzt, das vielleicht nicht für immer den Rhododendron beherbergen soll, sollte vorsichtig sein. Denn im schlimmsten Fall kann der Dünger sogar umweltschädigend sein.

Produkte für Rhododendron mit anderer Erde oder Dünger mischen?

Wer an dieser Stelle noch massig Erde von anderen Gartenprodukten übrig haben sollte, mag sich nun denken: Wird schon passen, wenn ich ein wenig mische oder als Übergang erst einmal den alten Kram leer machen. Doch ist das zu empfehlen?

Es kann in der Tat funktionieren. Doch dafür müssen einige Bedingungen stimmen:

  • Die simpelste Umsetzung ist natürlich, wenn man als Gärtner viele Mischprodukte zu Hause hat, um sich die vorhandene, eigene Erde passend zurecht zumischen. So muss man nur die jeweiligen Kriterien beachten und muss keine extra Mischung kaufen.
  • Eine andere Situation ist es, wenn die bestehende Erde für Moorbeetpflanzen geeignet ist. Damit eignet sie sich direkt auch für Rhododendron, auch wenn dies nicht extra erwähnt wird.
  • Weiter kann man normale Blumenerde nutzen, wenn der vorhandene Rhododendron einer sehr robusten Art angehört. Er kommt dann unter Umständen auch mit suboptimalen Bedingungen klar. Doch hier heißt es: Augen auf! Geht es dem Rhododendron plötzlich schlechter, muss dann doch die passende Erde besorgt werden. Unterstützend kann man bei dieser Option die Beständigkeit bei normaler Erde mit Rhododendrondünger verstärken.

Rhododendronerde selbst mischen oder Kaufen – Kriterien

Wer sich nach den oben genannten Tipps die Erde lieber selbst anmischen möchte, kann sich dies ziemlich leicht machen, wenn er sich an eine einfache Prioritätenliste hält.

Wichtig ist, dass man sich ein pH-Messgerät für Erde anschafft. So etwas gibt es für gewöhnlich in jedem Baumarkt. Daraufhin gilt es – zum Beispiel mit Torf – einen pH-Wert von rund 4,5 einzustellen. Dies ist das zu erreichende Endziel. Die Erde ist vor Erreichen des Säuregehaltes nicht für Rhododendron geeignet.

Unterstützend muss die Erde sehr luftig und locker sein und gleichzeitig möglichst viel Wasser aufnehmen, denn nur so kann der Rhododendron gut wachsen. Um schlussendlich die Gesundheit der Pflanzen zu garantieren, sind noch ein paar Mineralzusätze angebracht. Hier sollte man natürlich auf eine Menge an NPK zurückgreifen, aber auch weitere Zusätze wie Magnesium- oder andere Salze tun dem Boden gut. Doch Achtung, dies könnte den Boden wieder deutlich basischer werden lassen.

Kurz gesagt, wer ständig pH-Werte nachmisst und Geduld mitbringt, kann effiziente Erde für seinen Rhododendron selbst herstellen und ist nicht auf fertige Produkte angewiesen. Doch ist diese Methode eher nicht für Laien gedacht, kommt man doch ohne Erfahrung schnell in einen preislichen Bereich, der weit höher liegt, als der der Fertigerde.

Rhododendronerden Platz 2-3

Neudorff NeudoHum Rhododendron- und Hortensienerde 40l

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

Eigenschaften: bio, damit CO2-arme Produktion, frei von Insekten, professionelle Zusammensetzung pH sauren Bodens

Balanciertes Gemisch: Die Neudorff NeudoHum Rhododendron- und Hortensienerde

garantiert für mehr als nur besagte Pflanzen ein gutes und intensives Wachstum.
Azaleen, Kamelien, Eriken und Heidepflanzen. Sie alle profitieren von der Neudorff Biomischung. Das Bio bedeutet hier, dass der Hersteller in diesem Gemisch klar auf Torf verzichtet, was in der Herstellung 70 Prozent weniger CO2 bedeutet. Perfekt also für sehr umweltbewusste Freunde von Moorbeetpflanzen aller Art.

Trotz leider sehr wenigen Kundenbewertungen bemerkt man schnell, wie zufrieden Käufer mit dieser Erde sind. Die Langzeitergebnisse lassen sich aber leider nur schwer auf diese Art bemessen. Die ersten Indizien sind aber auch da durchaus positiv.
Dass die Erde torffrei und bio ist, kommt gut an und schadet der Effektivität in keiner Weise. Im Gegenteil, sie führt eher noch zu einem guten Gefühl beim Pflanzen. Dass der pH-Wert den richtigen Säuregehalt besitzt, lässt sich angenehm nachmessen; wie das jedoch geschieht ist leider Betriebsgeheimnis.

Vorteile:
  • Torfmangel führt zu keinem schlechteren Ergebnis
  • für alle Moorbeetpflanzen geeignet
  • für 4 Wochen vorgedüngt
  • gut eingestellter pH-Wert
  • hervorragendes Pflanzenwachstum
  • frei von Insekten und Larven

Nachteile:
  • wenige Kundenmeinungen
  • kaum Einschätzungen bezüglich Langzeitwirkung
  • Wirkweise der Bioerde leider Betriebsgeheimnis
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Compo SANA Kultursubstrat unter Verwendung von organischem Bodenmaterial, pflanzlichen Stoffen, Düngemitteln, Nicht Zutreffend

Bewertung: 4.5 von 5 Sternen

Eigenschaften: inklusive Dünger für bis zu 8 Wochen, für alle Moorbeetpflanzen, 20 Liter für kleinere Projekte

Lange Startdüngung: Die Compo SANA Rhododendron- und Hortensienerde

ist perfekt für alle, die nicht viel Erde brauchen und nicht unbedingt den passenden Dünger schon dabeihaben, oder kurz: Hobbygärtner.
Wer zum Beispiel gerade mit dem Anpflanzen von allen möglichen Moorbeetpflanzen beginnt, ist mit der Erde wirklich gut aufgehoben. Die Startdüngung ist mit acht Wochen überdurchschnittlich lang, der pH-Wert ist korrekt eingestellt und die Anwendung ist leicht und detailliert beschrieben.

Kunden loben die Erde dafür, auch wenn auch hier leider die mannigfaltigen Käuferbewertungen ausfallen. Trotzdem lassen sich erste Langzeiteindrücke erkennen. Neu gesetzte Pflanzen haben sich nach ersten Kundenaussagen toll entwickelt, jedoch wird die Beisetzung von mehr – aber natürlich kompatiblem – Dünger empfohlen. Negative Rezensionen sucht man beinahe vergebens, allerdings ist natürlich der offensichtliche Nachteil, dass man dieses Produkt nicht unbedingt in großen Mengen bekommt.

Vorteile:
  • angenehm saure Erde
  • perfekt für Moorbeetpfanzen-Anfänger
  • für alle Moorbeetpflanzen geeignet
  • leichte Anwendungsanleitung
  • tolle Langzeitwirkung
  • langanhaltende Startdüngung

Nachteile:
  • nur kleine Pakete
  • wenig kritische Rezensionen
  • Gesamtqualität schwer erkennbar
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Alternativprodukte

Da es sich bei Blumenerde um ein Gemisch handelt, das einfach bestimmte Eigenschaften erfüllen muss, um wie in diesem Fall für Rhododendron geeignet zu sein, sind die Alternativen hierzu vielfältig.

So kann jede Erde genutzt werden, die einen pH-Wert von ungefähr fünf besitzt und im besten Fall viele gesunde Mineralstoffe zugesetzt hat. Es eignen sich sogar Erdmischungen ohne extra hinzugesetzten Dünger.

Wer nicht selbst mischt oder sich die Sache nicht übermäßig kompliziert machen möchte, schaut nach Erde, die für Moorbeetpflanzen geeignet sind, oder schaut sich eine Liste von Moorbeetpflanzen an und vergleicht sie dann mit den jeweiligen Produktaussagen vorgefertigter Mischungen. Statt nach dem passenden pH-Wert kann man darüber hinaus nach saurer Erde Ausschau halten.

Bildquelle Header: Washington State Coast Rhododendron Flower in full Bloom © Depositphotos.com/tab62
Letzte Aktualisierung am 28.11.2020 um 21:10 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API